Wieder jemand vom Apple-Universum durch Konto-Sperre ausgeknipst

Kleiner Nachtrag aus den letzten Tagen. Es gibt einen neuen Fall, bei dem ein Apple-Nutzer durch eine Sperre seines Apple-Kontos mit der Apple ID von seinen digitalen Besitztümern final ausgesperrt wurde und die Geräte auch nicht mehr nutzen kann.

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Bei Apple iPhones und iPads ist den Geräten ja eine Apple ID mit einem entsprechenden Apple-Konto zugeordnet. Dort werden alle digitalen Einkäufe bei Apple (Apps, Medien) oder auch die Geräte und die Daten von diesen Geräten verwaltet.

Und wenn diese Apple ID durch Apple gesperrt wird, ist der Besitzer der Apple ID von seinen digitalen Besitztümern ausgesperrt. Apple hat z.B. diese Hilfeseite für Betroffene eingerichtet. Bringt einen aber nicht weiter, wenn Apple die ID bzw. das Konto final gesperrt hat.

Mir sind immer mal wieder Fälle bei Apple über die Jahre untergekommen, wo eine Sperre durch den Hersteller erfolgte. Der letzte Fall, den ich auf reddit.com gefunden habe, wurde vor einem Jahr hier diskutiert.

Irgendwo müssen von mir auch noch zwei solcher Apple IDs herumfliegen. Keine Ahnung, ob sich diese noch nutzen lassen – hier bin ich Apple-frei, um diese Abhängigkeiten nicht noch zu zementieren.

Eine Kontosperre wegen Apple Guthabenkarte

Tomas Jakobs hatte den Fall bereits am 13. Dezember 2025 im Diskussionsbereich  des Blogs auf den Original-Artikel 20 Years of Digital Life, Gone in an Instant, thanks to Apple des Betroffenen verlinkt.

Nun ist Dr. Paris Buttfield-Addison, ein technischer Produktleiter, Autor und Informatiker mit Sitz in Hobart, Tasmanien, von einer Sperre seiner Apple ID betroffen. Er hatte wohl Guthaben von einer Apple-Geschenkkarte, die von einem großen Ladengeschäft verkauft wurde, für Einkäufe genutzt – ist ja der Zweck dieser Geschenkkarten, die ein entsprechendes Guthaben aufweisen.

Er versuchte eine Apple-Geschenkkarte im Wert von 500 US-Dollar einzulösen, um seinen 6 TB iCloud+-Speicherplan zu bezahlen. Der Code funktionierte nicht. Der Verkäufer vermutete, dass die Kartennummer kompromittiert worden war, und erklärte sich bereit, eine neue Karte auszustellen. Kurz darauf wurde das Konto gesperrt.

Irgend etwas scheint Apple offenbar an dieser Geschenkkarte gestört zu haben. Dadurch sind seine Apple-Geräte und sein iCloud-Konto, seine Apple Developer ID und alles, was mit der Apple-ID verbunden ist, unbrauchbar geworden. Der Betroffene hat keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen, da die Sperre der Apple ID durch den Anbieter final ist.

Die Sperre wurde doch noch aufgehoben

Das Ganze muss wohl Anfang Dezember 2025 passiert sein – und durch den oben verlinkten Blog-Beitrag des Betroffenen hat der Fall eine gewisse Publizität erreicht. Am 14. Dezember 2025 hat jemand von Apple Kontakt aufgenommen, was aber erfolglos blieb.

Nachdem The Register den Fall zum 15. Dezember 2025 in diesem Artikel aufgegriffen hat, scheint sich was bewegt zu haben. Zum 18. Dezember 2025 meldet Dr. Paris Buttfield-Addison, dass er wieder Zugriff auf seine Apple ID habe. Eine Person aus Singapur, die für Apple Executive Relations arbeitet, meldete sich und teilte mit, dass alles geklärt sei.

