Es "rappelt" bei LibreOffice, aber auch zwischen NextCloud und ONLYOFFICE

Stop - PixabayImmer wenn Du denkst, es kann nicht mehr schlechter werden, wird es schlechter. Es gibt derzeit ein Momentum, dass Europa sich aus der Abhängigkeit von Microsoft mit Office befreien könnte. Und dann beharken sich diverse Entwicklerteams in alternativen Projekten. ONLYOFFICE ist wegen der Euro-Office-Initiative "verschnupft" und lässt die Partnerschaft mit NextCloud "ruhen". Und die Document Foundation, für LibreOffice verantwortlich, setzt ihre eigenen Gründer vor die Tür, heißt es. Ergänzung: Die Document Foundation hat diese Erfordernisse inzwischen, nachvollziehbar, begründet.

Euro-Cloud und ONLYOFFICE-Zwist

Ein Industriekonsortium, unter Führung des Cloud-Anbieters und Hosters IONOS, sowie dem Entwickler der Nextcloud, haben eine Kooperation zur Entwicklung einer europäischen Office-Alternative zu Microsoft Office angekündigt. Im "Sommer" 2026 soll es so weit sein, das eine als "Euro-Office" bezeichnete Open Source-Lösung verfügbar ist. Das Ganze setzt dabei auf bereits vorhandenen Bausteinen auf (siehe meinen alten Beitrag OnlyOffice – ein Office aus Lettland) und forkt ONLYOFFICE. Ein Fork deshalb, weil der Eigentümer bei ONLYOFFICE wohl aus Russland stammt. Ich hatte das Projekt kürzlich im Beitrag Konsortium um IONOS und Nextcloud plant "Euro-Office" erwähnt.

Es gab aus der Leser die Frage, warum man nicht LibreOffice verwendet, und ich hatte einige Antworten aus "dem Munde" des Industriekonsortiums gegeben (veraltet, kein Einfluss auf die Entwicklung etc.). Mit den neuen Informationen (siehe unten) kommt da aber ein weiterer "Spin" auf. Denn es gibt Zoff zwischen diversen Entwicklerteams rund um LibreOffice, Collabora, NextCloud sowie ONLYOFFICE.

Ich hatte die Tage im Artikel ONLYOFFICE: Lizenzverletzungen bei Euro-Office? aber eine Information von ONLYOFFICE berichtet. Das Unternehmen wies in einer Informationen darauf hin, dass ONLYOFFICE zwar Open Source sei und auch geklont werden könne. Aber es gelte die AGPL, und diese sei vom Euro-Office-Konsortium einzuhalten. Ich hatte die Details aufgezeigt und gefragt, ob sich da "juristische Abgründe" auftun – ohne das Ganze final bewerten zu wollen.

Hat einige Leser – und auch Leute von Euro-Office "verschnupft". Hier im Blog kam der Vorwurf einer einseitigen Berichterstattung auf, und das sei doch alles längst geklärt. Ja, dass Konsortium hat vorab eine Stellungnahme der Free Software Foundation (FSF) eingeholt, dass ein Fork möglich sei. Hatte ich auch nicht anders erwartet und im Artikel nicht angezweifelt. Die Kernfrage für mich war eher: Schafft dass Konsortium die AGPL einzuhalten und kann ONLYOFFICE der Initiative Knüppel zwischen die Beine werfen?

Euro-Office AGPL-Statement

In obigem Tweet hat sich ein Mitarbeiter von IONOS über seinen privaten BlueSky-Account gemeldet und schreibt, dass die Vorstellung, dass die AGPL-Interpretation von ONLYOFFICE gelten soll, von NextCloud und IONOS sowie der Free Software Foundation angezweifelt werde. Ich lasse das schlicht im Raum stehen und bin damit fein – wenn die ONLYOFFICE-Sichtweise falsch ist, gut, wenn ONLYOFFICE Recht behält, nicht gut für Euro-Office.

