Kidflix: Strafverfolger schalte Kinderporno-Netzwerk ab

Paragraph[English]Im Rahmen einer internationalen, von Europol koordinierten, Operation "Stream" ist es Strafverfolgern und Ermittlern gelungen, die im im Darknet operierende, große Kinderpornografie-Streamingplattform Kidflix  abzuschalten.


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Es ist ein kurzer Nachtrag, denn die Ursprungsmeldung von Europol ist mir bereits am späten 2. April 2025 zugegangen. Laut Europol war Kidflix mit knapp 2 Millionen Nutzern eine der größten pädophilen Plattformen der Welt. Diese Plattform wurde nun in einer internationalen Operation gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern abgeschaltet.

Europol on Kidflix

Die Ermittlungen wurden von Europol wurden vom Bayerischen Landeskriminalamt unterstützt und von der Bayerischen Zentralstelle für die Verfolgung von Cyberkriminalität (ZCB) geleitet. An der Aktion waren weltweit über 35 Länder beteiligt.

Die Operation Stream war die größte Operation, die die Europol-Experten zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern je durchgeführt haben, und einer der größten Fälle, die die Strafverfolgungsbehörde in den letzten Jahren unterstützt hat.


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Server am 11. März 2025 beschlagnahmt

Während der Ermittlungen leisteten die Europol-Analysten des Europäischen Zentrums für Cyberkriminalität (EC3) den nationalen Behörden intensive operative Unterstützung, indem sie Tausende von Videos analysierten. Die Europol-Experten überprüften auch alle verfügbaren Daten und stellten den betreffenden Ländern Beweismittel zur Verfügung, um die Ermittlungen zu erleichtern.

Insgesamt loggten sich laut Europol zwischen April 2022 und März 2025 weltweit 1,8 Millionen Nutzer auf der Plattform KidFlix ein. Am 11. März 2025 wurde der Server, der zu diesem Zeitpunkt rund 72 000 Videos enthielt, von deutschen und niederländischen Behörden beschlagnahmt.

Die Ermittlungen führten zur Identifizierung von fast 1.400 Verdächtigen weltweit. Bisher wurden 79 dieser Personen wegen der Weitergabe und Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch verhaftet. Einige der Festgenommenen haben nicht nur Videos hochgeladen und angesehen, sondern auch Kinder missbraucht. Einige Informationen finden sich in der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration. Die Ermittlungen dauern an.

Langjährige Ermittlungen und Erkenntnisse der Operation Stream

Die Ermittlungen der Operation Stream begannen bereits im Jahr 2022 und führten zu den "Aktionswochen" vom 10. bis 23. März 2025. Bislang hat die Operation dazu geführt, dass 1.393 Verdächtige identifiziert und 79 Verdächtige festgenommen werden konnten.

Bei Razzien wurden über 3.000 elektronische Geräte beschlagnahmt und laut Europol 39 Kinder vor weiterem Missbrauch geschützt.

Details zu Kidflix

Kidflix war eine Streaming-Plattform, die im Jahr 2021 von einem Cyberkriminellen gegründet wurde. Der Person gelang es, aus der Plattform einen enormen Profit zu ziehen, da Kidflix es schnell zu einer der beliebtesten Plattformen unter Pädophilen wurde.

Nach Angaben der Behörden wurden in der Zeit, in der die Plattform aktiv war, 91 000 einzelne Videos hochgeladen und geteilt, mit einer Gesamtlaufzeit von 6.288 Stunden. Im Durchschnitt wurden jede Stunde etwa 3,5 neue Videos auf die Plattform hochgeladen, von denen viele den Strafverfolgungsbehörden bisher unbekannt waren.

Im Gegensatz zu anderen bekannten Plattformen dieser Art ermöglichte Kidflix den Nutzern nicht nur das Herunterladen von CSAM (Child Sexual Abuse Material), sondern auch das Streamen von Videodateien. Die Nutzer zahlten mit Kryptowährungen, die anschließend in Token umgewandelt wurden.

Durch das Hochladen von CSAM, die Überprüfung von Videotiteln und -beschreibungen und die Zuweisung von Kategorien zu den Videos konnten Straftäter Token verdienen, die dann zum Ansehen von Inhalten verwendet wurden.

Jedes Video wurde in mehreren Versionen – niedriger, mittlerer und hoher Qualität – hochgeladen, so dass Kriminelle den Inhalt in der Vorschau ansehen und eine Gebühr zahlen konnten, um Versionen höherer Qualität freizuschalten.


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6 Antworten zu Kidflix: Strafverfolger schalte Kinderporno-Netzwerk ab

  1. Luzifer sagt:

    gut gemacht, dann hoffen wir mal das es allen Nutzern an den Kragen geht.

  2. Guido sagt:

    Die Opfer haben immer lebenslänglich, die Täter leider nicht …
    Zudem gibt es in Deutschland leider viel zu wenige gute Traumkliniken und TraumtherapeutInnen.

  3. Charlie sagt:

    Es ist ein guter Anfang, ich befürchte nur, dass es dabei bleibt, die "Online-Täter" festzunehmen.
    Die Leute (Menschen wäre hier das falsche Wort), die Kinder missbrauchen, müssen dringend gefunden und aufs Härteste bestraft werden.

    Ich hoffe sehr, dass die Strafen gegen alle diese Leute, die jetzt erfolgreich ermittelt werden konnten, entsprechend hoch ausfallen und weniger lächerlich sind, als dass, was bei Vergewaltigungen an Urteilen ergeht.

  4. Kevin S sagt:

    Manchmal ist eine Vorratsdatenspeicherung doch ganz angebracht, um den letzten der Betreiber dingfest zu machen…?!

  5. Gast sagt:

    "da Kidflix es schnell zu einer der beliebtesten Plattformen unter Pädophilen wurde."
    Die Täter müssen nicht zwingend pädophil sein, der Begriff wird zuweilen falsch verwendet, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie
    Das soll nun aber absolut nichts entschuldigen.

    Es gibt noch viel zu tun:
    Polizei löscht strafbare Bilder nicht
    https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/darknet-sexualisierte-gewalt-kinder-fotos-loeschen-bka-100.html

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