50 % der VMware-Nutzer planen 2028 eine Reduzierung der Nutzung

VMwareDas Geschäftsgebaren von VMware by Broadcom scheint (zumindest mentale) Spuren zu hinterlassen oder "Schatten voraus zu werfen". Die Tage ist mir die Aussage untergekommen, dass gut die Hälfte der VMware-Kunden bis 2028 eine Reduzierung der Nutzung dieser Plattform plant.

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Seit VMware durch Broadcom übernommen wurde und die Produktlinie gestrafft sowie die Lizenzpolitik neu gestaltet hat, herrscht "Unruhe" bei der Kundschaft. Es gibt nur noch die VMware Cloud Foundation (VCF) Produktfamilie und die Lizenzen beinhalten auch einen Wartungsvertrag. Für Kunden bedeutet dies durch die Bank kräftig steigende Lizenzkosten. Ich hatte die Entwicklung seit 2024 hier im Blog in diversen Beiträgen nachgezeichnet.

Zäher Wechsel – VMware geht es prächtig

Eigentlich hätte ich vor einem Jahr erwartet, dass 2026 der Großteil der VMware-Kunden zu anderen Virtualisierungsplattformen gewechselt sei. Dem ist aber mitnichten so – kleiner Virtualisierungsprojekte sind zu Proxmox gewechselt. Aber die großen Hyperscaler-Anwender hängen komischerweise auf VMware fest. Die Tage hatte ich letztmalig im Artikel CISPE reicht EU-Wettbewerbsbeschwerde gegen VMware by Broadcom ein über den Sachstand berichtet. Die Vereinigung Europäischer Cloud-Provider (CISPE) hat bei der EU-Kommission eine Wettbewerbsbeschwerde wegen wettbewerbswidrigem und existenzgefährdenden Verhalten gegen VMware by Broadcom eingereicht.

Mit anderen Worten: Die großen europäischen Cloud Provider hängen weiter an "der Nadel von" VMware by Broadcom und werden durch die neuen Lizenz- und Vertragsbedingungen (teilweise kein Verkauf von VMware-Produkten mehr) rechtlich und von den Kosten her gebeutelt. Und Broadcom geht es mit dem Kauf von VMware und der neuen Produktpolitik wirtschaftlich prächtig. Man hat Kunden raus gedrängt, die Preise kräftig angehoben und verdient sich dumm und dämlich.

Sind die VMware-Kunden zu dämlich zum Wechsel? Dann wäre es logisch, dass diese Kuh gemolken wird, solange sie Milch gibt. Ich höre aus der Leserschaft ja gelegentlich, dass der Abschied von VMware nicht so einfach sei, "weil …". Im heise-Forum habe ich die Tage den Kommentar  An alle VMware-Admins die gerade flennen … gelesen. Der Tenor lautet "alles kein Problem, wenn man nur will, aber man müsste einfach mal anfangen". Im Thread geht ein weiterer Kommentator auch auf die angeblich erforderliche "SAP-Zertifizierung" als Show-Stopper beim Wechsel ein und zerpflückt die Argumente.

Gut die Hälfte der Kunden will weg

Inhaltlich kann ich nicht beurteilen, ob diese Kommentare im heise-Forum den Kern treffen oder ob es wirklich Show-Stopper beim Wechsel gibt. Aber die "mentale Abkehr" von VMware hat definitiv stattgefunden. Die Tage bin ich bei The Register auf den Beitrag Half of VMware users plan to reduce usage by 2028 gestoßen, der einen Informationssplitter zu dieser These bereithält.

Das unabhängige Analyseunternehmens Virtified hat eine Umfrage unter VMware-Nutzern  durchgeführt. Dabei kam heraus, oh Wunder, dass die Hälfte der VMware-Nutzer plant, "die Nutzung der VMware-Produkte bis 2028 zu reduzieren". Also kein kompletter Exit, sondern ein schleichender Abschied.