Jedenfalls scheint da ein "Tischtuch zerschnitten", so meine naive Interpretation als außenstehender Beobachter. Zum 1. April 2026 stieß ich bei neowin.net auf den Artikel ONLYOFFICE suspends Nextcloud partnership for forking its project without permission. Basis dieses Artikels ist der ONLYOFFICE-Beitrag ONLYOFFICE flags license violations in "Euro-Office" project by Nextcloud and IONOS. In diesem Artikel stellt ONLYOFFICE "einen offensichtlichen und schwerwiegenden Verstoß gegen die Lizenzbedingungen von ONLYOFFICE sowie gegen etablierte Grundsätze des internationalen Urheberrechts" beim Euro-Office-Projekt fest.

Erst wenn die vollständige Einhaltung sichergestellt ist, sei man bei ONLYOFFICE bereit, die unrichtigen und irreführenden Aussagen über ONLYOFFICE, die im Zusammenhang mit diesem Projekt gemacht wurden, anzusprechen und zu erörtern. Neowin.net schreibt, dass ONLYOFFICE seine achtjährige Partnerschaft mit Nextcloud ausgesetzt habe und  als Grund dabei auf Lizenzverletzungen durch den Fork verweist. Die entsprechende Mitteilung von ONLYOFFICE findet sich hier.

Die Partnerschaft zwischen dem ONLYOFFICE-Entwickler Ascensio System SIA aus Lettland und Nextcloud ermöglichte es Nextcloud-Nutzern, Office-Dokumente direkt in ihrer eigenen Instanz zu bearbeiten und gemeinsam daran zu arbeiten. Das sei für Selbsthoster von großer Bedeutung, schreibt neowin.net. ONLYOFFICE wurde gegenüber LibreOffice/Collabora bevorzugt, da es native Kompatibilität mit Microsoft-Office-Formaten (DOCX, XLSX, PPTX) und eine überlegene Browser-Performance bot. Jetzt hat man diese Partnerschaft ausgesetzt – was zwar gegenwärtige Softwarestände bei Nextcloud-Nutzern nicht tangieren soll, sich aber auf künftige Entwicklungen auswirken könnte. Das hört sich für mich alles nicht nach "Harmonie" an.

Auch LibreOffice am Abgrund?

Am Samstag bin ich von einem Blog-Leser über X auf einen weiteren Brandherd hingewiesen worden (danke dafür). Es gibt die in Berlin ansässige Document Foundation, eine gemeinnützige Stiftung mit Florian Effenberger als Executive Director. Persönlich kann ich nichts negatives über Florian Effenberger sagen. Die Erfahrungen stammen aber auch aus einer Zeit, als ich meine 1.300 Seiten Schwarten über OpenOffice.org geschrieben habe und es Berührungspunkte gab (OpenOffice.org war ja der Vorgänger von LibreOffice, den Fork gab es, als Knatsch mit Oracle aufkam).

Dann gibt es noch Collabora, ein in Großbritannien als Organisation angesiedeltes Entwicklerteam, dass  eine leistungsstarke Online-Suite zur Bearbeitung von Dokumenten bereitstellt. Collabora war im Board der Document Foundation vertreten und hat wohl mit Collabora Productivity, in dem die ursprünglichen LibreOffice-Entwickler angesiedelt sind, die Hauptlast in der Code-Erstellung von LibreOffice getragen. Laut diesem Forenbeitrag stammt die Hälfte des gesamten Programmcodes von Collabora-Mitarbeitern.

Im April 2026 ist es dann wohl zum Eklat zwischen der Stiftung (TDF, The  Document Foundation) und Collabora gekommen. Zitat aus dem Forenbeitrag:

Im April 2026 hat die Document Foundation über 30 der wichtigsten Entwickler und Gründungsmitglieder aus ihren Gremien ausgeschlossen. […] Die Begründung? Neue "Community Bylaws", die im Januar 2026 verabschiedet wurden und besagen, dass niemand mitentscheiden darf, dessen Arbeitgeber in einen Rechtsstreit mit der Stiftung verwickelt ist.

Da die TDF zeitgleich selbst rechtliche Schritte gegen Collabora eingeleitet hat, war die Falle perfekt: Erst verklagt man den Partner, dann schließ man seine Leute mit Verweis auf die Klage aus.

Der Forenbeitrag, sowie die Kopie hier, zeichnen die zeitliche Entwicklung und viele Details auf. Mir ist dabei auch die kürzlich wiederbelebte LibreOffice Online (LOOL) "als totes Pferd" untergekommen (hatte ich im Beitrag LibreOffice 26.2.1 verfügbar mal erwähnt).

