Digitalisierungsirrsinn in Schulklassen Anno 2026

Heute noch ein Informationssplitter, der mir die Tage untergekommen ist, und den Irrsinn der Digitalisierung aufzeigt. Es geht um die Digitalisierung in Schulen – wo andere Länder längst den Rückzug antreten, treibt das deutsche Schulwesen seine Digitalisierungsblüten.

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Zur Einstimmung verlinke ich mal auf diesen SZ-Artikel aus 2024. Dessen Botschaft lautet, dass Dänemark bei der Digitalisierung in Schulen sehr früh dran war. Jetzt dreht man das Ganze und geht von Tablets in Schulklassen weg, Bücher und Arbeitsblätter kehren zurück. Auch das Bildungswesen von Schweden geht diesen Weg. Kleiner Szenenwechsel – nachfolgender Tweet spiegelt die Erfahrungen eines Vaters, dessen Kind auf ein Gymnasium wechseln soll.

Schule mit iPad-Zwang

Zeigt den ganzen Irrsinn der Schuldigitalisierung – kannst Du dir echt nicht ausdenken, scheint aber Realität zu sein.

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108 Kommentare zu Digitalisierungsirrsinn in Schulklassen Anno 2026

  1. Speedy G. sagt:

    ….und für die, von der Schule ausgedruckten, Arbeitsblätter wird auch noch "Kopiergeld" verlangt

  2. Luzifer sagt:

    Es muss halt die Wirtschaft gefördert werden… da die Verkäufe sinken, wird man halt kreativ und unser Politik ist schon seit Jahrzehnten willfäriger Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft und #Neuland ist eben so schwer zu verstehen.

    • Matze sagt:

      Wirtschaftsförderung für Apple?
      Die brauchen es am Allerwenigsten und hilft der deutschen Wirtschaft keinen Deut.

      • Anonym sagt:

        Es wird die Drittfirma gefördert, die in den Schulen die iPads/Stifte/Hüllen/Zusatzversicherungen an die Kinder/Eltern vermittelt. Es gibt für jede Schule einen bestimmten Link zum Bestellen von 3 Varianten der empfohlenen iPads (unterscheiden sich im Speicherausbau).

  3. noway sagt:

    Ich hatte in der Familie sowas auch mal für ein Jahr (dann ging es auf eine andere Schule) – es ist tatsächlich so, wie in dem Tweet beschrieben. Außer Apple mit den iPads war übrigens auch MS mit 365 am Start. Schulen scheinen ohnehin viel auf 365 zu setzen. Der didaktische Mehrwert war jedenfalls klar negativ, denn die Dinger haben die Schüler vor allem abgelenkt.

    Aber wieso soll es an Schulen auch besser laufen als anderswo? Digitalisierung in Deutschland = zu einem analogen Prozess wird als Selbstzweck ein digitales Element hinzugefügt, das alles verkompliziert und teurer macht. Und am Ende verdient Big Tech und man ist von deren Launen abhängig.

    By the way, gerade gelesen: In Bielefeld führen sie iPads schon in der Grundschule ein. Was für ein Wahnsinn, das schlägt ja fast noch Experimente wie Schreiben nach Gehör seinerzeit. Gelesen habe ich davon, weil ein Elternpaar geklgt hat. Offenbar nur eins…

  4. Der Christian sagt:

    Achtung: dies ist eine Meinung!

    Absoluter Irrsinn.

    Aus Lehrersicht ein ganz klarer Power Trip der Behörden. Man muss schon froh sein, wenn man nicht dazu gezwungen wird, mitzumachen, denn es gibt mehr als genug Studien die klar machen, dass das Verwenden von digitalen Geräten im Unterricht (mit ganz wenigen Ausnahmen) zu Minderleistungen führen. Deshalb auch die Lehrer, die Papier austeilen und auf Papier arbeiten lassen: die Schülerinnen und Schüler lernen so einfach besser und mehr. Für mich gibt es eigentlich nur einen Ort, wo es wirklich Sinn macht, Computer in Schule einzusetzen, nämlich da wo dynamische Systeme zur Interaktion (sei es durch Programmieren von oder Entdecken in solchen Systemen) notwendig sind, beispielsweise dynamische Geometriesoftware, Programmieren, Absetzen von SQL-Abfragen, … So ist konsequenterweise sogar mein Informatikunterricht nur zur Hälfte mit Computereinsatz.

    Wenn ich aber das Verhalten meiner Schülerinnen und Schüler beobachte, merke ich, dass ich da einer der wenigen Lehrer bin, die das Verwenden des Computers im Unterricht überhaupt bewusst regeln. Zu deutlich ist der Reflex, den Laptop aufzuklappen und zu gamen.

    Hätte ich die Wahl, würde ich den Computereinsatz im Unterricht verbieten. So einfach und geldsparend kann man die Schülerleistungen sonst nicht verbessern.

    Zur iPad-Manie (ich selber habe zwei iPads, gute Geräte, aber eben: für welchen Zweck?): Welcher I****t ist auf die Idee gekommen, dass man mit einem iPad den Schülerinnen und Schülern etwas sinnvolles oder gar praxisrelevantes beibringen könnte? Okay … Allgemeinbildung an Gymnasien ist keine Berufsausbildung, aber ein bisschen Tippen und Wischen erzeugt keine digitalen Kompetenzen. Insbesondere weil die doch in der Regel verwendeten Apps so verdummt sind, dass man sie nicht sinnvoll produktiv nutzen kann. Word für iPad? Ist ja schlimmer als Microsoft-Produkte (okay … stimmt faktisch nicht, weil es auch von Microsoft ist, aber es kommt einem fast so vor).

    Was mich am meisten erstaunt ist, dass es keine Revolutionen deswegen gibt. Deutschland hat ja billige Arbeitskräfte, viele natürliche Ressourcen, liegt geographisch ideal für weltweiten Handel, hat eine Regierung, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit fördert, da brauchen wir ja keine gute Schulbildung. Ende Sarkasmus.

    • Anonym sagt:

      Ich versstehe jetzt nicht so ganz woher du die Behörden nimmst? Meiner Erfahrung nach werden solche Dinge von den einzelnen Schulen festgelegt und durchgesetzt. Im Artikel wird auch nur von den Schulen geredet, nicht von irgendeiner Behörde.

      • Der Christian sagt:

        …zum einen schreibe ich dies aus der Sicht der Schweiz (mit einem gewissen aber nicht detaillierten Einblick in die deutsche Situation).

        Und zum anderen, von dem was ich alles so höre und lese, sind zwar die Schulen die Ausführenden, aber die Entscheide kommen immer von oben. Ich wüsste auch nicht, dass eine Schule in Deutschland die Autonomie hätte, so etwas (jenseits von Pilotprojekten) eigenständig zu beschliessen.

        Da kommen die Behörden her. Da jedoch die Schulen kommunizieren (und ggf. in der Umsetzung Details anpassen), scheint es so, als ob es eine reine Schulentscheidung wäre.

      • Anonym sagt:

        Hinter jeder Schule steht ein Schulträger.
        Dieser ist bei öffentlichen Schulen meist die entsprechende Kommune (Gemeinde/Stadt/Landkreis).

        Dieser Schulträger hat die Verantwortung über die Finanzierung und gibt, wenn gut organisiert, ein entsprechendes Ausstattungskonzept vor.

        Dass die Ausstattung im Zuge des Digitalpakts nun technologietrieben ist, ist nicht überraschend.

        Vielleicht kann jemand mal den Tweet in der News auf AI prüfen lassen. Sowas lief mir mit anderem Wortlaut in Social Media über den Weg.

        Von einer Schule auf den Digitalisierungsstand Aller zu schließen lässt tief blicken.

        Bildung ist nun mal Sache der Bundesländer. Und die Umsetzung ist Sache der Kommunen.
        Daher kann der eigene Landkreis hintendran sein, während die Schulen im Nachbarkreis in ganz anderen Ligen spielen.

    • noway sagt:

      Ich stimme Dir zu 100% zu.

      Und mir komme niemand mit "Medienkompetenz" – das wäre, wenn schon, ein eigenes Fach mit eigenen Inhalten.

      • Gänseblümchen sagt:

        Dieses Fach gibt es und ich sehe bei meinen Kids, dass das funktionieren kann. Am Besten funktioniert es aber, wenn auch die Eltern medienkompetent sind. Das sind längst nicht alle. Diejenigen Eltern, die medienkompetent sind, setzen mit ihren Kids eine oder mehrere der Family-Funktionen (Apple, Google, Microsoft) auf den PCs, Smartphones und Tablets der Kids ein. Diejenigen, die nicht kompetent sind, kommen jetzt gleich und schwafeln was von Zensur und Co, ihr werdet es sehen. Schon genug beobachtet, hier, bei Heise und sonstwo.

        • Christoph Morrison sagt:

          Das, was du da beschreibst – also "Family-Funktionen" – hat allerdings überhaupt nichts mit Medienkompetenz zu tun. Nur weil ich ein Stoppschild einbetonieren kann, bin ich auch noch kein Verkehrsexperte.

          > Diejenigen, die nicht kompetent sind, kommen jetzt gleich und schwafeln was von Zensur und Co, ihr werdet es sehen.

          Da bleiben für mich zwei wahrscheinliche Optionen:
          – Du bist nicht medienkompetent, sonst wüsstest du, dass das ein sog. Poisoning-the-Well-Argument ist – das kann ich entschuldigen, aber es setzt deine Ausführungen in einen … schlechten Kontext.
          – Du bist medienkompetent, weißt, dass das ein sog. Poisoning-the-Well-Argument ist – dann bist du böse.

  5. Holger sagt:

    Im Film "Idiocracy" steckt viel deutsche Wahrheit!
    Wenn jedoch bildungsfremde Menschen Entscheidungen treffen dürfen, dann kommt das dabei raus. Und diese Bildungsfremden Menschen werden von anderen Menschen in ihre "Ämter" gewählt…..
    Schleswig-Holstein vs. Bayer, besser kann man es nicht aufzeigen…

    • Christoph Morrison sagt:

      Idiocracy ist übrigens in erster Linie ein Film über Genetik und nicht über Gesellschaft (bzw. darüber, dass Gesellschaft der Genetik folgt).

