Jedes 2. Unternehmen stoppt KI-Projekte wegen Sicherheits- und Governance-Bedenken

Stop - PixabayCoreView hat in einem aktuellen Bericht details zu KI-Projekten in Unternehmen veröffentlicht. 51 Prozent der Unternehmen weltweit haben KI-basierte Änderungen in Microsoft 365 aufgrund von Sicherheits- oder Governance-Bedenken rückgängig gemacht (in Deutschland waren es immer noch 46 % der Unternehmen). Gleichzeitig sehen knapp drei Viertel (70 %) der IT-Verantwortlichen in einem KI-gesteuerten Management enorme Vorteile für die eigenen Prozesse.

Die Secure-Boot-Zertifikate laufen ab. Was sollen Admins tun? Kostenloses eBook » (Sponsored by IT Pro)

Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt der neue Report 2026 State of AI in Microsoft 365 (Registrierung erforderlich) von CoreView, ein Spezialist für den Schutz und das Management von Microsoft-365-Tenants.

Weltweit bezeichnen vier von fünf IT-Führungskräfte (82 %) die Verwaltung von Microsoft 365 als erhebliche operative Herausforderung (Deutschland: 74 %). Entsprechend groß ist der Wunsch nach einer Entlastung durch künstliche Intelligenz. Allerdings stoßen 24 Prozent, in Deutschland sogar 34 Prozent, der IT-Verantwortlichen bei der Einführung von KI auf Widerstand seitens ihrer Geschäftsführung.

Diese Bedenken sind nicht gänzlich unbegründet: „KI wird häufig in Umgebungen eingesetzt, die dafür noch nicht bereit sind", erklärt Nurschan Bisenov, Solution Specialist bei CoreView. „Microsoft 365 erfordert mehr und mehr operativen Aufwand. Diesen wollen Unternehmen zunehmend durch Automatisierung reduzieren.

Wenn jedoch keine Governance- und Sicherheitskontrollen vorhanden sind, löst KI das Problem nicht, sondern verschärft es sogar noch. Ohne Struktur und Leitplanken führt die Automatisierung dazu, dass Risiken schneller entstehen, als sie adressiert werden können."

Die größten Bedenken der IT-Verantwortlichen betreffen dabei die Bereiche Zugriff, Kontrolle und Rückverfolgbarkeit:

1. KI nimmt ohne menschliche Aufsicht kritische Änderungen vor (46 %): Unbeschränkte Automatisierung kann ohne Überprüfung oder Genehmigung die Sicherheitslage, Berechtigungen oder Tenant-Konfigurationen verändern.

2. KI erhält übermäßige oder dauerhafte Administratorrechte (44 %): Die künstliche Intelligenz könnte zu einem „Superuser" werden, der Rechte ansammelt, die gegen das Least-Privilege-Prinzip verstoßen oder über den vorgesehenen Umfang hinausgehen.

3. KI-gesteuerte Aktionen lassen sich nicht nachvollziehen oder rückgängig machen (44 %)

Darüber hinaus befürchten 42 Prozent der deutschen IT-Verantwortlichen durch die KI ausgelöste Compliance-Verstöße sowie einen Verlust der Transparenz oder Kontrolle über sensible Konfigurationen (38 %).

Generell sind deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich sehr zurückhalten in der KI-Umsetzung, befürchten jedoch auch keine gravierenden Auswirkungen. Während weltweit 70 Prozent der Geschäftsführungen den Einsatz von KI fördern, sind es in Deutschland lediglich 46 Prozent. Gleichzeitig ist die Angst, durch KI den Arbeitsplatz zu verlieren, in Deutschland mit 42 Prozent der Befragten am geringsten ausgeprägt (weltweit 51 %). Entsprechend hat die Einführung von KI in Deutschland mit 32 Prozent auch den geringsten negativen Einfluss auf die Arbeitsmoral (weltweit 46 %).

