Bundeswehr verzichtet auf Palantir (vorerst)

Stop - PixabaySpannende Entwicklung um den umstrittenen Anbieter Palantir. Während einige Polizeibehörden die Software dieses Anbieters in Deutschland auf "biegen und brechen" einsetzen, sieht es bei der Bundeswehr deutlich anders aus. Die suchen zwar nach einer Claude- und KI-Lösung für die nahe Zukunft. Aber Palantir kommt für Vizeadmiral Thomas Daum "nicht in Frage". Die Bundeswehr sucht nach Alternativen für ihre "Datenbank-Lösung" der Zukunft.

Palantir höchst umstritten

Palantir Technologies Inc. ist ein US-amerikanischer Anbieter von Software und Dienstleistungen, der auf die Analyse großer Datenmengen und die Herstellung einer digitalen Ontologie von Unternehmens- und Projektdaten spezialisiert ist. Zu den Gründern gehört auch der umstrittene Unternehmer Peter Thiel sowie Alex Karps.

Der US-Anbieter Palantir ist aber höchst umstritten, da er eine umfassende Datensammlung betreibt und quasi niemand weiß, was mit den Daten passiert. Spätestens seit der Veröffentlichung des 22 Punkte umfassenden Palantir-Manifests ist klar, dass das Unternehmen über seinen Tech-Ansatz die Dominanz der westlichen Welt "sichern will, koste was es wolle". heise hatte die Tage zu dieser Frage einen Artikel veröffentlicht, der die Sachlage analysiert.

Mehrere Bundesländer nutzen angepasste Versionen der Palantir-Software "Gotham", aus der einige rechtlich problematische Funktionen entfernt wurden. Seit 2017 nutzt die hessische Polizei die Palantir-Software unter dem Namen "HessenDATA".

In Nordrhein-Westfalen wird die Palantir Software unter dem Namen "DAR" seit 2020 für eine datenbankübergreifende Analyse und Recherche eingesetzt. Das Land Bayern setzt  Palantir seit 2024 unter dem Namen "VeRa" ein. Baden-Württemberg plant zukünftig den Einsatz der Palantir-Software. In diversen Bundesländern laufen Verfassungsbeschwerden gegen den Einsatz von Palantir (siehe Links am Artikelende). Und in der Schweiz haben sich Militär und Behörden gegen Palantir entschieden.

Bundeswehr wird Palantir nicht einsetzen

Auch die deutsche Bundeswehr ist auf der Suche nach einer Datenbanksoftware. Das Handelsblatt berichtet (Paywall) aktuell, dass das deutsche Militär in den nächsten Jahren eine eigene geschützte private Cloud zur Datenverarbeitung und KI-Anwendung aufbauen will. Dies sei unverzichtbare Voraussetzung für eine moderne und digitale Verteidigung. Die Software soll Informationen aus den verschiedenen Datenbanken zusammenbringt, analysiert und Empfehlungen für mögliche Ziele im Gefechtsfeld oder andere wichtige Einblicke geben.

Die spannende Frage ist nun, wie es diesbezüglich mit Palantir ausschaut – die sind ja beim US-Militär breit im Einsatz. Das Handelsblatt zitiert Thomas Daum, Vizeadmiral und Inspekteur Cyber- und Informationsraum und damit der oberste truppendienstliche Vorgesetzte der gleichnamigen Teilstreitkraft der Bundeswehr. Daum sagte dem Handelsblatt, dass Palantir dafür nicht infrage komme. Daum sucht nach Alternativen, wobei drei ungenannte Anbieter möglicherweise in Betrachtung kommen, heißt es.

PS: Die Zeit hat das Thema in diesem aktuellen Artikel ebenfalls aufgegriffen; habe das nach dem Schreiben des obigen Texts gesehen.

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Ein Kommentar zu Bundeswehr verzichtet auf Palantir (vorerst)

  1. Anonym sagt:

    Wird alles vollumfänglich durchgesetzt werden, Schritt für Schritt, mit kleineren Verzögerungen wie dieser oder auch vorerst mal mit "einige rechtlich problematische Funktionen entfernt", um die Öffentlichkeit zu vernebeln…

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