Neue, pflanzenbasierte COVID-19-Impfstoffe machen Hoffnung

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Spannende Geschichte, auf die ich im Ärzteblatt gestoßen bin. Die mRNA-Impfstoffe gegen Corona waren zwar schnell entwickelt. Aber die Schutzwirkung von mRNA-Vakzinen lässt schnell nach. Zudem kommt es zu häufigen Durchbruchinfektionen durch Mutationen des COVID-19-Virus. In Kanada (Quebec City) und Peking sind zwei neue pflanzen- und proteinbasierte COVID-19-Impfstoffe im Test, die Hoffnungen machen.


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Ich hatte schon mal im Blog-Beitrag Mit Tabakpflanzen gegen das Coronavirus auf den Ansatz abgestellt, Tabak-Pflanzen zur Impfstoff-Produktion einzusetzen. Und im Beitrag Erster pflanzlicher Corona-Impfstoff im Phase 1-Test wurde bereits über einen Test eines pflanzlichen Impfstoffs, der das Spikeprotein des Coronavirus SARS-CoV-2 enthält erwähnt. Nun ist man bereits in Phase 3 der klinischen Prüfung.

Neue, pflanzenbasierte COVID-19-Impfstoffe

Die Tage ist mir dann der obigen Tweet des Ärzteblatts aufgefallen, der auf diesen Artikel hinweist. Im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMoa2201300 und NEJMoa2202261) wurden jetzt die Ergebnisse von Phase-3-Studien zu zwei COVID-19-Impfstoffen vorgestellt. Die Impfstoffe wurden auf Pflanzenbasis hergestellt.

Der Impfstoff CoVLP des Herstellers Medicago aus Quebec City wird in den Blättern von Nicotiana bentha­miana erzeugt. Den kanadischen For­schern ist es gelungen, mithilfe eines Bakteriums (Agrobacterium tumefaciens) die Gene von SARS-CoV-2 in die Zellen der Tabakpflanze zu integrieren. Die Tabakpflanze erzeugt dadurch Coronavirus virus-artige Partikel, die aus den Blättern isoliert und für den Impfstoff verwendet wurden. Allerdings muss ein Wirkstoffverstärker AS03 des Herstellers GlaxoSmithKline zugefügt werden.

In einer Phase-3-Studie wurde zwischen März und September 2021 eine Impfstoffwirksamkeit von 69,5 % festgestellt. Die Schutzwirkung vor mittelschweren bis schweren Erkrankungen wird in einer „Post-hoc"-Analyse mit 78,8 % angegeben.

Auch die COVID-19-Vakzine ZF2001 des chinesischen Herstellers Anhui Zhifei Longcom aus Peking gehört zu den proteinbasierten Impfstoffen. ZF2001 wurde vom 12. Dezember 2020 bis zum 15. Dezember 2021 an Personen im Rahmen einer Studie ausprobiert. Es waren dabei drei Impfungen im Abstand von jeweils 30 Tagen erforderlich. In den sechs Monaten nach der Impfung kam es in der ZF2001-Gruppe zu 158 symptomatischen Infektionen gegenüber 580 in der Placebo-Gruppe. Das Team der Studie errechnet eine Impfstoffwirksamkeit von 75,7 %, gegen schwere COVID-19-Fälle beträgt die Impfstoffwirksamkeit von 87,6 %.

Ein Vorteil der beiden Impfstoffe ist, dass sie wie Nuvaxovid bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden können. Allerdings liegen keine Daten zur Wirksamkeit gegen Omikron vor.


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