Ich kann die Feinheiten dieser Entwicklung nicht werten, da ich in die Details nicht involviert bin. Nebulös wird im oben erwähnten Blogbeitrag etwas von vorgeschobenen steuerrechtlichen Gründen der Document Foundation erwähnt. Ergänzung: In nachfolgenden Kommentaren wird auf den Beitrag Setzen wir der Spekulation ein Ende eines The Document Foundation (TDF) Mitglieds mit deren Sichtweise verlinkt. Ist nachvollziehbar für mich, klingt aber nicht gut für die Zukunft von LibreOffice.

Und wenn wir dann alles erfolgreich zerlegt haben, wenden wir uns wieder Microsoft 365 zu. Darauf ist wenigstens Verlass, und wenn es Bugs, und Gimmicks sind.

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37 Kommentare zu Es "rappelt" bei LibreOffice, aber auch zwischen NextCloud und ONLYOFFICE

  1. Yumper sagt:

    Ist doch typisch
    "Und wenn wir dann alles erfolgreich zerlegt haben, wenden wir uns wieder Microsoft 365 zu. Darauf ist wenigstens Verlass, und wenn es Bugs, und Gimmicks sind."

    Sehe das nicht anders – Limux München ging genau aus diesem Grund den Bach herunter. Das ging teilsweise so weit, dass Mitarbeiter zu Hause unter Windows Ihre PDF Dokumente bearbeitet haben.

  2. Jonathan sagt:

    Sehr schade. Aber leider irgendwie typisch für die OpenSource-Community… Microsoft hat seine verbuggten, unsichere Software und gibt einen F*** auf Datenschutz – die freien Alternativen dagegen zerlegen sich laufend in abstrusen Grundsatzdiskussionen und persönlichen Animositäten….

  3. Christian Krause sagt:

    Der einzige, der hier noch richtig jubeln kann bei all den Zankereien ist Günter. Dem gehen die Themen so schnell nicht aus.
    Mit einem Zwinkersmiley:
    Frohe Ostern

    • Günter Born sagt:

      Dass mir die Themen ausgehen, glaube ich kaum – zur Not schreibe ich die Finger im Reiseblog wund. Hier mal eine Impression von vorletztem Wochenende aus dem Seniorenblog (Mandelblüte in der Pfalz – Rosa Frühling an der Weinstraße (März 2026)) – Reiseblog habe ich noch nicht geschafft.

      Mandelblüte 2026 in der Pfalz

      Ich arbeite hart am Unruhestand. Und zum IT-Blog: Eher sterben mir hier die Leser weg, da die in den KI-Zusammenfassungen hängen bleiben (sehe das seit Nov. 2025 deutlich an den täglichen Besucherzahlen, nicht an den Seitenabrufen). Mal schauen, wo die Talsohle mit der harten Kernleserschaft, die sich das noch an tut und Texte liest, liegt. Der Plan sieht ja vor, dass ich die Kernleserschaft noch bis mind. Ende 2028 bespaße. Die Prognosen der Experten besagten, dass KI 2027 die kleinen Blogs endgültig killt. We will see …

      • robbi sagt:

        Huch, Marzipan aus der Pfalz?

        Ich glaub ich muss umziehen (ins Paradies 😋👌)

        • Günter Born sagt:

          Wäre überlegenswert, Elsass ist nah. Ich werd es wohl nicht packen, da der Taunus vor der Tür, der Rheingau um die Ecke und die Pfalz eine gute Autostunde entfernt beginnt, aber auch Bergstraße, Odenwald, Spessart, Westerwald etc. in diesem Radius liegen.

  4. Lalü Lala, die Veganer -Polizei ist da !!! sagt:

    Es rappelt noch wo anders: D-Trust Zertifikate: bis Oszermontag 17:00.

    BSI "Weisheiten" äh Seiten "untrusted" by apple.

    Wenn das "Neuland" zweimal klingelt.

    Ps.: Ein Mecedes Vito mit AHK (ex BSI steht zum Verkauf).

