Urteil: Amazon darf den Perplexity AI-Browser aussperren

ParagraphOnline Versandhändler Amazon hatte dem Anbieter Perplexity AI eine Unterlassungserklärung geschickt. Diese untersagte Perpexity AI agentengesteuerte Einkäufe über den Comet-Browser auf den Amazon-Seiten. Ein US-Richter hat diese Verfügung jetzt bestätigt, der Perpexity Comet AI-Browser darf keine Amazon-Einkäufe mehr vornehmen.

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Rückblick: Die Amazon Unterlassungserklärung

Im Spätsommer bzw. Herbst 2025 stellte der Anbieter Perplexity AI Inc. seinen Comet-Browser, der auf Google Chromium basiert und die Perplexity-AI-Suche integriert, als allgemein verfügbar bereit. Im Browser integrierte AI-Agenten sollen eigenständig im Auftrag des Benutzers Aufgaben erledigen.

"Comet ist ein KI-gestützter Browser, der als dein persönlicher Assistent und Denkpartner fungiert." heißt es auf der Seite des Anbieters. AI-Agenten erledigen E-Mails, buchen Flüge, Hotels, Tische in Restaurants und besorgen auch Bestellungen bzw. Einkäufe, so das Versprechen.

Allerdings hat Amazon etwas dagegen, wie der Perplexity AI-Browser auf deren Seiten unterwegs ist und Einkäufe tätigt. Daher hatte Amazon der Perplexity AI Inc. eine Unterlassungserklärung geschickt. In dieser verlangt Amazon, dass das Unternehmen Perplexity AI Nutzer nicht mehr mit dem Comet-Browser bei Einkäufen auf der Amazon-Plattform unterstützen darf.

Amazon wirft Perplexity diesbezüglich Computerbetrug vor. Die Beweggründe von Amazon finden sich in dieser Stellungnahme. Dort heißt es unter anderem:

Wir halten es für ziemlich selbstverständlich, dass Drittanbieter-Anwendungen, die Einkäufe im Namen von Kunden bei anderen Unternehmen tätigen, offen agieren und die Entscheidungen der Dienstleister hinsichtlich einer Teilnahme respektieren sollten.

Agentische Drittanbieter-Anwendungen wie der Comet von Perplexity hätten die gleichen Verpflichtungen, argumentiert Amazon. Offenbar hält der Perplexity Comet-Browser sich nicht an diese Transparenz und hat wiederholt gegen Amazons Terms of Service verstoßen. Amazon schreibt, dass man Perplexity wiederholt aufgefordert habe, Amazon aus dem Bestand der Webseiten zu entfernen, die für Einkäufe und Recherchen genutzt wird. Das sei insbesondere angesichts der erheblich beeinträchtigten Einkaufs- und Kundenerfahrung, die der Comet-Browser bietet, erfolgt. Ich hatte im Blog-Beitrag KI-Irrsinn Teil 2: Amazon schickt Unterlassungserklärung an Perplexity AI für Einkäufe über Comet über diese Unterlassungserklärung berichtet.

Perplexity AI-Browser für Einkäufe bei Amazon blockiert

Nun hat ein US-Bundesrichter über das Verfahren entschieden und Amazon Recht gegeben. Das Urteil blockiert den Perplexity AI-Browser für alle Einkäufe auf den Amazon Seiten. Die Seite CyberScoope hat es in diesem Artikel aufgegriffen.

Bundesrichtern Maxine Chesney vom Northern District Court of California hat am 9. März 2026 entschieden, dass die von Amazon beantragte einstweilige Verfügung bei einer Klage mit Wahrscheinlichkeit "in der Sache Erfolg haben wird". Es geht darum, dass die AI-Agenten von Perplexity gegen den Computer Fraud and Abuse Act und den Comprehensive Computer Data Access and Fraud Act verstoßen.

Das Gericht befand, dass Amazon "stichhaltige Beweise dafür vorgelegt habe, dass Perplexity über seinen Comet-Browser mit der Erlaubnis des Amazon-Nutzers, aber ohne Genehmigung von Amazon auf das passwortgeschützte Konto des Nutzers zugreift".

CyberScoope zitiert das Urteil, nach dem Perplexity seinem Comet AI-Browser den Zugriff auf Amazon-Benutzerkonten sowie den Versuch des Zugriffs, die Unterstützung, Anweisung oder Bereitstellung von Mitteln für andere zum Zugriff auf Amazon-Benutzerkonten, unterbinden muss. Perplexity muss außerdem alle Amazon-Konten und Kundendaten löschen, die es im Laufe der Zeit gesammelt hat.

Perplexity argumentierte zwar vor Gericht, dass die Käufe legitim und legal seien, da ihre Nutzer ihren KI-Agenten autorisiert hätten, die Käufe in ihrem Namen zu tätigen. Amazon  verweigerte aber explizit den Benutzern diese Erlaubnis und erklärt vor Gericht, dass die Agenten Fehler machen, den eigenen Algorithmus von Amazon stören und ihre Nutzer einem erhöhten Cybersicherheitsrisiko aussetzen.

Amazons Anwälte argumentierten, dass dem Unternehmen "deutlich mehr" Schaden als die 5.000 Dollar entstanden sind, die erforderlich sind, um als Computerbetrug zu gelten. Es wurden auch die Kosten für die aufgewendete Zeit, die Amazon-Mitarbeiter für die Entwicklung neuer Web-Tools aufgewendet haben, um den Zugriff von Comet auf private Kundenkonten zu blockieren und zukünftige unbefugte Zugriffe durch den Browser zu erkennen, in die Schadenssumme aufgenommen.

Um Diskussionen hier vorzubeugen: Einkäufe durch AI-Bots sind wohl auch bei Amazon möglich. Amazon verlangt von KI-Agenten aber, dass sie sich bei der Nutzung der E-Commerce-Plattform digital identifizieren. Perplexity-Führungskräfte hätten sich jedoch "geweigert, transparent zu arbeiten, und stattdessen aktive Maßnahmen ergriffen, um die Aktivitäten ihrer Agenten im Amazon Store zu verschleiern", heißt es. Dazu gehöre auch die Konfiguration des Comet-Browsers, der sich als menschlicher Besucher ausgibt.

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