Android-Entwicklerregistrierung: Google rudert ein bisschen zurück

Google plant, dass alle Android-App-Entwickler sich gegenüber dem Unternehmen identifizieren müssen, um die App künftig noch unter zertifizierten Android-Geräten ausführen zu können. Nach massiven Protesten soll es nun eine Ausnahme für "erfahrene Android-Nutzer, die das Risiko von Apps aus unbekannten Quelle abschätzen können", geben.

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Worum geht es bei Googles Plänen?

Google will, sein Ökosystem für Android besser absichern und schädliche Android-Apps bannen. Angesichts einer Vielzahl an schädlichen Android-Apps, die sich im Google Android-Store einschleichen können, sollen sich zukünftig alle Entwickler von Android-Apps gegenüber dem Unternehmen identifizieren müssen. Andernfalls sollen Android-Apps von nicht registrierten Entwicklern künftig nicht mehr unter zertifizierten Android-Geräten ausgeführt werden können.

Ich hatte das Thema im August 2025 im Beitrag Google verlangt von Android-App-Entwicklern eine Identifizierung angesprochen. Google will überprüfen, wer der Entwickler ist, aber nicht den Inhalt seiner App oder deren Herkunft. Diese Änderung wird zunächst in einigen ausgewählten Ländern eingeführt, die besonders von dieser Art von betrügerischen App-Scams betroffen sind, die oft von Wiederholungstätern ausgehen. Von Google wurde folgender Zeitplan vorgegeben:

  • Oktober 2025: Der vorzeitige Zugang zu diesem Programm beginnt. Einladungen werden nach und nach verschickt.
  • März 2026: Die Überprüfung wird für alle Entwickler geöffnet.
  • September 2026: Diese Anforderungen treten in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand in Kraft. Zu diesem Zeitpunkt muss jede App, die auf einem zertifizierten Android-Gerät in diesen Regionen installiert ist, von einem verifizierten Entwickler registriert werden.
  • 2027 und darüber hinaus: Werden diese Anforderungen weiterhin weltweit eingeführt.

Gegen diese Pläne regte sich großer Widerstand von Projekten wie F-Droid, die Open Source-Android-Apps anbieten und den Quellcode überprüfen. Ich hatte im Artikel "Keep Android Open"-Petition gegen Googles Pläne zur Entwicklerregistrierung über dieses Thema berichtet.

Google will Ausnahmen erlauben

Nachdem die erste Phase des Projekts angelaufen ist, hat Google eine Fortschreibung seiner Pläne zum 12. November 2025 im Blog-Beitrag Android developer verification: Early access starts now as we continue to build with your feedback vorgelegt. Der Titel suggeriert bereits, dass man auf Feedback der Nutzer hören will.

Nachdem man nochmals ausgemalt hat, welche Gefahren von Android-Apps aus unbekannten Entwicklerquellen ausgehen, kommt die Beschreibung eines Auswegs. Natürlich "bekennt" Google sich dazu, Hobbyisten und Studenten im Bereich der Android-App-Entwicklung unterstützen zu wollen. Man habe von Entwicklern gehört, die sich über die Einstiegshürden beim Erstellen von Apps für eine kleine Gruppe, wie Familie oder Freunde, besorgt gezeigt haben.

Google will einen speziellen Account-Typ für Studenten und Hobbyentwickler entwickeln. Damit können Hobby-Entwickler ihre Android-Apps auf eine begrenzte Anzahl von Geräten verteilen, ohne die vollständigen Verifizierungsanforderungen durchlaufen zu müssen.

Sicherheit sei zwar von entscheidender Bedeutung, aber Google habe auch von Entwicklern und Power-Usern gehört, die eine höhere Risikotoleranz haben und die Möglichkeit wünschen, nicht verifizierte Apps herunterzuladen.

Auf der Grundlage dieses Feedbacks und unserer laufenden Gespräche mit der Community will Google einen neuen erweiterten Ablauf zur App-Installation entwickeln. Dieser soll es erfahrenen Benutzern ermöglichen, die Risiken der Installation nicht verifizierter Software zu akzeptieren.