  6. Hans sagt:

    Die Schweiz macht es leider nicht besser.
    Noch gut drei Jahre, dann sind beide Kinder aus diesem Irrsinn heraus. Wir haben inzwischen neun Jahre Erfahrung mit dem Volksschulsystem. In Bezug auf Digitalisierung kann ich leider fast nur Negatives berichten.
    Mehrere Aspekte spielen hier eine Rolle: struktureller Aufbau, Medienkompetenz, Sicherheit.
    1. Struktureller Aufbau
    Der Unterrichtsstoff ist vollständig fragmentiert. Ein Teil befindet sich in physischen Schulbüchern, ein Teil auf unterschiedlichsten Online-Lernplattformen, ein weiterer Teil lose in diversen Collaboration-Tools. Hinzu kommen zahlreiche Arbeitsblätter der Lehrpersonen.
    Ähnlich sieht es bei den Aufgaben aus. Vieles wird als PDF verteilt und muss digital bearbeitet werden. Versucht man etwa, mit dem Stift auf einem Tablet halbwegs sauber Brüche zu schreiben, zeigt sich schnell die praktische Grenze dieses Ansatzes. Die Lösungen finden sich anschliessend in MS OneNote, wo die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten selbst korrigieren sollen, da den Lehrpersonen dafür angeblich die Zeit fehlt. Ergänzt wird das Ganze durch Aufgaben auf verschiedenen Online-Lernplattformen.
    Zur Prüfungsvorbereitung müssen die Schülerinnen und Schüler den Stoff ebenfalls aus all diesen Quellen zusammensuchen, daraus eine Zusammenfassung erstellen und anschliessend lernen. Vor vierzig Jahren war das deutlich einfacher. Ich behaupte auch: effizienter. Allein schon deshalb, weil nicht ein erheblicher Teil der Zeit mit dem Auffinden und Zusammenstellen des Materials verloren ging.
    Auch die Prüfungen erfolgen uneinheitlich: teils online, teils über PDFs, teils auf Papier. Bemerkenswert ist, dass sich dieses Vorgehen nicht einmal klar zwischen den Fächern unterscheidet. Selbst innerhalb eines Fachs wechseln die Formate ohne erkennbares Muster.
    2. Medienkompetenz
    Man möchte digital sein, doch die dafür nötige Kompetenz scheint kein fester Bestandteil der Lehrerausbildung zu sein. Der bunte Mediensalat, den unsere Schule den Schülerinnen und Schülern präsentiert, ist letztlich das Resultat eines fehlenden, übergeordneten Digitalkonzepts. Ein solches müsste verbindlich festlegen, welche Plattformen und Werkzeuge eingesetzt werden und wie sie strukturiert genutzt werden.
    Zudem wird offenbar vorausgesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler beim Eintritt in die 7. Klasse bereits über alle notwendigen Kompetenzen verfügen: sowohl im Umgang mit den Tools als auch in der Organisation dieser Form von Wissensvermittlung und Aufgabenbearbeitung. In der Praxis ist das nicht der Fall. In der Mittelstufe wird hauptsächlich mit iPads gearbeitet, während die Oberstufe auf Windows-PCs setzt. Die Systeme, Bedienkonzepte und Lernumgebungen unterscheiden sich fundamental.
    Nach dem Übertritt in die Oberstufe werden die Schülerinnen und Schüler damit faktisch ins kalte Wasser geworfen. Viele sind anfangs schlicht überfordert. Die Eltern gleich mit.
    Ein typisch schweizerisches Merkmal kommt hinzu: Von Schule zu Schule kann alles komplett unterschiedlich sein. Nicht nur die Gerätewahl, sondern auch die Plattformen und teilweise sogar die Lehrmittel. Das führt dazu, dass die Nachbarschule mit denselben Geräten arbeitet wie die Oberstufe, während die eigene Dorfschule etwas völlig anderes einsetzt. Für die eigenen Kinder entstehen daraus spürbare Nachteile.
    3. Sicherheit
    Der gravierendste Punkt aus meiner Sicht als IT-Sicherheitsexperte.
    Wenn Schülerinnen und Schüler auf ihren Windows-Laptops lokale Administratorrechte besitzen, die Geräte nicht über ein MDM mit sinnvollen Restriktionen verwaltet werden und zusätzlich eine ungemanagte Schul-Firewall im Einsatz ist, wird mir einfach nur übel.
    Tatsächlich scheint sich niemand ernsthaft darum zu kümmern. Vor Ort ein IT-Supporter mit der Kompetenz eines Informatiklernenden im ersten Lehrjahr. Dazu eine externe Firma ohne erkennbaren Wartungs- oder Betreuungsvertrag, die praktisch nicht in Erscheinung tritt. Innerhalb der Lehrerschaft fehlen Personen mit vertieftem technischen Verständnis.
    Unter solchen Bedingungen ist es trivial, einen gehärteten Browser zu umgehen und etwa ChatGPT zur Lösung von Prüfungen zu nutzen. Oder während des Unterrichts zu spielen statt zu arbeiten.
    Die Lehrpersonen fungieren dabei selten als Kontrollinstanz. Häufig wirken sie eher wie passive Begleiter: Stoff wird abgespult oder die Klasse arbeitet irgendwie vor sich hin. Digitalisierung des Unterrichts sei Dank.
    Wenn mein Sohn erzählt, dass bei einem Lehrer regelmässig der bekannte Discord-Benachrichtigungston auf dessen Schullaptop ertönt oder welche Webseiten während des Unterrichts erreichbar sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, wo genau die angebliche Sicherheit geblieben ist.
    Die Antwort der Schule auf das Thema Sicherheit lautet: alle vier Wochen Passwortwechsel. Offenbar ist dort noch nicht angekommen, dass diese Praxis seit Jahren als überholt gilt.
    Dass es bislang keinen Sicherheitsvorfall gegeben hat, erstaunt mich tatsächlich. Wahrscheinlich schlicht Glück.
    Immerhin werden die Laptops von der Schule gestellt und müssen nicht privat finanziert werden.
    Noch drei Jahre, die wir durchstehen müssen.

    • Der Christian sagt:

      …ich denke, dass hier ein ganz wichtiger Punkt angesprochen wurde: eklatant fehlende Sachkompetenz.

      > Ein solches müsste verbindlich festlegen, welche Plattformen und Werkzeuge eingesetzt werden und wie sie strukturiert genutzt werden.

      Bitte nicht! Warum? Weil dann diejenigen, die schon als eklatant sachkompetent identifiziert wurden, auch noch meinen festlegen zu können, welche Plattformen und Werkzeuge einsetzBAR sind. Und dann landen wir eben genau bei Microsoft OneNote für Übungen und Lösungen.

      Nein, ich will da wenigstens die Freiheit, für meinen Unterricht die Systeme auszuwählen, die gut geeignet sind. Klar: das führt in der Tat zu einer grösseren Vielfalt. Erstaunlicherweise hat jedoch eine Untersuchung ergeben, dass Schülerinnen und Schüler sehr flexibel darin sind, sich dem Stil und Mittel von Lehrpersonen anzupassen. Also bitte keine unnötige Einschränkung, solange die verwendeten Lösungen hinreichend sicher und datenschutzkonform sind (was ja Microsoft 365 nicht ist, wie wir seit Anfang Jahr durch noyb bestätigt bekommen haben).

      • Gänseblümchen sagt:

        Wobei OneNote wahrscheinlich noch die beste Lösung ist, die auch im Berufswesen Praxisrelevanz hat.

        Ansonsten, ja, diverse Inkonsistenzen und unklare Linien sehe ich auch an den Schulen meiner Kids. Andererseits ist es ja auch gut, wenn die Kids – fächerübergreifend – unterschiedliche Arbeitsweisen (PC, Tablet, PDF, Papier, Webseite, …) kennen lernen, das ist gelebte Praxis.

        Das Genie beherrscht das Chaos.

    • xx sagt:

      Und wie soll jemand auf einem vernagelten Gerät irgendwas zum Thema Medien Kompetenz oder Sicherheit lernen?

    • Micha sagt:

      Wenn die Schüler erkennen, das sie Administrative Rechte haben, ist das aus meiner Sicht Medienkompetenz. Wenn sie diese dann noch nutzen können, um das System so zu konfigurieren, das daraus ein Mehrwert entsteht, finde ich das prinzipiell gut.

      Des weiteren benötigt man auch Verständnis dafür, wie man Chat GPT richtig nutzt, um Probleme (Aufgaben) zu lösen. Ohne passende Eingaben am Promt funktioniert das nicht.

      In der Praxis zählt ja später auch nur, die gestellte Aufgabe richtig zu lösen. Ob man dabei weiß, wo es steht oder es auswendig kann, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

  7. Felix sagt:

    Als jemand der schon in mehrere Schulen die IT betreut hat kann ich sagen:
    Geld muss in Personal und nicht in Hardware investiert werden. Das passiert aber nicht. Die meisten Schulen haben bei uns nur einen "Systembetreuer". Das ist irgendein (hoffentlich IT) Lehrer der nebenbei ein paar Stunden weniger Unterrichtet und dafür die IT schmeissen soll. Völlig absurd, denn die Schulen haben meistens so grob 500 User. Dafür haben die meisten Firmen 2 Vollzeit-ITler.
    Deshalb KÖNNEN diese Lehrer auch überhaupt nicht das Wissen, Erfahrung und ständige Weiterbildung haben, um ansatzweise entscheiden zu können, was sinnvoll wäre.

    Dadurch gibt es häufig völlig absurde Entscheidungen z.B. zu M365 (es geht NUR um Officeprogramme! Die Mailadresse wird nicht benutzt.) oder Fat-Clients mit Windowslizenzen, die sich dann ausschließlich auf einen Windows Terminalserver verbinden.

    Würde man die ganzen Fördermittel in Personal stecken statt in sinnlose Hard- und Software, dann würde selbst ohne jeglichen Computer 20x mehr Wissen and die SchülerInnen vermittelt.

  8. viebrix sagt:

    Unfassbar für mich. Ich bin ja nicht aus Deutschland, aber ich kann mir vorstellen, dass es auch in Deutschland genug Eltern gibt, die sich so etwas nicht leisten können. Ich verstehe beim besten Willen nicht, wie so etwas durchgedruckt werden kann. Vor allem noch die Fixierung auf einen Anbieter, das ist nicht nur eine Frechheit sondern stinkt auch noch nach Lobbyisten. Sehr oft sind da auch irgendwelche Gelder im Hintergrund im Spiel.