Dieser Beitrag wurde unter AI, Sicherheit abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Kommentare zu Jedes 2. Unternehmen stoppt KI-Projekte wegen Sicherheits- und Governance-Bedenken

  1. R.S. sagt:

    Tja, das Microsoft 365 viel operativen Aufwand erfordert, wundert mich nicht.<
    Aber die Entscheider wollten ja ihre Unternehmens-IT ja unbedingt in die Cloud schieben, weil die sich davon weniger operativen Aufwand als bei OnPrem erhofften.
    Das es genau anders herum ist, merken die jetzt und wollen das dann per KI lösen.
    Besser wäre es, auf KI zu verzichten und alles wieder zurück zu OnPrem zu holen.
    Weniger Aufwand in der IT, man ist wieder Herr über seine eigenen Daten und Anwendungen und hat viel weniger Abhängigkeiten, die die Arbeitsfähigkeit behindern können.
    Und dann braucht man auch keine KI.

    • Anonym sagt:

      Und wegen dem KI Wahn ist Onprem jetzt mehrfach so teuer wie vorher, alleine schon die Hardware.

      • R.S. sagt:

        Wobei das weitgehend Einmalkosten sind.
        Bei der Cloud zahlt man jeden Monat und die Cloudanbieter erhöhen ja auch regelmäßig die Preise.
        Eine finanzielle Planungssicherheit hat man bei Cloud also auch nicht.

    • Anonym sagt:

      Und dann stellt man irgendwann verdattert fest, dass der ganze On-Prem Krempel auch gepflegt werden will, da müssen Updates gemacht werden, nicht nur von der Anwendung, auch vom Betriebssystem, vom BIOS/UEFI, von den Treibern der Netzwerkadapter, von den eingesetzten Switchen, Routern und Firewall-Systemen. Dann muss man im besten Fall sich auch noch auseinandersetzen mit dem Betrieb eines eigenen Rechenzentrum und dafür Lösungen finden, Einbruch- und Brandmeldeanlage, Notstrom, Backups, Redundanzen.

      Wenn man darüber länger nachdenkt, dann wird die Cloud doch wieder attraktiv, weil das insbesondere für kleine bis mittelständische Unternehmen gar nicht leistbar ist.

      • R.S. sagt:

        Doch, das ist für kleinere Unternehmen leistbar!
        Hier: KMU, komplette die Serverinfrastruktur ist redundant, täglich Backups, etc.
        Updates kommen per WSUS, etc.
        Die wichtigsten Ersatzteile liegen auf Lager.

        Und auch bei der Cloud brauchst du ein Backup. Eine gewisse interne IT-Infrastruktur brauchst du auch bei Cloud, wie z.B. Switche, Router, Firewall. Die müssen also unabhängig davon, ob du alles OnPrem oder in der Cloud hast, gepflegt werden.
        Und bei Arbeitsplatz-PCs muss man auch regelmäßig Updates einspielen, Treiber, BIOS/Uefi etc. aktuell halten, etc.
        Das nimmt einen die Cloud nicht ab.
        Dafür hat man OnPrem einfach viel weniger Abhängigkeiten.
        z.B. folgende Abhängigkeiten hat man OnPrem nicht:
        – Zugangsprovider
        – Cloudanbieter (Microsoft, AWS, Google, etc.)
        – externe Internetinfrastruktur (DE-CIX, Kabel in der Straße, DSLAMs, Glasfaserverteiler, etc.)
        – Politik (was ist, wenn Trump z.B. allen europäischen Cloudkunden bei Microsoft, AWS, Google, etc. den Hahn abdreht?)
        – eigene Zugangshardware (Router)
        – etc.

        Fällt irgendetwas davon aus, kann man nicht mehr arbeiten, wenn alles in der Cloud liegt.
        Liegt es OnPrem, hat man zwar u.U. kein Internet/E-Mail/Telefon, aber kann trotzdem weiterarbeiten.