Michael Warrilow, Principal bei Virtified und ehemaliger Gartner-Analyst mit Spezialisierung auf Cloud und Virtualisierung, wird von The Register so zitiert, dass VMware-Nutzer mit der Strategie von Broadcom hadern, ausschließlich das Produkt Cloud Foundation 9 (VCF 9) als komplettes Private-Cloud-Paket zu verkaufen.

Laut Warrilow empfänden einige Nutzer die Kosten für VCF 9 als unerschwinglich. Das sind halt nicht die Kunden, die Broadcom haben will. Andere Kunden benötigen nicht alle Tools in VMware Cloud Foundation oder scheuen die Komplexität ihrer Bedienung, schreibt The Register. Laut Warrilow werden Nutzer mit diesen Problemen daher ihren Bestand an virtuellen Maschinen, die auf VCF 9 laufen, überprüfen und einen Teil dieser Work-Load auf eine andere Plattform verlagern.

Der Analyst erwähnt gegenüber The Register, dass viele Migrationen bereits im Gange seien. Es ist also nicht nur ein mentaler Wechseln, sondern der Abschied ist eingeleitet. Spannend finde ich aber die Einschätzung des Analysten, dass dieser Wechsel die von Broadcom gestellten Rechnungen reduzieren. Warrilow will gehört haben, dass Broadcom bei Kunden, die den Wechsel einläuten, reagiert. Sobald Broadcom Wind davon bekommt, dass Kunden ihre VMware-Umgebungen verkleinern, räumt der Anbieter einfach weniger großzügige Rabatte ein oder streicht diese ganz. Es läuft also auf eine Scheidung nach dem Motto "ganz oder gar nicht" hinaus.

Zäher Abschied in der Praxis

Im Oktober 2027 endet der Support für die Version 8.0, und Warrilow ist skeptisch, dass Kunden vorher wechseln. Er prognostiziert sogar, dass viele der Kunden zur Lizenzierung von VCF 9 gezwungen werden, weil sie den Exit nicht schaffen. Ein weiterer Teil der Kunden werde bis Oktober 2027 warten, um den Wechsel zu einer anderen Virtualisierungsplattform mit einer Hardware-Erneuerung zu verbinden. Hier stehen die Zeichen aber auch auf Sturm, da die Kosten für die Hardware (RAM, SSDs, Server) durch den KI-Boom explodiert sind und bis 2027 voraussichtlich nicht sinken.

Diejenigen, die sich dafür entscheiden, weiterhin nicht unterstützte Software von Broadcom zu nutzen, werden wahrscheinlich mit einer Lizenzprüfung konfrontiert, schreibt The Register. Dort werde Broadcom, sollte sich herausstellen, dass ein Nutzer mehr Lizenzen benötigt, die Software zum Listenpreis oder mit minimalem Rabatt anbieten. So kommt Broadcom wieder auf seine Kosten. Broadcom hofft, "dass das alles als zu schwierig angesehen wird und man das Upgrade auf VCF 9 durchführt", wird der Analyst zitiert.

Diejenigen, die keine Reduzierung ihrer VMware-Umgebung planen, hätten laut Warrilow diese Entscheidung möglicherweise aufgrund verschiedener Faktoren, die eine einfache oder kostengünstige Migration verhindern, getroffen. Gründe für solche Entscheidungen seien der Mangel an geeigneten VMware-Alternativen, die Unmöglichkeit eines Umzugs in der Cloud und eine geringe Risikobereitschaft. Der Analyst glaubt, dass diese Kunden auch Vorteile haben können, wenn VMware die Lizenzkosten anpasst und sich die Produktentwicklung verbessere.

Oder in kurz: Es bleibt schwierig. Wie sieht es bei euch mit der Migration von VMware zu anderen Anbietern aus? Und zur Erinnerung: Ich hatte ja im Beitrag "Cashback"-Aktion für ehemalige VMware-Kunden einen Anbieter genannt, der überzählige VMware-Lizenzen aufkauft und gebrauchte Lizenzen verkauft.