    Oft sagt man wenn man es selber mit der Hand schreibt prägt es sich besser ein. Ich tatsächlich habe immer leichter auf dem Computer oder auf ausgedruckten Zetteln gelernt, meine eigene Schrift war dazu nie besonders geeignet (nicht weil ich nicht wollte sondern weil es einfach so war.. beim Schreiben immer ein Krampf in der Hand). Aber vermutlich ist das bei viel mehr anders herum. Jedenfalls finde ich dadurch eine Wahlmöglichkeit eigentlich besser.
    Wenn die Schule iPads möchte, dann müssen sie diese organisieren und das Budget aufstellen.
    Was wenn man es einfach sich nicht leisten kann? Eigentlich gehört hier geklagt, aber genau jene, die es sich nicht leisten können, die haben dafür kein Geld. Die es sich leisten könnten, oder die Beziehungen hätten, für die ist das ein Griff in die private Kaffeekasse…
    Solche Themen sind auch einfach ein Snapshot auf die immer stärker werdende Spaltung zwischen arm und reich…

    Ich finde es schade, dass oft bei solchen Meldungen in den Medien – sei es um Produkte die schlecht sind, Shrinkflation und andere, meist kein Namen genannt wird. Eigentlich gehört hier gleich der Name der Schule verbreitet, die sich so etwas einfallen lässt…

    • aus dem Rhein-Main Gebiet sagt:

      @viebrix
      > Was wenn man es einfach sich nicht leisten kann? Eigentlich gehört hier geklagt, aber genau jene, die es sich nicht leisten können, die haben dafür kein Geld.
      Theoretisch ist das möglich. Dazu gibt es in Deutschland den Begriff Prozeßkostenbeihilfe, wenn man keine Rechtschutzversicherung hat.

      *ABER* und das ist dann die Frage, welche ich nicht beantworten kann:
      Ob eine Familie einen Rechtsbeistand bekommt, welcher sich auf diese unsichere (finanzielle) Lage einlässt, stelle ich mal in den Raum.
      Vielleicht kann jemand, welcher mehr Informationen hat, etwas dazu beitragen.
      Die Erfolgsaussichten könnten / sollten gut sein, weil es sich um eine Diskriminierung handelt, wenn eine oder mehrere Familien sich das nicht eisten können.
      Bei einen Prozeß, welcher auch noch in der Presse / Rundfunk Beachtung findet, kann sich daß ganz schnell zum negativen für die Schule / das Kultusministerium entwickeln.

      • Daniel sagt:

        Warum nicht einfach mal drauf ankommen lassen? Wenn sich die Familie das nicht leisten kann und die Kinder dann kein ipad haben was soll passieren? Ein Bußgeld der Schulbehörde könnte kommen und dagegen legt man Einspruch ein mit der Begründung der fehlenden finanziellen Mittel. Den Bußgeldbescheid spielt man dann der örtlichen und überregionalen Presse zu und der Stein kommt ins Rollen.

        • Schnicke sagt:

          Zumindest kann passieren, dass das Kind dann doof da steht, nicht richtig am Unterricht teilnehmen kann, gehänselt wird etc..

          Als "damals" Bücher für den Unterricht selbst gekauft werden mussten, gab es für Eltern mit wenig Geld eine Unterstützung. Von wem und wie hoch die war, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es hier auch so etwas.

          • User007 sagt:

            Ja, gab bspw. in Niedersachsen durch das Gesetz zur Lernmittelfreiheit vom Kultusministerium sogar für alle obligatorische Kostenübernahme. 🤷‍♂️

          • Daniel sagt:

            Dafür gibt es Lehrkräfte die diese Misere erkennen und zu beheben haben. Wenn es halt mit den ipads nicht geht dann wieder auf die bewährte analoge Weise. Haben andere Länder ja auch bemerkt.

            • User007 sagt:

              Na ja, bei all den den Lehrkräften – tlw. "outgesourct" – aufgebürdeten "Aufgaben" kann schon das Eine oder Andere unbeachtet bzw. unerkannt bleiben.
              Ist's nicht 'n bißchen zu simpel mit dem Finger immer auf die Lehrkräfte zu zeigen?

    • Anonym sagt:

      Ich fürchte die Fixierung auf einen Anbieter hat einen halbwechs sachlichen Grund: Support durch das Lehrpersonal
      Wenn jedes Kind mit etwas komplett eigenem kommt, hat man einen Hardware- und Softwarezoo von Android 5 bis 15 und iOS. Bei jedem funktioniert irgendwas anders, besser oder schlechter.
      Es ist so schon schwierig genug, eine Gruppe Kinder im Zaum zu halten. Wenn man dann auch noch fast jedem hinterher laufen muss, weil da irgendeine App auf irgendeinem Betriebssystem quer schiesst, wird so etwas wie Unterricht unmöglich.
      Also einigt man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Früher war das eben Papier mit diversten Musterungen und Stifte in bestimmten Farben und Strichstärken.
      Und bei den Tablets ist das mit Apple wohl wirklich am einfachsten zu erreichen. Wenn es ein IPad ist, hat es eben auch iOS. Und das nicht in x verschiedenen Ausführungen. Keep it simple…
      Lehrer und Lehrerinnen sind keine IT-Leute. Und mitunter ist das auch gut so.

  9. Righter sagt:

    Hmm das ist übel

    Bei uns in der CH, schreibt der Kanton den Schulen vor was sie anbieten müssen.
    1-4. Klasse: 2 Schüler teilen sich ein Gerät
    5-6. Klasse: Jeder Schüler muss ein Gerät haben.

    Das Gerät wird von der Schule zur Verfügung gestellt. Was man einsetzt kann man selber entscheiden.

    Die Vorgabe auf Apple macht ja keinen Sinn, da gibts ja deutlich günstigere Lösungen

  10. Stefan sagt:

    Mal abgesehen von der sozialen Komponente, sind solche unverwalteten "BYOD" – Geräte im schulischen Einsatz doch sowieso gruseliger Müll.

    Keine Standards, keine Richtlinien, kein Softwarepool, keine Supportlösung und viel Ablenkung ohne Einschränkungen.
    Meiner Erfahrung nach halten Geräte mit denen nicht "rumgespielt" werden kann deutlich länger, weil sie einen fokussierten Einsatzzweck haben.

    • Anonym sagt:

      Bei uns wurden ALLE iPads, auch die privaten, vor dem Einsatz komplett gelöscht und dann verdongelt. Das war die Maßgabe, um überhaupt teilnehmen zu können, und alle Eltern haben mitgespielt.
      Damit einher geht der teilweise Verlust der Freiheit während der Unterrichtszeiten – da funktioniert dann nur das, was auch im Unterricht geht, auch wenn man zu Hause ist.
      Nach dem Abi wird es dann wieder entsprerrt.

      • dzp sagt:

        Mich würde brennend interessieren, auf welcher Rechtsgrundlage
        – iPads *verpflichtend* vorgeschrieben werden können
        – und diese dann auch noch "verdonglet" werden.

        Hätte ich Kinder im passenden Alter, die einer derartigen Maßnahme unterworfen werden sollen, dann hätte Herr Lieblingsanwalt mal wieder was zum Schreiben …

  11. Q sagt:

    Stammt der Tweet aus dem jahr 2015 oder eher aus dem Paulanergarten?

    Nen iPad für Schüler welches Pencil fähig und neu wegens Garantie ist, kostet eher zwischen 250-300€ und die Versicherung für 3 Jahre gibts für 50.

    Die Aussage, dass das Gerät "nur zum mitschreiben" benutzt wird ist doch ebenfalls quatsch. Jede Schule die ich kenne hat bereits seit Jahren Digitale Stunden- und Vertretungspläne und von Hausausgaben bis zum Wunschessen auswählen läuft vieles über irgendwelche Apps. Das das ganze ausgedruckt werden soll halte ich auch eher für an den Haaren herbeigezogen.

    • Daniel sagt:

      Vertretungspläne hingen früher im Schaukasten in der Schule. Das hat funktioniert und da musst man sich halt selbst was notieren oder merken. Aber heut geht das ja scheinbar nicht mehr analog.

      • Anonym sagt:

        Da fährt man also ganz analog zur Schule, um dann ganz analog am Aushang zu lesen, dass die ersten beiden Stunden ausfallen. Vertretung gab es auch früher schon nur sporadisch.
        Klar läuft heute sowas eher per WhatsApp. Also doch digital, aber privat.
        Warum soll dann eine halbwegs sinnvolle Massnahme zwanghaft analog und dadurch ungeschickt bleiben?

        • Daniel sagt:

          Da sprichst du schon den nächsten Wahnsinn an. "Früher" waren die Schulen nah an den Schülern und die konnten da hin laufen. Jetzt wird ja aus Rationalisierungsgründen die Zahl der Schulen reduziert da muss man dann eben fahren.

          • User007 sagt:

            Was is'n daran "Wahnsinn"?
            Wir sind früher auch zur Schule gefahren, allerdings selbstständig mit 'm Bus und nicht von Helikopter-Eltern "chauffiert" – hat auch wunderbar geklappt! 🤷‍♂️
            Und ja, manchmal war auch mal was "unergiebig" – na und? 🙄

          • Anonym sagt:

            Da reden wir aber auch schon von mehr als einem unterschiedlichen "Früher".
            "Ganz früher" (so nach dem zweiten Weltkrieg bis vielleicht in die 60er) waren lange Schulwege nicht so selten. Gerne auch mal zweistellige Kilometer. Wurde zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt. Zumindest wurde mir das immer erzählt. Da war ich noch nicht dabei.
            Später dann (mein früher), gab es für die kleinen eigentlich immer Schulen halbwegs in der Nähe. Die größeren Schüler konnten auch weitere Wege haben. Da kann ich als Beispiel her halten. Dann war man eben "Fahrschüler" mit Bus und Bahn, später Moped bzw auch Auto, dann aber selbst gefahren. Das hatte den Vorteil, dass man früh in den Straßenverkehr eingebunden war und schnell wusste, was einem da blühen kann, wenn man es vergeigt. Oder Pech hat. Vorteil war aber auch, dass es im Straßenverkehr noch anders zu ging, als heutzutage.
            Wie das heute genau ist, weiss ich nicht, da ich nicht mehr direkt in der Thematik stecke. Was man so mitbekommt, ist sehr unterschiedlich, je nach Ort, wo man sich befindet.
            Aber ich denke, so langsam driften wir vom Thema der Digitalisierung und deren Wahnsinn ab. Von mir war es das dazu hier jetzt jedenfalls. Danke, over&out.

