Gartner warnt: Blockt aus Sicherheitsgründen alle KI-Browser auf absehbare Zeit

CopilotAnalysten der Unternehmensberatung Gartner haben letzte Woche eine für mich überraschende, aber folgerichtige Empfehlung ausgesprochen. Unternehmen sollten bis auf weiteres die sogenannten KI-Browser aus Sicherheitsgründen blockieren, da die Risiken zu hoch seien. Nur wer sicherstellen kann, dass KI-Browser keinerlei Sicherheitsrisiko darstellen, könne diese einsetzen.

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Die KI-Browser-Welle im Anmarsch

Bisherige Browser sind rein darauf abgestimmt, das Internet für den Benutzer abrufbar (surfbar) zu machen und diese Vorgänge ggf. noch halbwegs sicher zu machen. Das reicht den Protagonisten der KI-Welle nicht. OpenAI hat vor einiger Zeit seinen Atlas-Browser und Perplexity seinen Comet-Browser als "KI-Browser" auf den Markt gebracht. Die Begründung: Bisherige Browser können die benötigten AI-Funktionen nur unzureichend unterstützen.

KI-Browser sind Browser, die um agentische AI-Funktionen erweitert wurden, um selbsttätig Handlungen wie das Zusammenfassung von Inhalten, oder das Bereitstellen von Suchvorschlägen oder Informationen zu unterstützen. Zudem sollen Agenten selbsttätig Aufgaben wie die Suche nach günstigen Produkten, samt Einkauf solcher Produkte, übernehmen. Der gesamte Prozess des Surfens, vom Navigieren im Web, über das Filtern  von Informationen bis hin zum Automatisieren von Aufgaben wird an KI übertragen.

Eine spannende, aber auch sehr riskante Entwicklung. Seitdem schwappt eine ganze Welle an AI-Browsern über die Nutzer. Google stattet seinen Chrome-Browser mit agentischen Funktionen aus. Auch der Microsoft Edge wird vom Hersteller mit AI-Funktionen zum KI-Browser ausgebaut. Hinzu kommt noch ein Sammelsurium weiterer KI-Browser oder Browser mit KI-Funktionen.

Sicherheitsfachleute waren seit Beginn an alarmiert und sahen große Sicherheitsrisiken durch Verwendung von AI-Browsern auf Nutzer, und vor allem auf Unternehmen, zukommen. Denn die Browser sind anfällig für Manipulationen, die in Form von Befehlen in  besuchten Webseiten eingebettet sind (als Prompt Injection bezeichnet). Zudem besteht die Gefahr, dass diese AI-Browser das Internet bzw. dessen Inhalte (bewusst oder unbewusst) filtern. Tim Berners-Lee warnte bereits Anfang November 2025 vor dieser KI-Browser-Welle, da sie das offene Web bedrohen. Golem hatte das in diesem Artikel aufgegriffen.

Gartner spricht eine deutliche Warnung aus

Die Unternehmensberatung Gartner hat zum 1. Dezember 2025 eine Empfehlung mit dem Titel  "Cybersecurity Must Block AI Browsers for Now" veröffentlicht. Der Anreißertext der, leider nur von Gartner-Kunden zugreifbaren, Studie gibt an, dass "Agentische Browser" oder KI-Browser zwar das Potenzial haben, die Interaktion der Nutzer mit Websites zu verändern und Transaktionen zu automatisieren. Diese Browser bergen laut Gartner jedoch gleichzeitig erhebliche Risiken für die Cybersicherheit. Die klare Empfehlung von Gartner: CISOs (als Sicherheitsverantwortliche) müssten in absehbarer Zukunft alle KI-Browser blockieren, um das Risiko zu minimieren.

The Register greift den Inhalt in diesem Artikel auf. Der Artikel zitiert den Gartner Forschungsleiter Dennis Xu, Senior Director Analyst Evgeny Mirolyubov und VP Analyst John Watts mit der Feststellung: "Die Standardeinstellungen von KI-Browsern priorisieren die Benutzererfahrung gegenüber der Sicherheit." Klingt abstrakt – nachfolgend habe ich das mal aufgedröselt.

