Windows 10 Nutzung bei ~ 50% (1 Milliarde Systeme); fährt Windows 11 gegen die Wand?

WindowsEs will mit dem Umstieg auf dieses Microsoft Windows 11 einfach nicht so richtig klappen. Microsoft "jubelt" zwar über 1 Milliarde Windows 11-Rechner. Aber weltweit sollen noch 1 Milliarde Rechner (ca. 50 % der Windows-Desktop-Systeme) zuverlässig mit Windows 10 arbeiten, und die Leute steigen nicht auf Windows 11 um. Nun hat Sicherheitssoftware-Anbieter ESET eine Mitteilung herausgegeben, dass "halb Deutschland" den Umstieg verpennt. Gelegenheit, nochmals genau zu schauen, und die Frage zu stellen, ob Microsoft Windows 11 gerade richtig "gegen die Wand fährt".

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Windows 11 hat 1 Milliarde Nutzer …

Gestern hatte Microsoft seine Geschäftszahlen veröffentlicht (siehe Meta und Microsoft Quartalumsätze: Gewinne und fallende MS-Kurse). Im Webcast zur Veröffentlichung der Geschäftszahlen erwähnte Microsoft-Chef Satya Nadella, laut diesem Artikel von Martin Geuß auf Dr. Windows, dass Windows 11 jetzt mehr als eine Milliarde Nutzer hat.

Martin stellt dann noch einen Vergleich an: Bei Windows 10 habe es vier Jahre und acht Monate bis zur Zahl von 1 Milliarde Systeme gedauert. Bei Windows 11 sei dieses Ziel bereits nach vier Jahren und drei Monaten erreicht. Fünf Monate früher als bei Windows 10 – also ein "grandioser Erfolg" und alles fliegt auf Windows 11?

Patt: Windows 10 auch bei 1 Milliarde

Die Zahlen von Microsoft kann ich nicht verifizieren – aber im Artikel Windows 11: Zäher Umstieg, sagt Dell; 1 Million Zorin OS 18 Linux-Downloads hatte ich Ende November 2025 Zahlen von Dell genannt.

  • Laut Clarke sind 500 Millionen PCs nicht für Windows 11 geeignet und lassen sich wohl auch nicht upgraden, müssten also ersetzt werden.
  • Weitere 500 Millionen PCs sind zwar für Windows 11 geeignet, aber die Nutzer wollten bisher nicht umsteigen.

Macht in Summe auch 1 Milliarde Windows 10-Systeme, und im November 2027 sah Dell "einen Monat nach dem Supportende von Windows 10 den Umstieg auf Windows 11 längst nicht abgeschlossen". Microsoft muss also hoffen, dass die 500 Millionen Nutzer doch noch auf Windows 11 umschwenken und die restlichen 500 Millionen sich irgendwann einen neuen Rechner kaufen.

Merkwürdige Zahlen auf Statcounter

Ein Blog-Leser hat gerade einen Link auf Statcounter gepostet, wo die Windows-Verteilung aufgeschlüsselt wird. Zu Beginn des Januar 2026 lagen Windows 10 und Windows 11 fast gleichauf bei ca. 50 % mit leichten Vorteilen für Windows 11. Am 25. Januar 2026 behauptet Statcounter, dass Windows 11 bei 72,7 %, während Windows 10 auf 25,79 % gesunken ist.

Windows-Verteilung (Statcounter)
Windows-Verteilung (Statcounter)

Wobei die Werte von Statcounter irgendwie "komisch" sind. Vom 13. Januar 2026, wo die Anteile von Windows 10 und 11 fast noch pari waren, ist der Anteil von Windows 11 zum 17. Januar 2026 auf 73,39 % gesprungen. Da passt was nicht, in vier Tagen haben wir nicht solche Sprünge.

Windows 10: ESET sieht Deutschland im Dornröschen-Schlaf

Aufhänger für meinen Beitrag hier war auch eine Mitteilung von ESET mit dem Titel Windows 10: Halb Deutschland befindet sich im Dornröschenschlaf, die am 26.1.2026 veröffentlicht wurde. Dr. Windows und heise haben es aufgegriffen.

Im ESET-Beitrag heißt es, dass über 48 Prozent der rund 21 Millionen Desktop-Rechner in deutschen Privathaushalten noch mit Windows 10 laufen. Windows 11 habe einen Anteil  von 49,5 Prozent (21,5 Millionen). Im Vergleich zum August 2025 sei das ein Rückgang von rund 3,7 Millionen Windows 10-Installationen. Diese 3,7 Millionen verschwundenen Windows 10-Systeme seien wohl nahezu komplett zu Windows 11 umgezogen sind, schreibt ESET.