Warrilows hat die obigen Erkenntnisse aus einer Umfrage, die er unter 450 VMware-Anwendern in 14 Ländern durchgeführt hat (diese hatte er bereits in seiner Zeit als Gartner-Analyst befragt), gewonnen. Die Befragten stammen laut The Register aus den Bereichen Betrieb, Infrastruktur, Architektur und Beschaffung von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Der Analyst hat zudem Dokumente erstellt, die er als „Loops" bezeichnet und in denen die wichtigsten VMware-Alternativen bewertet werden.

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19 Kommentare zu 50 % der VMware-Nutzer planen 2028 eine Reduzierung der Nutzung

  1. Martin B sagt:

    man muss den Abo Modellen den Kampf ansagen: ausgereifte Produkte werden nicht jährlich neu erfunden, da müssen Kauf + Wartung genügen. Ausnahmen sind allenfalls bei AV und Firewall tolerabel, das war es aber auch. Die Kunden hätten schon vor 10J mehr Widerstand leisten müssen, selbst schuld, kann man da nur sagen.

    Bestes Beispiel Office Desktop App: Man macht damit minimal mehr als vor 20Jahren, nun kostet es im Abo ein Vermögen und es nervt mit Scheininnovationen die Nutzer.

    • JanM sagt:

      Office 2024 LTSC Pro Plus inkl. SA (Kauf + Wartung) (um es mit den M365 Apps vergleichen zu können):

      Jahr – Office LTSC PP / Monat – (Office LTSC Std) – M365 Apps for Enterprise / Monat
      1 bis 3 – ca. 37,41 € – (ca. 27,44 €) – 13,20 €
      4-6 – ca. 28,19 € – (ca. 20,10 €) – 13,20 €
      7-9 – ca. 24,07 € – (ca. 17,66 €) – 13,20 €

      Jetzt müsste man noch betrachten, ob man flexibler / günstiger ist, das Office LTSC pro Gerät (ggfs. inkl. Zweitnutzungsrecht) zu lizenzieren oder pro Benutzer, der die M365 Apps dann auf 5 PCs/Notebooks, 5 Tablets und 5 Mobiltelefonen nutzen kann/könnte.

      (Selbst wenn MS die Preise in den 9 Jahren 6x um je 10% erhöht bis du noch günstiger mit den M365 Apps.)

  2. keine sagt:

    Ich habe den Kommentar gelesen bei Heise, ja ich kann die Argumentation nachvollziehen. Das Problem bleibt weiterhin die Softwarehersteller die sich nicht bewegen wollen. Bestes Beispiel SFIRM. Da gibts nur VMware oder Hyper-V lässt du das irgendwo anders laufen und die kriegen das mit. Machen die keinen Finger mehr krum. Selbst erlebt.
    Diese Software gibt es ganz oft in kleinen Firmen. Ich hatte das damals so gelöst es einfach auf Blech zu installieren. Die Firma nervt mich sowas von.
    Der wichtigste Kommentar ist dieser hier
    https://www.heise.de/forum/heise-online/Kommentare/Europaeische-Cloudanbieter-Broadcom-setzt-zum-Todesstoss-an/Warum-gruen/posting-46108995/show/
    Da geht es um die Zertifizierung der Plattform in gewissen Branchen. Da gibts halt wenig Alternativen.
    Proxmox ist gut, wer eine Lösung sucht, die sich mehr nach VMware anfühlt, sollte sich XCP-NG anschauen.
    https://vates.tech/en/virtualization-management-stack/xcp-ng/
    Was bei der Migration oft vergessen wird, große VSphere Installationen haben ein SAN im Einsatz. Ich meine nicht die 3 ESXI die bei den KMU rumstehen, sondern große Installation 50 ESXI oder mehr. Da wird meistens SAN eingesetzt. VMFS macht hier eine extrem gute Arbeit.
    Die Alternativen können sehr schlecht mit SAN Storage umgehen. Da geht dann oft nur LVM Thick und hast den CLVM an der Backe.
    Wer eh schon NFS/SMB Filer rumstehen hat für den ist der Wechsel des Hypervisors nicht so problematisch wie in reinen SAN Umgebungen.

