Störung Notfallaufnahme am Klinikum Dessau

BugAm Klinikum Dessau kam es am Freitag, den 2. Januar 2026 wohl zu einer kurzzeitigen Schließung der Notfallaufnahme am städtischen Klinikum Dessau. Über die Ursache ist mir derzeit wenig bekannt, vielleicht weiß ein Leser mehr.

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Ein Blog-Leser hat mich per Mail auf den Sachverhalt hingewiesen, der vom MDR im Beitrag IT-Probleme: Städtisches Klinikum Dessau schließt kurzzeitig Notaufnahme vom 2. Januar 2026 aufgegriffen wurde.

Zum Sachverhalt schreibt der MDS, dass das städtische Klinikum in Dessau seine Notaufnahme am Freitag (2.1.2026) kurzzeitig schließen musste. Gegenüber dem MDR gab das Krankenhaus massive IT-Probleme als Grund an. Eine Behandlung sei daher nicht möglich gewesen. Patienten wurden aufgerufen, sich in dringenden Notfällen an umliegende Krankenhäuser zu wenden.

Ab ca. 16:00 Uhr konnte die Notfallaufnahme wieder am betreffenden System angemeldet werden und arbeiten. Details über die Ursache der Störung sind derzeit unklar – der MDR spekuliert über einen möglichen Hackerangriff. Aber auf Grund der Schnelligkeit, mit der die Notfallaufnahme wieder arbeitsfähig war, bin ich skeptisch, dass es ein Cyberangriff gewesen sein dürfte. Daher die Frage, ob jemand aus der Leserschaft technische Details bekannt sind. Von Spekulationen bitte ich in den Kommentaren abzusehen – danke.

 

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15 Antworten zu Störung Notfallaufnahme am Klinikum Dessau

  1. Erleuchteter sagt:

    Kein großes Drama. Die allseits beliebte TI war „down" somit ist man nach verschiedenen Krankenhausgesetzen verpflichtet die Notaufnahmen „abzumelden" da mittlerweile ohne TI keine Patientenneuaufnahmen, und damit Behandlungen, mehr erfolgen können – so vermeidet man einfach das die Stationen angefahren werden durch Rettungsdienste etc.. Dank des (finanziellen) Drucks was auf immer mehr Häusern lastet meldet man lieber früher als später ab.

    Wieso das medial so aufgepauscht wird ist befremdlich.

    • Günter Born sagt:

      Wo siehst Du was "aufgebauscht"?

      • Erleuchteter sagt:

        Mit aufgepauscht meine ich, dass es nicht der Rede wert und eigentlich nichts in den Medien zu sichen haben sollte. Da das nornales Business ist.

        Ich vergleich das mal mit der Schlagzeile: „Rettungswagen an der Tankstelle – Überarbeitete Retter oder Bezindiebstahl?"

        Muss man nicht verstehen.

    • Giesama sagt:

      Das Thema wird viel zu wenig thematisiert, besonders in den normalen Medien. Nachrichten sollte über den Umstand viel mehr berichten.
      Genau wie über den ganzen anderen scheiß. Auf NTV hört man nie über Situation der EDV-Welt. Dabei betrifft es schon fast alle. Auch die Preisexplosion wird nicht thematisiert. Und bei der TI….. Da gäbe es einiges zu berichten.
      Viele Ärzte machen zu, da kein Bock drauf und eh kurz vor Rente. Nachfolger lassen sich nicht finden
      Somit weniger Praxen, weniger Fachärzte, weniger Termine und Versorgung.
      Normale Business-Probleme sehen andere aus. Nur weil sich seit Jahren etwas durch die Branche zieht wie Kaugummi, ist es noch lange nicht normal.

    • Knöpflasdrücker sagt:

      Ich arbeite auch in dem Bereich und mir ist nicht bekannt, dass man sich wegen einer gestörten Verbindung zur TI von der Notfallversorgung abmelden muss. Die Behandlung ist ja erstmal uneingeschränkt möglich, nur der Stammdatenabgleich und ggf. der Zugriff auf die ePA und den Notfalldatensatz ist nicht möglich. Gibt es Quellen dazu? Würde mich sehr interessieren, danke!