Eingrenzung des Begriffs KI-Browser

Mit dem Begriff "KI-Browser" sind alle Browser gemeint, die eine KI-Seitenleiste aufweisen, die Benutzern die Möglichkeit bietet, Webinhalte mithilfe von KI-Diensten des Browser-Entwicklers zusammenzufassen, zu suchen, zu übersetzen und mit ihnen zu interagieren. Typischerweise das, was OpenAIs Atlas-Browser, der Perplexity Comet-Browser, aber auch Microsofts Edge-Browser oder Googles Chromium-Browser mittlerweile bieten.

Wo sieht Gartner die Risiken?

Laut The Register warnen die Gartner Analysten in ihrer Analyse davor, dass die Funktionen in den KI-Seitenleisten dazu führen, dass sensible Benutzerdaten – wie aktive Webinhalte, Browserverlauf und geöffnete Registerkarten – häufig an das cloudbasierte KI-Backend gesendet werden. Dies erhöhe das Risiko einer "Datenpreisgabe", sofern die Sicherheits- und Datenschutzeinstellungen nicht bewusst verschärft und zentral im Unternehmen verwaltet werden".

Gerade die letztgenannte Vorgabe wird – sofern der KI-Browser das überhaupt unterstützt – nur bei größeren Unternehmen durch die IT zu leisten sein. Privatleute und Kleinunternehmen bleiben da in meinen Augen außen vor. Und ob die IT von Großunternehmen diese Restriktionen, angesichts der Entwicklungs- und Update-Frequenz der Anbieter nachziehen können, da mache ich mal ein Fragezeichen dran.

Benutzer könnten Risiken einhegen

The Register schreibt, dass das Gartner-Dokument zwar die Möglichkeit einräumt, dass das Minimieren diese Risiken möglich sei. Dazu müssten Unternehmen die Backend-KI-Dienste, die den KI-Browser unterstützen, bewerten, um zu verstehen, ob die ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen das Risiko auf eine akzeptables Größe für das Unternehmen  reduzieren.

Sofern Unternehmen die Verwendung eines KI-Browsers in der Belegschaft zulassen, rät Gartner Unternehmen, "die Benutzer darüber aufzuklären, dass alles, was sie anzeigen, möglicherweise an das KI-Dienst-Backend gesendet wird". Dass soll sicherzustellen, dass die Benutzer keine hochsensiblen Daten auf dem Browser-Tab aktiv haben, während sie die Seitenleiste des KI-Browsers zum Zusammenfassen oder Ausführen anderer autonomer Aktionen verwenden". Diese Empfehlung ist bei nüchterner Betrachtung schlicht ein Fail – da dies die menschliche Natur schlicht überfordert, und die Kontrolle auf das schwächste Glied in der Kette übertragen wird.

Risikoabwägung müsste zu KI-Browser-Blockade führen

Und damit sind wir eigentlich beim Kernpunkt der Gartner-Analyse. Wenn ein Sicherheitsverantwortlicher im Unternehmen (CISIO) zum Schluss kommt, dass die Backend-KI zu riskant sei, lautet die Gartner-Empfehlung, Benutzern das Herunterladen oder Installieren von KI-Browsern zu untersagen.

Die Gefahr, die Gartner bei KI-Browsern sieht, bezieht sich auf deren Anfälligkeit für "indirekte, durch Prompt-Injection ausgelöste betrügerische Handlungen, ungenaue, durch Schlussfolgerungen bedingte fehlerhafte Handlungen sowie den weiteren Verlust und Missbrauch von Anmeldedaten, wenn der KI-Browser dazu verleitet wird, autonom zu einer Phishing-Website zu navigieren".

Das sind aber alles Punkte, die Sicherheitsexperten seit Monaten propagieren. Aber diese Experten gelten nichts im Management, sind ja alles "Schwarzseher", die die Innovation behindern.

Die faulen und frustrierten Mitarbeiter im Fokus

Beim Querlesen des The Register-Beitrags ist mir noch ein "interessanter Move" von Gartner aufgefallen. Die rücken den "Mitarbeiter als Schwachstelle" für das Management in den Fokus.