  3. Fritz sagt:

    VMware (oder um präzise zu sein: der ESXi Hypervisor) ist eine zentrale Infrastrukturkomponente, auf der ein ganzes Ökosystem aufsetzt.
    Den zu ersetzen ist so wie die hier schon endlos geführte Diskussion, Windows als Betriebssystemkern durch Linux zu ersetzen oder Intel-Prozessoren zu ARM.

    Das ist eine ganz andere Hausnummer als "MS-Office vs. Libre Office" oder "Teams vs. Nextcloud Talk".

    Leider hat Broadcom das ganze Thema vom Kopf her gedacht, sie wollten die ganzen Cloud-Anbieter in ihre Abhängigkeit bringen und haben im Prinzip das ganze Cloud-Management (VCF) gekauft – und damit leider auch den Hypervisor als Fundament.

    Wie überrascht und zum Teil planlos sie waren sieht man z.B. daran, wie sie mit der Desktop-Virtualisierung (VMware Workstation und Fusion) umgegangen sind: braucht man nicht, also schnell wieder abstoßen.

    Beim ESXi in dezentralen (neudeutsch on-premise) Installationen, also bei KMUs geht das nun mal nicht, weil es eben derselbe ist wie in der Cloud.

    Trotzdem merkt man an der Reaktion von Broadcom mehr als deutlich, wie unwillkommen diese Kunden sind. Kleinvieh macht zwar durchaus viel Mist, aber eben auch viel Arbeit, was nicht jedermanns Sache ist.

    Hinzu kommt, daß auf diesem VMware-Umfeld viele Anbieter auf aus dem Hard- und Softwarebereich aufgesetzt haben. Veeam ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das mit VMware groß geworden ist, sich jetzt aber schnell und deutlich emanzipieren muß und das auch sehr erfolgreich tut.

    Im Hardware-Bereich sind das insbesondere die Storage-Anbieter.

    Hier am härtesten getroffen hat es wohl Dell, die ja genau wegen dieser Synergien VMware mal übernommen hatten. Man scheint hier völlig blauäugig und naiv mit sehr unzureichend ausgehandelten Verträgen in die Aquisition gegangen zu sein.

    Wie "keine" schon schrieb, ist das Storage ein zentraler Punkt großer VMware-Installationen. Üblicherweise ist das ein SAN per iSCSI oder Fiber Channel, mit hochverfügbaren und redundanten Speichersystemen auf der einen und den Virtualisierungshosts auf der anderen Seite.

    Egal ob Dell, HPE oder Fujitsu, meistens ist die Landschaft ähnlich ausgebaut.

    Proxmox hat einen ganz anderen Hintergrund und bringt deswegen auch einen ganz anderen Werkzeugkasten mit, hier liegt der Fokus auf kleinen Installationen, die meistens hyperkonvergent (also Virtualisierung und Storage in denselben Knoten) aufgebaut sind. Dafür gibt es kluge und erprobte Lösungen (Ceph, ZFS), die viel der sonst nötigen Hardware durch Software ersetzen. VMware hatte ja in seinen letzten freien Jahren mit vSAN ebenfalls in dieser Richtung gearbeitet.

    Aufgrund der vielen Wechselwilligen mit Bestandhardware gibt es da auch bei Proxmox vielversprechende Entwicklungen (vermutlich über Supportverträge auch entsprechend refinanziert), aber man merkt eben an vielen Details schon, daß das noch "Neuland" ist oder zumindest vor ein paar Jahren war (Multipath-Konfiguration von Hand in der Config-Datei statt über GUI, Snapshots umständlich per Volume-Chain und noch im Preview-Stadium).