        • Gänseblümchen sagt:

          Da ist das Dilemma. Die Schüler sollen den Vertretungsplan aus dem Schulportal abrufen. Dazu müssen sie das Schulgelände verlassen, innerhalb herrscht Handyverbot. Und während der Schulzeit dürfen sie nicht raus.

      • Micha sagt:

        Vor 15 Jahren, konnte ich schon von Zuhause den aktuellen Stundenplan für meine Berufsschule am PC abrufen. Da man nur eine Webseite aufrufen musste, ging das sogar Betriebssystem unabhängig. Wenn es Ausfall oder Raumänderungen gab, stand das meistens schon mit drin.

        Dementsprechend habe ich mir den Stundenplan, meistens auch ausgedruckt und mitgenommen. Ich fand das äußerst praktisch.

    • Karli sagt:

      Ein iPad allein reicht nicht hin. Dazu gehört eine Tastaturhülle mindestens, wie ein Stift. Im unteren Segement kommt man da bei neu Ware auf knapp 550 Euro inkl. Netzteil. Eine Versicherung für 3 Jahre/50 Euro bezahlt max. 1 mal und wird nur in selteneren Fällen ohne aufwändigeren Stress bezahlen.
      Der Nutzen in Schulen ist tatsächlich, im Verhältnis zum Medienbruch, zu den ökologischen Folgen, und den Aufwandskosten, nicht besonders hoch.

  12. Fritz sagt:

    Das zeigt einmal mehr, wie sehr die Generation der heutigen Entscheidungsträger in ihrem Denken stehengeblieben und zurückgefallen ist.

    Digitalisierung = irgendwas mit Computern, der Rest wird sich finden.

    Ich hatte das Glück, in der DDR zweimal einen solchen Umbruch mitzuerleben, der aber von kompetenten Pädagogen vorbereitet und begleitet wurde.

    1984 die Einführung des digitalen Taschenrechners.

    Den gab es ab der 7. Klasse und es wurde wirklich sichergestellt, daß jedes Kind vorher Kopfrechnen gelernt und geübt hatte und mit weiterführenden Hilfsmitteln (Rechenschieber, Logarithmentafeln) umgehen konnte bzw. mindestens ein Grundverständnis für die Funktionsweise hatte.

    Dann wurde der Taschenrechner den Schülern nicht einfach vor die Füße geworfen, sondern es gab ausführlichen Unterricht in Funktionsweise und Bedienung und es wurde auch auf die funktionalen Grenzen (z.B. Rundungen) hingewiesen.

    Erleichtert wurde das dadurch, daß es nur ein Modell (SR1) gab, welches jedes Kind preiswert auf Bezugsschein kaufen konnte, ein gegenseitiges Übertrumpfen oder Ausstechen mit besseren Modellen gab es also nicht.

    1986 die Einrichtung der ersten Computerkabinette.

    Auch hier gab es ein pädagogisches Konzept, welches sich stark auf Programmierung (BASIC) und Verständnis der zugehörigen Algorithmen bezog.

    Weiterhin gab es die Möglichkeit, sich außerhalb des Lehrplanunterrichts in sogenannten Arbeitsgemeinschaften zu betätigen und all das auszureizen, was die Technik damals eben konnte, sei es Musik, Grafik, Elektronik oder Spiele.

    Das auch wieder begleitet von Lehrern, die zwar den Schülern manchmal vom Wissensstand her nur ein paar Monate voraus wahren, aber sich ehrlich anstrengten und auch pädagogische Kompetenz in der Wissensvermittlung mitbrachten.

    Heutzutage ist es eher so, daß man den Schülern und Lehrern etwas hinwirft (beispielsweise digitale Wandtafeln) und damit dann völlig alleine läßt.

    Im Sandwich zwischen denen, die mit Technik schon lange außerhalb der Schule Erfahrung gesammelt haben und denen, die das Ganze sowieso nicht interessiert kommen leider gerade die Schüler, die wirklich etwas lernen wollen völlig unter die Räder.

    Stattdessen wird dann geschimpft, wenn doch noch mal ein Overheadprojektor oder eine Kreidetafel zum Einsatz kommt, obwohl auch die in den Händen kompetenter Lehrkräfte Jahrzehntelang mit großem Erfolg genutzt wurden.

    Corona hat das Problem wie mit einem Brennglas beleuchtet, wir haben nichts gelernt und sehen staunend wie vermeintliche Dritte-Welt-Länder wie China in steigender Geschwindigkeit an uns vorbeiziehen.

    • Gänseblümchen sagt:

      "Erleichtert wurde das dadurch, daß es nur ein Modell (SR1) gab, welches jedes Kind preiswert auf Bezugsschein kaufen konnte, ein gegenseitiges Übertrumpfen oder Ausstechen mit besseren Modellen gab es also nicht."

      Heute ist dieses Geschäft fest in der Hand von Casio. Mit entsprechenden Preisen.

  13. Blablax sagt:

    Ich stehe den Tabletts in der Schule auch skeptisch gegenüber. Es gibt folgende Einsatzgebiete, wo ich Tabletts sinvoll erachte:
    – Stundenpläne
    – Hausaufgabenliste
    – Vertretungspläne
    – Digitale Lehrbücher als ePub/PDF
    – Lernvideos (früher wurde das Schulfernsehen genannt)

    Der umfassende Einsatz im Unterricht z. B. für Schreiben und Lesen finde ich kontraproduktiv. Die Schüler müssen erstmal das Schreiben und verstehende Lesen lernen. Das geht mit analogen Mitteln besser, da das menschliche Gehirn in Formen denkt. Die Ablenkung durch digitale Medien ist einfach zu hoch.

    VG Blablax

    • Der Christian sagt:

      Meine Meinung:

      Stundenpläne: Aber dann bitte unbedingt als personalisierten WebDAV-Export! Geht, man muss es nur wollen. Denn so können alle es in ihre präferierten Systeme einbinden.

      Hausaufgaben: Das hängt wohl von der Schulstufe ab. In der Oberstufe mache ich das mit den Hausaufgaben so, dass den Schülerinnen und Schülern empfohlen wird, sie zu machen. Aber ja, auch ich schreibe das in einem digitalen System auf, aber vor allem um Nachfragen per Email zu vermeiden.

      Vertretungspläne: Im Jahr 2026 erstaunt es mich, dass das noch separat zu Stundenplänen verwendet wird. In meinem Kanton haben wir ein System, wo der Plan aktuell angezeigt wird (mit Farbcodes für Ausfall/Arbeitsauftrag/Raumverschiebung/…). Technisch möglich, man muss es nur wollen (wiederhole ich mich?).

      Digitale Lehrbücher: DA bin ich sehr skeptisch / sogar dagegen. Nicht nur aus ästhetischen Gründen oder aus den oben zitierten Studien, die alleine das Lesen von Büchern auf Bildschirmen als viel weniger nachhaltig als das Lesen auf Papier einstufen, nicht alleine aufgrund des Ablenkungspotenzials, sondern vor allem auch, weil nach meiner Beobachtung hier **extrem** viel Raubkopien kursieren. Viele Lehrerinnen und Lehrer kennen das Urheberrecht nicht oder missachten es (manchmal sogar aus falsch verstandener finanzieller Solidarität). Und das in einem reichen Land wie Deutschland oder umzu.

      Lernvideos: Da würde ich unterscheiden wollen zwischen individuellem Lernen (wo das sehr hilfreich sein kann) oder Lernen im Klassenverband. Im Klassenverband kann ich ein Lernvideo auch der ganzen Klasse zeigen. Wenn ich Sortierverfahren unterrichte, gibt es immer auch die getanzten Sortierverfahren aus Ungarn. Aber ist es sinnvoll, den Schülerinnen und Schülern zu sagen: geht mal auf die Webseite, schaut euch alle einzeln das und das Video an, und ich spiele zwischendurch mit dem Klassenbuch?

      Einen Hinweis zu dem Kommentar zum "selber schreiben": Eine Studie hat das mal genauer untersucht und festgestellt, eben weil das Schreiben mit der Hand langsamer und anstrengender ist, ist das, was aufgeschrieben wird, anders (und besser, vor allem nachhaltiger), weil mehr Denkleistung pro geschriebenem Wort investiert wird. Ich selber schreibe auch sehr ungern mit der Hand (ebenfalls anstrengend, auf Dauer tut's weh, …), aber es macht auch mir halt einfach bessere Notizen.

      • viebrix sagt:

        zur Handschrift. Studien sind halt eben immer nur für die Mehrheit. Ich selbst habe erst dann gut gelernt, als kopierte getippte Zetteln verwendet wurden – oder ich es selbst getippt habe. Der Leuchtstift zum markieren (manuelle Tätigkeit) hat geholfen. Das ist meine volle Überzeugung und hat sich auch in meinen Noten extrem wiedergespiegelt.
        Ich schreibe das einfach – damit Lehrer berücksichtigen können, dass es individuell auch anders sein kann…

        • Fritz sagt:

          Das kenne ich auch, teilweise als Lückentext, in den man wichtige Stichworte selbst ergänzen oder in Diagramme eintragen muß. Nannte sich "Arbeitsblätter".

          Begründung des Lehrers war, daß die Schüler nicht Zeit mit blindem Abpinseln vertun sollten, sondern aufpassen und den Inhalt verstehen.

        • Der Christian sagt:

          Das stimmt auf jeden Fall!

          Nur die dann oftmals daraus gezogene Konsequenz (sollen die Schülerinnen und Schüler doch selber entscheiden, ob sie auf Papier oder dem Computer mitschreiben) ist zumindest bei Schülerinnen und Schülern kein vollständig informierter und kompetenter Entscheid, zumal das Ablenkungspotenzial von Computern implizit immer in die Bewertung mit einfliesst (in die falsche Richtung).

          Es ist nie möglich, allen gleichzeitig gerecht zu werden. Aber falls jemand tatsächlich eine sehr besondere Situation hat, kann man das auch ordentlich und sachgerecht begründen und ggf. fachärztlich und ohne Kostenfolge für die Schülerin oder den Schüler überprüfen lassen und eine Sonderregelung finden. Geht ja auch z. B. bei Legastenie.

      • Luzifer sagt:

        zum Urheberrecht, sorry an Schulen hat das unter "fair use" zu fallen. Alles Andere ist Urheberechtsabzoge und mit der Grund warum das Urheberrecht nur noch als pervertierte Abzoge gesehen wird!