  5. Tobias sagt:

    Naja, in Unternehmen wird das von oben nach unten bestimmten. In FOSS offen Diskutiert. Wie in jeder Familie gibt das Streit. Auch kann es Brüche geben. Das liegt nun mal in der Natur aber keiner wird jetzt erst Mal Familien verteufeln. Dominante Strukturen finden meistens nur die Profiteure gut. ;-)

  6. Tomas Jakobs sagt:

    Ein schöner Zeitpunkt, um auf die Nextcloud-App "Edit Files with Libreoffice" von Allotropia hinzuweisen:

    https://blog.jakobs.systems/micro/20211016-edit-files-with-libreoffice/

    Diese öffnet Office-Dokumente direkt mit einem lokal installierten Libreoffice und nicht mit den Online-Office Versionen, die dauerhafte (und halbwegs stabile und performante) Internetverbindungen zum Server benötigen. Dafür gibt es kein simultanes, gemeinsames Bearbeiten, was bei mir eher selten bei Office-Dokumenten zutrifft. Dann schon eher bei Markdown-Textdateien, wo es bessere Tools zu gibt.

    Insgesamt muss ich sagen, dass ich Office-Dokumente eher selten nutze. Meist dann, wenn ich mit Kunden interagiere. Für mich selbst nutze ich seit vielen Jahren einen Markdown-LaTeX-pandoc-PDF-Workflow. Siehe dazu mehr in meinem eigenen ISMS-Dokumenten-Workflow, den ich daraus abgeleitet habe:

    https://codeberg.org/tomas-jakobs/isms-document-workflow

    • Tom sagt:

      Ja, für kleine und mittlere Unternehmen ist das sicher eine gute Lösung. Dort kann man sicherstellen, dass LibreOffice auf allen Clients installiert ist. Und das ist auch sicher die primäre Zielgruppe.

      Aber hier kommt Nextcloud als Cloud Lösung im Verein zum Einsatz. Damit primär Vorstand und Trainier eine gemeinsame Basis haben. Da kann und will ich nicht vorschreiben, dass alle LibreOffice installiert haben. Hier ist das primäre Ziel, dass alle immer und von überall auf die Daten Zugriff haben und sie auch bearbeiten können. Da ist dann eben eine Web basierte Cloud Lösung von irgendeiner Office Anwendung die ideale Lösung.

  7. Lantanplan sagt:

    Ich sach einfach mal so, dass auch diese Suppe nicht so heiß gelöffelt wird, wie sie serviert wird. Aber richtig ist auch, dass solche Streitereien weder dem Ansehen noch der Verbreitung helfen. Dass andere dann lieber bei MS 365 bleiben, nachvollziehbar.

  8. M sagt:

    Eine klitzekleine Korrektur nötig: die Ascensio System SIA hat ihren Sitz in Riga, der Hauptstadt von Lettland (und nicht Litauen)

    • Günter Born sagt:

      Danke, Asche auf mein Haupt (stand sogar im verlinkten Erstbeitrag im Titel). Hab es korrigiert. Fight gegen Viren zieht zu viel Ressource, ab. Hoffentlich gibt es keine Spätschäden … obwohl man in unserer Zunft sagt "Virenbefall, alles kompromittiert, kannst Du nur noch wegschmeißen".

  9. Luzifer sagt:

    Ist doch das typische Hauptproblem warum OpenSource und Linux on Desktop unter ferner liefen laufen!

    Würden die Entwickler dieser sich zusammentun, anstatt aus lauter Egomanie sich zu fragmentieren, würden die MS hinwegfegen, schon aufgrund der Manpower… so ist es eben wie es ist seit über 40 Jahren: Dieses Jahr wird das Jahr … ganz bestimmt… hahaha

    Da bleib ich doch bei MS OnPrem Produkten, haben sicher ihre Macken, aber die kann ich sicher handeln, ohne ständig von zänkischen Ergomanen reingekrätscht zu kriegen. Es läuft einfach! OnPrem, kann MS auch nix abziehn, auch die Dienste mit den 3 Buchstaben nicht.

    @die Open Source Community: Ihr verkackt es euch doch immer wieder selbst!
    Dabei wär das Potential tatsächlich vorhanden.

    • Anonym sagt:

      Das ist doch in letzter Zeit ständig und nicht nur bei Open Source so.
      Du machst etwas anders oder bist anderer Meinung als ich?
      Dann will ich mit dir nichts mehr zu tun haben, denn nur ich mache es genau richtig und alles andere ist falsch und gehört verachtet und geächtet!

