Firefox 148 soll einen "KI-Killswitch" bekommen

MozillaNachdem die Mozilla-Entwickler dem Firefox-Browser die Möglichkeit spendieren, auf KI-Lösungen zuzugreifen, will man den Nutzern ab der Version 148 die Möglichkeit geben, den KI-Kram mit einem Schalter komplett zu deaktivieren.

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Bisherige Pläne für AI in Firefox

Die Mozilla-Mannschaft verfolgt ja seit Monaten Pläne, den Firefox-Browser mit KI-Funktionen zu ertüchtigen (siehe Links am Beitragsende). Ich hatte letztmalig kurz vor Weihnachten 2025 im Beitrag Mozilla Entwicklungschef will Firefox auf AI trimmen die neue Entwicklungsrichtung beim Firefox angesprochen.

Der neue CEO von Mozilla hatte ein Interview gegeben und gesagt: "Firefox wird sich von einem Browser zu einem breiteren Ökosystem vertrauenswürdiger Software entwickeln. Firefox wird unser Anker bleiben. Es wird sich zu einem modernen KI-Browser entwickeln und eine Reihe neuer und vertrauenswürdiger Software-Ergänzungen unterstützen". Das Ganze entwickelte sich zum PR-Desaster, da kaum ein Nutzer diese "Zwangsbeglückung" , die beim Google Chrome, bei Microsoft Edge etc. an der Tagesordnung ist, wünscht.

Der Firefox 148 bekommt einen AI-Kontrolle

Aktuell ist ja der Firefox 147 am Start – da kann ich von einer AI-Integration noch nichts erkennen. In einem neuen Blog-Post AI controls are coming to Firefox schreiben die Entwickler, dass der Firefox Funktionen zum Zugriff auf KI-Angebote bekommen werde. Denn KI verändere das Internet, und die Menschen hätten sehr unterschiedliche Erwartungen daran.

Aber der Aufschrei nach dem oben erwähnten Interview des Mozilla CEO hat die Mozilla-Entwickler vorsichtig werden lassen. Im Blog-Beitrag schreiben sie, dass sie von vielen Firefox-Nutzern gehört haben, die nichts mit KI zu tun haben wollen. Andere Nutzer hätten dagegen geschrieben, dass sie sich KI-Tools wünschen, die wirklich nützlich sind.

Man hat, so die Aussage, auf die Mozilla Community gehört und und will auf die unterschiedlichen Wünsche eingehen. Der Firefox-Browser wird "KI-Kontrollen" bekommen, aber es wird eine Auswahlmöglichkeit für Nutzer geben.

Zum 24. Februar 2026 soll der Firefox 148 veröffentlicht werden. Dieser neue Browser-Entwicklungszweig wird in den Einstellungen der Desktop-Version einen neuen Bereich für KI-Steuerelemente aufweisen. Nutzer können dort aktuelle und zukünftige generative KI-Funktionen in Firefox an einem einzigen Ort blockieren. Es besteht die Möglichkeit, einzelne KI-Funktionen überprüfen und verwalten zu können, so dass der Nutzer über deren Verwendung entscheidet. Anwender können den Firefox ohne KI nutzen, während  das Mozilla-Team weiterhin KI-Funktionen für diejenigen entwickeln wird, die diese wünschen.

Diese KI-Funktionen sind geplant

Die Firefox-Entwickler planen KI-Funktionen zu integrieren, die das tägliche Surfen verbessern. Diese Funktionen sind optional und lassen sich ganz einfach aktivieren oder deaktivieren. Es sind folgende KI-Funktionen geplant.

  • Übersetzungen, mit denen Nutzer im Internet in ihrer bevorzugten Sprache surfen können.
  • Alt-Text in PDFs, bei der Bilder in PDF-Dokumenten mit Beschreibungen für Barrierefreiheit versieht.
  • KI-gestützte Tab-Gruppierung, die verwandte Tabs und Gruppennamen vorschlägt.
  • Link-Vorschauen, die wichtige Punkte anzeigen, bevor Nutzer einen Link öffnen.
  • KI-Chatbot in der Seitenleiste, mit dem Nutzer während des Surfens einen Chatbot ihrer Wahl, darunter Anthropic Claude, ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini und Le Chat Mistral, verwenden können.

Beim Start des Browsers können Nutzer diese Funktionen über die KI-Steuerung individuell verwalten. Das heißt, man soll entscheiden können, ob man einige oder alle dieser Funktionen verwenden möchte.

