Evernote: Fette Preiserhöhung um das 5-17fache …

Ich greife mal ein Thema auf, welches bereits Ende Dezember 2025 von einem Leser an mich herangetragen wurde. Er hat für Evernote eine Preiserhöhung bekommen, die die Kosten um den Faktor 5 – 17 fach steigert. Ist noch jemand betroffen?

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Was ist Evernote?

Evernote ist ein Onlinedienst und eine dazugehörige Software, die das Sammeln, Ordnen und Finden von Notizen, Dokumenten und Fotos in verschiedenen Formaten unterstützt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Redwood City im US-Bundesstaat Kalifornien und wurde 2000 von dem gebürtigen Aserbaidschaner Stepan Patschikow gegründet.

Der Dienst bietet ein Freemium-Modell an, bei dem ein kostenloses Basiskonto bei der Synchronisierung auf zwei Geräte beschränkt ist. Es gibt aber auch Abonnements für ein Plus-Konto und für ein Premium-Konto.

Preiserhöhungen in 2025

Das Ganze ist an mir vorbei gegangen, aber im September 2025 hat Evernote wohl die Abo-Preise angehoben.

Ein Post auf Reddit

Auf reddit.com gibt es diesen Post, wo sich ein Benutzer beklagt, dass er sich "wie eine Zitrone ausgequetscht fühlt". Der Poster zitiert folgendes aus den Evernote-Informationen:

"Wir haben kürzlich zwei aktualisierte Einzelpläne eingeführt – Starter und Advanced – um unsere aktuellen Personal- und Professional-Pläne zu ersetzen. Infolgedessen wird Ihr Evernote Personal-Konto am 8. September 2025 zum Evernote Advanced-Plan wechseln zu einem Preis von 18,99 EUR, monatlich abgerechnet."

und schreibt, dass er "bei 12 Euro/Monat schon am Zweifeln war, da die anderen Lösungen "kostenlos" sind (kostenlos oder bereits in einem Bundle bezahlt)". Er meint, dass der Preis/Wert von Evernote jetzt völlig aus dem Ruder gelaufen sei. Ich kann es mit den Preisen nicht beurteilen, aber es scheint Unmut zu herrschen.

Einige Hinweise von Caschy

Bei der Recherche zu diesem Beitrag bin ich dann auf diesen Beitrag von Caschy auf Stadt-Bremerhaven gestoßen. Dort berichtet er bereits zum 7. November 2025, dass die seit September 2025 in einer FAQ versteckten Preise "ab sofort" gelten würden. Es geht dort aber um Personal-Lizenzen und geringe Beträge. Interessant fand ich aber die Ausführungen zu den vielen Einschränkungen. Gibt viele Kommentare unter dem Beitrag, und ein Leser schrieb, dass er auf eine selbst gehostete Lösung Joplin umgestiegen sei. In den Kommentaren werden von Lesern weitere Alternativen genannt.

Leserhinweis auf die fette Preiserhöhung

Blog-Leser Roger schrieb mir am 26. Dezember 2025 per Mail unter dem Betreff "Evernote Preiserhöhung – 5-17 fach", dass er zu Weihnachten eine "nette Mail" von Evernote bekommen habe. In der Mail wurde ihm mitgeteilt, dass seine Subscription (also das Abonnement) im Februar 2026 automatisch verlängert wird.

Evernote Preise 2026

Normalerweise hätte ich die Schultern gezuckt, bei 19 Euro muss man schauen, was einem die Sache wert ist. Aber Roger scheint ein Abo im Firmenumfeld zu haben, wo es ein "bisserl teurer" ist. Dazu zitiert ich aus seiner Mail.

  • Laut Evernote-Nachricht sollte der Kunde berücksichtigen, das ihm bei der Verlängerung des Abos im Februar 2026 dieses Mal 17.900 € abgebucht werden und der Kunde sich die neuen Pläne anschauen sollte (siehe obiges Bild).
  • Roger erwähnte, dass er bisher 1.199,94 € für ein Jahr und 6 Benutzer bezahlt. Der neue Preis für das Abo liegt ganz grob fasst um das 17-Fache über dem Betrag, der bisher gezahlt wurde.

