IDC-Warnung: RAM-Preissteigerung führt zu schrumpfendem PC- und Mobilgeräte-Markt

Der Mangel an Arbeitsspeicher (RAM) sowie die exorbitant gestiegenen Preise werden Auswirkungen auf den Markt für PCs und Mobilgeräte haben. IDC warnt, dass der Markt für PCs und Mobilgeräte in 2026 schrumpfen werde.

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Die Folgen des AI-Hypes

Aktuell explodieren die Preise für RAM-Bausteine oder andere Komponenten wie SSDs etc. am Markt. Grund ist der KI-Hype, der dazu führt, dass RAM-Bausteine von den Betreibern großer AI-Rechenzentren aufgekauft und in diesen Rechenzentren verwendet werden.

Im Artikel OVH-CEO rechnet 2026 mit Kostensteigerungen in der Cloud von 5-10 % hatte ich das Thema angesprochen Der Chef des Cloud-Anbieters OVH rechnet 2026 damit, dass die Preise für Cloud-Leistungen um 5-10% anziehen müssen. Der Grund ist die Nachfrage im KI-Bereich. Die gesamte weltweite Produktionskapazität verlagert sich auf die sehr rentablen Speicher, die in GPUs für KI-Anwendungen verwendet werden. Die Speicherhersteller haben ihre Produktion bereits auf HBM-Speicher für GPUs umgestellt.

Diese Umstellung bedeutet, dass weniger Fabriken andere Speicherformen produzieren. Daher geht die Produktionskapazität für den Rest des Marktes zurück. Dies erhöht den Preisdruck auf alle Arten von RAM- und NVME-Festplattenkomponenten. Bei OVHcloud schätzt man, dass derselbe Server, der im Dezember 2025 gekauft wurde, im Dezember 2026 bei der Beschaffung zwischen 15 % und 35 % teurer sein wird.

RAM-Engpässe und -Preise wirken auf den Markt

Im Beitrag Exorbitante Preissteigerung bei RAMs etc., wie geht ihr damit um? hatte ich nach den Implikationen für das Tagesgeschäft der Blog-Leserschaft gefragt. Nun liegt mir eine andere Einschätzung zu den Auswirkungen von explodierenden Preisen und Engpässen bei RAMs vor. Denn IDC hat bereits zum 18. Dezember 2025 die Analyse Global Memory Shortage Crisis: Market Analysis and the Potential Impact on the Smartphone and PC Markets in 202 dazu veröffentlicht. Bei tom's Hardware gibt es diesen Artikel mit einer Zusammenfassung.

Seit Ende 2025 sehen die Analysten von IDC einen beispiellosen Mangel an Speicherchips. Dies könnte sich nach Einschätzung von IDC bis weit ins Jahr 2027 auf Gerätehersteller und Endverbraucher auswirken. Die DRAM-Preise sind deutlich gestiegen, da die Nachfrage von KI-Rechenzentren weiterhin das Angebot übersteigt und ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage entsteht. Die Gründe hatte ich bereits im Artikel OVH-CEO rechnet 2026 mit Kostensteigerungen in der Cloud von 5-10 % aufgeschlüsselt: Große Nachfrage der KI-Rechenzentrumsbetreiber sowie eine Umverteilung der Produktionskapazitäten von Unterhaltungselektronik hin zu margenstarken Speicherlösungen zur Unterstützung der KI.

IDC hat sich in einer Analyse auf Smartphones und PCs beschränkt und skizzierte diverse Szenarien für die Entwicklung der Verkäufe in diesen Segmenten.

Auswirkungen auf den Smartphone-Markt

Für den globalen Smartphone-Markt, insbesondere die Android-Hersteller, sieht IDC im Jahr 2026 dunkle Wolken in Bezug auf Absatzmengen heraufziehen. Die Kostenstruktur eines Smartphones hängt stark vom verwendeten Speicher ab.

Bei einem Gerät der Mittelklasse kann der Speicher 15 bis 20 % der gesamten Materialkosten (BOM) ausmachen, während er bei einem High-End-Flaggschiffgerät etwa 10 bis 15 % ausmacht. Da die Speicherpreise weiter steigen, werden die OEMs wahrscheinlich die Preise deutlich erhöhen, die Spezifikationen reduzieren oder beides tun müssen, schreibt IDC.

Hersteller, deren Geschäft hauptsächlich im unteren Preissegment angesiedelt ist, dürften erheblich darunter leiden. Die Geschäftsmodelle von Anbietern wie TCL, Transsion, Realme, Xiaomi, Lenovo, Oppo, Vivo, Honor oder Huawei basieren auf geringen Margen. Dieser Kostenanstieg wird ihre Margen erheblich beeinträchtigen, und sie werden keine andere Wahl haben, als die Kosten (oder einen Teil davon) an die Endverbraucher weiterzugeben, ist sich IDC sicher.