        • Der Christian sagt:

          Aktuelles Recht in Deutschland: Auszüge sind legal, ganze Werke nicht. Und hier ist genau die Linie, die oftmals nicht gezogen wird.

        • xx sagt:

          Warum sollte ein Schulbuch unter Fair Use Fällen?

        • Christoph Morrison sagt:

          Dann soll der Staat (Schulbuch-)Autoren bezahlen und die Werke gemeinfrei machen; Urheberrechte sind übrigens unabdingbar, lediglich Nutzungsrechte sind eine/die Frage. Kann man wollen und hätte sicher Vorteile, aber sicher auch Nachteile.

          Die Abzocke kommt eher woanders her: Der Schulbuchmarkt ist nicht unbedingt so … toll. Paar wenige Anbieter, paar wenige Auftraggeber – und die Leute, die den Spaß bezahlen müssen, sind in keiner der beiden Gruppen.

      • Anonym sagt:

        An unserer Schule (9. Klasse) sind die iPads im Unterricht nur ohne Tastaturen erlaubt. Schreiben auf dem Bildschirm mit Apple Pen oder dem halb so teuren Lamy. Ggf. noch einen Bildschirmschutz mit Widerstand, der beim Schreibgefühl recht nah am Papier ist.

        Ich war positiv überrascht, wie sich Organisation, Schriftbild und auch Noten verbessert haben. Bestimmt ein Einzelfall, ich weiß, aber in dem Fall eben ein positives Erlebnis. Mein Kind sagt ganz eindeutig, dass sie das Medium ggü. Papier dem Vorzug gibt.

        Es gab kürzlich diesbezüglich eine Abfrage bei den Eltern, Ergebnis steht noch aus. ICH konnte trotz anfänglicher Skepsis nur gutes Bescheinigen. Ich kann mich nicht dem anschließen, dass die beliebten Wörter "immer! alle! dauernd! jeder!" usw. hier mit "nicht funktioniert" kombiniert werden. Bei machen hilft es halt doch!

  14. Lantanplan sagt:

    Kehrt nicht der ganze skandinavische Raum der digitalen Schule mehr und mehr den Rücken zu? Tststs, na da muss also erst Deutschland ran, um den richtigen Weg aufzuzeigen. Immerhin präsentiert Deutschland dann 16 mögliche Wege … Das wird noch ein Spaß.

  15. Damiel sagt:

    Anhand der Eckdaten (350 Euro Förderung usw.) kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass es hier um das Förderprogramm "digitale Schule der Zukunft" des Freistaats Bayern geht. Ein iPad ist da nicht gefordert, das ist dann eine Vorgabe speziell dieser Schule.

    Die aufgemachte Rechnung ist natürlich Unsinn. Ein neues iPad gibt es z. B. Stand heute für 332 Euro bei Mediamarkt und einen Stift bekommt man für <15 Euro bei Action oder Amazon. Es wäre auch erlaubt, ein Refurbished-Gerät zu kaufen.

    Und wenn das trotzdem nicht möglich ist, ist vorgesehen, dass es Leihgeräte von der Schule gibt. Damit diese beschafft werden, wurde extra ein weiteres Förderprogramm namens "SchulMobE" aufgelegt. Wenn das nicht genutzt wurde, läuft bei dem Schulaufwandsträger etwas gründlich schief.

    Die Geschichten mit Arbeitsblättern in Papierform und Ausdrucken von Hefteinträgen sind natürlich haarsträubend. Kann ich eigentlich kaum glauben, vielleicht ist das eine Übergangslösung bis alle ausgestattet sind.

    Die Bücher weiterhin auf Papier auszugeben ist hingegen tatsächlich sinnvoll, da man auf dem kleinen Tablet schlecht gleichzeitig im Buch lesen und etwas schreiben kann. Außerdem sind die Angebote der Schulbuchverlage m. E. völlig unbrauchbar (teuer, umständlich, DRM, proprietäre Apps).

    • Günter Born sagt:

      Zum Schluss "muss Bayern sein": Du hast voll ins Schwarze getroffen – wollte den Tweet nicht verlinken, hab es jetzt aber über xcancel.com gemacht. Der Post-Ersteller lebt in Bayern und ist Data Engineer mit IT- & Psychologie-Hintergrund (laut eigener Aussage) – sieht solche Hilfsmittel grundsätzlich, richtig eingesetzt, als sinnvoll an – hat aber den obigen Fall als "Digitalisierungsirrsinn" perfekt aufgespießt.

      Du hast die Skurrilität der ganzen Sache nur zu 50 % erfasst. In Dänemark hat sich ein Kultusminister bei den Schülern entschuldigt, weil man sie Jahre als Versuchskaninchen für eine untaugliche Digitalisierung missbraucht habe. Was da mit dem Tablet an Haptik verloren geht und welche weiteren (negativen) Folgen das hat, da ist Skandinavien bzgl. Erkenntnisgewinn wohl bereits ein großes Stück weiter. Von den sozialen Hürden und technischen Schulden (samt digitale Souveränität) mal ganz zu schweigen. Schaue mal 1.000 km weiter östlich – kein Strom, kein Tablet mehr im Betrieb. Aber in den Luftschutzkellern können die Schüler mit Arbeitsblättern und Büchern weiter problemlos unterrichtet werden.

      In höheren Klassen kann ein Notebook oder meinetwegen auch Tablet hilfreich sein. Aber ob die Zwangsdigitalisierung, speziell, wie hier im Fall skizziert, der richtige Weg ist? Sieht mir eher wie die Entscheidung übereifriger Lehrer/Schule und Elternrat aus, als wohl überlegt und mit sinnvollem pädagogischen Konzept.

      Ich bin da wohl ein zu alter Knochen, der sich zudem noch nach "Volksschule" (Hauptschule kam später) durch den 2. Bildungsweg zur Fachhochschulreife geackert hat. Mir ist da nur der Bronstein (Taschenbuch der Mathematik) im Hinterkopf. Beruhte auf einem russischen Werk (1939/40 verfasst), was ins Deutsche übersetzt wurde. Russland war in den 60er- und 70er-Jahren nicht so für seine Rechnertechnik "berühmt", hatte imho aber die besten Mathematiker seiner Zeit. Der Bronstein fällt mir (neben "dem Dubbel" (Maschinenbau, Erstauflage 1912) und "dem Gerthsen" (Physik, Erstauflage 1948)) sofort ein, wenn es um Digitalisierung in der Bildung geht. Bronstein und der Gerthsen stehen noch heute bei mir im Schrank, den Dubbel konnte oder mochte ich mir nicht leisten und habe den für die Feinwerktechnik- und Maschinenbau-Vorlesungen kurzzeitig aus der FH-Bibliothek ausgeliehen (die Konstruktionsverfahren, die ich brauchte, hatte ich als Handskizzen auf einer Loseblattsammlung). Bronstein und Gerthsen waren "Vorgängerauflagen", die ich seinerzeit günstig in Aachen in einem Studentenladen (wenn ich es richtig erinnere) erworben habe (Kohle war bei mir immer knapp). Wäre mit der Digitalisierungswut heute undenkbar … und so ganz doof sind wir wohl auch nicht geblieben.

      • Damiel sagt:

        Ein Bronstein steht natürlich auch bei mir im Regal. Ist aber bestimmt schon ein Jahr her, dass ich da zuletzt rein geschaut habe. :-)

        Dass Dänemark hier wieder "zurückrudert", ist korrekt. Allerdings ist man dort schon lange auf einem Stand, der in Deutschland noch nicht mal geplant ist. Wenn ich richtig informiert bin, haben dort bereits die Grundschüler zur Einschulung ein Tablet erhalten.

        Das bayerische Förderprogramm "digitale Schule der Zukunft", um dass es hier geht, war ursprünglich ab der 5. Jahrgangsstufe vorgesehen, was mittlerweile auf die 8. Jahrgangsstufe angehoben wurde. Auch entscheidet jede Schule selbst, ob sie überhaupt teilnimmt und wenn ja, ab welcher Jahrgangsstufe.

      • dzp sagt:

        Zum "Nutzen" der sogenannten Digitalisierung des Unterrichts – nicht vorhanden. Null. Nada.

        Ganz im Gegenteil – der Themenkomplex ist inzwischen ausreichend beforscht, dass man feststellen kann, dass diese Art der Digitalisierung vielmehr äußerst schädlich ist.

        For the layman – "Lernen" geht mit analogen Medien deutlich effektiver. Z.B. Vokabeltraining – die effektivste Methode ist nachwievor der klassische Karteikasten. Mit *selber* erstellten Karteikarten.
        Da kann kein babbel (<- imnsho anderes Wort für "toxischer Sondermüll") und wie sie alle heißen auch nur in Ansätzen mithalten.

  16. Christoph Morrison sagt:

    Der "Zeit Online"-Link aus 2024 verlinkt auf die Süddeutsche.

  17. Thomsen sagt:

    Wir wurde in diesem Schuljahr auch damit "beglückt".
    Die Vorgabe war konkret: ein Tablet mind. 10" und ein Pen dazu.
    Der Tenor des Einführung-Abends: "wir schreiben nur die Geräteklasse vor, kein dedziertes Gerät oder dedizierte Marke, aber alles läuft auf iPad besser." (meine bessere Hälfte hat mir verboten darauf zu reagieren. ;-) )

    Das Kind wollte allerdings aus freien Stücken im gleichen Eco-System bleiben und hat jetzt ein 13" Galaxy mit kostenlosem Pen. :-) Da es zum Zeitpunkt des Kaufs auf "mitarbeiterangebote" auch noch nen satten Rabatt gab, hat es gerade mal 200 € mit dem Zuschuß gekostet.

    Einziger wirklicher Effekt: die Schultasche hat 60% an Gewicht verloren, da die Bücher weggefallen sind.

  18. Christoph Morrison sagt:

    Ich hatte Ende der 90/Anfang der 2000er in der weiterführenden Schule schon – als einziger Schüler in der ganzen Schule – nur einen Laptop/Notebook als Arbeitsmittel genutzt. Bücher hatte ich mir selbst eingescannt. Mir hat das geholfen und ich war oft produktiver als meine Klassenkameraden (auch durch Encarta – das war, für die Spätgeborenen, quasi Wikipedia auf CD-ROM/DVD). Und ich konnte programmieren. Ich bin also digitalen Medien überhaupt nicht abgeneigt.