  • So können Mitarbeiter in Versuchung geraten, KI-Browser zu verwenden und bestimmte obligatorische, sich wiederholende und weniger interessante Aufgaben zu automatisieren.
  • Mitarbeiter könnten einen KI-Browser anweisen, ihre obligatorischen Cybersicherheitsschulungen zu absolvieren.
  • Frustrierte Mitarbeiter könnten agentenbasierte Browser als Beschaffungswerkzeuge nutzen, um dann zu beobachten, wie LLMs Fehler machen, und Sachen bestellen, die Unternehmen nicht wollen oder brauchen.

Zum letztgenannten Punkt werden falsche Angaben in Bestellformularen genannt, die zur Bestellung falschen Büroartikel oder falscher Flüge führen, wird als Beispiel aufgezeigt.

Die Büchse der Pandora ist geöffnet

Aber das Thema lässt sich mit wenig Phantasie doch wunderbar weiter spinnen. Wenn eine Prompt-Injection die agentischen Helfer manipulieren kann, bietet das doch Möglichkeit, alle entsprechenden Agenten zu manipulieren. Und jetzt stelle man sich vor, so etwas passiert nicht im Einkauf, sondern in der Produktionsplanung von Airbus Industries oder VW, BMW oder Mercedes, wo Stück- und Lieferlisten für die Fertigung bei der Erstellung per Prompt-Injection einer besuchten Webseite manipuliert werden?

Aber damit sind wir wieder bei den "Warnungen der Schwarzseher". Hier bleibt unter dem Strich festzuhalten, dass Gartner in einer Empfehlung für das Management einen cleveren Move vorgenommen hat. Statt auf den AI-Hype aufzuspringen, spielen die Gartner-Analysten den Ball in die Leitungsebene und sagen: "Nur wenn Du zu 100 % ausschließen kannst, dass die KI-Helfer keine Gefahr darstellen, darfst Du diese zulassen. In allen anderen Fällen musst Du KI-Browser im Unternehmen blockieren".

Lässt für mich den Schluss zu: Wenn Gartner noch etwas bei CISOs und Geschäftsführern gilt, sind KI-Browser jetzt auf dem Abstellgleis. Aber ich mag mich irren und die Leute glauben es nur, wenn das expressis verbis in einem teuer bezahlten Gartner-Report für das eigene Unternehmen steht.

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49 Antworten zu Gartner warnt: Blockt aus Sicherheitsgründen alle KI-Browser auf absehbare Zeit

  1. Micha sagt:

    Davon ist aber auch der Adobe Acrobat Reader dc betroffen. Er hat mir zuletzt am Arbeitsplatz angeboten, ein längeres PDF per KI Funktion zusammenzufassen.

    Habe ich natürlich nicht gemacht. Adobe geht es nichts an, welche elektronische Baugruppe mit welchen Schutzlack versehen wird und wie der Lackiervorgang abläuft.

  2. R.S. sagt:

    Naja, wenn Benutzer selbsttätig Software auf ihrem PC installieren können, dann läuft da schon generell etwas im Unternehmen falsch.
    Das sollte per GPO unterbunden werden.
    Selbst Adminrechte sollten Benutzer nicht haben, auch nicht für den eigenen PC.

    Und das:
    "Zudem sollen Agenten selbsttätig Aufgaben wie die Suche nach günstigen Produkten, samt Einkauf solcher Produkte, übernehmen. "
    berücksichtigt doch gar nicht, ob ich bei dem Anbieter überhaupt etwas einkaufen will.
    Es könnte ja sein, das ich bei einem Anbieter nicht mehr kaufen will, weil ich da in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht habe.
    Oder weil die Produkte billiger Schrott sind (beispielsweise viel Kram auf Temu).
    Einkauf von Produkten?
    Dazu müsste die KI die für den Einkauf nötigen Daten wissen.
    Will man die einer KI mitteilen und sich damit nackig machen?