Der Leser schrieb, dass man Evernote zur Dokumentation und Wissensarchivierung einsetze. Dort nutzt das Unternehmen die Team-Lizenz von Evernote, um zusammen an gemeinsamen Notizbüchern zu arbeiten. Man will nun die Team-Lizenz streichen, um diese durch eine Enterprise Lizenz zu ersetzen. Diese Lizenz gibt es in 2 Varianten: Flexibel und Unlimited.

Für die Flexible-Variante würden das Unternehmen, Stand Dezember 2025, 5.810,24€ zahlen. In dieser Variante wird aber nach Nutzung bezahlt, die Abrechnung richtet sich danach, wie viele Notizbücher man hat, wieviel Speicher man belegt oder im Monat hochlädt.

Der Leser meint, dass diese Lizenz in seinem Umfeld aktuell noch ohne Zusatzkosten passen würde. Er merkt an, dass es, unabhängig von der Preiserhöhung, es schon frech sei, Kunden das 3 x so teure Unlimited-Abonnement automatisch berechnen zu wollen.

Der Leser ergänzte: "Da wir als kleines Systemhaus auch VMWare, Citrix und Microsoft benutzen und auch an Kunden vermieten, sind wir bezüglich Preiserhöhung etwas arg gebeutelt und auch sehr frustriert." Man fragt sich, wo sich das alles noch hin entwickelt. Mangels Alternativen sieht man sich zum Teil gezwungen, zumindest kurzfristig, viele Kröten zu schlucken.

Die Preiserhöhung von Evernote sprengt in den Augen des Lesers aber alles bisherige.  Erhöhungen um 30-50% seien ja schon schmerzhaft und ärgerlich. Aber 500% bis 1700% ist schon fast unlauter, meint der Leser. Geschäftlich und auch Privat sei man ja auf eine gewisse Kontinuität, Planbarkeit und Verlässlichkeit angewiesen.

Diese Preiserhöhungen  aus obigem Beispiel entspringen für den Leser einem Wolkenkuckucksheim, und seien nicht rational. Für Unternehmen sei das auch nicht planbar und mittelfristig/langfristig auch für die Wirtschaft nicht hinnehmbar. Frage in die Runde: Ist noch jemand betroffen? Gibt es Alternativen?

Ergänzung: Der Betroffene hatte sich im Nachgang nochmals gemeldet und schrieb mir, dass er auf Joplin umgestiegen sei.

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24 Antworten zu Evernote: Fette Preiserhöhung um das 5-17fache …

  1. Luzifer sagt:

    Da fragt man sich halt auch warum man Evernote überhaupt im Abo nutzen sollte, den da gibt es durchaus kostenlose Alternativen… auch Open Source!
    Ein Alleinstellungsmerkmal hat Evernote nun auch nicht wirklich, welches ein Abo rechtfertigen würde.

    Persönlich ist Abo bei mir direkt ein Auschluss-Kriterium, tatsächlich akzeptiere ich Abo nur in genau Zwei Ausnahmen: die Security Appliance und die Banking Software!
    Alles andere ist entweder Open Source oder kann ich mit Einmal-Zahlung kaufen!
    Aber klar muss jeder selbst wissen was er tut, aber sich den Schuh anzuziehen und dann rumheulen… naja.

  2. Matthias Fankhauser sagt:

    Das ist wohl dem Besitzer"Bending Spoons" zu verdanken. Die kaufen Firmen mit einem stabilen Cash Flow innerhalb ihres Kernbusiness, reduzieren die Kosten (sprich Entlassungen) und erhöhen je nach dem die Preise bei den Bestandeskunden. Einige gehen, andere bleiben. Nach 10+ Jahren Evernote wird sich der eine oder andere überlegen, ob er wirklich wechseln will.

