Bei Hubbel hakt es schon wieder (Nov. 2021)

Das altersschwache Weltraumteleskop Hubble ist wegen einer technischen Störung schon seit Wochen ausgefallen. Aktuell versuchen die Raumfahrttechniker den Fehler schrittweise zu beheben – ob das wohl klappt.


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Das von der US-Raumfahrtbehörde NASA und der europäischen ESA gemeinsam gebaute Weltraumteleskop Hubble kommt in die Jahre. Bereits am 24. April 1990 gestartet, hat es drei Jahrzehnte auf dem Buckel und niemand kann mehr hinfliegen, um die Technik zu warten und Teile auszutauschen. Im Zeitalter der US-Raumfähren gab es Wartungsmissionen, bei denen 2009, während der fünften Wartungsmission, ein Computer ausgetauscht wurde.

Weltraumteleskop Hubble
Weltraumteleskop Hubble, Foto: NASA Gemeinfrei

Die NASA hatte dann 2004 alle Wartungsflüge mit den Spaceshuttles zum Weltraumteleskop Hubble gestrichen, wie das Handelsblatt hier berichtete. Allerdings hat 2009 der oben erwähnte Reparatureinsatz doch noch stattgefunden (siehe diesen Spiegel Online-Beitrag). Inzwischen kann aber keiner mehr zum Weltraumteleskop fliegen und kaputte Bauteile austauschen – denn die Spaceshuttles sind längst eingemottet.

Allerdings sind alle Komponenten am Teleskop möglichst doppelt vorhanden, so dass man bei Fehlern auf die Reservekomponente umschalten kann. Jeder Reparaturversuch kann aber nur per Funk erfolgen, wobei man versucht, auf Reservekomponenten zuzugreifen oder per Software Korrekturen durchzuführen.

Ausfälle, Ausfälle, Ausfälle …

Seit Sommer 2021 schlagen sich die Techniker aber mit Fehlfunktionen und Störungen herum. Die letzte Störung im Juni 2021 konnte nach wochenlangen Reparaturversuchen behoben werden (siehe Links am Artikelende). Anfang November 2021 hatte ich im Beitrag Weltraumteleskop Hubble erneut gestört berichtet, dass es seit einer Woche eine technische Störung gäbe. Die NASA hatte am 25. Oktober 2021 auf Twitter mitgeteilt, dass die Instrumente darauf hin in einen sicheren Modus gefahren worden seien.

Während dieser Zeit postet die NASA auf Twitter immer wieder tolle Aufnahmen, die mit Hubble erstellt wurden. In diesem Tweet gibt es sogar ein Video mit den großen Planeten unseres Sonnensystems, die Hubble aufgenommen hat. Das James Webb Space Telescope (JWST), welches Hubble aber nur teilweise ersetzen kann, sollte im November 2021, nach langer Verzögerung, starten. Jetzt wartet es auf der Spitze einer europäischen Ariana 5 Rakete auf einen Start am 18. Dezember 2021.


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In diesem Beitrag berichteten die Kollegen von heise, dass die Techniker der NASA dabei sind, die wissenschaftlichen Instrumente wieder hochzufahren. Der Fehler – ausgebliebene Synchronisierungsmeldungen – sei bisher nicht wieder aufgetreten. Die Synchronisierungsmeldungen sind erforderlich, um den Instrumenten die aktuelle Uhrzeit mitzuteilen, damit Messungen und Befehle korrekt ausgeführt werden können. Das Hochfahren der Instrumente kann sich über Wochen erstrecken. Details lassen sich im heise-Beitrag nachlesen.

Kann man nicht hinfliegen und reparieren?

Bleibt an dieser Stelle, warum man nicht eine Raumfahrtmission per SpaceX-Kapsel zu Hubble plant, um Komponenten auszutauschen. Ich bin nicht so im Detail in der Materie – aber möglicherweise ist an Bord einer SpaceX-Kapsel nicht genügend Platz für Ersatzteile – das Spaceshuttle hatte ja eine größere Ladebucht. Aber Teile könnte man mit einem Raumfrachter zu Hubble hochschaffen und dann von Astronauten montieren lassen – wobei der Roboter-Arm des Spaceshuttle, der zum Bewegen von Teilen und Einfangen von Hubble benutzt wurde, natürlich fehlen würde.

Aber es gibt noch ein ganz anderes Problem: Hubble wurde im April 1990 gestartet, d.h. die Hardware und Computertechnik stammt aus den 80er Jahren. Das war die Zeit, als die ersten PCs in die Unternehmen kamen. Das kann mit heutiger Technik nicht einfach ersetzt werden. Ich weiß nicht, ob man sich bei den Technikern und Finanziers nochmals dazu durchringen kann, so etwas wie eine Modernisierung von Hubble zu planen und durchzuführen. Das würde die Entwicklung entsprechender Hardware für die Instrumente, das Lagekontrollsystem, die Computer etc. beinhalten. Zudem müsste dann eine Wartungs- und Reparaturmission geplant und finanziert werden. Vermutlich zu große Hürden.

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