    • GüntherW sagt:

      "Zudem sollen Agenten selbsttätig Aufgaben wie die Suche nach günstigen Produkten, samt Einkauf solcher Produkte, übernehmen."

      Kann mir Jemand erklären, wie das in der Praxis gehen soll? Ich kann natürlich die KI an ein Warensystem anbinden und die Bestellungen tätigen lassen, weil Schnittstelle dafür vorhanden ist. Das mag gehen und auch gut dafür sein. Dann habe ich bestimmte Lieferanten und Warenbestand der dort hinterlegt ist. Muss evtl. aufpassen, wenn Jemand einen falschen Warenbestand erfasst. Nicht das die KI dann 10.000 Einheiten bestellt. Das kann man aber auch abfedern.

      Was doch aber nicht geht, die KI irgendwie auf Shops oder eine Liste an Shops loslassen die NICHT in diesem Warensystem fest hinterlegt sind?

      Selbst bei diesem "Warensystem". Sobald ein Anbieter meldet, dass er Lieferprobleme hat und das NICHT im Warensystem hinterlegt ist macht die KI schon wieder die Hufe hoch?

      • Tomas Jakobs sagt:

        Hat jemand von den KI Spinnern mal so ein paar rechtliche Erwägungen mal getroffen. Wenn eine KI einen Einkauf macht, wie sieht es so aus mit Willensäußerung? Konkludentem Handlen und Gültigkeit des Rechtsgeschäftes.

        Das ist eine einzige Bullshit-Show!

        • Christoph 'knurd' Morrison sagt:

          Finde ich jetzt nicht so kritisch. DHL ist auch nur Erfüllungsgehilfe, wenn du ein Paket verschickst – am Ende bleibst du in der Haftung, wenn im Paket dann eine Bombe ist und nicht DHL.

          Analog wäre deine Maus, wenn du mit ihr auf "Kaufen" klickst, auch nicht weiter als Gehilfe in den Prozess integriert. Es steht dir ja auch frei, das LLM anzuweisen, dir nur Vorschläge zu machen und nicht direkt einzukaufen.

      • R.S. sagt:

        Nicht nur das.
        Die KI müsste auch zwischen Stück und Verpackungseinheiten differenzieren können.
        Wenn der Shop z.B. diverse Produkte nur als Verpackungseinheit und nicht pro Stück verkauft.
        Z.B. die Verpackungseinheit beträgt 6 Stück und ich benötige auch 6 Stück, so muß ich als Bestellmenge nur 1 eingeben, nämlich 1 Verpackungseinheit.
        Nicht, das die KI da 6 eingibt und man bekommt 6 Verpackungseinheiten = 36 Stück.

        • GüntherW sagt:

          Das sind halt dann so Praxisprobleme wo ich halt sage, dass man die KI nur auf ein Warensystem loslassen kann wo alles standardisiert ist. Sobald du einen Sachverhalt hast der nicht ganz eindeutig ist… Wie von Tomas Jakobs erwähnt, selbst so grundlegendste Sachen wie Willenserklärung und Vertragsschluss….

          ABER sobald man standardisiert ist wieder die Frage, ob man noch eine KI benötigt oder ein simpler "Automat" reicht. So ganz ist mir auch nicht klar warum man im Bestellprozess KI benötigt. Entweder man hat ein "Automaten" der selbständig aus einem Warenwirtschaftssystem die Einkaufsliste zusammenstellt oder man hat irgendeinen Haufen heterogener Shopsysteme, wo ich aber nicht die KI drauf loslassen würde?

          Mich würde ja mal der KONKRETE Einsatzzweck interessieren. Wo und wie wird sowas schon genutzt?

          Wo KI zum Einsatz kommen könnte ist die Erfassung des Lagerbestandes, z.B. durch Video. Da sehe ich schon potential, aber muss auch alles angelernt werden. Aber auch da sehe ich nicht so richtig den Einsatzzweck. Wenn die KI langsam beobachtet wie der Lagerbestand weniger wird, kann doch auch einfach ein Mitarbeiter machen? Zumal die KI dann auch raffen muss, dass man evtl. mal 4 Paletten zur Seite stellt weil die Ware verdorben ist.

