Die kleinen Fluchten im Leben (Januar 2022)

Wir kennen es möglicherweise Alle: Man steckt im Hamsterrad des Lebens und verliert den Blick, was rechts und links so passiert. Die letzten Tage war das Wetter oft grau in grau und ich war in meinen IT-Blogs gut beschäftigt. Trotzdem habe ich gelegentlich meine Auszeiten genommen – sei es, dass ich auf Nordic Walking in den Taunuswäldern unterwegs war, sei es, dass ich morgens zum Rückensport im Sportverein war. Nur so ein richtiges "wow, ist das schön hier" war nicht darunter. Aber am letzten Donnerstag, den 13.1., konnte ich mir – etwas unerwartet – eine kleine Flucht "aus dem Leben" gönnen. Und das kam so …


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Ich hatte meine Frau zu einem Routine-Termin in eine Diagnostik-Klinik in Wiesbaden gefahren. Auf der Hinfahrt herrscht auf weiten Strecken Hochnebel – nur manchmal riss dieser auf und ein blauer, sonniger Himmel kam zum Vorschein. In Wiesbaden herrschte aber wieder Hochnebel. Und  wegen des Coronavirus durfte ich nicht mit in die Klinik rein. Also habe ich, wie schon bei vorherigen Besuchen, die Wartezeit mit Spaziergängen in Kliniknähe vertrieben.

Letzten Sommer sind es immerhin fast 5 km geworden, die ich da auf dem Klinik-Parkplatz und auf der Straße vor der Klinik abgelaufen bin. Am gestrigen Donnerstag wollte ich etwas die Gegend um die Klinik erkunden und plötzlich hatte ich meine Auszeit – mitten in der Stadt Wiesbaden.

Im Aukamm-Tal

Denn der Stadtteil Wiesbaden-Aukamm ist ein Außenbezirk, der an das Aukammtal grenzt. Gegenüber der Klinik gibt es einen verwilderten Naturbereich mit Birken und anderen Bäumen, wie man in folgendem Foto sehen kann. Dort verliefen zwar Pfade, aber es war durch den Schneefall der vergangenen Woche dort sehr feucht und morastig, so dass ich mir meine Schuhe nicht ruinieren wollte.

Verwilderter Bereich
Verwilderter Bereich im Aukamm-Tal

In Nähe der Klinik gibt es auch einen Apothekengarten, den ich erst besichtigen wollte. Aber als ich auf der Straße vor der Klinik stand, beschloss ich spontan, nicht zum Apothekengarten, sondern mal in Richtung Stadtmitte zu laufen – hatte ich bei den vorherigen Aufenthalten noch nie versucht. Und plötzlich kam ich an eine Parkanlage (Aukamm-Tal mit dem Thermalbad), die an die Straße angrenzte. Ein Bächlein floss durch eine Wiese und ich beschloss einem befestigten Pfad im Park (in den Aukamm-Anlagen) zu folgen.

Gänse im Park
Gänse im Park (Wiesbaden, 13.1.2022)

Plötzlich wurde ich durch die beiden, in obigem Foto sichtbaren, Gesellen (Wohl Nilgänse) begrüßt, die im Bächlein und auf der angrenzenden Wiese unterwegs waren. Und schon war ich dem Alltag entrückt, denn neben den beiden Vögeln gab es immer wieder etwas zu sehen, was "die Fluchten aus dem Leben" ermöglichte.


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Bachlauf mit Weiden (Wiesbaden, 13.1.2022)
Bachlauf mit Weiden (Wiesbaden, 13.1.2022)

Die Kommune hatte den kleinen Bachlauf über Steinstufen in einen Wasserfall verwandelt und Weiden sowie andere Büsche ans Ufer gepflanzt. Obiges Foto zeigt eine solche Stelle mit Natur pur.

Bachlauf mit Wasserfall (Wiesbaden, 13.1.2022)
Bachlauf mit Wasserfall (Wiesbaden, 13.1.2022)

Obiges Foto zeigt eine andere Stelle, wo Steinstufen wieder für einen kleinen Wasserfall sorgten. Ging man an diesen Stellen vorbei, hörte man das Plätschern des Wassers und konnte die Seele auf Wanderschaft schicken.

Bachlauf mit Bambus und Kiefer im Park (Wiesbaden, 13.1.2022)
Bachlauf mit Bambus und Nadelbaum im Park (Wiesbaden, 13.1.2022)

Direkt neben der Stelle, wo mir die Gänse entgegen kamen, stand diese Bambusgruppe und ein Nadelbaum (wohl eine Lärche). Das erinnerte mich spontan an Japan, wo auf kleinstem Raum solche Gärten realisiert wurden (siehe).

Leider war meine Zeit, die ich im Park weilen konnte, viel zu kurz – denn nach 30-40 Minuten klingelte das Smartphone schon und meine Frau wollte abgeholt werden. Aber die Episode hat mir gezeigt: Man muss nur die Gelegenheiten erkennen, um dem Alltag für einige Minuten zu entfliehen und die Schönheiten abseits des Weges entdecken zu können.

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