    Aktuell auch ein "Bending Spoons"-Fall: die Massenentlassung bei Vimeo (https://news.ycombinator.com/item?id=46707699). Wäre allenfalls mal einen Hintergrundbericht wert?

  3. Martin B sagt:

    die Abo Seuche für bereits durchentwickelte Software kommt dank KI hoffentlich bald zum Ende. Es greift immer mehr um sich, dass Softwarelösungen die vor 10-20 Jahren schon einen gehörigem und ausreichenden Funktionsumfang besaßen um 0,5% erweitert werden oder sinnlose Optikretuschen "aktualisiert" werden und in Abos gepresst werden. Das Auto ist irgendwann abbezahlt, das Haus und bitte dann auch statische Softwarelösungen.

    Mit KI kann man sich ja dann seine eigenen Kram basteln, Quellcode ist in vielen Bereichen genügend vorhanden.

    BTW: bin MS dankbar, dass OneNote weiter Teil des Offline Paketes ist!

  4. Karel sagt:

    Bitwarden hat die Preise auch gerade heftig auf das Doppelte erhöht!

    • Charlie sagt:

      Da werden noch andere folgen, über die Gründe kann man nur spekulieren, ich denke dass da "der Lieblings-Präsident" seine Finger mit im Spiel hat.

  5. R.E. sagt:

    Ich benutze Joplin als Evernote-Ersatz. Kann man selber Hosten… ist vielleicht einen Blick wert.

  6. Joerg sagt:

    eine ähnliches "Problem" hatten wir mit PRTG, eine 3-4 verfachung der Kosten und die konnten uns auch nicht vermitteln, welchen Mehrwert wir daraus generieren. Wir wechseln jetzt auf Zabbix, sehe nicht ein, für eine Leistung die wir nicht benötigen den bis zu 4 fachen Preis zu bezahlen.

    Migrationskosten hin oder her, die sind nach einem Jahr amotisiert und da wir mittlerweile nur noch sehr wenige WMI Sensoren haben und alles auf SNMP / SSH läuft, ist das auch kein Problem mehr (wobei PRTG bspw. immer noch kein Kerberos kann und man auf NTLMv2 angewiesen ist).

    Man sollte solche Dinge nicht einfach immer hinnehmen und einen Cut machen, auch wenn es Mal mit Aufwand verbunden ist.

    Im Bezug auf Evernote: da die meisten Firmen eh O365 einsetzen: steigt auf OneNote um, wenn ein bestimmtes Feature fehlt, lasst euch vorrechnen warum das die Lizenzkosten von Evernote wert ist, das können die meisten nicht, die sind einfach nur zu bequem sich mal ein paar Stunden mit einer neuen Software zu befassen ¯\_(ツ)_/¯

  7. Horst sagt:

    Moin,

    ich bin froh das ich von Evernote weg bin.
    Jetzt nutze ich UpNote https://getupnote.com/, hat einmal so um die 30,00 € gekostet. Bin als Einzeluser mit den Leistungsmerkmalen zufrieden. Den "fehlenden" Erinnerungskalender habe ich durch "Task" (Windows, Android) ersetzen können.

    Das Geschäftsgebaren der Evernote-Eigner ist auch nicht gerade das seriöseste. Ich konnte zwar meine vorzeitige Kündigung durchführen, bekam aber nicht die anteilige Jahresgebühr zurück.

    • SaxnPaule sagt:

      Und die Einmalzahlung und Lifetime-Lizenz sind besser?

      Dir ist aber bekannt, dass schon einige Anbieter ihr Produkt einfach umbenannt haben und somit eine neue (Lifetime)Lizenz fällig war. Natürlich kannst du dann das alte Projekt kostenlos weiternutzen, welches dann aber keine (Sicherheits‑)Updates mehr bekommen wird. Ob man das wirklich will, muss jeder selbst entscheiden. Ich halte ein solches Versprechen genauso für zweifelhaft wie ein Abo. Es kann gutgehen – muss aber nicht. Erst recht nicht, wenn es irgendwann von Investoren aufgekauft wird und das Abmelken und Durchreichen nach unten beginnt.