          Ich weiß nicht wie das funktionieren soll.

          • R.S. sagt:

            Da kommt auch noch hinzu, das es in diversen Shopsystemen z.B. Rabattcodes oder Gutscheincodes gibt.
            Die KI weiß doch gar nicht, ob man z.B. einen Gutschein erhalten hat.
            Und wird dessen Code dann beim Bestellprozess auch nicht eingeben.

      • FriedeFreudeEierkuchen sagt:

        Zu deiner Frage:
        > "Zudem sollen Agenten selbsttätig Aufgaben wie die Suche nach günstigen Produkten, samt Einkauf solcher Produkte, übernehmen."
        > Kann mir Jemand erklären, wie das in der Praxis gehen soll?
        Du hast dabei zu kompliziert gedacht. Der "KI"-Browser surft einfach nur. D.h. er geht auf eine Webseite, legt Artikel in den Warenkorb und vermutlich musst du dann irgendwo noch selbst deine Zahlungsdaten eingeben oder das Paypal Login machen.
        Derzeit sollen die Dinger noch nicht in der WaWi selbst aktiv werden.
        Aber es wird sicherlich bald irgendeine Softwareschmiede ums Eck kommen, die mit der (absolut unsicheren) MCP-Schnittstelle prahlt und "agentische" Automatisierung anpreist.

    • mw sagt:

      "Das sollte per GPO unterbunden werden.
      Selbst Adminrechte sollten Benutzer nicht haben, auch nicht für den eigenen PC."
      Dem kann ich nur m. E. zustimmen. Es sollte schon möglich sein, daß ein Benutzer den ganzen Copilot und AI Quatsch abstellen kann, wenn das schon die IT nicht macht.

  3. Anonym sagt:

    Ich finde, KI-Agent ist eine treffende Aussage. Aber für wen der Agent/Spion arbeitet bleibt ungewiss. Jedenfalls nicht für den Benutzer.

  4. Froschkönig sagt:

    Mögliche Gegenmaßnahmen, am besten alle umsetzen:
    – Keine lokalen Adminrechte
    – Applocker aktivieren, damit nur freigegebene Software gestartet werden kann
    – Internetzugang nur per Proxy, der dann nicht zugelassene Browser blockiert
    – Softwareinstallationen erst nach Freigabeprozess, bei dem die Sicherheit der Software geprüft wird (wie verhält sich das Ding auf dem System und im Netz, Updatemechanismen, Integration in vorhandenes Deployment, Häufigkeit von Updates, …)
    – Wenn eine vorhandene Antivieren-Software eine eigene Application-Control-Richtlinie hat, dann diese aktivieren und nur verwendete Software freigeben
    – Software-Inventarisierungs-Dienst im Netz etablieren, z.B. Lansweeper, PDQ-Inventory, OCS-Inventory, …, evtl. kombiniert mit integrierter Schwachstellen-Analyse

  5. Phadda sagt:

    Ausgerechnet Gartner! Jene die als Paid Actor agieren und den Gartner Quadrant entsprechend darstellen, wenn einer der Darsteller im Quadrant etwas gezieltes in Auftrag gibt um Rechts oben zu stehen… Die sind doch an dem Thema jetzt stark mitbeteiligt, wenn Gartner den AI Hype auf Führungsebene mit gepushed hat :-) Rolle Rückwärts, oder so tun als ob :-D

    • Günter Born sagt:

      Springt der Kommentar nicht etwas zu kurz? Natürlich kann man den Reflex "ausgerechnet Gartner" ausspielen. Aber wäre es nicht bedenkenswert, die inhaltlichen Aussagen zu bewerten?

