Regeln des japanischen Arztes Shigeaki Hinohara für ein langes Leben, er selbst wurde 105

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Dr. Shigeaki Hinohara, ein japanischer Arzt und Experte für Langlebigkeit, der im Juli 2017 im Alter von 105 Jahren starb, gab kurz vor seinem Tod noch ein Interview, in dem er einige Regeln und Tipps für ein langes und vor allem gesundes Leben gab. Er hielt sich selbst daran und es hat bei ihm wohl auch einiges genutzt. Da sich der eine oder andere Leser oder die eine oder andere Leserin möglicherweise für dieses Thema interessiert, habe ich es mal in einen Artikel gekleidet.


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Ich gesteht, Dr. Shigeaki Hinohara ist komplett an mir vorbei gegangen, obwohl ich eine gewisse Affinität zu Japan habe. Aber gut, ich kenne nicht alle japanischen Ärzte und habe glücklicherweise auch niemals einen Arzt in Japan konsultieren müssen.


(Quelle: Born – Gefäß in Form einer Blüte – Foto aufgenommen während eines Arbeitsaufenthalts in Japan)

Aber ich glaube, der Mann hätte mir gefallen, hat er doch als Arzt noch im hohen Alter von 100 Jahren gearbeitet. Ich bin die Tage über den nachfolgenden Facebook-Post auf das Thema gestoßen und habe dann recherchiert.

Dr. Shigeaki Hinohara - Regeln für ein langes Leben
Dr. Shigeaki Hinohara – Regeln für ein langes und glückliches Leben

Sind interessante Thesen, die in obigem Post zu finden sind – und einiges könnte ich sofort mit "mache ich schon lange so" unterschreiben. Beim Geheimnis der japanischen Langlebigkeit und dem maßvollen Verzehr von Lebensmitteln bin ich dabei. Keine Askese, aber auch nicht Völlerei – und wenn es mal ein Stück Schokolade sein muss, dann verbuche ich das unter "1. Glücksgefühle", greife aber zu Schokolade mit 80 % Kakao-Anteil. Bei 4. bin ich auch seit Jahrzehnten dabei, und zu den Punkten 3 und 5 kann ich irgendwie auch nicken. Nur bei 7. hadere ich – denn der Punkt ist der japanischen Kultur geschuldet. Ich bin ich und ich persönlich brauche keinen Lehrer.

Ein Teil der obigen Thesen ist wohl einem Interview von Dr. Shigeaki Hinohara mit der Japan Times entnommen – leider ist dieses in Englisch und der Artikel lässt sich ohne Abonnement nicht lesen – einige Ratschläge lassen sich bei der Huffington Post sowie bei Japan Insides in Englisch nachlesen.

Diese deutschsprachige Webseite hat das Ganze in 12 Tipps aufgegliedert, die mich doch sehr an die Weisheiten des Konfuzius erinnern. Eine weitere deutschsprachige Webseite, die das Ganze in 14 Tipps verpackt hat, findet sich hier. Auch das deutsche Medium Merkur hat sich vor einem Jahr in diesem Artikel mit dem gleichen Thema befasst.

Die Kerntipps reichen doch


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Es gibt zwei Kerntipps, die mir gefallen. Einer lautet "genieße die kleinen Dinge im Leben" – that's it. Wenn ich an einem Frühlings- oder Sommertag auf meiner Bank auf der Terrasse sitze, denke ich oft "kann Leben schön sein". Gleiches gilt, wenn ich auf meinen fast täglichen Spaziergängen durch die Taunuswälder an meinen Lieblingsstellen vorbei komme oder was neues gesehen habe. Und da gibt es jeden Tag neues – die Farben des Herbstwaldes, das erste Grün im Frühling, etwas, was im Sommer blüht, das weiche, grüne Moos, die schattigen Stellen unter Bäumen im heißen Sommer, die Farben des Himmels bei Sonnenauf- und Untergängen, und, und, und. Seit 28 Jahren habe ich zudem die Freiheit, mein Büro an einem schönen Tag zu schließen, und mit meiner Frau für einige Stunden auf Stippvisite zum Wandern in den nahen Rheingau zu fahren.

Und der zweite Tipp: Am besten niemals in Rente gehen, sondern bis mindestens Hundert arbeiten, dann wird man echt alt. Gut, ich gestehe, ich habe jetzt geflunkert, denn das mit dem Arbeiten bis 100, damit man alt wird, stammt so nicht vom Doktor, sondern von mir. Und ich gestehe auch, in meinem, mal vor 52 Jahren erlernten Beruf des Elektroinstallateurs könnte ich mit 67 Jahren wohl eher nicht mehr wirklich arbeiten. Ähnliches gilt, wenn ich weiter als angestellter Ingenieur in der Industrie Software-Entwicklungsteams und Projekte geleitet hätte. Alle meine Mitarbeiter und Kollegen sind längst in Rente – teilweise wurden die mit 58 Jahren entsorgt. Nun ja, hat noch was gutes, den das wie in diesem Artikel Unvergesslicher Flug: Französischer Pensionär betätigt ungewollt den Schleudersitz in Militärjet beim Mitflug ist mir auch erspart geblieben – war ich in meinem Berufsleben als Ingenieur auch schon mal in diesem Bereich tätig.

Aber länger arbeiten, wenn es noch geht und Spaß macht, hat schon was für sich. Bei dieser Webseite ist das in Tipp 14 verpackt und lautet "Liebe deine Arbeit und gehe nicht in den Ruhestand, wenn du nicht möchtest". Da bin ich echt dabei, denn ich habe vor 28 Jahren mein Hobby zum Beruf gemacht und musste seit dieser Zeit niemals wieder arbeiten. Ich schreibe einfach Bücher und mittlerweile dieses Internet mit Texten voll.

Und zum Leidwesen meiner Frau habe ich auch als "Rentner" (oder eher Unruheständler) keine Lust, den Griffel wegzulegen und nicht mehr am Schreibtisch zu sitzen. Wenn es dann heißt "Kannst Du nicht wie ein normaler Rentner aufhören zu arbeiten und endlich den Keller aufräumen", dann denke ich so bei mir "Wenn Du wüsstest, wie heiß ich auf Keller aufräumen bin, würdest Du diese Karotte zur Motivation niemals benutzen". Aber hey, man kann halt nicht alles haben – und so 2055 können wir uns dann hier wieder unterhalten, ob die Tipps des Dr. Shigeaki Hinohara gewirkt haben. Bei der Französin Marie-Louise Wirth hat das Rezept auf jeden Fall geklappt, wie ich 2017 im Beitrag 100 Jahre alt und noch nix mit Rente berichtet habe.

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