        Und bei OnPrem ist man Herr über seine Daten.
        Bei Cloud weiß man nicht, wer in den Daten herumschnüffelt.
        Das kann schon ein neugieriger Admin beim Cloudanbieter sein.
        Da braucht es schon ein sehr sehr starkes Vertrauen in den Cloudanbieter und dessen Mitarbeiter.

        Und es gibt noch den Cloud Act. Das Abkommen der EU mit den USA ist das Papier nicht Wert, auf dem er steht.
        Denn wenn US-Dienste auf die Daten zugreifen, dürfen die Cloudanbieter das nicht bekanntgeben, nicht einmal, das die US-Dienste überhaupt zugegriffen haben. Und damit kann auch niemand die Einhaltung des Abkommens überprüfen.

        Und bei der Cloud kommt noch die DSGVO-Problematik ins Spiel.
        Und Cloudanbieter stehen viel mehr im Fokus von Cyberkriminellen als kleine Firmen, denn bei einem Cloudanbieter ist viel mehr zu holen.
        Und wenn man nur mal hier im Blog liest, wie oft es Störungen bei Microsoft 365 gibt…..
        Da ist die Zuverlässigkeit unserer OnPrem-Lösung sehr deutlich höher.

        • Du3rst sagt:

          @R.S.:
          Als jemand, der 15 Jahre On-Prem-Systeme betrieben hat und jetzt gerade zusehen muss, wie immer mehr blind in die Cloud verschoben wird (vor allem, weil Broadcom die Preise nur dauernd erhöht, aber keine Innovation bringt), sage ich nur: Du sprichst mir aus der Seele….

      • Martin B sagt:

        es geht schon, wenn die Systemhäuser auf KMU konzentriert sind und Konzepte in der Tasche haben, viele haben es nicht und so sieht die IT dann auch aus: teuer und Flickschusterei.

  2. mw sagt:

    Wer schon ohne Ki keine Ahnung hat wird auch mit KI keine Kompetenzen erwerben können. KI ist die Lösung für drittklassige IT Manager, die managen, was sie selbst nicht verstehen. Mehr natürliche Intelligenz wäre dringend anzuraten und den Cloud Quatsch möglichst schnell zu beenden. Die Mär von der billigen Cloud ist längst nicht mehr zu halten. Aber sie ermöglicht es, ohne eigene Kompetenz in der IT Abteilung zu leben. Es mangelt nicht an Fachkräften, sondern am Willen sie einzusetzen, ihnen zu vertrauen und bezahlen zu wollen.

    • Karsten Veitl sagt:

      Wahre Worte, und leider immer mehr und zu oft zutreffend und wird sich auch nicht ändern, solange gelebte Verantwortungsvermeidung woke bleibt.

      KI löst keine Verständnis- und auch keine Führungs-/Verantwortungs-Defizite.

  3. Martin B sagt:

    für IT Consultants ist KI ein Segen, ich möchte nicht mehr ohne.

    Aber auch darüber hinaus: es ist die nächste Stufe der Demokratisierung des Wissens und der leichte Zugriff drauf. Brachte das Internet samt Suchmaschinen einen großen Schub, ist es nun die KI, die die nächste Stufe zündet. Gerade bei Bezahlplänen zeigt sich der Fortschritt allzu deutlich: ob Coding oder tiefgehende Recherchen zu den unterschiedlichsten Themen, es ist schon enorm, was heute möglich ist. Brauchte man früher Tage oder Wochen für die Ausarbeitung komplexer Themen, geht das heute in wenigen Minuten und die Vielzahl der angezapften Quellen ist viel umfangreicher, als das was man mit manueller Recherche und oft auch begrenzten Zugängen zu Informationen je schaffen konnte.

    Ich finde es toll und es ist der logische Weg in die Zukunft, mich macht das nicht nervös. Unternehmensdaten und schützenswertes Wissen kann OnPrem bleiben, die Firmen haben es in der Hand. Dazu gehört auch, den Email Empfang nicht über Cloudservices zu leiten, eines der großen Missverständnisse.

    Wem das egal ist, z.B. Firmen im Handel ohne Patente, können sich auch mit Cloudservices zufrieden geben, das Wissen ist nicht unbedingt schützenswert.