Besser aufgestellt sind Hersteller im Hochpreissegment, wobei aber auch Apple und Samsung unter Druck stehen.  Dank langfristigen Lieferverträge können die Hersteller sich Speicherlieferungen 12 bis 24 Monate im Voraus sichern. Im Jahr 2026 werden die neuen Flaggschiff-Modelle, so die IDC-Einschätzung, wahrscheinlich keine RAM-Upgrades erhalten. Die Pro-Modelle dürften bei 12 GB bleiben und nicht auf 16 GB aufgestockt werden. Es ist auch unwahrscheinlich, dass die aktuellen Modelle denselben Preisverfall erleben werden, der nach der Einführung des neuesten Modells zu beobachten war.

Absatz SmartphonesVorhersage Smartphone-Absatz, Quelle IDC

Gemäß obiger Grafik sieht IDC im moderaten Szenario einen Rückgang der Absätze von 2,9% in 2026. Im pessimistischsten Szenario werden 5,2 % weniger Smartphones abgesetzt. Die Preise für Smartphones dürften um 3% bis 5% (moderates Scenario) oder um 6% bis 8% im pessimistischen Szenario ansteigen.

Auswirkungen auf den PC-Markt

Den PC-Markt sieht IDC vor großen Umbrüchen, denn die Speicherkrise trifft den Markt zum ungünstigsten Zeitpunkt. Denn das Ende des Lebenszyklus von Microsoft Windows 10 fällt mit der Vermarktung von KI-PCs mit dem speicherhungrigeren Windows 11 zusammen.

PC-Anbieter signalisieren laut IDC, auf Grund des Kostendrucks bis zum zweiten Halbjahr 2026, allgemeine Preiserhöhungen. Lenovo, Dell, HP, Acer und ASUS haben ihre Kunden vor schwierigeren Bedingungen gewarnt und bestätigen Preiserhöhungen von 15 bis 20 % sowie Vertragsneufassungen als branchenweite Reaktion. Insbesondere Noname- und kleinere Anbieter werden "leiden".

Der RAM-Mangel droht das Wachstum der Branche im Bereich der KI-PCs zu beeinträchtigen. Das sind PCs mit einer NPU, die mehr RAM-Ausbau verlangen (die Copilot+-PCs von Microsoft erfordern mindestens 16 GB). Viele High-End-Systeme müssen sogar auf 32 GB oder mehr umgestellt werden. Der Bedarf an mehr RAM stößt derzeit (selbst bei ausreichender Verfügbarkeit) auf unerschwingliche Preise. Dies werde zu höheren Preisen, geringeren Margen oder einer möglichen Verringerung der RAM-Kapazität in neuen Systemen führen.

PC-Absatz 2026

PC-Absatz 2026, Quelle: IDC

IDC prognostizierte bereites im November 2025 einen Einbruch der PC-Absätze von 2,4 %. Nun geht man von Rückgängen von 4,9 % im moderaten und 8,9 % im pessimistischen Szenario für den PC-Absatz aus. Dabei werden die durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs wahrscheinlich steigen, und zwar um 4 % bis 6 % in einem moderaten Szenario und um 6 % bis 8 % in einem pessimistischen Szenario, so die IDC-Annahme. Welches Szenario eintritt, hängt weitgehend davon ab, wie lange die derzeitigen Lieferengpässe bis 2026 anhalten werden.

Das sind alles keine guten Aussichten für die Hersteller von Smartphones und Windows-PCs, und auch keine guten Nachrichten für die Käufer und Käuferinnen solcher Geräte. Jemand hat dies auf X vor einigen Tagen mit folgendem Tweet auf den Punkt gebracht: "RAM kostet jetzt 400 Dollar, weil die Leute so einen Blödsinn machen."

KI-Video-Blösinn

Im Tweet ist ein KI-generiertes Video zu sehen, wo jemand in China riesige Insekten als Mahlzeit zubereitet. Bleibt nur zu hoffen, dass unsere alte Hardware möglichst lange hält, bis der Hype vorbei ist und der Markt sich beruhigt hat.

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2 Antworten zu IDC-Warnung: RAM-Preissteigerung führt zu schrumpfendem PC- und Mobilgeräte-Markt

  1. Frank sagt:

    Zu dem KI-generierten Video: Das ist kein Insekt, das ist ein Alien! (siehe Alien-Filmreihe)

  2. Triceratops sagt:

    Im PC bereich wird das nicht nur Hersteller und Verbraucher zu schaffen machen, der Preiswahnsinn bei Speicher. Auch Hardwarehändler wie z.B. Alternate, Mindfactory etc könnten finaziell ins wanken geraten, wenn die Verkäufe wegen der hohen preise einbrechen, und die dann auf der Teuer eingekauften Speicher Ware sitzen bleiben und kaum noch los werden. Ich hab zum glück den Ram in meinem System 2024 aufgerüstet mit 32 GB DDR4 für damals 87,90 Eur (Kostet heute Januar 2026: 263 Eur). Kann man nur Hoffen das dieser Preiswahnsinn nicht all zu lange anhält, denn ansonsten werden nicht nur PC hersteller und Verbraucher das nachsehen haben, sondern auch Händler die überwiegend PC Komponenten verkaufen. Ich halte es für möglich das der PC und Smartphone markt stärker einbrechen wird 2026 als IDC prognostiziert .

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