Menschheit könnte einem Asteroiden-Killer widerstehen

Die Menschheit könnte ein Asteroiden-Armageddon abwenden, bei dem die Erde von einem 10 km dicken Asteroiden getroffen wird. Das sagen Wissenschaftler nach einer entsprechenden Analyse.


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Er läutete vor ca. 66 Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier ein, ein Asteroid mit ca. 10 km Durchmesser, der in der Gegend von Mexiko einschlug und den Chicxulub-Krater erzeugte. Riesige Flutwellen, weltweite Brände und andere Katastrophen leiteten das Ende vieler Spezies ein. Ich hatte kürzlich im Artikel Fisch-Fossil als Zeuge des Dinokillers vor 66 Millionen Jahren darüber berichtet. Der US-Film hat ein solches Ereignis im Film "Don't Look Up" thematisiert. Und auch Bruce Willice hat in Amaggedon dieses Thema beackert.

Was wäre aber, wenn die Erde wirklich auf Kollisionskurs mit einem größeren Asteroiden fliegt? Zwei Physiker haben sich mit der Frage befasst, was wäre, wenn ein 10 km breiter Asteroid in sechs Monaten auf der Erde einschlägt. Wäre es dann möglich, eine Katastrophe abzuwenden, die den Planeten zerstört? Oder wird die Menschheit ausgelöscht?

"Wir zeigen, dass die Menschheit eine technologische Schwelle überschritten hat, die uns davor bewahrt, den Weg der Dinosaurier einzuschlagen", schlussfolgern Prof. Philip Lubin und Alex Cohen, beide Physikforscher an der University of California Santa Barbara, in ihrer Veröffentlichung, die diese Woche in der Datenbank Arxiv veröffentlicht wurde.

Die 15-seitige Analyse beginnt mit einer Abwägung des Ausmaßes der Bedrohung durch einen 10 km breiten Asteroiden und kommt zu dem Schluss, dass dieser eine ähnliche Aufprallenergie hätte wie das Asteroidenereignis, das vor 66 Millionen Jahren zum Aussterben der Dinosaurier führte. Würde ein solches Objekt in die Erdatmosphäre eindringen, könnte dies im Extremfall zu einem drastischen Anstieg der atmosphärischen Temperatur um 300°C führen und praktisch alles Leben auf der Erde vernichten.

Aber die Menschheit wäre in der Lage, die Gefahr ggf. abzuwenden. Die Physiker diskutieren diverse Optionen, wobei die PI-Methode (Pulverize It) zu den Favoriten gehört. Dabei wird eine Reihe von Penetratoren eingesetzt, um nukleare Sprengsätze einzuschießen, die den Asteroiden in Fragmente zerlegen, die entweder die Erde ganz verfehlen (bei größeren Asteroiden) oder klein genug sind, um in der Atmosphäre zu verglühen (bei Asteroiden mit einem Durchmesser von weniger als 1 km). Radioaktive Fragmente, die auf die Erde treffen, würden kein großes Problem darstellen, heißt es in dem Papier.

Der Ansatz würde politische Herausforderungen mit sich bringen, da das Testen der Sprengkapseln vor dem Einsatz derzeit durch den Vertrag über das Verbot von Atomtests verboten ist, wie The Guardian hier schreibt. In einem realistischen Szenario einer existenziellen Bedrohung würde sich vermutlich die Logik durchsetzen, hoffen die Wissenschaftler. Falls die Zerstörung des Asteroiden nicht gelingt, schlagen die Physiker Unterwasser- oder unterirdische Bunker als letzte Verteidigungslinie vor der Auslöschung der Menschheit vor. "Die Aufnahme von Leben unter Wasser oder im Untergrund wäre eine kluge, auf Zivilschutz basierende Strategie, um das Überleben der Menschen und anderer Spezies zu sichern", heißt es in dem Papier.

Das Papier schließt mit der optimistischen Feststellung, dass die Abwendung der existenziellen Bedrohung durch einen großen, erdnahen Asteroiden gerade an der Grenze unserer technischen Möglichkeiten liegt. "Im Idealfall würden wir nie in diese Situation geraten, aber besser bereit als tot". Eine deutsche Übersetzung des The Guardian Artikels findet sich bei SPON.


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