    Ich selbst habe heute keine Kinder, aber im Verwandten- und Freundeskreis sind mehrere Kinder, die mit iPads bestraft wurden. Ich beobachte, dass die Kinder sich überhaupt nicht konzentrieren können und die Anwendungen, die mir gezeigt wurden, sind … schlecht. Die Hardware ist natürlich eigentlich super, aber ich glaube, jedes Kind wäre mit einem günstigen und robusten Notebook besser ausgestattet als mit einem Tablet. Ich habe viel an meinem Notebook rumgebastelt und auch viel gelernt.- was mir später im Berufsleben viele Vorteile brachte.

    Vielleicht ist digitale Schule per se gar nicht so schlecht, aber vielleicht machen wir es auf eine schlechte Weise. Und vielleicht einfach zu früh.

    (Anzumerken ist aber auch, dass die Eltern zu den oben erwähnten Kindern keine guten Vorbilder sind. Instascrolling, Spielen auf dem Tablet, Youtube-Videos als Unterhaltung – das haben die Kinder von ihren Eltern gelernt. Auch hier: Man kann Youtube für gute Dinge benutzen, aber auch um seine Zeit totzuschlagen oder seine Kinder abzulenken.)

    Ich weiß, es ist alt, aber ich glaube, wir als Gesellschaft haben immer noch keine ausreichende Medienkompetenz entwickelt.

    • Gänseblümchen sagt:

      Das Instascrolling u.ä. bringen sich die Kids gegenseitig bei. Von mir haben die das nicht, aber ich blockiere per Family-Funktion (Windows, Android) wenn ich das Gefühl habe, es wird zu viel.

      • Christoph Morrison sagt:

        > Das Instascrolling u.ä. bringen sich die Kids gegenseitig bei.

        Und die kaufen sich auch die Endgeräte gegenseitig?

        > Von mir haben die das nicht

        Du hast also deinen Kindern keinen Medienkonsum vorgelebt?

  19. Prozac sagt:

    Das Land NRW hat dazu im November 2020 – also vor knapp 6 Jahren Stellung genommen. Grundlage war eine kleine Anfrage beim Land. Ob die Stellungnahme noch Gültigkeit besitzt, kann ich nicht einschätzen. Sie ist aber auf der Webseite des Landes NRW öffentlich abrufbar.

    https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-11972.pdf

  20. Tomas Jakobs sagt:

    Damals(tm) in den frühen 90ern, wo wir am Gymnasium für die Mittelstufe einen Computerraum mit 10x C64 und einem Apple II hatten und in Mathe Zusatz bzw. nach Einweisung auch in Freistunden in Kleingruppen zu mind. 3 alleine arbeiten durften, da haben wir die ersten BASIC und prozedualen COMAL Programme erstellt, kamen mit Algorithmen in Berührung und konnten Funktionsgraphen am Bildschirm plotten.

    Für die Oberstufe gab es einen PC-Computerraum mit 1x Novell-Server (und 10x XTs), später Win3.11 Netzwerk (auf 386ern). Wir lernten mit Pointern, Heaps und Gattern umzugehen. Entwickelten mit Logikprogrammen eigene Rechenereinheiten mit Volladdierern und Halbaddierern nur um die grundlegenden Konzepte überhaupt kennen zu lernen. Später in Turbo-Pascal und Assembler begannen wir richtig gute Anwendungen zu programmieren wie einen Vokabeltrainer oder Prüfsummen und Komprimierungsprogramme. Programmiert wurde übrigens immer zuerst mit Stift und Papier und vor allem im Kopf (!). Erst wenn das Konzept stand und wichige Funktionen gedacht waren, stand die Ausarbeitung mit der Tastatur an. Das war dann oftmals nur noch ein "runter" programmieren, egal dann in welcher Sprache.

    Das alles ist bis heute in Erinnerung geblieben.

    Ein simples Prüfsummen-Programm in Pascal für DOS programmiert war mein Einstieg damals bei Data Buhl, wo ich in den Sommerferien jobbte und in Berührung mit realen Programmen und Projekten kam.

    Heute, 35-40 Jahre später und nach Lesen dieser Meldungen wie dieser hier, stelle ich fest, was war das Bildungssystem, meine Schule und insbesondere mein damaliger Physik, Mathe und Informatiklehrer (Herr Salewski) für eine besonders gute und ausserordentliche Lehrkraft.

    • Gänseblümchen sagt:

      Bei uns war es so, dass es in der Gesamtschule einen Computerraum mit Apple II und einen mit C-64 hab, später an der Beriffschule Olympia Boss mit CP/M und mbasic. Zum letzten Lehrhar wurden die dann durch 286er mit 20 Mhz und Windows 3.0 erstetzt.

      Den Lehrern an der Gesamtschule haben wir beigebracht, wie man mit den Rechnern umgeht. Und zwischendruch wurden fleißig Disketten mit neuesten Spielen kopiert. Die Lehrer wollten die auch haben.

  21. Jonathan sagt:

    Fazit: Außer der Tatsache, dass man jetzt nicht mehr auf Laptops, sondern auf Tablets setzt, hat sich in den letzten 11 Jahren nichts verändert. Normale (zu kleine) Schultische, privater 17 Zoll Laptop drauf, der den gesamten Tisch einnimmt, und dazu bekommt man vom Lehrer ein Arbeitsblatt in Papier – weil "Ist doch viel besser und praktischer"… Nur leider hatte niemand eine Idee, wo man dieses Arbeitsblatt jetzt hinpacken sollte: An den Bildschirm lehnen, damit man das Arbeitsblatt beim Arbeiten lesen kann? Dann konnte man den Bildschirm nicht mehr sehen. Auf die Tastatur legen, damit man den Bildschirm wieder sehen kann? Schwierig, da noch irgendwas zu schreiben. Und neben dem Laptop war halt kein Platz mehr, dafür waren die Tische zu klein bzw. neben dir saß halt der nächste mit seinem Laptop. Bücher, Hefter und ähnliches hat man halt notgedrungen auf den Boden gelegt (bis jemand darüber fällt).

    Aber Hauptsache von vorne (und natürlich nur dort!) eine nagelneue Fassade mit dem Schriftzug "Europaschule" und überall groß erzählen, man habe jetzt Laptopklassen…

    • Der Christian sagt:

      Du hast vergessen, dass überall die Steckdosen fehlen. Also kaufen Schulen oder / und Lehrer Mehrfachstecker, stecken diese mehr oder weniger gut ineinander, lange Ketten, Füsse von Tischen und Stühlen drauf stehend, teilweise mit abgebrochenem Plastikschutz… bin super-erstaunt, dass es noch keine Brände oder Elektroverletzte gegeben hat.

  22. Anonym sagt:

    In der Schule (in NRW) meines Sohn wurde das freiwillig angeboten.
    Man konnte wählen ob man in eine Klasse mit oder ohne iPad kommt.
    Die Klassen wurden dementsprechend aufgeteilt. In seinem Jahrgang
    2 Klassen mit iPads, 1 Klasse ohne.
    Die Geräte mussten selbst gekauft werden, es läuft schulseitig nur eine Management Software darauf um in der Schule Apps abzuschalten damit Ablenkung kleiner ist, Zuhause kann man damit machen was man will.
    Modelle waren vorgegeben, einerseits wegen der Management Software und bei Android kann kann man sich das Chaos vorstellen (von Billo-Noname-China Gerät mit uraltem Android bis Samusung) alle mit andere UI etc. Daher hätte man bei Android auch eine spezielle Modellreihe vorgeben müssen, gab wohl nur keine vernünftige Management Software für Android.

    Mit weniger Büchern ist das leider so eine Sache, es müssen noch massig Bücher und Arbeitshefte mitgeschleppt werden. Trotz Spind in der Schule ist der Tornister ultra schwer. Hier müsste es mal eine Vorschrift für ein Maximalgewicht her!

    Einerseits ist es verständlich wenn noch gut erhaltene Bücher vorhanden sind, kauft die Schule nicht zusätzlich eBook Lizenzen, aber das sollte sich irgendwann raus wachsen. Aber es gibt auch Lehrer die bereits vorhandene eBooks boykottieren, das für das ganze natürlich ad absurdum.

    Es gibt eine schulinterne Messenger Software über die auch der Stundenplan (incl kurzfristige Änderungen) sowie Hausaufgaben verteilt werden, das funktioniert eigentlich ganz gut.

  23. Axel Thiel sagt:

    Das Problem fängt schon in der Grundschule an. Da lernen die Schüler – zumindestens in Berlin- in Druckbuchstaben zu schreiben statt in Schreibschrift.

    • Daniel sagt:

      Dit is Berlin wa, blöd aber sexy. Ist doch kein Wunder dass Kinder nicht mehr richtig mit der Hand schreiben können wenn solcher Wahnsinn um sich greift.

      • Jonathan sagt:

        Ich gehe mal weiter und behaupte, dass selbst die Fähigkeit, eine Tastatur zu bedienen, heute nicht mehr durchgängig vorhanden ist. Mein Bruder berichtet aus der Uni, dass die aktuellen Erstsemester in der Informatik (!) teilweise gar nicht mehr richtig tippen können – das ist offenbar schon die Generation, die mehrheitlich mit Smartphones und Tablets aufgewachsen ist, statt (wie wir) mit PCs und Laptops.

      • Gänseblümchen sagt:

        Das ist auch in Hessen so. Schreibschrift kommt erst später. Druckbuchstaben sollte man Druckern und Druckmaschinen überlassen.

    • Schwarzes_Einhorn sagt:

      Ich erinnere mich, daß wir in der Grundschule (Baden-Württemberg) auch mit Druckbuchstaben angefangen haben – und das war 1971. Schreibschrift kam erst später, als alle Buchstaben bekannt waren.

  24. ChristophH sagt:

    Das Kinder schon früh den sinnvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen erlernen können, sollte schon Teil jedes Lehrplans sein. Damit die Lehrkräfte den Unterricht auch steuern können, müssen die Geräte von der Schule gestellt werden und zentral verwaltet werden. BYOD spart zwar Kosten ist aber in den unteren Schulklassen von den Lehrkräften, wegen dem Supportaufwand (bis nur mal alle die gleiche App dann endlich auf dem Desktop haben), nicht zu bewältigen.