    Du hast ja auch nach persönlichen Erfahrungen gefragt.

    Bei uns kamen zwei Dinge zusammen:

    1. Wir haben zu Beginn der Corona-Zeit unsere Virtualisierungslandschaft neu und vergleichsweise fett (in der aktuellen Wirtschaftslage wäre das nicht mehr so abbildbar) aufgestellt und gleich mit langlaufenden Supportverträgen untersetzt.

    2. Ich bekenne mich dazu, ein wenig "Messie" zu sein, alte Hardware wird nur dann weggeschmissen, wenn wenn das Verhältnis von Leistung zu Stomaufnahme wirklich untragbar geworden ist.

    So haben wir neben der aktuellen und voll mit Supportverträgen untersetzen Hard- und Software noch den Vorgänger des Clusters (vor ca 10 Jahren angeschafft, vor 5 Jahren aus dem harten Produktiveinsatz genommen) und auch noch dessen Vorgänger.

    Letzteren habe ich vor ein paar Jahren, als die Lawine ins Rutschen kam immer mal zum Test verschiedener Hypervisoren hergenommen, hängengeblieben bin ich letztendlich bei Proxmox. Sukzessive sind immer mehr Hosts umgezogen, zuerst die trivialen (Linux), später die Windows-Server und die ganzen Sonderfälle (z.B. virtuelle Appliances).

    Inzwischen haben wir den Punkt erreicht, für die Zukunft konkret mit Proxmox zu planen. Zwei schöne neue HPE Gen12 mit NVME werkeln schon hier im Testbetrieb und werden spätestens zum, Jahreswechsel in den Produktivbetrieb gehen. Alles was neu gemacht wird (Templates, neue Applikationen und auch die ganze Backup-Werkzeugkette) sind schon darauf ausgerichtet.

    Das ist dann zwar auch ein "Zäher Abschied", aber eben in einer gewachsenen Infrastruktur meist das einzig realistische.

    Die alte Infrastruktur wird aus verschiedenen Gründen noch eine ganze Weile in der "2. Reihe" mitlaufen (schon allein für Regressionstests oder um x Jahre alte aufbewahrungspflichtige Backups wieder ans Rennen zu kriegen) nur dann eben ohne den teuren Hard- und Softwaresupport.

    Falls der mal gebraucht wird habe ich neben der von Dir genannten Firma noch "Evernex" auf dem Spickzettel, die ebenfalls Gebrauchtlizenzen und Ersatzhardware liefern können, da wir aber bisher nicht auf Mietmodelle gesetzt haben (auch die VMware Lizenzen und die MS Datacenter sind perpetual) ist ein Nachkauf eher unwahrscheinlich.

    • Peter sagt:

      Danke für diesen ausführlichen und sachlich nüchternen Beitrag :)

      Liest man leider viel zu selten

    • Peter sagt:

      Es bleibt bei 2Servern? Kein Cluster oder Ceph. Oder externes Quorum?
      Ich bin bei den Kommentaren im Heiseartikel auch ziemlich enttäuscht, wenn Leute behaupten SharedStorage ginge doch schon immer (jaja, ohne VM-Snaps) oder ein Cluster mind. 3 Hosts wegen Quorum. Ja mag schön sein, funktioniert bei Vmware dank VMFS und Scsi-Locking auch auf Shared-Storage ziemlich gut mit nur 2.

      • Fritz sagt:

        Nein, bei den 2 wird es nicht bleiben. Bis zum Jahresende vermutlich 6.

        Nur waren diese 2 das, was man in der im Moment sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation schon mal anschaffen konnte, insbesondere da sie ja nicht sofort produktiv gehen. RAM und schnelle NVME sind derzeit teuer und x mal 96 Cores müssen auch lizenziert werden.