      • Frank sagt:

        Das allseits bekannte Problem bei Linux, aber eben auch bei diversen Open-Source-Projekten. Sieht man stellenweise ja selbst bei etwaigen Projekten auf Github, Gitlab usw… Da bashen die sich gegenseitig ins unermessliche, bis vielleicht irgendeiner die Segel streicht.

        Linux ist auf dem Desktop zu stark fragmentiert und dadurch scheitert es. Hat man sich heute für ein Linux entschieden, ist es morgen schon wieder besch***en, weil irgendwer sich von XYZ losgelöst hat und jetzt sein eigenes Süppchen kocht und DAS Linux bringt.

        Das erinnert an die TBBT-Folge im Comicbuchladen mit den weiblichen Protagonistinnen.
        F: "Wer ist der beste Comicheld?" A: "Psst, willst Du hier eine Schlägerei anzetteln"

      • noway sagt:

        Ja, besonders schlimm wird es, wenn sie Politik oder Ideologie in ihre Projekte bringen, wo es eigentlich nur um gute Software gehen sollte. Passt von dem einen Typen, der guten Code liefert, die Nase nicht oder hat er irgendwann mal etwas Falsches gesagt, fliegt er raus. Dann macht er vielleicht noch einen Fork, aber das Projekt ist insgesamt geschwächt und fragmentiert. So wird das nichts. Grundsätzlich sind unix-artige /-basierte Systeme überlegen und wie erfolgreich sie sein können, zeigen iOS, Android und MacOS. Man könnte vergleichbar Mainstreamtaugliches auch in frei und Open Source machen, wenn die Befindlichkeiten nicht wären. Und so bleibt es Nische, was für Server und eine Minderheit an Anwendern.

    • R.S. sagt:

      Genau das macht den Umstieg auf Linux auch so schwer.
      Das ist einfach viel zu fragmentiert.
      Schon vor vielen Jahren habe ich mich kurz mit Linux beschäftigt, es dann aber wegen der starken Fragmentierung wieder aufgegeben.
      Was für eine Distro nehme ich?
      Eine der bekannteren wie z.B. Fedora, Ubuntu, Debian, Mint, Suse?
      Oder doch eine etwas unbekanntere Distro wie z.B. Arch, Zorin, Pop!, Kali?

      Nirgendwo gibt z.B. eine Vergleichsmatrix, was welche Distro kann und was nicht, was wie unterstützt wird und was nicht, etc.

      Eine uralte Weisheit, die hier voll zutrifft: Viele Köche verderben den Brei.

      Und das betrifft auch den OpenSource Bereich und auch Officelösungen.

  10. TO sagt:

    Verstehe gar nicht, warum den .docx kompatiblen Editoren so viel Aufmerksamkeit beigemessen wird. Ja, für juristisch valide Dokumente braucht es sowas, damit am Ende .PDF-Papier erzeugt werden kann. Aber im Alltag, wenn es um Inhalt geht, werden sich Block-Editoren durchsetzen. Gewinnen wird das System, das beides beherrscht. Ist das irgendwo zu sehen?

    • Tom sagt:

      DOCX und Co. war und ist es praktisch auch heute noch der De-facto-Standard in Enterprise Umgebungen. Da gibt es einfach vor allem im Excel Umfeld viele historisch gewachsenen ultra komplexe Dokumente, dazu tiefe Integrationen in andere Systeme wie SAP usw. Beides macht es den Alternativen so schon schwierig, Nutzer im Enterprise Umfeld aus dem MS Office Lager abzuwerben. Wenn du dann eine schlechte Kompatibilität zu DOCX und Co hast, ist das fast schon ein Totschlag Argument.

