Demenz bei jüngeren Menschen unter 65, der Lebensstil hat Einfluss

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Eine Erkrankung an Demenz ist für viele Menschen das Schreckgespenst, auch weil die Medizin noch wenig zur Beeinflussung dieser Krankheit weiß. Neben den Genen hat auch der Lebensstil einen großen Einfluss darauf, ob Menschen vielleicht bereits in jungen Jahren (d.h. unter 65 Jahren) an Demenz erkranken. Das legt eine Studie von Wissenschaftlern nahe.


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Es deutet sich ein Problem in Bezug auf Menschen unter 65 Jahren an, die an Demenz erkranken. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V. hat in diesem Artikel bereits 2022 darauf hingewiesen, dass es mehr Betroffene unter 65 Jahren als angenommen gibt. Nach Berechnungen lebten 2022 in Deutschland derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung.

Im Laufe des Jahres 2021 sind etwa 440.000 Menschen neu an einer Demenz erkrankt. Infolge der demografischen Veränderungen kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Aus diesem Grund nimmt die Zahl der Demenzerkrankten kontinuierlich zu. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass diese "Zunahme" durch die verbesserte Diagnostik hervorgerufen wird – früher wurde die Erkrankung erst später festgestellt.

Je nachdem, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung insgesamt entwickelt, wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz über 65 Jahren bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen, so die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V. Jede Erkenntnis, wie so etwas verhindert werden kann, hilft den Betroffenen und entlastet das Gesundheitswesen.

Medizin
(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)

Lebensstil trägt zur Erkrankung bei

Ende 2023 wurde die JAMA-Studie der University of Exeter und der Universität Maastricht zum Thema "Risikofaktoren für Demenz bei unter 65-Jährigen" veröffentlicht. In der Studie mit 356.052 Teilnehmern aus Großbritannien wurden 15 modifizierbare und nicht modifizierbare Risikofaktoren für Demenz/Alzheimer identifiziert.

  • Blutdruckregulation gestört ist Risiko Nummer 1: Menschen mit Störungen der Blutdruckregulation (orthostatische Hypotonie) erkrankten demnach häufig an Demenz.
  • Depressionen und Alkoholmissbrauch auf Platz 2 und 3: Interessant ist, dass die beiden genannten Punkte ebenfalls als Risikofaktor für Alzheimer/Demenz identifiziert werden konnten.

Bluthochdruck (oder zu niedriger Blutdruck) lässt sich behandeln, und für Depressionen gilt dies auch. Alkoholmissbrauch ist ebenfalls etwas, was die Menschen selbst verursachen bzw. selbst als Risikofaktor beeinflussen können. Eine höhere formale Bildung, moderater Alkohol-Konsum und geringere körperliche Gebrechlichkeit (höhere Handgriffstärke) sollen laut Studie das Risiko für das Auftreten von Demenz in jungem Alter dagegen verringern. In der Studie werden folgende Risikofaktoren für Demenz genannt.

  • niedriger sozioökonomischen Status,
  • Apolipoprotein-E-Status,
  • Alkoholkonsumstörung,
  • sozialer Isolation,
  • Vitamin-D-Mangel,
  • hohen C-reaktive Proteinwerte,
  • Hörstörungen,
  • orthostatischer Hypotonie,
  • Schlaganfall,
  • Diabetes (nur Männer),
  • Herzerkrankungen
  • Depressionen

Einen Abriss der Studienerkenntnisse findet sich in diesem deutschsprachigen Univadis-Artikel von Dezember 2023. Eine englischsprachige Presseinformation der Uni Exeter lässt sich hier abrufen. Spiegel Online hat das Thema in diesem Beitrag, der sich etwas besser als die obigen Artikel liest, aufbereitet.


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Eine Antwort zu Demenz bei jüngeren Menschen unter 65, der Lebensstil hat Einfluss

  1. mmusterm sagt:

    orthostatische Hypotonie ist aber kein Bluthochdruck, sondern
    " Die orthostatische Hypotonie ist eine bestimmte Form des niedrigen Blutdrucks (Hypotonie), bei der kurz nach dem Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen der Blutdruck stark abfällt".

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