Google will diesen Ablauf zur Android-App-Installation so gestalten, dass er Zwang widersteht und sicherstellt, dass Benutzer nicht unter dem Druck von Betrügern dazu verleitet werden, diese Sicherheitsüberprüfungen zu umgehen. Der Ablauf wird auch klare Warnungen enthalten, um sicherzustellen, dass die Benutzer die damit verbundenen Risiken vollständig verstehen.

Derzeit ist Google noch in der "Findungs-Phase" und sammelt erste Rückmeldungen zum Design dieser Funktion. Google will in den kommenden Monaten weitere Details zu diesen Möglichkeiten bekannt geben.

Ähnliche Artikel:
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F-Droid-Projekt durch Google-Pläne in Gefahr
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8 Antworten zu Android-Entwicklerregistrierung: Google rudert ein bisschen zurück

  1. Hans van Aken sagt:

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/google-idealo-schadenersatz-werbung-100.html

    Nachdem ja Google Deutschland gestern bereits für "Gut Wetter" sorgen wollte, indem sie im Fernsehen Pläne für milliardenschwere Investitionen ankündigten neue Rechenzentren für KI betreffend, kam postwendend heute eine Reihe von Forderungen sowohl von privater Seite (Idealo, gehört Axel Springer), als auch von der EU in Milliardenhöhe. Na ja, Geld ist die einzige Sprache, die die Amerikaner wirklich verstehen, wenngleich da natürlich auch einige umweltrelevante Themen dranhängen: KI mit riesigem
    Strom- und Wasserverbrauch, womöglich dann eine Forderung nach
    Ausbau der Atomenergie, die sie ja in
    USA bereits zügig vorantreiben (wohin mit dem Atommüll?), Arbeitsplätzeabbau durch die KI, Datenschutz (als US-Firma muß auch
    Google Deutschland den amerikanischen Geheimdiensten vollen
    Zugriff auf ihre Daten gewähren).
    Und natürlich platziert man sowas genau in einer Phase wirtschaftlicher
    Schwäche, um sich die öffentliche Meinung gewogen zu machen.
    Schaumermal…

  2. Hans van Aken sagt:

    https://www.kuketz-blog.de/kommentar-palantir-desaster-in-baden-wuerttemberg-wenn-machtpolitik-wichtiger-ist-als-grundrechte/

    Paßt irgendwie auch hier dazu, weil es einen Trend beschreibt, den wir alle mit sehr weit geöffneten Augen beobachten sollten: da wird mit Hilfe
    von High Tech unter Vorwänden an unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung geschraubt, daß wir sie bald nicht mehr wiedererkennen werden..
    Gute Nacht!

    • Peter Vorstatt sagt:

      Ich verstehe die Einwände, halte den Palantir-Einsatz in diesem Falle aber für dringend geboten. Ich habe nahe Verwandtschaft in Baden-Württemberg, die von eklatanten Vollzugsdefiziten insb. auch im Zusammenhang mit illegalen Grenzübertritten an der EU-Aussengrenze zur Schweiz und Folgekriminalität berichtet. Es herrscht gewissermassen ein innerer Notstand, den zuzugeben die Landesregierung verständlicherweise sich nicht die Blösse geben will. Also geht man pragmatisch vor und stattet die Ermittler mit Technik aus, die schnellere Erledigung ermöglicht. Palantir-Bashing ist hier Polizei-Bashing, das muss aufhören.

      • Anonym sagt:

        In Baden-Württemberg, genauer in Stuttgart, wurde 2020 der Begriff "Party- und Eventszene" erfunden, um weiter fest die Augen vor der Realität verschliessen zu können, bei so einem Ansatz hilft auch kein Palantir…

  3. Hans van Aken sagt:

    Einverstanden. Solche, wenn auch wichtigen Themen, führen auch hier
    unangenehmerweise nur zu diesen merkwürdigen ringkampfähnlichen Ritualen, die aber keinen weiterbringen.
    Manches muß man einfach nur zu sich nehmen und in Geist und Seele arbeiten lassen, bei passender Gelegenheit kommt das schon wieder zum Vorschein.
    Anbei noch ein Link auf einen langen Artikel aus der Wikipedia:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Palantir_Technologies?wprov=sfla1

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