Die über 2700 Jahre alte Bronzestatue von Tollense

Das Tal der Tollense ist Archäologen für eine Schlacht in der Bronzezeit bekannt. Jetzt hat ein Mann in der Tollense eine kleine Bronzefigur gefunden, die über 2700 Jahre als sein muss. Archäologen rätseln über die Bedeutung dieses Fundstücks.


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Tollense ist eine Talniederung und ein Fluss in Mecklenburg-Vorpommern, so die Wikipedia. Vom Namen her entspringt sie dem Tollensesee und mündet bei der Stadt Demmin in die Peene, deren wichtigster rechter Nebenfluss sie ist.

Die Schlacht in der Bronzezeit

In der Bronzezeit muss es im Tal der Tollense eine größere Schlacht gegeben haben. Denn nördlich von Altentreptow, nahe der frühmittelalterlichen Burg mit dem slawischen Namen Conerow (datierbar wegen der Mauerreste), wurden seit den 1990er-Jahren an Böschungen und im Flussbett menschliche Knochenreste gefunden. Diese zeigen vielfach Spuren von Gewalteinwirkung, wie Schädellöcher oder verbliebene Pfeilspitzen. Über eine Strecke von 300 Metern Flusslauf bargen Archäologen der Universität Greifswald bisher Knochen, die zurzeit mehr als 100 Individuen zugeordnet werden können. Man schätzt die Gesamtzahl der Getöteten jedoch höher und vermutet den – noch nicht gefundenen – Platz des Gefechts flussaufwärts des historischen und heute geänderten Flussverlaufs. In den bis zu drei Meter dicken Lagen Torf konnten sich die menschlichen Überreste gut erhalten. Die Schlacht muss vor 3.300 bis 4.000 Jahren stattgefunden haben. Der NDR hat diesen Beitrag über das Schlachtfeld der Bronzezeit im Tollensetal veröffentlicht.  Auch die Süddeutsche Zeitung widmet sich hier diesem Ereignis einen Artikel gewidmet.

Die Bronzefigur aus der Tollense

Und jetzt ist die Tollense schon wieder für eine Überraschung gut. Vor zwei Sommern machte ein 51-jähriger LKW-Fahrer namens Ronald Borgwardt beim Schnorcheln in der Tollense eine verblüffende Entdeckung. Beim Herumstochern im Torf entdeckte er eine sechs Zentimeter große Bronzefigur mit einem eiförmigen Kopf, geschlungenen Armen, knorrigen Brüsten und einer riesigen Nase.

Die mit einem Gürtel und einem Halsring versehene Statuette war erst die zweite ihrer Art, die in Deutschland ausgegraben wurde. Die erste wurde um 1840 gefunden. Alle sind in Form und Proportionen ähnlich. Insgesamt sind bisher 13 ähnliche Bronzestatuen bekannt. Die von diesem Mann in der Tollense gefunden Bronzefigur muss über 2700 Jahre alt sein, wie Spiegel Online hier berichtet. Ein englischsprachiger Artikel findet sich hier.

Die Bronzefigur aus der Tollense

Nun rätseln Archäologen über die Bedeutung bzw. den Zweck dieses Bronzefigürchens, welches ca. 15 cm hoch ist und 155 Gramm wiegt. Die Statue lässt sich auf das siebte Jahrhundert vor Christus datieren. Ob es ein Kultobjekt oder ein Gewicht ist, bleibt jedoch im Dunkeln. Das Gewicht von 155 Gramm liegt deutlich über der Gewichtseinheit von 26 Gramm aus der jüngeren Bronzezeit. Da bisher nur 13 ähnliche Statuen in dieser Gegend gefunden wurden, schließen die Forscher, dass es auch kein Kultobjekt ist, welches eine Göttin darstellt. 


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