  11. mw sagt:

    Bei allen diesen Office Projekten sind handfeste komerzielle Interessen im Spiel. Das ist nicht die Community, die sich selbst zerlegt, das sind die Unternehmen, die dort mitspielen und Entwicklungskapazität bereitstellen, Stiftung hin oder her. Dann kommt noch die Verbohrtheit der Entwickler hinzu, die glauben, das Maß der Dinge zu sein und jeder User hätte alles genauso zu sehen, wie sie selbst. Das fällt bei GNU/Linux besonders auf, wo die embedded Systeme von den Entwicklern oft nicht verstanden werden, geschweige denn überhaupt in die Diskussion einfließen. Die goldenen Zeiten (nicht finanziell, sondern glänzend gemeint) sind vorbei. Dabei täte es so sehr Not eine europäische Alternative zu MS Office zu haben. Aber allein der Russenhass bewirkt, daß eine Zusammenarbeit auf Sachebene nicht möglich ist. Ich habe mit russischen Entwicklern ausnehmend gute Erfahrungen gemacht und arbeite noch heute mit ihnen zusammen, auch wenn mir das die EU maximal schwer macht. Sie können wirklich nichts dafür, wenn Staatenlenker nicht in willens oder nicht fähig sind, Konflikte durch Diplomatie zu lösen

    • Grimeton sagt:

      Sie können auch nichts dafür wenn sie von Staatenlenkern dazu gezwungen werden Dinge in den Code einzubauen oder Sachen mit auszuliefern die sie da selbst nicht haben wollen, der Staatenlenker ihnen aber unter Androhung von Strafe aufzwingt.

  12. Markus sagt:

    Vermutlich fällt es den Entwicklern von solchen OpenSource-Projekten oft schwer mit anzusehen, wie ein neuer Dritter die Sache monetarisiert. Alle Arbeitsplätze der Verwaltung von Deutschland und vielleicht auch Europa als Zielgruppe – klingt doch nach einem guten Deal ;-)

  13. Matze sagt:

    „TDA mit Sitz in Berlin"
    Erinnert mich irgendwie an die Berliner Politik: von Nichts eine Ahnung, aber überall mitreden wollen.
    Wenn Bürokraten entscheiden…

  14. Anonym sagt:

    https://listarchives.libreoffice.org/de/discuss/2026/msg00023.html ist lesenswert, die Sache ist wohl etwas anders als vermutet

  15. Grimeton sagt:

    Systemd war der erste Angriff auf Open Source und sein Modell und der wurde erfolgreich durchgezogen. Ganz besonders wie man Gnome mit SystemD verwoben hatte, hat letztlich dazu geführt das viele Distributionen quasi plötzlich und über Nacht umgestiegen sind.

    Das war der Türöffner, die Vorlage die man benötigte um zu sehen wie man die Nerds angreifen, ausspielen und so manches Projekt von innen übernehmen konnte. Egal ob Mozilla nur noch nebensächlich Browser herstellt [1], man Xorg einfach versucht abzuwürgen bei der FDF/RedHat und sogar soweit geht das sie die letzten merge requests löschen [2][3], bis hin zu diesem Drama.

    Viele der Projekte sind mittlerweile mit Ideolog:*,;-$#aussen besetzt und von komischen Regeln durchzogen die nach und nach alle Mitglieder vertrieben haben. Die Vorstandswahl bei OpenSuSe war auch so eine Lachnummer. Hat sich einfach niemand mehr gemeldet.

    Es ist so traurig das die Nerds das mit sich machen lassen, mal abwarten wohin es noch führt.

    [1] – https://blog.mozilla.org/en/mozilla/mozilla-brand-next-era-of-tech/

    [2] – https://www.theregister.com/2025/06/20/new_version_of_xorg_x11/

    [3] – https://www.phoronix.com/news/X.Org-Server-Lots-Of-Reverts

  16. Markus sagt:

    Lizenzrecht ist ein Punkt, Uneinigkeit zwischen Entwicklern ein anderer.
    Den ersten Punkt möchte ich nicht kommentieren, da ich zu wenig Einblick habe.
    Die Uneinigkeit gehört nach meinem Verständnis zu einem demokratischen Entwicklungsprozess. Das ist nun mal keine Firma in der ein Chef entscheidet was entwickelt werden soll.
    Ich habe bisher Slackware, Susu, Debian, Ubuntu, Fedora, Redhat und MX Linux genutzt. Alle haben funktioniert und waren deutlich schneller und stabiler als Windows. Für die Steuersoftware und die in der Regel besseren Scanprogramme verwende ich immer noch Windows. Darüber hinaus benötige ich Windows für zugesandte MS Office Dokumente, da die Konvertierung fast nie exakt funktioniert.
    Eine Fragmentierung sehe ich bei Linux nicht. Bei fast jeder Distribution kann ich mir die Wunschoberfläche heraussuchen. Das kann z.B. auch ein Nachbau von Windows XP sein. Die technischen Details im Unterbau und wo genau die Konfiguration liegt ist für die Anwendung unwichtig.