      • Erleuchteter sagt:

        Dann solltest du nochmal mit dem Klinikmanagement sprechen. Wenn kein NFD vorliegt oder abgerufen werden kann sowie ein Stammdatenabgleich oder eine Karte nicht eingelesen werden kann, kann auch keine Behandlung durchgeführt werden.
        Das kann natürlich in anderen Bundesländern anders geregelt sein. In vielen ist das aber so.

        Wenn du mir sagst in welchem Bundesland du arbeitest suche ich dir das raus.

        • Anonym sagt:

          Das klingt alles sehr ungewöhnlich. Konsequenterweise müsste das Krankenhaus dann ja auch die Behandlung sämtlicher Patienten ablehnen welche keine Versichertenkarte bei sich haben und nicht ansprechbar sind.

          Das kann ich mir nicht vorstellen dass das in irgendeinem Bundesland wirklich so Vorschrift ist.

    • Peter Vorstatt sagt:

      Betr. "Kein großes Drama.":

      Aber natürlich, mein Herr. Ihre Analyse liegt ganz auf der Linie der Klinikleitung, wie der MDR meldete. Zitat: "Was zu dem Ausfall geführt hat, ist noch unklar. Das Klinikum kündigte an, das IT-System in den kommenden Tagen vorsorglich umfassend zu überprüfen, um die Stabilität dauerhaft sicherzustellen." – Ironie aus.

      Ihr schnoddrig-abwiegelnder Tonfall ist auffällig. Sie sind nicht zufällig ein von Korpsgeist geleiteter Rettungssanitäter, der die Versäumnisse im Rettungswesen unter den Teppich kehren will?

      Zur Einordnung für die Leser aus (1): "… Schaden durch Zeitverzögerung infolge des Anfahrens einer anderen Notaufnahme … Daneben ist die Konstellation denkbar, dass die Notaufnahme abgemeldet wird, woraufhin der Rettungsdienst den Patienten in ein entfernteres Krankenhaus verbringt. Durch die Zeitverzögerung kann es zu einer erheblichen Verschlimmerung der Symptomatik kommen, woraus sich eine Haftung des Arztes und der Klinik ergeben kann."

      (1) https://gesundheitsrecht.blog/abmeldung-notaufnahme-1/

      • Erleuchteter sagt:

        Gleich das erste Suchergebnis gepostet was man findet wenn man „TI Abmeldung Notaufnahme" eingibt.
        Cleverer Move und gute Unterstellung. Jedoch ist es auch sehr unsachlich Politikversagen einer wichtigen Berufsgruppe, der ich nicht angehöre, anzulasten.

        • Peter Vorstatt sagt:

          + Betr. "Gleich das erste Suchergebnis gepostet":

          Ich habe den Artikel seit März 2025 im Zettelkasten.

          + Betr. "sehr unsachlich Politikversagen einer wichtigen Berufsgruppe,":

          Polizei ausgenommen gibt es neben dem Gesundheitswesen wohl keine andere Branche, in der die Ausrede 'Politik' so oft und reflexhaft vorgeschoben wird.

          + Betr. "gute Unterstellung":

          Wenn sie sachliche Fehler im Artikel bemerkt haben, melden Sie diese an redaktion@gesundheitsrecht.blog.

          + Indem sie nicht anfahrbare Notfallaufnahmen als "Kein großes Drama." titulieren und damit mögliche erhebliche Verschlimmerungen der Symptomatik beim Patienten billigend in Kauf nehmen, legen Sie eigentlich nur eines nahe: Neben den Rettungssanitätern gibt es offenbar noch eine weitere Berufsgruppe, die sich mit den aktuellen Missständen arrangiert hat.

  2. Peter sagt:

    Die Gründe spielen für mich gar keine Rolle. Wenn eine Notfallversorgung wegen IT-Problemen nicht mehr gewährleistet ist (Patientenakte, Abrechnung???), dann sehe ich schwarz für echte Krisen.