    Ab der 4. Klasse dürfen die Geräte in meiner Wohngemeinde (CH) auch mit nach Hause genommen werden, Zitat Schule:
    „An unserer Schule haben die Kinder und Jugendlichen ab der 4. Primarklasse die Möglichkeit, ihre iPads für Schularbeiten mit nach Hause zu nehmen. Diese Praxis bietet zahlreiche Chancen für das Lernen, stellt aber auch Herausforderungen dar. Es ist wichtig, dass Sie als Eltern aktiv in den Austausch mit Ihrem Kind treten. Besprechen Sie die sinnvolle Nutzung der iPads und das richtige Verhalten im Internet. Zeigen Sie Interesse für die digitalen Aktivitäten Ihres Kindes und erarbeiten Sie gemeinsam mit ihrem Kind Regeln für die iPad-Nutzung bei Ihnen zu Hause."

    Ja, es stellt eine Herausforderung dar, für Eltern, Grosseltern und wer immer sonst noch die Kinder betreut. Meine Erfahrung als Grossvater: in der 4. Klasse war das Tablett für die Enkel zu Hause noch nicht so ein Thema und wurde nur für die Erledigung von Aufgaben genutzt. Ab der 5. Klasse kommt es dann immer öfters ausserhalb des schulischen Kontext zum Einsatz und auch KI-Nutzung wird zum Thema. Da muss man dann schon Nutzungsregeln aufstellen, kann den Jungen aber auch helfen mündige und kritische Erwachsene zu werden. Verbieten und verbannen ist kontraproduktiv.
    Positiv: die Kinder hatten auch schon die Aufgabe eine Woche lang „Digital Detox" zu praktizieren. Das wurde dann zu einer Art Wettbewerb wer länger und auf mehr verzichten konnte.


    In der Firma wo ich arbeite haben wir einiges in die Vermarktung von digitalen Produkten für die Schule in DACH investiert. Nach 5 Jahren muss man ernüchternd feststellen – schwieriges Thema. Zentral verwaltete Geräte: die Progressiven haben es schon lange, viele erkennen aber den Nutzen nicht oder es soll zu teuer sein. Leider muss ich aus eigener Erfahrung feststellen: Deutschland tut sich bei der Digitalisierung etwas schwerer als andere, aber auch bei den anderen ist viel Luft nach oben. Am Ende muss alles zusammenpassen: die Infrastruktur, die Lehrpläne und die Ausbildung der Pädagogen – ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Nur, warum soll das für die Digitalisierung nicht gelten?

    • User007 sagt:

      Wie ist das in der Schweiz gehandhabt – entscheiden da auch die Kantone dezentral die Umsetzung des Bildungsauftrags?

      • Der Christian sagt:

        "Das ist von Kanton zu Kanton verschieden."

        In der Tat.

        Mit dem Zusatz, dass es teilweise auch von Schule zu Schule verschieden ist.

        In meinem Kanton (ein eher kleiner Flächenkanton) legt es der Kanton fest.

        • User007 sagt:

          ""Das ist von Kanton zu Kanton verschieden.""
          Upps, hatte ich das i-wo überlesen? Mea culpa. 🫣

          Ok, ich wollte mit dem Aspekt natürlich auf die hier in D leider auch grad' im Kultusbereich föderale Struktur hinaus, die ich im Bildungssektor für das tatsächlich größte Übel und Hemmnis identifiziere.
          Dagegen sollten Schulungseinrichtungen durchaus über eine gewisse Flexibilität verfügen können, um praktikabel zweckorientiert auch benötigt individuelle Lösungsanpassungen anzubieten.
          Entscheidend ist dann jedoch natürlich auch die jeweilige Kompetenz des umsetzenden Personals.

          • Der Christian sagt:

            (Ist ja eigentlich Teil eines Witzes: "Ein Badener, ein Elsässer und ein Schweizer unterhalten sich darüber, wo die kleinen Kinder herkommen. Der Elsässer meint: "Die bringt bei uns der Storch. Auf fast jedem Hausdach ist ja ein Storchennest". Der Badener tut überlegen. "Bei uns machen die das im Krankenhaus". Der Schweizer ist etwas verlegen. "Also so genau weiß ich das nicht, aber bei uns ischt das auf jeden Fall von Kanton zu Kanton verschieden".")

          • Christoph Morrison sagt:

            > Ok, ich wollte mit dem Aspekt natürlich auf die hier in D leider auch grad' im Kultusbereich föderale Struktur hinaus, die ich im Bildungssektor für das tatsächlich größte Übel und Hemmnis identifiziere.

            Man stelle sich vor, ganz Deutschland hätte das Niveau von Bremen, nur weil in Berlin nichtganzsogroße Koalition gespielt werden muss und eine SPD-Schranze Bildungsminister wird – der Schulbetrieb ist zwar schon lange Spielwiese für "society engineering", aber wenigstens gibt es noch etwas Wettbewerb und man kann ich nicht ganz so progressive Bundesländer ausweichen, wenn's einem wichtig ist.

            Davon ab hat der Förderalismus in DE Grundrechtsrang und ist sogar eine der beiden Klauseln, die von der Ewigkeitsgarantie gedeckt sind (zumindest also so lange, wie das GG exisitiert, nicht im Wesensgehalt verändert werden dürfen).

            • User007 sagt:

              Sorry, "Wettbewerb" ist ein Marktinstrument und hat m. b. Mg. n. so absolut nichts im Bildungsbereich verloren, außer als Lehrinhalt vermittelt zu werden oder bei sportlicher Konkurrenz. Außerdem muß ja auch nicht zwingend unabdingbar das unterste Niveau als Beispiel dienen, sondern man stelle sich vor, es würde sich praktisch zweckgerichtet am Niveau von Sachsen orientiert – Ziele sollten ja immer oberhalb einer Befähigung ausgerichtet werden, damit die Motivation Antrieb erhält, und nicht unterhalb, wo sich eben mit billiger Selbstgefälligkeit Bequemlichkeit breit machen kann.

              Und bzgl. "Ewigkeitsgarantie" – auch, wenn ewiglich garantiert, falsch bleibt falsch und Zentralisierung ist nicht per se schlecht! 🤷‍♂️

              • Christoph Morrison sagt:

                > Sorry, "Wettbewerb" ist ein Marktinstrument und hat m. b. Mg. n. so absolut nichts im Bildungsbereich verloren

                Wettbewerb existiert, weil Menschen halt in erster Linie gegeneinander streben und um knappe Güter streiten – und Bildung ist so ein knappes Gut. Es ist eher so, dass du Wettbewerb, der einfach so aus der menschlichen Natur kommt, durch Zentralisierung, Etatismus, töten willst. In der Realität hat das aber immer nur zu Verschlechterungen im Gesamtsystem geführt, bis hin zum Zusammenbruch. Du willst außerdem ein halbwegs resilientes System durch ein fragileres ersetzen.

                Und du bleibst natürlich schuldig, weshalb eigentlich eine Zentralisierung Vorteile bringen soll, denn empirisch haben Frankreich und Italien zentralisierte Bildungssysteme und – suprised pikachu face – sie haben trotzdem starke Probleme.

                > Und bzgl. "Ewigkeitsgarantie" – auch, wenn ewiglich garantiert, falsch bleibt falsch und Zentralisierung ist nicht per se schlecht!

                Ich weiß halt nicht was du dir davon versprichst, wenn du der Bundesregierung mehr Macht gegenüber den Ländern einräumst. Meinst du, damit kommt dann alles in Ordnung und nur weil z.B. ein Studienabbrecher mit einem netten Gesicht, der es irgendwie in den Bundestag geschafft hat, über Bildung in Hintertupfing bestimmt?

                Die Probleme im Bildungssystem liegen definitiv nicht daran, dass die Bundespolitik zu wenig Einfluss hat, eher im Gegenteil: Wenn z.B. ein Bundesland entscheiden könnte, eine homogene Bevölkerungsstruktur zu behalten oder zumindest den Grad und die Form an Heterogenität seiner Bevölkerungsstruktur selbst zu bestimmen, würde man das im schulischen Bereich deutlich sehen.

      • ChristophH sagt:

        Die Kantone sind im Grundsatz für die Lehrpläne zuständig. In der deutschen Schweiz hat man mit dem „Lehrplan 21" eine Harmonisierung geschaffen, damit die Schüler den Anschluss besser finden beim Umzug von Kanton zu Kanton. In der französischen Schweiz ist es der „Plan d'études romand" und im Tessin der „Piano di studio". Für die Umsetzung sind die Schulgemeinden zuständig. Die Finanzierung erfolgt durch Kantone und Gemeinden.

        Auch die Lehrpläne der gymnasialen Maturitätsschulen und den Fachmittelschulen sind kantonal geregelt richten sich aber nach den Rahmenlehrplänen der EDK (Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren). Für die Berufsbildung erlässt oder genehmigt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) die Rahmenlehrpläne.

  25. Bolko sagt:

    Der Screenshot erweckt den falschen Eindruck, dass es eine Kaufpflicht für iPAD gäbe.
    Sowohl der Kauf als auch der Förderungsantrag sind freiwillig.
    Wenn man es nicht kaufen möchte, dann bekommt der Schüler ein Gerät von der Schule kostenlos geliehen.

    Das steht in der Antwort zur 3.Frage in der FAQ:

    "Müssen die Erziehungsberechtigten ein mobiles Endgerät erwerben?

    Nehmen Erziehungsberechtigte bzw. volljährige Schülerinnen und Schüler das Angebot nicht an, stellen die Schulen nach Möglichkeit mobile Endgeräte aus dem Leihgerätepool der Schule.

    Für Schülerinnen und Schüler aus finanziell unterstützungsbedürftigen Familien stehen verschiedene Lösungen zur passgenauen Auswahl vor Ort zur Verfügung, z. B. Ratenzahlungsmodelle, die Kombination der Förderung mit SGB II-Leistungen oder der Rückgriff auf den Leihgeräte-Pool der Schule."

    *ttps://www.km.bayern.de/digitale-schule-der-zukunft/erziehungsberechtigte/geraetekauf

    Wenn man das Gerät kauft, dann gehört es einem selber, darf es behalten und man kann mit Hilfe des Förderungsantrags bis zu 350 Euro sparen.

    • ChristophH sagt:

      Gut, kein Zwang zu BYOD. Zitat aus der Antwort zur 3.Frage in der FAQ „…stellen die Schulen nach Möglichkeit mobile Endgeräte aus dem Leihgerätepool der Schule." Wenn der Pool gerade leer ist weil irgendwo Investitionsanträge zwischen Büros in den Bildungsministerien hin und her pendeln, was dann? Da erzählen Vertriebler die den Schulen Geräte und Geräteverwaltungslösungen verkaufen so manche Geschichte mit denen man die Bürokratie-Olympiade gewinnen könnte.