Wer keine KI-Funktionen von Firefox verwenden möchte, kann dies über eine Option KI-Erweiterungen blockieren steuern. Wenn diese Option aktiviert ist, werden keine Popups oder Erinnerungen angezeigt, die zur Verwendung bestehender oder zukünftiger KI-Funktionen auffordern. Ich denke, das ist ein guter Kompromiss, der beide Seiten zufrieden stellen sollte.

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22 Antworten zu Firefox 148 soll einen "KI-Killswitch" bekommen

  1. Seita sagt:

    Andere Firmen sollten sich mal überlegen das auch zu machen. (vor allem MS,Google und Co.)

  2. Gänseblümchen sagt:

    Wichtig wird der KI-Killswitch vor allem in Form von ADMX-Datei um das global im AD/Entra zu sperren.

  3. C.Waldt sagt:

    Da können sich andere Anbieter mal elf Scheiben von abschneiden ;-)
    Weiß schon warum ich für meinen VPN Kram auf einen Firefox Unterbau setze.

    —Grüße—

    • Luzifer sagt:

      naja,wenn man sich ne Scheibe abschneiden sollte, hätten sie das KI Gedöhns Opt In gemacht, man also wenn man es nutzen möchte explizit aktivieren muss! So ist das auch nur um nen Shitstorm vorzubeugen.

      • C.Waldt sagt:

        Der Einwand ist absolut berechtigt!
        Wenn ich mir aber auf der anderen Seite den kleinen Marktanteil von Firefox anschaue, kann ich schon verstehen, warum man es so anbietet.

        Sprich, die brauchen jeden Euro an Einnahmen den sie kriegen können.
        Und das mit dieser Möglichkeit zur Datensparsamkeit anzubieten finde ich ziemlich fair.

        —Grüße—

  4. aDude sagt:

    "Link-Vorschauen, die wichtige Punkte anzeigen, bevor Nutzer einen Link öffnen…"

    Gab es den nicht früher mal schon etwas mit "Link-Prefetching", das man in der "about:config" von vornherein abschalten sollte, weil das ein potentielles Risiko darstellte? Ist das jetzt wieder so etwas, nur für KI?
    Man versteckt hunderte unsichtbarer Links auf einer Webseite, die dann auf speziell für KI präparierte Seiten zeigen, mit unterschiedlichen "Prompt-Injections" Techniken (damit auch für jeden etwas dabei ist) und somit vorab eingelesen werden.
    Oder verstehe ich da etwas falsch?

    • Anonym sagt:

      Danke, von einer EI (echte Intelligenz ;) schon das geschrieben, was mir auch durch den Kopf ging: "Prompt Injection on the rise!"

      Ich fürchte, das ist nur von kurzer Dauer, dass der Kill-Switch alles mit KI abschaltet und das Altbewährte stattdessen noch funktioniert. Previews ohne KI, Übersetzungen mittels lokalem "translate this page (Beta)" und sicherlich noch mehr werden einfach der KI weichen, weil man nicht beides paralle pflegen will. "Und alle werden Opfer bringen müssen" für unsere neuen KI Overlords ;)
      Oder man nimmt Waterfox, Pale Moon oder Vivaldi – solange es sie noch gibt!

  5. Steter Tropfen sagt:

    „eine Reihe neuer und vertrauenswürdiger Software-Ergänzungen unterstützen" …sagt der Chef einer Firma, die sich vor einigen Jahren ihr Ökosystem mehr oder weniger nützlicher AddOns im Handstreich zerstört hat, indem sie auf einen Standard umstellte, wo vieles schlicht nicht mehr möglich ist. Was „vertrauenswürdig" ist, bestimmt Mozilla. Aber die Nutzer bestimmen, ob sich das eigentliche Programm dann noch für sie lohnt: Anpassbarkeit und Datenschutz waren das Kapital von Mozilla.
    (Na schön, Googles „Manifest 3" wird noch brutaler sein, aber Entschuldigung ist das keine.)

  6. Grüsch sagt:

    Mir werden von einer KI folgende about:config-Einstellungen vorgeschlagen, um die oben genannten KI-Funktionen zu deaktivieren. Kann das jmd. bestätigen?

    "browser.ml.enable" auf false deaktiviert die gesamte Machine-Learning-Infrastruktur.

    "browser.ml.chat.enabled" auf false entfernt den KI-Chatbot aus der Seitenleiste.