  8. Dietmar sagt:

    Sind die nun auch von Broadcom gekauft worden? ;)

  9. SaxnPaule sagt:

    Joplin oder Trilium Notes selber gehostet in Docker.

    Ich finde den Aufschrei immer amüsant. Jeder technikinteressierte User müsste vor einer Abhängigkeit zurückschrecken. Scheinbar sind viele doch nicht so schlau, wie sie immer in den Foren und Blogs vorgeben. Da ich nur auf eine freie Alternative setze, bin ich natürlich nicht betroffen, wie auch bei vielen anderen Projekten.

    Die eigene Bequemlichkeit steht einem Umzug in ein anderes System oft im Weg. Wer sich gleich für das richtige Projekt entscheidet und u.U. ein paar Abstriche macht, monetär unterstützt oder sich an der Entwicklung beteiligt, hat später nicht den Umzug oder die Kosten. Dass sich Firmen aus Bequemlichkeit von einem Fertigprodukt abhängig machen, ist wohl deren eigene Entscheidung. Das Geld für eine Anpassung und Entwicklung hätte man lieber in andere Projekte stecken sollen, z.B. wie Österreich bei LibreOffice. Nachher sollte man nicht jammern! Somit hält sich mein Bedauern in Grenzen, besonders wenn man diese Produkte noch seinen Kunden verkauft. Dabei geht es wohl eher um die eigene Gewinnmarge? Marktwirtschaftlich ist eine Erhöhung ok, sofern die Position, das Monopol oder Absprachen nicht verletzt werden. Man kann das ohne Probleme machen, aber ob die User das mitmachen, steht auf einem anderen Blatt. Anders ist es mit anderen Mogelpackungen, z.B. Milka und Co., auch nicht. Letztendlich hat jeder User es selbst in der Hand.

    Ich wundere mich immer über die Techies, die meinen, immer tief in der Materie zu stecken, aber sich auf so ein fadenscheiniges System einlassen. Für mich ist das ein klarer Widerspruch. Unabhängig davon, wer gerade Präsident ist oder was man sonst nicht unter Freunden macht. Wer aus den letzten Jahren oder Jahrzehnten nichts gelernt hat, hat es auch nicht besser verdient und soll dann auch nicht jammern! Es ist ja nicht so, als ob es nicht schon lange in allen Bereichen Alternativen gibt! Man muss es nur wollen! Die meisten laufen aber nur wie Lemminge dem System hinterher und was gerade gehypt wird, ohne sich wirklich Gedanken um die Abhängigkeit oder den Datenschutz zu machen. Das ist ein gutes Beispiel für einen Gruppenzwang.

    • Mr.Blacksmith sagt:

      Als Sysadmin mit Herz und Seele darf ich Dir mitteilen: Die, die wirklich Ahnung haben, sich täglich mit der Materie beschäftigen und ihr Wissen darauf aufbauen, werden eventuell hier und da noch befragt, gefragt. Entschieden wird das in warmen Vorstandszimmern mit fetten Ledersesseln von Lackschuhen mit eingemeißeltem Botoxgrinsen fernab der Materie. Ich bin selbst Fan der Unabhängigkeit in Sachen IT, hoste meinen Krempel selbst auf einem Proxmox-Cluster und kümmere mich, weil eben Nerd mit Herz und Seele. Aber einen Geschäftsführer davon zu überzeugen, NextCloud statt AZURE zu nutzen…schwer, sehr…schwer. Er sieht: Machen alle so, also muss das gut sein, egal, was mein bezahlter IT-Fuzzi dazu sagt und meint! Lieber wird das Geld in die Cloud gepumpt, statt einem Admin nach Jahren der Treue auch mal eine Gehaltsanpassung, wir sprechen nicht einmal von einer Gehaltserhöhung(!), zu kredenzen! Bezahlte Überstunden werden sowieso überbewertet was die Bezahlung angeht, also noch mehr für die Cloud!