      Eine weitere Herausforderung mit BYOD ist die DSGVO. Wenn der Schüler da seine privaten Daten drauf hat darfst Du keine Geräteverwaltungssoftware installieren, bzw. musst die Profile von Schule und Privat unterscheiden können. In der Praxis gibt das dann wieder neue Probleme weil der Schüler zu Hause dann manchmal in seinem Schulprofil festhängt und nicht mehr ohne Support der Schule rauskommt. Schule und BYOD funktioniert erst ab Stufe Gymnasium einigermassen.

    • peter0815 sagt:

      Das waren die Fördervoraussetzungen für das laufende Schuljahr.

      Von den großmäuligen Versprechen der Staatsregierung 2024 jeden ab der ersten Klasse zu sponsern ist mittlerweile aber fast nichts mehr übrig.

      Im November stand sogar zur Diskussion die bereits gemachten Zusagen für das Schuljahr 2025/2026 wieder komplett zurückzunehmen, da sie unter Haushaltsvorbehalt bewilligt wurden.

      Das ist mittlerweile so zwar vom Tisch. Für die bereits Juni-September 2025 gestellten Anträge gibt es also anteilige Zuschüsse, sofern jemand zwischen damals und spätestens Juni 2026 einen Computer für einen Schüler in gesponserten Klassen privat gekauft hat oder noch kaufen wird.

      Die 350€ Anteil sind dabei nur eine reine Obergrenze. In der Vergangenheit bekam man am Ende nur ca. 50 Prozent vom Kaufpreis. Wo Kommunen und Sponsoren allerdings teilweise noch was drauflegten.

      Für das kommende Schuljahr hat die Staatsregierung aber bereits angekündigt die Förderung (wieder) auf die spätere Mittel- und Oberstufe einzuschränken.

      Was hier auf einem Elternabend als Möglichkeit für das Schuljahr 2026/2027 vergeschlagen wurde war also wohl rein fiktiv um abzuklären wieviele da überhaupt mitmachen würden.

      Nur Äpfel, aber keine Birnen und Kirschen zu fördern lassen die Förderbedingungen eh nicht zu. Da müssten alle "freiwillig" Äpfel kaufen. Mit der ausdrücklich geforderten Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit lassen sich höhere Preise ja nur äußerst schwer vereinbaren.

      Zuschussrichtlinien für das nächste Schuljahr gibt es noch gar keine.

      Wahrscheinlich schauen die Grundschulen aber mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

      Was nicht das Schlechteste sein muss.

      Der Trend geht mittlerweile überall dahin erst einmal die wesentlichen Grundfertigkeiten zu erlernen und nicht die digitale Nutzung als reinen Selbstzweck.

  26. mvo sagt:

    Vor rund 50 Jahren wurden unsere Eltern verpflichtet einen Taschenrechner für uns zu beschaffen. Schon damals wurde klar vorgegeben welches Modell von welchem Hersteller es zwingend sein musste:
    Texas Instruments Ti-30, Kaufreis 70 DM, was damals verdammt viel Geld war und viele Eltern überforderte. Andere, günstigere Taschenrechner, selbst mit gleichem oder besserem Funktionsumfang waren nicht zulässig.
    Ich kann mich nicht daran erinnern, dass auch nur ein einziges Mal die Funktionen, die über Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren hinausgingen, im Unterricht ein Thema waren.

    • Steter Tropfen sagt:

      Seltsame Schule. Bei uns waren Sinus, Cosinus, Tangens, Wurzel usw. auf alle Fälle Teil des Lernstoffs. Die Fachlehrerkonferenz hatte sich auf ein Modell (Casio) geeinigt und die Geräte per Sammelbestellung angeschafft. Sonst hätte ich meinem sparsamen Vater schwer erklären können, wieso sein MBO-Taschenrechner (mit so schönen türkis leuchtenden Zahlen, 8 Stellen plus Minus/Überlaufanzeige), den er sich in den frühen 80ern für seine Steuererklärung angeschafft hatte, nicht ausreicht.
      – Leider hat uns nie jemand erklärt, wie die Schüler vor uns das alles ohne Elektronenrechner gehandhabt haben.

    • peter0815 sagt:

      Das dauerte damals nur wenige Jahre bis die Japaner den Markt mit ihrer besseren CMOS Technologie komplett übernommen hatten.

      Vor der achten Klasse durfte man in Bayern Taschenrechner gar nicht verwenden. Brauchte sie aber auch nicht wirklich. Dürfte heute nicht anders sein. Erst einmal lernen Größenordnungen im Kopf abschätzen zu können ist mehr als nur sinnvoll.

      Der zum TI-30 mindestens gleichwertige Casio kostete als Sammelbestellung nur noch gut 25 DM. Die Marke war vom bayerischen Kultusministerium freigestellt. Nur programmierbar durften sie nicht sein.

      Aber wer nutzt heute noch einen Taschenrechner? Hat ja jeder ein Samrtphone in der Tasche.

  27. Bolko sagt:

    Wenn dadurch der Kauf eines CAS-fähigen Taschenrechners im Mathematik-Unterricht entfällt, dann relativiert sich der Preis des Tablets.

    Ohne CAS Fähigkeit kann man gewisse Aufgaben nicht mehr in vertretbarer Zeit und Aufwand mit Papier und Stift lösen.

    Die "TI-Nspire CAS"-App und "GeoGebra CAS Rechner"-App können sowas, dann muss man nicht mehr den Taschenrechner kaufen.
    Die Bedienbarkeit von CAS dürfte auf einem Tablet auch besser sein als mit einem Taschenrechner wegen des größeren Displays, der interaktiven Fähigkeit des Displays und wegen den größeren Tasten.

    Mit einem Tablet kann man auch physikalische oder chemische Experimente simulieren. Dann spart die Schule die Ausrüstung und Materialien und so finanzieren sich die Tablets für den Leihpool der Schule von selber.

  28. GüntherW sagt:

    Wir müssten in der Schule >15 Jahre mal einen grafischen Taschenrechner kaufen, war extrem teuer und dann nur ein paar mal benutzt…..

    Das war schon da total sinnbefreit, weil man das Ding so wenig benutzt hatte, dass man sich damit nicht wirklich gut auskannte. Es gab auch verschiedene Varianten, weshalb auch der Lehrer mit den Modellen nicht immer klar kam..

    Es war auch keine Seltenheit, dass man ein Buch für 30-40 Euro gekauft hat und man das Ding ein paar mal benutzt hat. Teilweise konnte man es noch verkaufen, aber selbst das war nicht immer so einfach, weil dann schon wieder eine neue Ausgabe draußen war bzw. jedes Bundesland/Schule macht es anders..

    Wenn wir genau die Scheiße mit Tablets abgezogen. Ich frage mich welche HOHLBIRNEN (Ja, anders kann man es nicht beschreiben) sich sowas ausdenken. Allein schon die Problematik bei Verlust eines Tablets. Irgendjemand muss die Daten auch sichern und sichern können? Es muss ein Drucker da sein, der auch funktioniert und auch so funktioniert, dass man ein Tablet irgendwie einbinden kann. Eventuell muss auch noch ein Farbdrucker da sein.

  29. Matze sagt:

    Schüler können nicht mehr Lesen, Schreiben und Rechnen – aber Wischen, wenn sie die Schule verlassen.

    • Tom sagt:

      Wir mussten *damals* in der Steinzeit noch wirklich IN der Schule wischen – und zwar die Kreide von der großen Lehrertafel…

      • Daniel sagt:

        Tafeldienst war doch beliebt. So in etwa kurz nach Fußpilz in der Rangliste.

      • Anonym sagt:

        Es gibt keine Kreidetafeln mehr in der Grundschule, die mein Kind gerade verlassen hat… dafür Boardmarker!

        Und machen wir uns nichts vor: Tafelputzen! Im Winter bei -30°C! Bergauf! Und auch auf dem Rückweg! Und ganz besonders mit mehr Lametta als jetzt!!1!11

        • Tom sagt:

          In den wirklich strengen Winterzeiten 1984/85 und 1986/87 gab es auch bei uns keine Schule bei minus 20 Grad Außentemperatur.

          Für Erinnerungen an den "Katastrophenwinter 1978/79" bin ich dann doch viel zu jung dafür – miterlebt werd' ich ihn wohl haben, nur war damals noch nicht mein *ausgezeichnetes Gedächtnis* so ausgereft, wie es heute ist :-)

          p.s.: Herr Born, wenn das zu sehr "off-topic" sein sollte, dann bitte löschen.

  30. Daniel A. sagt:

    Worüber ich mich als Außenstehender (keine Kinder, Schule schon Anfang der 2000er abgeschlossen und somit vor der "Digitalisierung" in der Schule) immer wieder wundere: Wenn man das alles so hört, scheint sich NIEMAND von den Verantwortlichen jemals darüber Gedanken gemacht zu haben mal ein vernünftiges Konzept zu entwickeln. Also nicht nur "Was brauchen wir", sondern meiner Meinung nach viel Wichtiger "Was wollen wir erreichen bzw. wie kann Technik sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden". Hier wird anscheinend immer nur Hardware auf die Leute geworfen (aber für den Unterhalt/Betreuung selbiger ist dann kein Geld mehr da) oder halt Vorgaben gemacht, was die Schüler anzuschaffen haben. Aber ein richtig schlüssiges Konzept fehlt mir da irgendwie. Mich würde ernsthaft interessieren, ob es irgendwo in Deutschland eine Schule gibt, wo das alles wirklich sinnvoll und nützlich umgesetzt ist.

  31. mw sagt:

    Trotz Digitalisierung, oder vlt. gerade wegen, ist Baden-Württemberg und Deutschland in der Bildung unter efrner liefen. Die Mädels und Jungs sollten zuerst mal Sprechen, Schreiben und Rechnen lernen, bevor man sie an einen Rechner läßt. Das ganze dient doch nur dazu, die Kids auf bestimmte Ecosystem zu prägen (Microsoft, Google, Apple).
    Man müßte mehr in Bildung in den Kultusministerien investieren, denn dort tut es besonders not. Ich bin fro vor mehr als 50 Jahren ohne diesen Zirkus zur Schule gegangen zu sein.

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