  17. noway sagt:

    Für mich privat ist es egal, ich nutze nach wie vor am liebsten Office-Lösungen von vor 20 Jahren. Für Unternehmen ist es halt sehr schade, dass sie so weiterhin im Würgegriff von Microsoft bleiben und jede Zumutung von denen mitmachen müssen, weil deren Mist tatsächlich trotz aller täglichen Überraschungen aus Redmond immer noch die berechenbarste Option ist.

  18. xx sagt:

    Bei Libreoffice geht es nur um den Steuerstatus, das ist relativ simple im Vergleich zu Lizenz Problemen.

  19. Froschkönig sagt:

    Es ist offensichtlich noch komplizierter, wie sich die Freunde der gepflegten quelloffenen Textverarbeitungssoftware gegenseitig Steine in die Schuhe stecken, Stöcke zwischen die Beine und T-Träger gegen den Kopf werfen,

    Onlyoffice hat scheinbar eine fiese Falle in die AGPL-Lizenz eingenbaut, da gibts offensicht 2 Sonderregeln drin:

    – the obligation to retain the original product logo (Section 7(b));
    – the denial of any rights to use the copyright holder's trademarks (Section 7(e)).

    Beides schließt sich gegenseitig aus, damit wäre ein Fork garnicht mehr möglich. Da muss wohl erstmal geklärt werden, ob diese Regeln in der AGPL so überhaupt drin stehen dürfen.

    Siehe https://forum.golem.de/kommentare/opensource/microsoft-alternative-onlyoffice-wirft-euro-office-lizenzverstoss-vor/grob-falsche-darstellung-des-problems-golem/189043,7225671,7225671,read.html

    • Marc Senn sagt:

      Kann alles kaputt gehen LibreOffice, OpenOffice ist schon tot.
      Auch Linux kann auf 0.1% zurück, mir egal.
      Den nerven Linux user nicht mehr.
      Wo immer seehr lustig ist, wenn die win User am System runbasteln bis es passt, Ohh den sofort kommt zu Linux.aber unter Linux wird stundelang gebastel bis alles passt aber dort ist es egal.
      Da sind auch 50-60 foren einträge bei einem Problem ist egal, aber hat Windows ein Problemchen, was ist das nur für ein Doofes System,
      komm zu Linux da hat man kein probleme

      Also bei mir nur noch Windows und MS365. 😊😊😊Tja und wenn der Laptop nicht mehr will mit Win 13 tja den wird der Laptop verkauft an ein Linux user und ich kauf ein neuer Laptop weil bei mir immer die Regel 1 gerät also ein Handy ein tablet und ein Laptop fertig

  20. Nordnavigator sagt:

    Bzgl. des letzten Satzes des Artikels meine 2 Cent:

    Mein persönlicher DID/DUT vollzog sich ein bisschen anders als geplant, denn nach dem Ersetzen von M365 durch Libre Office musste ich feststellen, dass Calc in div. Tabellen "Gedenkpausen" beim Zellwechsel einlegt. Da ich jene Tabellen fast täglich brauche, war das schon nervig. Nicht unbenutzbar, aber nervig.
    Sicher besteht beim Abstellen von Abhängikeiten der "Königsweg" daraus, komplett auf Open Source zu gehen. Aber ganz generell darf es mMn durchaus auch proprietäre Software sein, nur dann halt nicht aus den USA… Ich nahm jedenfalls den aktuellen Fall zum Anlass, mir eine Vollversion von Softmaker Office zu gönnen und muss sagen: Man merkt beim Look&Feel, vor allem aber der Performance dann doch, dass manche kommezielle Lösungen ihren OpenSource-Pendants ein bisschen was voraus haben.
    Vielleicht als kleine Anregung. Statt "entweder MS oder Open Source" ggf. auch einen Mittelweg erwägen. :)

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