      Ich habe einen promovierten Neffen, der Analysen bei Roland Berger als Head of Research erstellen lässt. Die haben den Vorteil, den Blick von der Management-Ebene auf diese Sachverhalte zu werfen und sich nicht im "klein klein" zu verheddern. Wir hier in der IT sehen das halt zu stark von der Technik – die Gilde der Sicherheitsforscher weist seit Monaten auf die Sicherheitsprobleme hin – und ich publiziere doch fast täglich Beiträge, wo der Tenor "schaut auf die Risiken und Probleme" lautet. Aber das gilt im obigeren Management nichts (behaupte ich jetzt mal frech, mein Exit aus dem Management ist 32 Jahre her, aber damals war das schon so, und imho hat sich nichts geändert). Die IT ist doch Kostenfaktor und Bedenkenträger, die nichts von dieser "goldenen Zukunft" auf die Reihe bringt. Jetzt stößt jemand eine Tür aus einer (zumindest für mich) gänzlich unerwarteten Ecke auf und sagt "schaut genau hin".

      • Phadda sagt:

        Zu kurz? In der Kürze und so :-)
        Was Gartner da jetzt macht, neutral betrachtet, ist etwas Widersprüchlich, den Hype mit anzetteln und dann auf einmal kommt aus der anderen Ecke von Gartner ein "Vorsicht!"? Ob der Hinweis, stark ins Mgmt getragen wird von Gartner, sei mal dahin gestellt. Für mich ist es heuchlerisch auf der einen Seite was Gartner macht und auf der anderen, dann jedoch intern dagegen blasen. Die Außenwirkung ist doch dann eher "???" oder "Was wollt Ihr denn jetzt sagen?".

  6. gast sagt:

    Als die Lok „Adler" 1835 erstmals zwischen Nürnberg und Fürth verkehren sollte – mit 30km/h –, hat ein Gutachter des Bayrischen Medizinalkollegiums gemeint, dass die Geschwindigkeit „bei den Passagieren die geistige Unruhe, ,Delirium furiosum' genannt", hervorrufe nun heute scheint einer seiner Söhne bei der Unternehmensberatung Gartner tätig zu sein.

    Ps.
    Diese AI-Funktionen sind und bleiben doch ganz einfach abschaltbar unter Windows.

    • Günter Born sagt:

      Der erste Absatz ist imho eine Binse, die hier nicht weiter führt.

      Der zweite PS-Absatz: Ich höre "wie muss ich mir dieses ganz leicht" denn konkret vorstellen? Spoiler: Ich hatte hier im Blog ja mehrere Beiträge, die zeigen, dass das Abschalten der AI-Funktionen im Microsoft-Kosmos alles andere als "leicht" sind. Aber vermutlich bin ich zu dumm, das zu begreifen.

      Für die Mitleser: Die Gartner Analysten haben imho einen sehr cleveren Move gemacht und spülen die Entscheidung zum Blockieren der KI-Browser in das Management bzw. den CISO zurück.

      • Tomas Jakobs sagt:

        ehm… zur Klarstellung: Ein CISO oder in deutsch ISB entscheidet nicht. Das muss schon ganz allein das Management tun.

        • Peter Vorstatt sagt:

          So eine Antwort kann auch nur aus Deutschland kommen. Ein CISO entscheidet – wie alle anderen Mitarbeiter – im Rahmen dessen, was ihm an Entscheidungsbefugnis übertragen wurde. Was ihm übertragen wird, unterliegt grundsätzlich der Privatautonomie.

          • Tomas Jakobs sagt:

            Ja, jede angestellte Person hat Privatautonomie.Das gilt auch für die Reinigungskraft. Das ist nur der juristischer Oberbegriff für Vertragsfreiheit und Selbstbestimmung, was im Angestelltenverhältnis durch das Weisungsrecht des Arbeitgebers einschränkt ist.

            Und Nein, ein CISO definiert, berät, dokumentiert und überwacht. Er darf defintiv nicht selbst operativ Entscheidungen treffen. Und schon gar nicht Entscheidungen, die der Geschäftsleitung vorbehalten sind.

            Quis custodiet ipsos custodes?

            Merke: Es gibt die feine aber wichtige Unterscheidung zwischen normativen und operativen Entscheidungen. Das ist elementar für jede Art von Norm, z.b. ISO 27001, die Du heranziehst.