Der offizielle Support des Betriebssystems endete zum 14. Oktober 2025. Nutzer, die ihre Rechner nicht für das ESU-Programm (Extended Security Updates) registriert haben, seitdem keine Sicherheitsupdates mehr. "Deutschland tut sich mit Veränderungen schwer – auch beim Wechsel des Betriebssystems. Windows 10 erfreut sich im weltweiten Vergleich weiterhin großer Beliebtheit bei den Deutschen. Der offizielle Support endete bereits im Oktober 2025. Wer den Wechsel weiter hinauszögert oder nicht in den erweiterten Support wechselt, betreibt einen Ritt auf der Rasierklinge", warnt Alexander Opel, IT-Sicherheitsexperte bei ESET. "Nutzer sollten sofort handeln und auf ein aktuelles Betriebssystem oder in den erweiterten Support wechseln. Jahr für Jahr werden mehr Sicherheitslücken aufgedeckt. Allein bei Microsoft-Produkten wurden im Jahr 2025 11,9 Prozent mehr Schwachstellen geschlossen als noch 2024."

Windows 10 hat noch lange nicht ausgedient

Bezüglich des Punkts "Ich fahre ohne Updates mit Windows 10 weiter", hat der "Experte" Recht, man sollte etwas tun. Bezüglich der Handlungsempfehlung des schnellen Umstiegs auf "ein aktuelles Betriebssystem", was Windows 11 meint, ist das in meinen Augen Panikmache von ESET. Noch kann jeder Privatbesitzer eines Windows 10-Systems sich für das kostenlose ESU-Programm registrieren und bekommt Sicherheitsupdates bis zum Oktober 2026.

Darüber hinaus ist für mich längst nicht ausgemacht, dass dann update-mäßig für Privatanwender Schluss mit Updates ist. Microsoft muss bis Angang 2032 Sicherheitsupdates für Windows 10 liefern. Der Druck auf Microsoft wird weltweit zunehmen, Windows 10 weiterhin mit Sicherheitsupdates zu versorgen, um Millionen Rechner vor dem Elektroschrott zu bewahren.

Ich hatte im Artikel Windows 10 und Office 2016/2019 ab Oktober 2025 sicher betreiben – Teil 2 skizziert, wie man sein Windows 10 auch über Oktober 2025 hinaus sicher betreiben kann. Neben dem oben erwähnten ESU-Programm gibt es noch Windows 10 IoT Enterprise 2021 LTSC, was Updates bis Anfang 2032 erhält. Technisch spricht nichts dagegen, seinen Rechner mit Windows 10 22H2 Pro auf Windows 10 IoT Enterprise 2021 LTSC umzustellen. Microsoft versucht dies momentan aber über eine "windige" Eula-Klausel zu verbieten. Es ist noch nicht spruchreif – aber es könnte sein, dass das Gebraucht-Software-Anbieter es auf eine Klage bis vor dem BGH ankommen lassen, ob diese Klausel bei Gebrauchtlizenzen durchsetzbar ist.

Abseits dieser Fragestellung hatte ich im Beitrag Windows 10: 0patch sorgt für 5 Jahre Zusatzsupport skizziert, dass ACROS Security Windows 10 weitere 5 Jahre absichert. Für Privatsysteme kann man das sogar in der Basisversion kostenlos bekommen. Und Office 2016 oder 2019 lässt sich mit 0patch auch weiter absichern (siehe Windows 10 und Office 2016/2019 ab Oktober 2025 sicher betreiben – Teil 2).

Also kein "dringendes Handeln", wie oben von ESET suggeriert, erforderlich. Wobei: Eigentlich sollten Windows 10-Nutzer dringend handeln, und sich aus den Fesseln Microsofts befreien, indem sie den Umstieg auf Linux angehen. Es ist nicht alles Gold, was unter Linux glänzt. Aber ich gestehe, mir ist vor einigen Tagen die Kinnlade heruntergefallen, weil ich gleich zwei besondere Erlebnisse hatte.

Einmal wollte ich mein Notebook mit Linux Mint 22.1 auf 22.3 aktualisieren. Es gab den Aktualisierungslink auf Mint 22.2, den in angewählt hatte. Ich konnte fast nicht so schnell schauen, wie das Gerät auf diese Version aktualisiert wurde. Dann habe ich das Upgrade auf  Mint 22.3 angestoßen. Die beiden Schritte waren erinnerungsmäßig nach ca. 10 Minuten erledigt.

Und ich hatte Mitte Januar 2026 ein besonderes Erlebnis, welches ich schon in diesem Kommentar skizziert hatte. Eine Bekannte, nicht IT-affin, erzählte, dass sie einen Windows 10-Rechner hätte, der nicht Windows 11 fähig sei. Also hat sie den Rechner mit Hilfe von ChatGPT auf Linux umgestellt und ist einerseits ganz stolz, das alleine bewältigt zu haben. Andererseits ist sie "glücklich", weil der Rechner zu ihrer vollen Zufriedenheit mit Linux läuft – mehr brauche sie nicht, war die Aussage.

Hat Microsoft Windows 11 an die Wand gefahren?

Es war ein Artikel Windows 11 adoption might have flatlined — and some users appear to be rolling back to Windows 10 auf Windows Central, der die Frage stellt, ob Microsoft mit "Windows 11 gegen eine Wand läuft?". Denn die Nutzerzahlen steigen nicht kontinuierlich, sondern bewegen sich seit Monaten seitlich.