    • Erleuchteter sagt:

      Nicht nur du. Auch die Bundesärzteschaft. Es interessiert nur keinen und der Gesetzgeber macht munter weiter. Das ganze System wird grade von Kopf auf Fuß gedreht. Siehe auch das wenig medienpräsente Krankenhauszukunftsgesetz was binnen 4 Jahren durchgeboxt werden sollte – jetzt schon in der Verlängerung ist – und trotzdem scheitern wird. Viele kleine Häuser werden sterben, die großen werden immer stärker. Neuster Coup sind die Kompetenzzentren. Nachdem man viele Millionen in jetzt sterbende Einrichtungen versenkt wurden.

      Am Ende bleibt vielnTechnik, wenig Bediener, kein erhobter Komfort für Patienten oder gar bessere Versorgung. Das Gegenteil ist der Fall.

      • Mikel Friess sagt:

        "Viele kleine Häuser werden sterben, die großen werden immer stärker. "

        Ja und? Ich bin in den 90ern Rettungsdienst gefahren und wenn ich für jedes Mal wenn ich einen Patienten notfallmässig aus einem Winzkrankenhaus in eine größere Klinik gefahren habe, einen Tag Urlaub bekommen hätte, dann wäre mein Zivildienst deutlich kürzer ausgefallen. Säuglinge mit Inkubator aus der "sanften Geburtsklinik" in der Pfalz ins "ach so böse Kinderklinikum" in Worms, Internistische Notfälle aus dem kleinen und "persönlichen" Krankenhaus in der Innenstadt ins Klinikum, und, und, und.

        Ich brauch keinen Komfort in einem Krankenhaus, ich brauche kompetente Ärzte und gut ausgestattete Kliniken.

    • topas sagt:

      Es gibt einen Unterschied zwischen vermeidbarer Ausnahmesituation und dringender. Jedes Krankenhaus hat einen Notfallplan, wenn diverse Szenarien eintreten (Klassiker wie ein MANV, Stromausfall, IT-Ausfall …). Und es ist durchaus legitim, wenn der Plan für den IT-Ausfall die Abmeldung an der Leitstelle vorsieht.
      So werden beispielsweise die Daten zwischen Leitstelle und Notaufnahmen durchaus digital ausgetauscht. Ein KH kann z.B. einen bestimmte Behandlungsbereich rausnehmen, wenn der eine Facharzt in einer dringenden OP gebunden ist. Bringt ja nix, wenn das KH mit einem Infarktpatienten angefahren wird, der Herzchirurg aber schon im OP steht. Dann meldet man den Bereich digital ab, und die Leitstelle kann den Infarkt gleich in ein anderes KH delegieren, wo der Chirurg bereit steht. Auch wird die Alarmierung über das System abgebildet und nicht extra angerufen. Oder die digitale Patientenakte – wenn ich keinen Zugriff auf die bisherigen Behandlungsdaten und MedPlan habe kann es durchaus sinniger sein, dass der Patient in ein anderes KH fährt, wo die Karte ausgelesen werden kann.
      Es bedeutet nicht, dass das System zusammenbricht. Wir hatten (in meiner Zeit in einem anderen KH) auch mal einen abgerauchten CoreSwitch, der Abteilungen kurzzeitig lahmgelegt hat. Auch die Internetanbindung war mal durch einen Bagger kurzzeitig getrennt gewesen. Ist unschön, hat aber keine Menschenleben gefährdet. Dann wurden aus der untersten Schublade halt – entsprechend des Notfallplans – die Papierbögen rausgeholt, ausgefüllt und nachträglich eingepflegt. Durchaus möglich, dass da die Notaufnahme auch mal aus dem System abgemeldet wurde. Trotzdem wäre ein vor der Notaufnahme stehender Patient nicht abgewiesen worden, halt nur nicht bestmöglich versorgt.

  3. IT_Affe sagt:

    hier werden vermutlich Themen vermischt..

    Es wird eher um die Kommunikation der "Zulieferer" gehen, NIDA o.ä. Produkte.
    Das sind Kommunikationsschnittstellen damit die Feuerwehr, der Rettungsdienst schon im Fahrzeug abklären kann wohin mit dem Patienten und auch Zustandsdaten übermitteln kann, damit die Anfahrstelle sich auf den Patienten vorbereiten kann (Fachbereich usw).

    Die TI wird im Notfall nicht verwendet, könnte ja auch sein, dass die betroffene Person die eGK nicht dabei hat oder in der Eile nicht gefunden wird, sollen diese dann nicht behandelt werden?

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