Exchange Online: Zeitplan für das Ende von EWS veröffentlicht

Exchange LogoKurze Meldung für Administratoren und Nutzer von Exchange Online-Tenants, die EWS verwenden. Microsoft ist dabei, Exchange Web Services (EWS) in den Ruhestand zu schicken. Der Abschied war schon lange, seit 2018, angekündigt. Die Entwickler haben diesbezüglich gerade ihre Pläne bekannt gegeben. Ab Oktober 2026 beginnt der Abschied, der bis Anfang April 2027 dauern soll. Administratoren können während dieser sechs Monate festlegen, ob EWS verwendet wird.

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Exchange Web Services wurde vor ca. 20 Jahren entwickelt, damit Anwendungen per API auf Exchange-Daten (E-Mails, Postfächer, etc.) von Microsoft Exchange Server und Exchange Online zugreifen konnten. EWS wird für Exchange Online zunehmend durch Microsoft Graph ersetzt. Bereits 2018 hatte Microsoft bekannt gegeben, dass Exchange Web Services (EWS) keine Funktionsaktualisierungen mehr erhalten wird. Im Jahr 2023 wurde angekündigt, dass EWS im Oktober 2026 in Exchange Online deaktiviert wird (Anforderungen von Anwendungen werden dann blockiert).

Exchange Online: EWS-Abschaltung

Nun haben die Exchange Online-Entwickler im Techcommunity-Beitrag Exchange Online EWS, Your Time is Almost Up mehr Details zum EWS-Exit mitgeteilt. Dieser Vorgang beginnt im Oktober 2026 und endet mit einer vollständigen Abschaltung von EWS im Jahr 2027.

Zu beachten ist, dass die Einstellung von EWS nur für Microsoft 365 und Exchange Online (alle Umgebungen) gelten. Für EWS in Exchange Server SE gibt es keine Änderungen, die Funktion bleibt.

Microsoft plant, EWS für jeden Tenant einzeln über die Eigenschaft EWSEnabled zu deaktivieren. Die Eigenschaft kann drei Werte aufweisen: True, False und Null (derzeit der Standardwert). Eine neue Funktion, die Anfang 2026 eingeführt wird, ermöglicht es Administratoren, eine AppID-Zulassungsliste zu definieren. Wenn diese Funktion aktiviert ist, können nur Apps auf dieser Liste auf EWS zugreifen.

Ab 1. Oktober 2026 wird ggf. EWS deaktiviert

Microsoft schreibt, dass sich die Eigenschaft EWSEnabled in den Tenants ab dem 1. Oktober 2026 (oder kurz danach) bei Tenants wie folgt ändert:

ESWEnabled

Nur wenn ESWEnabled auf Null steht, können alle Anwendungen EWS noch nutzen. Beim Wert False ist EWS bereits abgeschaltet und beim Wert True werden nur in der Allow List aufgeführte Apps zur Kommunikation zugelassen.

Microsoft wird am oder kurz nach dem 1. Oktober 2026 bei allen Exchange Online-Tenants, bei denen die Eigenschaft EWSEnabled noch auf Null gesetzt ist, auf den Wert False ändern. Dadurch wird EWS für alle Anwendungen im Tenant blockiert.

Was Administratoren tun müssen

Administratoren von Exchange Online-Tenants sollten vor dem 1. Oktober 2026 reagieren, wenn EWS noch genutzt werden soll. Microsoft rät folgendes:

  • Administratoren sollen die EWS-Nutzungsberichte im Microsoft 365 Admin Center  überprüfen.
  • Soll EWS weiter benutzt werden, kann die Zulassungsliste für Apps bis Ende August 2026 (über den Baseline Security Mode oder Exchange Online PowerShell) befüllt werden.
  • Dann sollte die Eigenschaft EWSEnabled per PowerShell auf True gesetzt werden, um EWS bei den Apps der Zulassungsliste weiter verwenden zu können.

Alternativ könnte EWSEnabled auf Null gesetzt werden (muss mit Exchange Online PowerShell erfolgen), um EWS auch nach dem 1. Oktober 2026 ohne Einschränkungen verwenden zu können.

Ab dem 1. April 2027 wird EWS vollständig und dauerhaft deaktiviert und die Steuerung über EWSEnabled für Administratoren von Exchange Online-Tenants entfernt. Im Hinblick auf diesen Abschalttermin sollten Administratoren mit der Migration von Anwendungen zu Microsoft Graph beginnen. Weitere Details sind bei Bedarf dem Microsoft Techcommunity-Artikel zu entnehmen.