        Außerdem habe ich hier am Standort nur zwei Brandabschnitte. Das ist auch ein Punkt, der aus der VMware-Historie resultiert, dort war 1:1-Redundanz (Spiegelung) ja der Königsweg.

        Als Quorum dient ein (Ex-Veeam) PBS.

        Zum Experimentieren (wie gesagt waren wir lange offen für alle Ergebnisse) und Schulen des Teams ausreichend. Im Moment geht es darum, alle Fallstricke rechtzeitig zu erkennen und die erzielbare Performance unter realistischen Bedingungen abzuschätzen.

        Ceph läuft auf dem alten Cluster mit im Moment 8 Servern der Gen8 und Gen9, alternativ schauen wir uns Blockbridge an.

  4. Franz sagt:

    Die meisten, die groß in den Foren herumposaunen, wie dumm doch alle anderen sind, haben meistens einfach keine Ahnung. Entweder von der ganzen Materie oder von Haftung. Es mag schon sein, dass es technisch v.a. im KMU-Bereich oft eine Lösung gibt, die annähernd gleich gut oder sogar besser ist – das hilft halt alles nichts, so lange die Softwarehersteller nur VMware offiziell supporten.
    Ich hatte aktuell erst wieder ein Problem mit einer Buchhaltungssoftware, da war die erste Frage nach dem Virtualisierungshersteller und der eingesetzten Version. Die Aussage war da ganz einfach: keine VMware, kein Support. Punkt. Ende. Aus. Auf meine Frage, ob in absehbarer Zeit was anderes supported wird, lautete die Antwort "Nein". Und ich hatte inzwischen mit einigen Buchhaltungshersteller Kontakt und die interessiert das alle nicht. Manchmal kam noch Hyper-V, aber mal ehrlich – das ist keine wirkliche Lösung. Buchhaltungssoftware ist hier nur als Beispiel angeführt, weil wenn eine Firma keine funktionierende Buchhaltung hat, wird es schwierig.
    In einer anderen Firmen wird die Steuerungssoftware von den Maschinen nur als Baremetal- oder VMware-Installation unterstützt. Technisch gibt es keinen Grund für VMware, weil die Steuerungssoftware genau nichts davon braucht. Interessiert aber niemanden. Ich werde den Teufel tun, da was anderes zu installieren nur weil es technisch möglich ist. Was passiert, wenn eine Maschine nicht mehr funktioniert und der Softwarehersteller den Support verweigert, weil die falsche Virtualisierungssoftware eingesetzt wurde? Das kann man gerne probieren, dann wird man aber viel Spass mit Rechtsanwälten und Gerichten haben.
    Die kleinen Betriebe, die vorher nur 1-2 Server hatten fangen inzwischen gefühlt wieder an zu rechnen, ob sie nicht auf die Virtualisierung verzichten und wieder alles auf Blech installieren. Hat ja vorher auch funktioniert. Ist halt blöd, wenn der DC-Controller dann wieder gleichzeitig Backupserver, Datenbank-Server, Fileserver und vielleicht sogar noch Mailserver ist, aber verdenken kann ich es ihnen nicht.
    Und die großen Firmen, die >50 ESXi betreiben, denen ist das zwar nicht egal, aber die rechnen einmal durch, was sie jetzt an Mehrkosten haben und geben das an den Kunden weiter. Das läuft dann unter erhöhte Transport- und Stromkosten.

    • Daniel sagt:

      "Manchmal kam noch Hyper-V, aber mal ehrlich – das ist keine wirkliche Lösung."

      Warum nicht? Komme auch von VMware und bin vor Jahren Berufsbedingt zu Hyper-V gekommen. Kenne auch recht viel an Software und das meiste wird mit VMWare und Hyper-V unterstützt. Bei uns läuft alles auf Hyper-V.
      Wer der Meinung ist, dass Hyper-V keine Alternative oder kein echter Hypervisor ist, dem kann ich nur sagen, dass das nicht stimmt.