      Milliardäre noch reicher machen, damit sie Spaß mit ihren Partynutten auf Lustreisen ins All haben, da spende ich lieber einem anderen Nerd was für seine Mühen!

      Aber Tenor ist, meiner mehr als drei Jahrzehnten andauernden Erfahrung im IT Bereich nach, das wir unten im Rechenzentrum die letzten sind, die gefragt werden! Habe selbst ein Zabbix-Monitoring bei einem meiner ehemaligen Arbeitgeber aufgesetzt, lief wunderbar, hat die Ticketflut massiv eingeschränkt…bis wir wieder einen neuen IT Leiter bekamen, der zwar nicht wusste, wie man ein Notebook einschaltet, aber der Meinung war, was nichts kostet, ist nichts, also PRTG muss her! Zig Tausende Euros im Jahr, die nun abfließen für etwas, was garantiert nicht sein müsste! Und auch noch beschränkter mit seinem NTLM-Gelumpe! Aber hey…wir haben´s doch! Gleiches lässt sich auf verdammt viele Produkte stempeln: Man würde nicht nur Geld sparen sondern auch massiv an Unabhängigkeit gewinnen! Das nenne ich Win-Win…aber scheinbar und offensichtlich…muss man studiert haben und zur Abschlussprüfung nen rostigen Nagel geheadbangt haben, um die Welt zu basteln, wie wir sie gerade erleben!

      Und dann kommt noch das Schwergewicht der Anwender hinzu! Wie jetzt, Linux!? Das kenne ich aber nicht! Auch wenn die Oberfläche aussieht wie sonst, Linux kenne ich nicht, das kann ich nicht, das will ich nicht und schon bekommt wieder jemand die Poperze gepudert und erhält sein Windows!

      Wie NextCloud Talk? Ich kenne nur MS Teams, ich will aber MS Teams! Und so weiter…selbst bei nur geringsten Unterschieden wie bei MS Word und OnlyOffice in der Menüleiste…schreien Anwender nach Schulung! Aber ob der Admin, der bisher Server 2019 installiert hat, nun plötzlich auch Server 2025 kann, das sei doch bitte ihm überlassen! Da hat die IT Abteilung nicht mal das Geld für etwas wie ein Handbuch! Wieso brauchst Du ein Handbuch? Ist halt Server 2025 und Dein Job, also auch Dein Problem, da Wissen aufzubauen! So einfach. Aber einer Sekretärin ist es nicht zuzumuten, sich privat auch mal mit dem zu beschäftigen, was heute im Büro eingesetzt wird. Ja ich weiß, der PC ist nur ein Werkzeug. Wenn Handwerker ihr Werkzeug ebenso problembehaftet einsetzen würden, wie es PC Anwender tun, wir würden immer noch Mammutgruben ausheben. Aber nicht zur Jagd, sondern vielmehr um dort einzuziehen!

      IT. Für viele Entscheider ein Buch mit mehr als sieben Siegeln.

      • SaxnPaule sagt:

        Auch bei deinem Beispiel genannte Entscheider gibt es eine einfache Lösung, die aber nur selten verfolgt wird. Jedes Unternehmen kann bei einer fahrlässigen Entscheidung Schadensersatz von dem Verursacher verlangen. Die Schäden können unterschiedlich ausfallen, je nach Arbeitsbereich. Dass es bei der Datenverarbeitung zu sehr hohen Ansprüchen kommen kann, sollte bei der Kosten/Nutzen-Analyse vor der Entscheidung mit einbezogen und gewichtet werden. Diese Entscheider und studierten IT-Facharbeiter sind meiner Meinung nach auch ein Problem im System.

