Solar Orbiter liefert Aufnahmen vom Südpol unserer Sonne

Die Raumsonde Solar Orbiter ist unserer Sonne so nahe wie bisher kein anderes Raumfahrzeug gekommen. Dabei wurden Aufnahmen vom Südpol unseres Heimatsterns erstellt, die bisher noch nie so gelungen sind – unter anderem wurde eine als "Igel" bezeichnete Struktur abgebildet.


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Der Solar Orbiter (SolO) ist eine Raumsonde der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die in Zusammenarbeit mit der NASA realisiert und am 10. Februar 2020 gestartet wurde. Die Mission soll Fragen zum Sonnenwind, zum Weltraumwetter, zum Magnetfeld und zu den Poolen unserer Sonne beantworten. Aufgrund der Sonnennähe muss die als Hitzeschild ausgeführte Seite der Sonde immer zur Sonne ausgerichtet sein. Für den Hitzeschild, der auch aus Tierkohle gefertigte Komponenten enthält, werden beim minimalen Sonnenabstand Temperaturen von um die 500 °C erwartet. Die Sonde absolviert also quasi einen "Höllenritt" bei ihren Annäherungen an die Sonne.

Im Hitzeschild befinden sich Öffnungen für die Instrumente, deren Schutzkappen nur bei Bedarf für das Sammeln von Bildern und Messdaten geöffnet werden. Die zwei Solargeneratoren mit jeweils drei Solarpaneelen werden in Sonnennähe aus der Sonne gedreht. Dadurch wird die bestrahlte Fläche reduziert, um die Temperatur der Solarzellen und der Paneele in akzeptablen Bereichen zu halten. Eine Li-Ionen-Batterie liefert zusätzliche Energie an verschiedenen Punkten der Mission, wie z. B. bei Verdunklungen während planetarischer Vorbeiflüge.

Solar Orbiter

Am 26. März 2022 fand der erste (von mehreren geplanten) größten Annäherungen (Perihel) an die Sonne statt (siehe) – und die ESA weist auf ihrem Twitter-Kanal für die Sonde in diesem Tweet auf diesen Sachverhalt hin. Dabei entstanden auch Aufnahmen des Südpols, wie hier gezeigt, mit nie vorher gesehenen Details. In ihrer Meldung vom 18.5.2022 (danke Karl für den Hinweis). Die Sonde befand sich für diese Aufnahmen innerhalb der Umlaufbahn des Merkurs, etwa ein Drittel so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Das Hitzeschild der Sonde erreichte etwa eine Temperatur von 500 Grad Celsius, welches aber durch diese abgeleitet wurde, um die Sicherheit und den Betrieb der Sonde zu gewährleisten.

Die ESA spricht von starken Eruptionen und atemberaubenden Ausblicken auf die Sonnenpole. Ein kurioser Sonnen-"Igel" gehören zu den spektakulären Bildern, Filmen und Daten, die der Solar Orbiter von seiner ersten Annäherung an die Sonne geliefert hat. Der Standard hat hier noch einen deutschsprachigen Artikel veröffentlicht.

Obwohl die Analyse des neuen Datensatzes gerade erst begonnen hat, ist bereits jetzt klar, dass die von der ESA geleitete Mission die außergewöhnlichsten Einblicke in das magnetische Verhalten der Sonne und die Art und Weise, wie dieses das Weltraumwetter beeinflusst, liefert.


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