Sicherheitsvorfall bei SAP-Dienstleister In4MD Service GmbH

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Kurzer Nachtrag über einen Sicherheitsvorfall bei der In4MD Service GmbH, der sich bereits zum 14. März 2026 ereignet hat. Die In4MD Service GmbH ist meinen Informationen nach ein Dienstleister im SAP-Umfeld und wurde Opfer eines Cyberangriffs auf seine IT-Systeme. Kunden wurden inzwischen informiert.

Die Secure-Boot-Zertifikate laufen ab. Was sollen Admins tun? Kostenloses eBook » (Sponsored by IT Pro)

Mir ist die Information aus der Leserschaft zugegangen, wobei die Quelle nicht genannt werden wollte. Die In4MD Service GmbH hat den Sachverhalt bestätigt, mir liegt das nachfolgende Schreiben vor.

Gesendet: Sonntag, 15. März 2026 21:56
Betreff: Sicherheitsvorfall bei der In4MD Service GmbH vom 14.03.2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunden,

wir kontaktieren Sie heute, um sie über einen Sicherheitsvorfall bei der In4MD Service GmbH zu informieren.

Was ist passiert?

Am Samstag, den 14.03.2026, haben sich unbefugte Angreifer Zugang zu internen Systemen der in4MD Service verschafft. Sobald der Vorfall durch uns festgestellt wurde (ca. 08:00 Uhr), haben wir alle Systeme vollständig heruntergefahren, um einen weiteren Zugriff durch die Angreifer zu unterbinden. Wir haben noch am selben Tag die Polizei sowie das Landeskriminalamt informiert.

Nach aktuellem Stand der Untersuchungen sind Sie als Kunde nicht direkt von diesem Vorfall betroffen, da es keine Hinweise auf unerlaubte Zugriffsversuche aus unseren Netzwerken auf Ihre Systeme gab. Aufgrund der gebotenen Vorsicht informieren wir Sie, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen können, dass es zu einem Datenverlust oder einem Abfluss von Daten auf in4MD Service Seite gekommen ist. Die Untersuchungen hierzu laufen.

Unsere bisherigen Maßnahmen

  • Sofortige Abschaltung aller Systeme im Rechenzentrum
  • Einschaltung von Polizei und Landeskriminalamt noch am 14.03.2026
  • Laufende forensische Untersuchung des Vorfalls (unterstützt durch externe Security Experten)
  • Aufbau eines sicheren, alternativen Kommunikationskanals
  • Meldung gemäß Art. 33 DSGVO bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde – fristgerecht binnen 72 Stunden. Das Aktenzeichen teilen wir Ihnen umgehend mit.
  • Meldung gemäß § 28 BSIG beim BSI – ebenfalls fristgerecht eingeleitet. Der Vorfall erfüllt die Kriterien eines erheblichen Sicherheitsvorfalls nach Art. 10 lit. a und lit. c sowie Art. 3 Abs. 1 lit. e der EU-Durchführungsverordnung zur NIS-2. Die Meldungs-ID an BSI lautet 19708.
  • Härtung der IT-Infrastruktur
  • Vollständige Sicherheitsüberprüfung aller eingesetzten Endgeräte

Erreichbarkeit

Bitte nutzen Sie für alle Rückfragen zu diesem Vorgang ausschließlich:

E-Mail: support@in4md-service.de

Zudem haben Sie die Möglichkeit unseren Datenschutzbeauftragten, Daniel Steffen, zu kontaktieren:

E-Mail: datenschutzbeauftragter@novidata.de

Wir werden Sie bei wichtigen neuen Erkenntnissen informieren und bitten Sie, etwaige Rückfragen ausschließlich über die oben genannten Kontaktwege an uns zu richten. Aufgrund des erhöhten Kommunikationsaufkommens wird es jedoch zu erheblichen Verzögerungen bei der Beantwortung ihrer Rückfragen geben. Dies betrifft insb. auch an uns gerichtete Tickets und Serviceanfragen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Was bedeutet das für Sie

Als Vorsorgemaßnahme empfehlen wir Ihnen die folgenden Schritte:

  • Setzen Sie Passwörter von Nutzeraccounts von in4MD Service Mitarbeiter:innen in ihrer Landschaft zurück (SAP-User, VPN-Zugänge, OS-/DB-User, etc.).
  • Rotieren Sie Passwörter von User Accounts und Zugängen, die mit In4MD Service Mitarbeiter:innen geteilt sind.
  • Prüfen Sie, ob Sie gegenüber zuständigen Aufsichtsbehörden ggf. einer Meldepflicht unterliegen.

Zur Wiederherstellung der Betriebsfähigkeit nehmen wir in den kommenden Tagen Kontakt mit Ihnen auf.

Wir bedauern den Vorfall außerordentlich und arbeiten mit Hochdruck daran, die Situation vollständig aufzuklären.

Dieser Beitrag wurde unter Sicherheit abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Sicherheitsvorfall bei SAP-Dienstleister In4MD Service GmbH

  1. R.S. sagt:

    Wenn ich da unter "Unsere bisherigen Maßnahmen" den Punkt "Härtung der IT-Infrastruktur" lese, dann frage ich mich, warum man das erst nach so einem Vorfall tut und warum das nicht schon vorher geschehen ist.
    IT sollte man immer proaktiv härten und nicht erst nach einem Cybervorfall.

    Und wie passt "Sofortige Abschaltung aller Systeme im Rechenzentrum" mit
    "Härtung der IT-Infrastruktur" und "Aufbau eines sicheren, alternativen Kommunikationskanals" und "Laufende forensische Untersuchung des Vorfalls (unterstützt durch externe Security Experten)" zusammen?
    Wie will man abgeschaltete Systeme härten?
    Was bringt ein alternativer Kommunikationskanal zu abgeschalteten Systemen?
    Wie will man an abgeschalteten Systemen forensische Untersuchungen vornehmen?

    Und warum hat man die Systeme abgeschaltet anstatt einfach alle externen Zugänge zu den Systemen zu trennen?
    Auch durch die Trennung der Zugänge hätte man den Zugang der Angreifer unterbunden.

Antworte auf den Kommentar von R.S. Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros. Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion. Kommentare, die gegen die Regeln verstoßen, werden rigoros gelöscht.

Du findest den Blog gut, hast aber Werbung geblockt? Du kannst diesen Blog auch durch eine Spende unterstützen.