  5. Stefan sagt:

    Aus Sicht ein Mittelständlers (15-20 ESX) kann ich sagen, dass ein Grund für den ausbleibenden VMware Exodus ist, dass die erwartete Preisexplosion speziell in diesem Segment nicht kam. Die Kosten für VMware Standard blieben praktisch unverändert.

    Das könnte sich spätestens 2028 drastisch ändern, da Broadcom aktuell plant diese Lizenz einzustampfen. Wir versuchen aktuell eine maximale mögliche Verlängerung zu erreichen und bereiten Testprojekte für Migrationen auf andere Lösungen vor.

    Ehrlich gesagt ist mir auch egal, ob es sich um ein Subscription Modell oder Kauf-Lizenz handelt. Ich sollte meine Software sowieso immer unter Support halten (vor allem in wichtiger Infrastruktur!). Ja, mit Kauflizenzen hat man (wenn der Zeitpunkt günstig fällt) mehr Zeit auf Änderungen zu reagieren. Aber auch Support kostet was.

    • Carsten C. sagt:

      Zu "Abo oder Kauf": Die gekaufte Lizenz läuft weiter, auch wenn der Support ausgelaufen oder nicht verlängert worden ist. Beim Abo hingegen dürfte nach Kündigung die weitere Nutzung schwierig werden.

      • Stefan sagt:

        Ja, das ist natürlich so. Mein Argument wäre aber, dass ich niemals in die Situation kommen sollte, dass der Support ausgelaufen ist. Wer ein nicht gepatchtes VMware weiter betreibt, handelt unverantwortlich. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aus IT-Sicht kann dieser Zwang sogar positive Argumente liefern. Wir sollen Kosten einsparen? Ja, tut mir leid, nicht an unsere Infrastruktur. Kein Geld, keine Server.

        • Carsten C. sagt:

          Ich gebe Dir recht, was Patches betrifft. Für eine Testumgebung allerdings, die "von außen" nicht zugänglich ist, halte ich es für eine akzeptable Lösung.

  6. rpr sagt:

    Hat eigentlich jemand einen aktuellen Stand ob aktuelle System (v8/v9) #nach Ablauf der Lizenz weiter laufen und noch nutzbar sind?

    Gruß

    • Daniel A. sagt:

      Das kommt auf die Lizenz an. Hast du V8 perpetual Lizenzen (also Kauflizenzen aus der vor Broadcom Zeit) und nur der Support ist abgelaufen, dann läuft dein System ganz normal weiter, du bekommst aber keine Patche mehr wegen der inzwischen individualisierten Downloadlinks. Du hängst also auf deinem Patchlevel fest.
      Hast du V8 Abolizenzen oder V9 (den gab es nie als Kauf) dann wird das System bei Ablauf den Betrieb einstellen.

    • Fritz sagt:

      Nicht getestet, aber ESXi hatte schon immer (mindestens seit v3) einen Mechanismus, Lizenzen nur für einen bestimmten Zeitraum laufen zu lassen, genutzt insbesondere bei der Evaluation für 60 Tage. Das System fällt dann auf den Leistungsumfang der freien Version (kein Backup, kein HA) zurück.

      Außerdem gab es mal eine Version für Kleinkunden (Essentials), bei der die Hosts ihre Lizenz alle 60 (?) Tage vom VCenter bestätigt bekommen mußten.

  7. R.S. sagt:

    Es gibt meist Alternativen.
    Beispielsweise bei SAP sind alle Windows-basierten Lösungen auch für Hyper-V freigegeben.
    SAP HANA dagegen nur für VMware und Nutanix AHV.
    Man hat also auch da eine Alternative zu VMware.

    Bei Datev ist VMware und Hyper-V freigegeben.

    • keine option sagt:

      Wenn es um SAP geht kannst du auch IBM Power / LPAR verwenden, so 24 TB an eine HANA klemmen schmeckt schon. Es muss im SAP Bereich nicht immer x86 sein.

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