Varusschlacht fand (vermutlich) wirklich bei Kalkriese statt

Es gab ja immer wieder Zweifel ob der Frage, wo die sogenannte Varusschlacht, bei der Hermann der Cherusker der Legende nach die römischen Legionen vernichtend schlug, genau stattgefunden habe. Nun haben neueste Forschungsergebnisse belegt, dass die Varus-Schlacht beim Örtchen Kalkriese höchstwahrscheinlich stattgefunden hat.


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In der Varusschlacht erlitten in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius (Hermann), eines Fürsten der Cherusker. Da weiß man aus den Schriften römischer Schriftstellern, die das Ereignis als clades Variana (Varusniederlage) beschreiben. Mehr als 10 000 Menschen fanden damals den Tod.

Die Schlacht, in der ein Achtel des Gesamtheeres des Römischen Reiches vernichtet wurde, leitete das Ende der römischen Bemühungen ein, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe (Fluvius Albis) zu einer Provinz des Römischen Reiches zu machen (Augusteische Germanenkriege). Sie gehört daher zu den wichtigsten Ereignissen in der Geschichte der Römer in Germanien und der Entwicklung Germaniens.

Als Ort der Schlacht werden verschiedene Stätten in Ostwestfalen, Norddeutschland und in den Niederlanden vermutet. Nach diversen Grabungen kristallisierte sich der Ort Kalkriese am Wiehengebirge im Osnabrücker Land als Stätte dieser Schlacht heraus. Vor Ort gibt es seit einigen Jahren ein Museum, welches die Schlacht thematisiert und Erkenntnisse von Ausgabungen (siehe diese Pressemitteilung aus 2013) thematisiert.

Vor einigen Tagen wurde dann in der Presse (siehe hier und hier) über neueste Forschungsergebnisse berichtet. Metallanalysen von Fundstücken ergaben, dass diese zur 19. römischen Legion gehörten. Dazu erstellte ein Doktorand am Deutschen Bergbaumuseum in Bochum eine Art metallurgischer Fingerabdruck der Gegenstände aus Bronze und Messing, die von der 19. römischen Legion verwendet wurden. Diese Legion war Jahre vor der Schlacht in Baden-Württemberg stationiert und es gab dort entsprechende Funde. Und genau dieser metallurgische Fingerabdruck ist bei den Fundstücken der Grabungen in Kalkriese nachweisbar.

Die 19. römische Legion hat dort also gekämpft – ob es aber in der Varusschlacht war, ist immer noch nicht sicher. Denn sechs Jahre später gab es eine weitere Schlacht im Zuge der römischen Rachefeldzüge unter dem Feldherrn Germanicus. Das ist zumindest der Tenor des RND-Artikels hier. In diesem Beitrag heißt es dagegen, dass die von einigen Forschern erhobene Theorie, dass die Schlacht von Kalkriese Germanicus zuzuschreiben sei, sich nach den Funden und Metallanalysen nicht erhärtet habe.

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