Warum der Mensch vor 60.000 Jahren Afrika verließ

Vor 60.000 Jahren wanderten Vertreter des modernen Menschen aus Afrika über den nahen Osten nach Europa und Asien. Wissenschaftler glauben, dass dies mit einem Vulkanausbruch in Indonesien zusammen hängen könnte.


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Es gibt mehrere "Auswanderungswellen" des modernen Menschen aus Afrika – die erste Welle vor 100.000 Jahren hat kaum genetische Spuren in heutigen Menschen hinterlassen. Aber vor 60.000 Jahren kam es zu einer weiteren Auswanderungswelle des Home Sapiens aus Afrika.

Die Wissenschaft spekulierte lange, warum es zu diesen Wanderungsbewegungen kam. Die Vorstellung bisher: Es gab ein feuchtes Klima und genügend Nahrung in Afrika, so dass Menschen begannen, umher zu wandern.

Funde in Äthiopien lassen diese Theorie aber in Zweifel ziehen. Die Funde zeigen, dass der Mensch dort in trockenen Zonen leben, umherziehen und sogar "technische Innovationen" vollbringen konnte. Wissenschaftler entdeckten in Shinfa-Metema 1 (SM1), einem Areal im Nordwesten von Äthiopien beim Fluss Shinfa, einem Zufluss zum Blauen Nil, auf einer Fläche von mindestens 300 Quadratmetern Tausende symmetrisch bearbeitete, dreieckige Steinspitzen.

Die Forscher interpretieren diese Steinspitzen als "Pfeilspitzen", d.h. die dort lebenden Menschen kannten Pfeil und Bogen. Interessant ist nun, dass dieses Gebiet zur Zeit, als die Steinspitzen hergestellt wurden, nicht nur trocken, sondern auf bewohnt war. Die Trockenheit ergibt sich, weil vor 74.000 Jahren der Vulkan Toba auf Sumatra ausbrach. Als Folge wurde das Klima in der östlichen Sahelzone und in Ostafrika deutlich trockener.

Winzige vulkanische Glaspartikel in der Fundschicht der Pfeilspitzen belegen gleichzeitig, dass das Areal in Äthiopien um die Zeit der Toba-Eruption bewohnt war. Und die dort lebenden modernen Menschen hatten wohl genügend Ressourcen, um auf große Wanderschaft zu gehen, schreiben die Forscher.

Die Forscher nehmen an, dass die Menschen entlang des Nils und nördlich vom Roten Meer aus Afrika ausgewandert sein, heißt es im Forschungsbericht. Spiegel Online hat in diesem Artikel noch einige Details samt Fotos der gefundenen Pfeilspitzen veröffentlicht.


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