Windows11 hit the wall

Es sind sogar Trends zu erkennen, dass Windows 11-Nutzer auf Windows 10 zurück gehen. Der Artikel hat aber das Manko, dass er nur auf die Statcounter-Zahlen bis Ende Dezember 2025 schaut – da verliert Windows 11 Anteile am Desktop-Markt. Hier muss man Ende Februar 2026 schauen, wie die Zahlen ausschauen.

Aber Microsoft könnte sich trotzdem massiv verkalkuliert haben. Ich hatte es im Artikel Windows 11: Zäher Umstieg, sagt Dell; 1 Million Zorin OS 18 Linux-Downloads angerissen. Da die US-Tech-Branche den KI-Hype mächtig befeuert, steigen gerade die Preise für SSDs und RAM-Riegel extrem an. Es gibt erste Warnungen vor einer Verknappung von RAM-Speicherriegeln, verursacht durch den KI-Boom.

Die PC-Hardware abspecken, um die PC-Preise halten zu können, ist bei Windows 11 keine Option. Microsoft hat sich also durch die Bloatware in Windows 11, sowie durch den befeuerten AI-Hype mit dem Zwang zum Ausbau der Cloud- und Rechenzentren-Kapazitäten gleich doppelt in den Fuß geschossen. Denn ein möglicher Umstieg auf neue Windows 11-Rechner wird jetzt deutlich teurer als vor einem Jahr.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die Qualität des Windows 11 Software-Systems. Ein Betriebssystem, welches voll mit Features angereichert ist, die Nutzer eigentlich nicht haben wollen, dafür aber mit verbuggtem Müll kontrolliert werden, treibt die Leute nicht zu dieser Plattform (ich hatte im Beitrag Microslop: Microsoft in der selbst gestellten AI-Falle? darauf hingewiesen, dass manche Nutzer einen regelrechten Hass auf Windows 11 und den KI-Integrationen hegen). Folgender Tweet zeigt, was bei Windows 11 derzeit schief läuft. Linus hat einen Screenshot gepostet, der ein Microsoft Anmeldefenster in Microsoft Paint zeigt.

Paint Copilot-Login

Es soll sich wohl um die Anmeldung für Microsoft Copilot handeln, welcher in Windows 11 in MSPaint integriert wurde. Wer in aller Welt braucht Copilot im Editor Notepad oder in der Zeichenkrücke MS Paint? Schaue ich mir dann noch an, dass ein simples Monatsupdate gut und gerne mal 4,3 GByte groß, weil AI-Bloatware aktualisiert werden muss (siehe Windows 11 24H2/Server 2025: Warum ist das Mai 2025-Update KB5058411 über 4,3 GB groß?), hat Microsoft die Skalierung verloren. Ein Poster brachte es auf X auf den Punkt.

Bis vor einigen Jahren war Windows das Kronjuwel von Microsoft (oder, wie man 2009 sagte, das Herzstück von Microsoft), ein beeindruckendes Betriebssystem, das als gemeinsame Plattform für alle Geräte dienen sollte. Heute ist Windows ein Wolkenkratzer mit bröckelndem Fundament.

Der Mann stellt auf die grottige Software-Qualität von Windows 11 ab, wo ein Bug den nächsten jagt – sichert mir hier im Blog das Geschäft. Aber ich bin heilfroh, dass ich mit Windows 10 und Linux hier ungestört bloggen und arbeiten kann. Von daher bin ich nicht so sicher, dass wir in den nächsten drei Jahren den "Durchmarsch von Windows 11 erleben". Und falls die KI-Blase platzt, könnte es noch einige Erschütterungen geben. Oder wie seht ihr das so?

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Eine Antwort zu Windows 10 Nutzung bei ~ 50% (1 Milliarde Systeme); fährt Windows 11 gegen die Wand?

  1. Micha sagt:

    Ich glaube weniger, das Microsoft unter großen druck steht, Windows 10 weiter mit Updates zu versorgen.
    Ein Intel der 8th Gen ist die offizielle Mindestanforderung für Windows 11. Diese CPU Generation (2017) wird dieses Jahr 9 Jahre alt. Also auch schon wieder ziemlich alt. Der AMD Ryzen 2000 stammt aus 2018.

    Viele PCs an meinem Arbeitsplatz, haben mittlerweile eine kompatible CPU für Windows 11 verbaut. Das Problem ist die IT Abteilung. Sie rollen Windows 11 einfach nicht auf kompatiblen Geräte aus.

    Privatnutzer können weiterhin die Systemanforderungstest von Windows 11 umgehen. (Vielleicht könnte Microsoft den auch offiziell entfernen. Dann gäbe es keinen Grund mehr, Windows 10 am leben zu erhalten) Wer also möchte, kann Windows 11 24H2 ab einem AMD Bulldozer (2012) installieren. Mit Windows 11 25H2 habe ich es noch nicht ausprobiert.

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