Das Apple Geschenkkarten-Problem

Es kommt wohl immer wieder vor, dass Apple-Geschenkkarten manipuliert werden. Das scheint auch hier der Fall zu sein, obwohl der Betroffene angibt, einen Belegt zur Aktivierung der Geschenkkarte gehabt zu haben. Aber die Apple-Geschenkkarte ließ sich bereits nicht einlösen und kurz darauf wurde das Konto mit der Apple ID gesperrt.

Der Betroffene meint, dass das Ganze nach einer klassischen Manipulation einer Geschenkkarte klingt. Dr. Paris Buttfield-Addison schreibt dazu, dass in die Verbindung mit einer Sperre natürlich inakzeptabel sei. Er versucht immer noch, mehr Informationen von seinem Kontakt zu bekommen. Dieser riet ihm, dass er Geschenkkarten nur bei Apple selbst kaufen solle. Der Betroffene fragt sich, ob die Lieferkette von Apple zu Blackhawk Network, InComm und anderen Geschenkkartenanbietern unsicher ist, bekam aber keine Auskunft von Apple. Aber er will bald ein ausführlicheres Update veröffentlichen.

Die Details des Falls lassen sich im verlinkten Artikel nachlesen. Für mich bedeutet es aber die Bestätigung der alten Erkenntnis, sich möglichst nicht von irgendwelchen Anbietern und Online-Konten abhängig zu machen, die gesperrt werden können. Zu Microsoft und Kontensperren, sowie zu Google Kontensperren, hatte ich ja einige Artikel hier im Blog.

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28 Antworten zu Wieder jemand vom Apple-Universum durch Konto-Sperre ausgeknipst

  1. caligula sagt:

    jap. wegen solcher fälle bin ich raus aus der cloud und habe alles auf einer nas inkl backuo der nas

  2. John sagt:

    Das hatte ich bereits woanders gelesen.
    Wichtiger Datenpunkt: Er ist ein Apple Urgestein, war teilweise früher sogar in Entwicklung involviert und bei Apple eigentlich vernetzt. Trotzdem ließ sich auch mit Vitamin B nichts machen. Offenbar half erst die wiederholte Mediennachricht!

    Ich habe vor kurzem eine kleine Firma übernommen. Da lief auch einiges über Apple. Jetzt über eigenen Server 😎

  3. Rico sagt:

    > Nun ist Dr. Paris Buttfield-Addison, ein technischer Produktleiter, Autor und Informatiker mit Sitz in Hobart, Tasmanien

    Kein Mitleid. Er sollte es besser wissen.

    • Günter Born sagt:

      Falscher Schluss und falsche Antwort – imho. Was tangiert es uns, wenn in Tasmanien ein Teufel vom Baum fällt. Der Beitrag soll die Risiken geschlossener Systeme mit Online-Konten-Zwang für Lisa Müller & Co. aufzeigen.

      • Luzifer sagt:

        also da der tasmanische Teufel (S. laniarius ) so gut als ausgestorben gilt… wäre das tatsächlich eine Sensation im Gegensatz zu dem hier ;-P Wer sich abhängig macht muss eben damit Leben!

        • Harry Bo sagt:

          Sobald man oder Frau im Internet ist, beginnt eigentlich die Abhängigkeit. Die schnellen Infos machen einen zum Wiederholungstäter. Amazon, Apple, Google, Microsoft und Co. mit Abos käuflich und dann kann einem kritisches Verhalten zum Plattfuß-Indianer werden lassen. Zumindest komme ich bisher ohne Cloud aus und trotzdem bin ich mir sicher, meine Daten sind schon geklaut.

  4. Anonym sagt:

    Wird immer wieder und wieder passieren, und bei "normalen" Menschen wird niemand jemals darüber berichten.

  5. Froschkönig sagt:

    "mir" und "mein" … als ob Günther Born identisch mit dem Opfer wäre. Ja, so einfach kann es sein, einen Blog mit Inhalten zu füllen, den Beitrag des Dr. Paris Buttfield-Addison aus der Ich-Perspektive kopieren, übersetzen (per KI, so das "mir" und "mein" erhalten bleibt) und dann in den Blog posten. Die Story war übrigens schon vor Tagen bei Heise oder Golem zu lesen, ohne "mir" und "mein".