      • Luzifer sagt:

        Die einfachste Möglichkeit? Seine Firewall ordentlich einstellen… die kann nicht nur den eingehenden sondern auch den ausgehenden Datenverkehr regeln! MS das schnüffeln abzustellen ist möglich! Man muss es nur auch konsequent tun.
        Damit der KI Agent nicht auf die Idee kommt zu tunneln packt man noch ne DPI mit dazu. und sperrt grundsätzlich Microsoft Seiten… Updates kann man auch über den Update Katalog ziehen, dazu braucht das System keine Verbindung zu MS.

      • red++ sagt:

        Ja wenn das mal so einfach wäre Windows 11 ohne KI zu oder die KI ohne Windows zu installieren.

        Leider ist es das eben nicht, da gibt es keinen KI OFF Schiebeschalter, zumal bei Microsoft immer die Gefahr überbleibt, dass nach dem nächsten Update alles wieder da und eingeschaltet ist.
        Es gibt dazu zwei ganz interessante Methoden, die ich bereits ausprobiert habe, Erstens das Installationsmedium so zu Manipulieren das der KI Dreck erst gar nicht mit installiert wird oder es hinterher zu Deinstallieren. Beide Methoden neigen aber ebenfalls dazu durchs Hintertürchen nach dem nächsten Update wieder installiert zu werden.

        • R.S. sagt:

          Ein Windows 11 ohne KI ist im Prinzip kein Problem.
          Das ganze KI-Gedöns fehlt in Server 2025 (Server-Version von Windows 11) und auch in Windows 11 IoT.
          Es gibt da auch die meiste Bloatware nicht.
          Das einzige, was es da noch gibt, ist der Edge, Paint und der Mediaplayer Classic.
          Lassen sich aber alle problemlos deinstallieren.

          • User sagt:

            Das stimmt zwar, aber was kostet denn die günstigste Windows-Server-Variante, die Desktop-tauglich ist? Und ob die sich ein fachfremder Endanwender selber entsprechend installieren, einrichten und betreuen kann? Sonst wird es noch viel teurer.

    • FriedeFreudeEierkuchen sagt:

      Es geht doch um "KI"-Browser. Was hat das der Einwand "Diese AI-Funktionen sind und bleiben doch ganz einfach abschaltbar unter Windows." damit zu tun? Nichts.
      Und bei der Aussage, dass diese Funktionen abschaltbar bleiben, vor allem "einfach abschaltbar", lehnst du dich ganz weit aus dem Fenster. Oder arbeitest du im Produktmanagement von Microsoft und kennst die genauen Pläne?

    • Anonym sagt:

      Diese AI-Funktionen sind und bleiben doch ganz einfach abschaltbar unter Windows.

      Ja, genau so wie man unter Windows 11 ganz einfach nur ein lokales Konto nutzen kann…

  7. Tomas Jakobs sagt:

    Die Überschrift: Gartner warnt vor Edge und AI Browsern hätte was…

  8. Rolf sagt:

    #rät Gartner Unternehmen
    Eine gute Idee muss auch wirtschaftlich tragfähig sein, um Erfolg zu haben, denn nur wenn sie Gewinne abwirft, nachhaltig ist und einen Markt bedient, wird sie sich am Ende durchsetzen. Ein Beispiel…

    https://www.heise.de/news/Schwedisches-Start-up-hinter-Kippenstummel-sammelnden-Kraehen-meldet-Insolvenz-an-11094091.html

    zum Thema AI, MS hat es verstanden und ist auf dem richtigen Weg.
    Windows 11: Microsoft beugt sich Usern – KI-Aktionen werden optional
    https://winfuture.de/news,155425.html

  9. Vitisator sagt:

    Zwei spontane Gedanken:
    – Und wenn meine innovationsfeindliche Firma mir den geliebten KI-Browser abstellt, dann nutze ich eben ein privates Gerät ;-)
    – KI-Browser abwürgen aber CoPilot in Windows/Office nutzen?

    • R.S. sagt:

      Tja, wenn du das tun würdest, gäbe es hier eine Abmahnung!
      Die Nutzung von Privatgeräten ist nicht ohne Grund in sehr vielen Firmen schlicht verboten.

      Und CoPilot kann man auch in Windows/Office abstellen.
      Idealerweise per GPO, damit niemand das wieder aktivieren kann.