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16 Antworten zu Exchange Online: Zeitplan für das Ende von EWS veröffentlicht

  1. viebrix sagt:

    Kann MSGraph inzwischen schon Public Folders lesen? Ich vermute mal nicht. D.h. sie probieren's wieder und wieder wird der Ansturm kommen, von all jenen die Public Folders verwenden.
    Ja ich weiß Public Folders sind inzwischen schon seit 5 Jahren böse und sollte man nicht verwenden… Aber warum, nur weil MS glaubt sie können ständig Funktionalitäten durch neue ersetzen – bei denen sie aber diverse frühere Möglichkeiten nicht mehr implementieren oder streichen…
    Sie haben doch eh den Copilot, soll der das doch mal schnell in 1 Woche runterschreiben…

    • Otto sagt:

      Welcher Client basiert bei euch noch auf EWS?

      • viebrix sagt:

        Bei uns basiert kein Client mehr auf EWS. Weil wir nicht abwarten wollten, wann es wirklich abgeschaltet wird. Wir haben alles auf MSGraph umgestellt. Allerdings die Public Folders mussten wir auf einen eigenen neu angelegten account weiterleiten. Sehr unschön…

    • Jürgen sagt:

      Naja, Public Folders werden ja schon seit einer ganzen Weile nicht mehr gewollt.
      Wenn Du es seit 5 Jahren weist, hättest Du ja seitdem Public Folder stilllegen können.
      Vibe Coding oder GitHub Copilot ersetzt kein sauberes Testing und Secure by Design wird sicher auch noch den Public Foldern an den Kragen gehen.

      • viebrix sagt:

        Weil alle neueren Funktionen die Funktionen von Public Foldern nicht abdecken. Public Folder sind ein zentrales Instrument in unseren Workflows. Da geht es nicht um eine technische Umstellung sondern darum die gesamten Workflows unterschiedlicher Fachabteilungen umzustellen.
        Bei Public Folder sieht z.B. jeder für sich, ob er ein Mail schon angesehen hat – obwohl unterschiedliche User darauf Zugriff haben.

        Copilot war auch sarkastisch gemeint…

  2. Anonym sagt:

    Ich bin gerade auch über den Artikel von Frank gestolpert und neben Thunderbird und ERP-Anwendungen nutzt auch Microsoft selbst noch EWS in Outlook (new, classic, Web, Android & iOS) sowie im Admin Center. Eine Abschaltung in diesem Jahrzehnt ist also sehr unwahrscheinlich.
    https://www.msxfaq.de/cloud/exchangeonline/betrieb/ews_ende_2026.htm#nav

  3. noway sagt:

    Hoffentlich ist das dann nicht das Ende für den Zugriff auf Exchange von alternativen Mailprogrammen aus, aber vielleicht will Microsoft ja auch genau das.

  4. ARC4 sagt:

    Na Mal schauen wann Veeam Backup MSGraph unterstützt.

    • Gast01 sagt:

      Hoffentlich ist das Veeam-Backup über MSGraph performanter als via EWS. Wenn man viele Mailboxen gleichzeitig sichern will, kriege ich viele EWS-Timeouts. Habe schon das EWS-Throtteling auf unserem Tenant ausgeschaltet und 5 Azure-Apps für Veeam erstellt. aber bislang hat das nicht geholfen.

      Hat jemand Anderes eine Lösung für dieses Problem ausser das Backup auf viele kleinere Jobs aufzuteilen?

      • Gast01 sagt:

        Falls jemand das Problem in Zukunft auch haben sollte:
        Ich habe im Veeam-Backupjob die Anzahl der "Retries" von 3 (Standard) auf 10 erhöht. Danach lief der Job sauber durch. Er hat 4 Retries benötigt, bis alle Mailboxes gesichert werden könnten. Von Retry zu Retry ist die Anzahl der EWS-Timeouts geringer geworden.

    • PC-SPEZIALIST sagt:

      Wir nutzen Active Backup for Microsoft 365 von Synology.

    • MaxM sagt:

      Commvault Cloud Backup hat "Summer 2026" angekündigt.

  5. Jerry sagt:

    Wird so langsam Zeit, von Exchange onprem wegzukommen. Es wird nicht besser und durch gestiegene Hardwarepreise und Abogebühren immer teurer.
    Wir versuchen unsere onprem-Kunden auf alternative Systeme zu migrieren, auch wenn die ein- oder andere Funktion, die der Exchange bot, damit wegfällt.

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