    • Anonym sagt:

      Was wollen Sie durch diesen Whataboutism erreichen? Ablenken vom eigentlichen Problem bei Onlinekonto Zwängen, auch bei aktuellen anderen Anbietern?

    • Günter Born sagt:

      Dann muss wohl jemand von uns zweien seine Brille putzen – schätze ich. Ich habe mir jetzt nochmals den Text durchgelesen. Es gibt eine klare Trennung dessen, was Dr. Paris Buttfield-Addison widerfahren ist und was ich in Bezug auf die Apple ID für eine Position beziehe. Und dass die Story bei heise und Golem war, who cares. Ich habe mich entschieden, diesen Sachverhalt auf die Wintersonnenwende zu verschieben – damit die Leute am 4. Advent etwas in ihren dunklen Stuben was zu lesen haben. Und wer lieber auf den Weihnachtsmarkt will oder vom Tee mit Rum ausgeknockt und schnarchend im Wohnzimmer liegt, muss die Story ja nicht lesen ;-).

      • Steter Tropfen sagt:

        Doch, ja, da sind zwei Stellen drin, über die ich auch gestolpert bin:
        Im Abschnitt „Eine Kontosperre wegen Apple Guthabenkarte" Ende vorletzter Absatz steht „Kurz darauf wurde mein Konto gesperrt" – offenbar Teil eines Zitats, das aber nicht erkennbar ist. Und ganz am Ende des folgenden Abschnitts „Die Sperre wurde aufgehoben" ein verwirrender Tippfehler: „mir" statt „mit".
        Da springt beim aufmerksamen Leser im Gehirn die Auto-Korrektur-Funktion an und versucht, das Beschriebene der richtigen Person zuzuordnen. Aber offenbar zieht nicht jedes Gehirn daraus die gleichen Schlüsse …mit vorweihnachtlichem Wohlwollen liest man etwas anderes als mit winterlicher Griesgrämigkeit.

  6. noway sagt:

    Ich weiß schon, warum ich deren Cloud nie benutzt habe.

    Es ist im übrigen auch verdammt schwierig, die digitalen Besitztümer daraus überhaupt lokal zu speichern, ich habe mal einem Familienmitglied geholfen, eine größere Menge Fotos und Videos daraus auf einen lokalen Rechner herunterzuladen… 1. Es ist LANGSAM, also richtig langsam. 2. Man macht es am besten etappenweise, denn sonst bricht es nach zwei Stunden ab. 3. Dann sollte man aber die heruntergeladenene ZIP-Datei umbenennen, bevor man den nächsten Download startet, denn die ZIP-Datei heißt immer iCloud Photos, auch wenn man z.B. ein individuell benanntes Album herunterlädt.

    De facto bleiben die Sachen schon deshalb immer dort in der amerikanischen Cloud und manche haben da ihr ganzes Leben… und sie müssen immer wieder Apple-Hardware kaufen, um den Zugang zu behalten.

    Ich war früher auch mal Apple-User und bin da ausgestiegen, als sie nur noch nicht reparier- und upgradebare Notebooks gebracht (ich hatte immer gebrauchte Geräte) und die iCloud so gepusht haben, auch die Benutzeroberfläche wurde mit jeder OS-Version wirrer.

    Man kann Apple immer noch ohne iCloud nutzen – aber wer vom bequemen Apple-Klientel tut das schon?

  7. Rolf sagt:

    Günter, mein/e Uralt-"Apple ID bzw. Apple Account" ist seit dem 10. Juli 2008 hier vorhanden und es gab noch nie Probleme damit. 👌

  8. DBProgger sagt:

    In Zeiten von massivem Kreditkartenbetrug und Schindluder mit solchen Guthabenkarten sollte man wissen, wo und wie man solche Dinge kauft.

    Jeder, der schonmal Opfer eines Kreditkartenbetrugs wurde, ist froh, dass die Hersteller (Apple, Google, Microsoft etc.) mittlerweile konsequent gegen "Auffällige" Guthabencodes vorgehen, und das Geld der ursprünglichen Konten und Kreditkarten Besitzer schützt.