      • Visitator sagt:

        Lustigerweise haben bei meinem letzten Arbeitgeber gerade die (ITler), die es am besten wissen müssten, gegen die Regeln verstoßen.
        Konsequenzen: Null.

        Habe zu wenig Ahnung: Kann man eigentlich heutzutage portable Browser im Unternehmen auch per GPO blockieren? Sonst wäre das ja wieder ein Schlupfloch, wie seinerzeit in meinem ex-Laden.

  10. ich bin glücklich. sagt:

    Ich kann mir vorstellen, dass man in Firefox via about:config oder sonstwie die Seitenleiste ausblenden kann.

    Alternativ könnte man bei Firefox anklopfen, und fragen, ob sie nicht einen kauf-pflichtigen Browser ohne KI-Gedöns programmieren können.

    • R.S. sagt:

      Da der Firefox OpenSource ist:
      Lade dir den Quellcode herunter, entferne da den KI-Kram und kompiliere das dann.
      Und schon hast du deinen Firefox ohne KI.

      • No Name sagt:

        Da ist tatsächlich schon einiges KI-Gedöns dabei, ABER …

        about:config … im Firefox
        .mi. … in das Suchfeld eingeben …
        … und dann solche Sachen wie z.B. browser.mi.chat.enabled auf false stellen. Es gibt noch ein "paar" weitere Einstellungen, aber alles über .mi. zu finden.

        Bis jetzt hat das auch alle Updates seit mindestens zwei Monaten überlebt. Allerdings kommen ab und zu neue Werte hinzu und daher sollte man nach einem Update die Werte wieder überprüfen … ja, ist bescheiden.

    • Anonym sagt:

      Firefox hat sicherlich kein Interesse, das KI-Gedöns wegzulassen, ganz im Gegenteil.

  11. noway sagt:

    Bald kann man nur noch Lynx nutzen wenn das so weiter geht. Selbst Firefox ist auf den Quatsch aufgesprungen.

    Aber da gibt es wenigstens eine Alternative, denn im Firefox-Fork LibreWolf ist das KI-Gedöns entfernt.

    • janil sagt:

      Dann wird wohl im kommenden Jahr Librewolf deutlich mehr Nutzer haben. Die Roadmap vom Firefox sieht ziemlich viel KI vor. Solange es sich in about:config ausschalten lässt, gucken wir mal, was kommt.

  12. Anonym sagt:

    Gibt es überhaupt aktuelle Browser ohne KI? Firefox, Chrome, Edge, Orion und Konsorten werden doch zeitnah auch agentisch. Und bis zur Veröffentlichung von Ladybird dauert es noch. Ältere Browser wie Netscape oder Internet Explorer sind aus Sicherheitsgründen bedenklich.

    • Günter Born sagt:

      Also, im Ungoogled Chromium habe ich noch nichts gesehen

    • Bolko sagt:

      ungoogled Chromium (von Marmaduke):

      chromium. woolyss. com

      (zweite bunte Zeile, "Archive"-Version)

      github. com/macchrome/winchrome/releases/download/v142.7444.229-M142.0.7444.229-r1522585-Win64/ungoogled-chromium-142.0.7444.229-1_Win64.7z

      Soweit ich das sehe ist im ungoogled Chromium keine KI enthalten.

      Im Firefox 140.6.0 ESR sind zwar KI-Funktionen enthalten, aber diese Funktionen sind deaktiviert.
      Man kann SRG+ALT+X drücken, dann erscheint links eine Seitenleiste, wo man aus mehreren Chatbots auswählen kann.
      Wenn man das nicht macht, dann ist die KI inaktiv.

      In
      about:config
      ist
      browser.ml-chat.enabled
      nicht definiert.
      Also inaktiv

      • Anonym sagt:

        Ungoogled Chromium hatte ich vergessen. Das ist eine gute Option. Dort soll in den nächsten Jahren keine KI integriert werden. Danke für die Hinweise. Richtig cool.

    • noway sagt:

      Ja, siehe oben, LibreWolf.

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