Wunderheilung von Wunden durch kaltes Plasma

GesundheitBei schweren Diabetes gibt es häufig sogenannte "schwärende" Wunden, die schlecht oder gar nicht heilen. Mediziner vermelden nun, dass eine Behandlung mit sogenanntem kalten Plasma bei der Wundheilung und Bekämpfung von Infektionen helfen kann.


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Für mich war das Thema nicht wirklich neu, ich hatte bereits im Jahr 2014 im Beitrag Plasmatherapie für verbesserte Wundheilung über diese neue Behandlungsmethode berichtet. Ein neuer Therapieansatz setzte auf eine Behandlung der Wundflächen schlecht heilender Wunden (z.B. nach Infektionen), speziell bei von Diabetes betroffenen Personen, mit Kaltplasma. Die Mediziner erzielten damit erstaunliche Behandlungserfolge.

Was ist Plasma?

Plasma ist ein (teilweise) ionisiertes Gas, das auch in der Natur (Blitze, Polarlicht, Sonnenwind) vorkommt. Auch in der Technik kommt inzwischen Niedertemperatur-Plasmatechnik (bis einige 10.000 Grad) zum Einsatz. Stichwort wäre z.B. Plasmaschweißen.

In der Medizin wird heiße Plasmatechnik bei Operationen zum Stillen von Blutungen eingesetzt. Die Sterilisierung von medizinischem Gerät (Operationsbesteck) durch Plasmabestrahlung ist ebenfalls möglich. Durch den Plasmastrahl werde Bakterien abgetötet. Neben der Entkeimung von Medizinprodukten kommen Plasmen auch zur Oberflächenbehandlung zum Einsatz (z. B. um Implantate biokompatibel zu machen).

Erfolge mit kaltem Plasma

Es gibt aber auch sogenannte  "kalte" Plasmen, die bei Raumtemperatur am menschlichen Körper zur Therapie verwendet werden. Das kalte Plama tötet ebenfalls Bakterien und Keime in den Wundflächen ab. Genau diesen Ansatz hatte ich im oben erwähnten Beitrag Plasmatherapie für verbesserte Wundheilung erwähnt.

Auch bei schweren Covid-19-Verläufen (Sars-CoV-2) kämpfen die Patienten zusätzlich mit Bakterieninformationen. Im Beitrag Kaltes Plasma gegen das Coronavirus habe ich erwähnt, dass untersucht wird, ob kaltes Plasma bei der Bekämpfung solcher Infektionen helfen kann.

Das Thema "kalte" Plasmen ist mir kürzlich erneut unter die Augen gekommen, als ich bei Spiegel Online auf diesen Artikel stieß. Dort war von "Wunderheilung" bei der Wundheilung die Rede. Mediziner hätten einen Durchbruch bei der Behandlung dieser "stillen Pandemie" bei Diabetes-Patienten erzielt.

Arzt
(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)

Das Ganze basiert auf einer Meldung eines Forschungsteam aus Australien, Japan, Großbritannien und den USA. Aber wie bereits oben erwähnt – in Deutschland befassen sich Mediziner seit 2014 (z.B. in Greifswald) in diesem Bereich mit kalten Plasmen zur Wundbehandlung und haben Erfolge. Es gibt auch entsprechende Geräte zur Erzeugung dieses kalten Plasmas.


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Ich sage es mal so: Alles, was hilft und bekannt ist, sollte angewandt werden. Ich habe interessehalber nachgeschaut, seit Frühjahr 2022 gibt es eine erste Leitlinie zum therapeutischen Ansatz von kaltem Plasma in Deutschland. Die Leitlinie Rationaler therapeutischer Einsatz von kaltem physikalischem Plasma (PDF) ist mehr aus medizinischer Sicht verfasst. Einen schnellen Überblick über diese Leitlinien finden sich in diesem Artikel des Ärzteblatts und bei diabetologie-online.de.


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