    Das hat erstmal nichts mit der digitalen Identität und der Cloud Geschichte zu tun.

  9. Anonym sagt:

    Mich hat gerade Whatsapp für sechs Stunden blockiert.
    Ich hatte jemanden geschrieben das ich gerade in einer Autobahnvollsperrung stecke.
    Gut das ich 350 Tage im Jahr kein Whatsapp verwende.

    • Visitator sagt:

      Die Telekom hat mich noch nie blockiert, wenn ich wegen Staus jemanden angerufen habe (per Freisprecheinrichtung).
      Afaik nutzt die aber auch keine KI, um meine Gespräche auszuspionieren.
      Gut, dass ich Meta gar nicht verwende.
      SCNR

  10. Floppyrecycler sagt:

    Ich möchte jetzt keine Werbung betreiben, aber es gibt eine kommerzielle Software aus der Schweiz (fängt – oh Wunder – mit *i* an), mit der sich Apple iOS Geräte vollständig auf dem PC sichern lassen, auch automatisiert über WLAN. Damit hat man wenigstens fernab jeglicher Clouds Zugriff auf seine kompletten Endgerätedaten und kann diese lokal oder auf einem SMB-Share sichern.

    Ich persönlich hatte den Fall in der Familie, dass eine ID verbrannt war. Rufnummerwechsel wegen Mobbing und polizeilicher Ermittlungen, Apple schaffte es nicht, die ID auf die neue Rufnummer zu übertragen. Riesentheater, aber wenigstens ein Backup ohne iCloud & Co.

  11. Tom sagt:

    Vorkommnisse im ppm Bereich…..

  12. Hans van Aken sagt:

    https://www.heise.de/news/Visa-Verzoegerungen-Apple-und-Google-warnen-US-Mitarbeiter-vor-Reisen-11122402.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.rdf.beitrag.beitrag

    Paßt hier nicht ganz hin, ich stell's doch
    mal hier rein, vielleicht hilft's dem einen
    oder anderen, der in USA für Apple oder
    Google arbeitet, zu verhindern sich selbst auszusperren nach Weihnachten. Wäre ein böses Erwachen. Die anderen können ja mal
    darüber nachdenken, wie man sich wohl fühlt, wenn man in einer Gesellschaft lebt, die zunehmend autoritäre Charakterzüge annimmt.
    Frohe Feiertage, trotz alledem!

    • Anonym sagt:

      Bzgl. Charakterzüge einer Gesellschaft, auch hierzulande werden schon mal Bankkonten aus ganz abstruse Gründen gekündigt…

      • Anonym sagt:

        "In Deutschland gibt es insgesamt etwas mehr als 1.400 Banken" *). Da wird sich schon ein Institut finden, auf das man ausweichen kann.

        Bei wie vielen Stellen kann man ein US-Visum beantragen (jetzt nicht Botschaften zählen…)?

        Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!

        *) "https://www.jugend-und-finanzen.de/alle/finanzthemen/wirtschaft-und-banken/das-bankensystem-in-deutschland"

  13. Hans van Aken sagt:

    Also, liebe Leute: wer nicht in der Lage
    ist, einen angegebenen Link wenigstens
    erstmal anzuschauen, der möge mich
    bitte mit neunmalklugen Kommentaren
    zu irgendwas in Ruhe lassen. Sowas
    ist nichts anderes als Belästigung, versteckt hinter der Anonymität, die ich
    normalerweise durchaus akzeptiere.

  14. xx sagt:

    Ich denke nicht, dass die Guthaben Karte regulär gekauft wurde.
    Wer kauft denn eine 500Dollar Guthaben Karte?

    • Anonym sagt:

      Aktueller Stand, es war eine regulär gekaufte Karte aber:

      It looks like the gift card I tried to redeem, which did not work for me, and did not credit my account, was already redeemed in some way (sounds like classic gift card tampering), and my account was caught by that.

      Die Konto-Sperre wurde inzwischen aufgehoben, allerdings offenbar nur durch persönliche Eingriffe über einen Direktkontakt zu einer Person bei "Apple Executive Relations" aus Singapur.

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