    "browser.ml.linkPreview.enabled" auf false deaktiviert die KI-gestützten Link-Vorschauen.

    "browser.tabs.groups.smart.enabled" auf false deaktiviert die automatische Tab-Gruppierung.

    "extensions.ml.enabled" auf false verhindert, dass Erweiterungen auf die KI-Engine zugreifen.

    "pdfjs.enableAltText" auf false schaltet die KI-Generierung von Bildbeschreibungen in PDFs ab.

    "pdfjs.enableGuessWork" auf false schaltet experimentelle KI-Formularerkennung im integrierten PDF-Reader aus.

    "pdfjs.aiService.enabled" auf false kappt die Verbindung zu externen KI-Diensten innerhalb von PDFs.

    Seitenleiste:

    "sidebar.main.visibility" auf false versteckt die primäre Seitenleiste komplett.

    "browser.sidebar.disabled" auf true deaktiviert das gesamte Sidebar-Modul (getestet und funktioniert).

    Integrierter PDF-Reader:

    "pdfjs.disabled" auf true deaktiviert den integrierten PDF-Reader (getestet und funktioniert).

    • C.Waldt sagt:

      Werde es dann im LibreWolf ausprobieren 😋
      Wenn es denn soweit ist.

      —Grüße—

    • peter0815 sagt:

      Sidebar wird zumindest bei mir von Firefox selbst mit

      sidebar.visibility = hide-sidebar

      in der Konfigurationsdatei deaktiviert. Braucht es kein about:config dazu.

      "sidebar" oder "ki" als Suchbegriff im entsprechenden Feld oben bei Einstellungen eintippen und den dann gleich darunter erscheinenden Haken wegmachen.

      Das ist aber derzeit auch das einzige, was sich in den Einstellungen selbst deaktivieren lässt. Von den angegebenen Möglichkeiten hat zumindest hier zwei weitere die befragte KI halluziniert. Gibt es nicht.

      Internes pdf muss man auch nicht deaktivieren. "pdf" in das Feld eingeben und dann darunter "Portable Document Format" auf die gewünschte externe Anwendung oder Rückfrage abändern.

      Dabei sollte man auch noch gleich andere Automatismen auf Rückfrage setzen.

      Sonst fummelt der erste externe KI-Bot schneller in den Windows-Einstellungen rum als man schauen kann. Frechheit, dass sich da auch andere nicht ganz ungefährliche Anwendungen wie docker und github ohne Rückfrage einfach einnisten können.

  7. noway sagt:

    Immerhin hören sie auf ihre Nutzer! Kann man sich ja heute kaum noch vorstellen.

    Ich halte das auch für einen guten Kompromiß zwischen kommerziellem Interesse/Zeitgeist und den Wünschen der treuen Nutzerbasis, die einfach nur einen Browser will, der sie in Ruhe lässt.

    Und wem das noch nicht genug ist, nimmt halt den Fork LibreWolf oder bleibt erst einmal auf einer alten ESR-Version. Aber ohne Firefox halt auch kein LibreWolf. Und vermutlich muss etwas Spagat heute sein.

  8. R.S. sagt:

    Brauchbarer Kompromiss.
    Besser wäre es aber, wenn sie den KI-Kram per Plugin anbieten würden.
    Dann wäre der Browser von Haus aus schlanker.

    • Froschkönig sagt:

      Wäre ein Ansatz. Aber zum Einen musst du erstmal einen schwebenden Handstand mit Füße wackeln machen, bis du die Extension-ID heraus bekommst, um die dann per Gruppenrichtlinie sperren zu können. Und zum Zweiten hat sich Mozilla wohl solch tiefe Verwurzelung von Extensions im Browser wohl selbst abgeschnitten, wie sie die API für Extensions so verschlankt haben, dass einige von mir heiß geliebte Extensions nicht mehr den ursprünglichen Funktionsumfang haben.

      • Heiko sagt:

        Da gibt extra ein Plugin von mkaply auf Github für das auslesen der Addon id. Heißt glaube ich AMOID oder so ähnlich. Wenn's installiert ist, kannst du die infos über den neuen Menübutton auf der Mozilla Addon Seite anzeigen lassen

  9. gast sagt:

    KI ohne die nötige Hardware, ist keine KI.. egal ob im FF oder im Win.