        Ein Beispiel: Unser Landkreis wurde vor 2 Jahren durch eine Malware verschlüsselt, weil bekannte Exchange-Patches 5 Monate trotz M$-Warnung nicht eingespielt wurden. Bei mir hätten die Admins sofort den Hut nehmen dürfen und der Entscheider, welcher diese Typen eingestellt hat, wenigstens eine Abmahnung. Nach fast 1,2 Jahren war das System wieder komplett hergestellt und die meisten Kosten in Millionenhöhe (Hardware, Software und Einrichtung) waren durch eine Versicherung abgedeckt. In diesem Zeitraum kann man nicht mehr davon sprechen, dass man Ahnung hat, was man da macht. Kein Unternehmen kann erst einmal 1 Jahr warten, bis die IT zu Ende gespielt hat. Das kommt aber noch besser. Dieser unfähige Landkreis und Landrat haben ein paar lokale Krankenhäuser übernommen und wie bei diesem Landrat die Posten in der IT durch Ja-Sager ersetzt (sehr autoritärer Führungsstil trotz SPD-Parteibuch), inkl. einer neuen Hardware, welche von den neuen „Fachkräften" eingerichtet wurde. Es kam, wie es kommen musste, und das Krankenhaus nebst allen angegliederten Arztpraxen wurde nach 3 Monaten nach dem Tausch wieder durch eine Malware verschlüsselt. Anstatt den Fehler jetzt bei der Auswahl und Einrichtung zu suchen, hat sich der Landrat erklärt, ein persönliches Ziel von Putin zu sein. Das war auch der Landrat, der den dicksten Firmenwagen (BMW 750) besitzt, weil dieser auch sein Lagezentrum bei einem Angriff und im Krisenfall ist und somit vorbereitet sein muss. Die Presse hat vor einiger Zeit davon berichtet. Nachdem die IT-Stelle dann wieder vakant war, war das Krankenhaus gute 9 Monate eingeschränkt erreichbar, inkl. Telefon und Fax. Auch hier wurde der größte Teil wieder durch eine Versicherung und Steuerzahler bezahlt. Ich könnte jetzt ewig weitere Entgleisungen dieses kleinen lokalen Anführers ausführen, verzichte jetzt aber einmal darauf. Ich sehe da schon eine bestimmte Masche und ein gänzliches Versagen, was wir in Deutschland schon lange Zeit sehen können. Bei den einfachen Bürgern wird die harte Kante gezeigt, sei es, dass man für einen abgelaufenen Ausweis über 1000€ Strafe zahlen muss oder man bei einer anderen Meinung geächtet wird oder im schlimmsten Fall mit einer Hausdurchsuchung (Schwarzkopf) oder Gefährderansprache eingeschüchtert wird. Auch die maximalen U‑Haftzeiten gelten für Cordhosenträger nicht. Bei den richtigen Verbrechern (auch Politik) traut man sich aber nicht ran oder sucht nur ein Bauernopfer. Von daher brauchen wir uns nicht über andere Länder auslassen, wir sind selbst nicht besser, wenn man etwas tiefer unter die Oberfläche kratzt. Auch das Bespitzeln hält uns nach 2 Diktaturen nicht auf. Biometrische Daten (Fingerabdrücke) von allen Bundesbürgern hat weder der große Blonde aus Braunau noch der kleine Dachdecker aus dem Saarland genommen. Einfach einmal darüber nachdenken. Bei uns wird das Autoritäre und der Umgang mit anderen Meinungen aktuell (noch) besser verpackt. Das Wahrheitsministerium à la Orwell gibt es schon in Form von „Trusted Flagger", und auch dort sind Politiker (FDP) involviert und machen ordentlich Kasse damit. Davon abgesehen gehen mir diese englischen Begriffe und Namen im täglichen Leben schon sehr auf den S@ck.

