Wahnsinn: Über 5.000 Exoplaneten bekannt

In unserem Sonnensystem sind aktuell ja acht Planeten (Pluto als 9. Planet hat diesen Status ja verloren) bekannt. Jahrtausende hieß es, dass es im Weltall nur weitere Sonnen gibt, von Planeten war nichts bekannt. 1995 wurde der erste extrasolare Planet um eine ferne Sonne nachgewiesen. Diese Woche hat die NASA dann einen Meilenstein gefeiert, denn inzwischen sind 5.005 Exoplaneten bekannt.


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Erster Exoplanet erst 1995 nachgewiesen

Der erste Planet, der 1995 um eine ferne Sonne nachgewiesen wurde, war 51 Pegasi b (Dimidium). Es handelt sich um einen heißen Gasriesen, der einen 50 Lichtjahre entfernten Stern vom Typ G umkreist. Die Masse des Planeten beträgt 0,46 der Jupitergröße. Der Planet benötigt 4,2 Tage für einen Umlauf um seine Sonne. Wenn man genauer hingeschaut hätte, wäre man bereits 1917 in der Lage gewesen, einen Exoplaneten nachzuweisen (siehe Nachweis von Exoplaneten auf Fotoplatte von 1917).

Mittlerweise kennen wir 5005 Exoplaneten

In nachfolgendem Tweet in diesem Artikel hat die NASA sowie darauf hingewiesen, dass neben den acht Planeten unseres Sonnensystems Tausende an Planeten um ferne Sonnen kreisen.

Über 5.000 Exoplaneten nachgewiesen

Am 21. März 2022 wurden weitere 65 Exoplaneten in den NASA-Katalog der Exoplaneten neu aufgenommen. Der Katalog erfasst Entdeckungen von Exoplaneten, die in von Fachleuten begutachteten wissenschaftlichen Veröffentlichungen erscheinen und die durch mehrere Nachweismethoden oder analytische Verfahren bestätigt wurden. Weitere 8.709 Kandidaten harren ihrer Bestätigung durch Wissenschaftler. Der Artikel der NASA enthält noch weitere Fakten – ein deutschsprachiger Beitrag zum Thema findet sich hier.

Exotische Welten, da draußen

Zu den mehr als 5.000 Planeten, die bisher gefunden wurden, gehören kleine, felsige Welten wie die Erde, Gasriesen, die um ein Vielfaches größer sind als der Jupiter, und "heiße Jupiter", die ihre Sterne in glühend engen Bahnen umkreisen. Es gibt "Supererden", die möglicherweise größere Gesteinswelten als unsere Erde sind, und "Mini-Neptune", kleinere Versionen des Neptun in unserem System.

Hinzu kommen Planeten, die zwei Sterne gleichzeitig umkreisen, und Planeten, die hartnäckig die kollabierten Überreste toter Sterne umkreisen. Manche Exoplaneten könnten gleich drei Sterne umkreisen – wie dieser Beitrag mitteilt, und auf GJ 367b kann man alle acht Stunden Silvester feiern. Auch um weiße Zwerge hat man Exo-Planeten nachgewiesen, wie man hier nachlesen kann. Dort dürfte es keine Planeten geben, da ein weißer Zwerg durch die Explosion einer Sonne entsteht.

Proxima Centauri, der erdnächste Stern, ein roter Zwerg, besitzt ebenfalls zwei nachgewiesene Planeten, wie man hier lesen kann. "Es ist nicht nur eine Zahl", sagt Jessie Christiansen, wissenschaftliche Leiterin des Archivs und Wissenschaftlerin am NASA Exoplanet Science Institute am Caltech in Pasadena. "Jeder einzelne von ihnen ist eine neue Welt, ein brandneuer Planet. Ich bin von jedem einzelnen begeistert, weil wir noch nichts über sie wissen."


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Mittlerweise ist die Astronomie sogar in der Lage, das Wetter auf einem 1.000 Lichtjahre entfernten Gasplaneten zu studieren, wie folgender Tweet und dieser Artikel mitteilen. Der Planet HAT-P-7b ist 16 Mal größer als die Erde und es gibt dort Wolken aus Korund, dem Mineral, aus dem Rubine und Saphire entstehen.

Exoplanet 1.000 Lichtjahre entfernt

Auch WASP-121 b ist so ein Exot, wo es Regen aus flüssige Edelsteinen geben könnte, wie man hier nachlesen kann. Noch ungemütlicher ist es auf WASP-189b, wo Temperaturen von 3200 Grad Celsius herrschen. Dort gibt es Wolken aus Titanoxid, Eisen, Chrom und Mangan, wie man hier nachlesen kann. Auf Kelt-9 b ist es heißer als auf mancher Sonne.

Gliese 486b ist dagegen so etwas wie eine Super-Venus, wenn der Artikel hier korrekt ist. Der Exoplanet K2-141b dürfte einen Ozean und eine Atmosphäre aufweisen, die aus Gestein besteht. Winde mit mehr als 5000 Kilometern pro Stunde fegen über über einen 100 Kilometer tiefen Lavaozean – richtig kuschelig.

Aber die Astronomen suchen nach den Super-Erden, die lebensfreundlich sind. Gelegentlich gehen Exoplaneten auch verloren und werden später wiedergefunden, wie dieser Beitrag zu Kepler-16b zeigt. Diese Welt kreist um zwei Sterne. Selbst alte Beobachtungsdaten des Kepler-Weltraumteleskops bergen Überraschungen. Exoplaneten wurden zwar beobachtet, die Software zur Erkennung hat diese aber aussortiert – wie man feststellte.

Inzwischen glaubt man, sogar Exoplaneten in anderen Galaxien beobachtet zu haben (siehe auch hier). Abseits dieser Entdeckungen hat man laut diesem Tweet und dem verlinkten Artikel einen sogenannten Blazar (PKS 2131-021) gefunden. Das sind supermassereiche Schwarze Löcher mit zur Erde gerichteten Jets. Ein binäres Schwarzes-Loch-Paar bewegst sich in 9 Milliarden Lichtjahren Entfernung auf eine Verschmelzung zu.

Angesichts dieser Entdeckungen kam mir beim Schreiben des Beitrags spontan die Idee, ein intergalaktisches Reisebüro zu eröffnen und Abstecher zu diesen exotischen Welten anzubieten. Bei etwas Nachdenken bin ich aber zum Schluss gekommen, dass dies eine Schnapsidee sei – denn der Transport ist ungeklärt und während der langen Reisedauer sterben mir die Teilnehmer weg. Aber die NASA hat schon mal Visualisierungen bekannter Exoplaneten erstellen lassen, wie man hier nachlesen kann. Wissenschaft kann schon spannend sein – also ich noch zur Schule ging oder Physikalische Technik studierte, hätten wir uns diese Entdeckungen nie träumen lassen und haben höchstens Science Fiction über Weltraumflüge zu anderen Welten gelesen.

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1 Antwort zu Wahnsinn: Über 5.000 Exoplaneten bekannt

  1. Remo sagt:

    Es ist schon alleine faszinierend, was in den Jahren seit meiner Jugend alles herausgefunden wurde .. und wird.

    Zu der Idee mit dem Reisebüro müsste dann wohl in der AGB auch 'Erfolgsgarantie ausgeschlossen' und 'keine Verantwortung für Leib und Leben' stehen ;-)

    Es wird doch langsam Zeit, die versteckten 'Stargates' auszugraben und zu aktivieren ;-)

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