    Um die einzigartigen Funktionen von Copilot+ PC nutzen zu können, benötigen Kunden neue Hardware.
    Zusätzlich zu den Mindestsystemanforderungen für Windows 11 müssen Copilot+ PCs Folgendes erfüllen:
    Prozessor: Ein kompatibler Prozessor oder ein System-on-a-Chip (SoC) mit einer NPU, die mindestens 40 TOPS erreicht.
    Dies umfasst derzeit:
    AMD Ryzen™ AI 300-Serie
    Intel® Core™ Ultra 200V-Serie
    Snapdragon® X-Serie
    Arbeitsspeicher: 16 GB DDR5/LPDDR5
    Speicher: 256 GB SSD/UFS
    Bestimmte Funktionen sowie Apps und Hardware, die Sie Ihrem Copilot+ PC hinzufügen, können zusätzliche Hardware-, Software- oder sonstige Anforderungen haben, und diese Anforderungen können sich im Laufe der Zeit ändern.
    https://learn.microsoft.com/de-de/windows/ai/npu-devices/

  10. Heiko sagt:

    Der Aktuelle ESR hat definitiv schon KI an Bord. Wir haben bei uns schon die Menüs gesehen und auch andere. Gab dann auf Github nen Aufschrei, weil aktuell nicht komplett deaktivierbar. Darauf hin wirde dann glaube ich ne GPO nachgeliefert.

  11. Red++ sagt:

    Also ich finde es Wirklich gut, wenn der Firefox so einen KI Ausschalter bekommen wird, da darf man sich wenigstens frei entscheiden noch selbst entscheiden zu dürfen, was in anderen Browsern nicht mehr möglich ist!

  12. Thomas S. sagt:

    Ich bekomme seit kurzer Zeit immer 3 mal DistributedCOM Fehler wenn ich Firefox öffne, hatte ich davor nie gehabt. Win 11 23 H2.
    Ich weiß, soll nicht wichtig sein dieser Fehler, aber irgentwie wäre ich mal froh wenn es mal weniger statt mehr von dieser Warnung in der Ereignisanzeige von Win 11 wären.

  13. Froschkönig sagt:

    Es tut sich noch etwas bei Firefox. In letzter Zeit wurden diverse Brwowser-Addons bekannt, die diversen Schadcode beinhalten, z.B. Zwischenablage kopieren und an ihre "Meister" raussenden, usw. Bei koi.ai im Blog findet man da in jüngster Zeit mehrere Meldungen bezüglich vor allem Chrome, aber auch nicht wenige für Edge (meistens die gleichen nochmal) und auch einige für Firefox.

    Wenn man nicht auf Allow-Listen per Gruppenrichtlinie setzen kann, sondern den Benutzern die Freiheit lässt, selbst alle benötigten Erweiterungen zu installien, muss man hin und wieder mal Erweiterungen sperren, weil sie in irgendeiner Form nicht gewollt oder gar gefährlich sind. Und auch umgekehrt, wenn man gezielt die verwendbaren Erweiterungen freigeben will, benötigt man die Addon-ID, die man dann in der Richtlinie einträgt.

    Bei Chrome und Edge steckt diese Addon-ID wenigstens in der URL, unter der die Details zum Addon im Browser dargestellt werden. Bei Firefox dagegen ist diese Addon-ID kaum sichtbar, weder im Addon-Store noch bei installierten Erweiterungen. Man muss schon mit about:configure im Browser nachsehen, das XPI irgendwie runterladen und entpacken und eine json-Datei sichten, oder einen Webdienst (xpidump) bemühen. Also ziemlich umständlich und zeitaufwändig.

    Dementsprechend enthalten auch bei koi.ai die gemeldeten Firefox-Addons nur den angezeigten Addon-Namen, der nicht uneding eindeutig sein muss und jederzeit umbenannt werden kann, und nicht die eindeutige Addon-ID. Die Artikel nehmen es einem also nicht ab, diese Addon-ID mühsam zu ermitteln.

    Das soll sich nun ändern, ein Change-Request wird gerade umgesetzt, um die Addon-ID im Addon-Store von Firefox unten in den erweiterten Informationen zum Addon anzuzeigen. Die Diskussion dazu ist recht interessant, auf was dabei Rücksicht genommen werden muss, denn vielfach wurde von den Addon-Entwickler als eindeutige ID in den letzten Jahren nicht irgendeine zufällige Zeichenfolge benutzt, sondern die eigene Mailadresse, oder etwas, was so aussieht. (das ist bei den Chromium-Browsern klüger gewählt)

    https://github.com/mozilla/addons/issues/16011

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