        Wenn viele so arbeiten würden wie diese Typen, dann wäre hier schon lange Ende. Ich kann es vollkommen verstehen, wenn sich viele von diesen Entscheidern abkehren oder auch auswandern. Eine einfache Lösung wäre, die persönliche Haftung bis zur Pfändungsfreigrenze, notfalls auch als Haftstrafe, zu verrechnen. Alles wird täglich gegen normale Personen eingesetzt, also warum nicht einmal gegen die, die uns die Suppe eingebrockt haben? Die Politiker und NGOs haben sich den Staat als Beute gemacht und wir müssen dafür blechen. Wenn sich eine Firma oder ein Dienstleister so ein faules Ei gönnt und die Entscheidungen bzw. Ausführungen nicht stetig kontrolliert, hat sie nichts Besseres verdient und muss den Weg zu Ende gehen. Da wird sich mein Mitleid auch in Grenzen halten. Für mich sind das alles Unterperformer der alleruntersten Sorte. Ich kämpfe mich auch täglich durch meine eigenen Probleme, ohne dass ich andere frage oder Leistungen einkaufe. Wenn man etwas nicht weiß, gibt es genug Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder Informationen zu holen oder auszutauschen. Das alles gab es vor 30–40 Jahren so nicht und es war damals produktiver als heute. Heute sind alle der Meinung, sie machen eh schon zu viel, sind überlastet oder meinen, es soll doch ein anderer machen, während sie ihren telefonischen Krankenschein einreichen. Ich warte noch auf den Tag, an dem es einen Super-Datengau bei WA und Co. gibt und alle Daten, Dokumente, Zeugnisse, Steuererklärungen etc. öffentlich sind und alle wieder enttäuscht sein werden. Zum Glück ist das alles an mir vorbeigegangen und ich habe wenig zu befürchten. Wessen Schuld ist das denn aber nachher? Ich sehe den Endnutzer als Hauptursache und erst danach kommen die Rattenfänger und Big Tech. Dummheit schützt ja bekanntlich vor Strafe nicht.

  10. Notizenmacher sagt:

    Ich bin zu Nextcloud gewechselt. Das ist zwar auch ein Abo, fühlt sich aber mehr als fair an.

    • SaxnPaule sagt:

      Nextcloud kostet selbst nichts und du kannst das einfach in jedem Hosting selbst aufsetzen/installieren. Das geht auch, ohne IT studiert zu haben. Das kleinste Hosting (1000) kostet bei Netcup gerade einmal knapp 13 € im Jahr (regelmäßig im Angebot), inkl. eigener Domain und E-Mail-Server. Natürlich funktioniert das auch mit einem vServer und Docker. Alternativ kann man das auch auf einen Raspi, NAS, TinyPC oder Ähnliches installieren.

      • Horst sagt:

        13,00 € sind also "kostet nix"?

        • Marco sagt:

          Nextcloud ist Open Source. Die Software selbst kostet nichts. Die kannst Du kostenlos selbst installieren.

          Support und Hosting kosten aber etwas.
          Für die angesprochenen 13€ im Jahr musst Du das also nicht mal selbst betreiben und weder Strom für den 24/7 Betrieb bezahlen noch Sicherheitsupdates einspielen.

  11. Florian sagt:

    Ich kann die absurde Preissteigerung für Firmen-Kunden bestätigen. Wir haben bisher für ein kleines Team mit drei Nutzern pro Monat 59,97 € gezahlt (19,99 € pro Nutzer in der Version „Evernote Teams – drei Nutzer sind hier die Mindest-Nutzerzahl). Statt bisher 59,97 € sollen wir nun 634,11 € pro Monat zahlen. Für uns ist das nicht mehr darstellbar und wir haben Evernote gekündigt.

  12. Tomas Jakobs sagt:

    Mit Sicherheit lässt sich eines sagen: Wenn Unternehmen neue Preis- und Leistungsstrukturen einführen hat das fast immer eine Hauptmotivation: Höhere Preise.

    Open Source Software, selbstgehostet hilft.

    Die kleine graue Murmel oben im Kopf wird bei einigen immer erst nur durch Schmerz angeregt – in der Geldbörse. Kein Mitleid für jene, die jetzt jammern.

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