    Ob das am Ende günstiger und sicherer ist, steht indes auf einem anderen Blatt, aber das muss jeder selbst wissen.

    • Tomas Jakobs sagt:

      Demokratisierung des Wissens?
      und leichter Zugriff?

      What? In welcher Ecke bist Du falsch abgebogen?

      Lass es Dir gesagt sein, auch wenn Du statt "Tage oder Wochen" heute nur "wenige Minuten" für etwas brauchen solltest, Dein Ergebnis wird mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch sein und knallen. Und dann wirst Du noch mehr ahnungslos sein als Du es heute bereits bist.

      Mark my words.

    • Anonym sagt:

      Sieht für "IT Consultants" wie ein Segen aus aber echte IT Consultants durchschauen den Müll, zum Glück, zumindest einige.

    • Jaja sagt:

      Ich kann diese KI IT Consultants nicht mehr sehen und lesen. LinkedIn wird überschwemmt von diesen "Fachleuten". Keine Ahnung, was die vorher gemacht haben, viel mit IT kann es nicht gewesen sein. Ich hatte schon ein Angebot, wo erst mal die Prozesse angeschaut werden sollten, und das für 10000€.
      Die haben keine Ahnung von nichts, und wollen Firmen ihren zusammengestückelten KI-Schrott verkaufen.

  4. Thomas Völker sagt:

    Coding mit KI…ätzend. Das finden nur Consultants gut. Und ja, schnell irgendeinen Prototypen per KI machen lassen, Kunden zeigen, schnell noch eine Broschüre für das neue Produkt erstellen lassen, supergeil. Spare ich 90% der Zeit.

    Wenn es allerdings darum geht, was richtiges zu entwickeln, für das der Anbieter dann auch haftet…naja. Müßte ich schauen, ist aber meines Wissens nach bei unserer Haftpflicht ausgeschlossen.

    Und ja, wir betreuen KMU mit OnPrem und MS365 als Full Service. Das mit Abstand aufwendigste ist Cloud, wenn man nicht "Standard" braucht. Und selbst dann sitzt man auf dem Trockenen, wenn die mal wieder Funktionalität kostenpflichtig machen: Basic Auth mit HVE? Mußte eine Standardeinstellung ändern, brauchst jetzt Entra P1.

    Und davon, daß wir mit unserem Tenant versucht haben SoldTo zu ändern und das seit 22.12.2025 und das immernoch nicht geändert ist, dafür aber von den Supportdienstleistern in Indien und Kairo mit Teamsmeetings zugebombt werden, um das "zu zeigen", davon rede ich garnicht. Ich gehe mal davon aus, daß die KI-unterstützt arbeiten und die deshalb auch keinen Zugriff auf dieses Feld haben. Ist aber kein Problem, Partner Benefits haben wir mit dem alten Namen beauftragt, per Überweisung bezahlt und die Rechnung wird jetzt im Nachgang geändert. Mal gucken, ob das bis 12/2026 abgeschlossen ist.

    PS: Die Edeka-Werbung überdeckt bei mir einen Teil des Formulars. Mußte jetzt auf 40% skalieren, um abzusenden.

  5. Tomas Jakobs sagt:

    Unternehmen haben doch schon Probleme mit deterministischen Dingen. Und jetzt wollen Sie auch noch nicht-deterministische stemmen und eine KI loslassen? Auf was denn? Die wenigsten haben brauchbare – sprich automatisierte maschinenlesbare Daten. Welchen Erkenntnisgewinn wollen die? Ein Bericht von mir vom letzten Jahr:

    https://blog.jakobs.systems/blog/20251126-governance-ki/

Antworte auf den Kommentar von Jaja Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros. Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion. Kommentare, die gegen die Regeln verstoßen, werden rigoros gelöscht.

Du findest den Blog gut, hast aber Werbung geblockt? Du kannst diesen Blog auch durch eine Spende unterstützen.