Motorola arbeitet künftig mit GrapheneOS zusammen, erste Geräte ab 2027?

Kurze Information aus dem Bereich "Android-Smartphones". Gerade sind Pläne bekannt geworden, dass die Lenovo Tochter Motorola mit den Entwicklern von GrapheneOS zusammen arbeitet. Man will ab dem Jahr 2027 seine "Flag-Ship" Mobilgeräte mit diesem Betriebssystem ausstatten. Eine Portierung auf vorhandene Motorola-Geräte ist aber nicht geplant.


Was ist GrapheneOS?

Kurze zur groben Einordnung: GrapheneOS ist ein freies und quelloffenes, auf Datenschutz und Sicherheit ausgerichtetes, Android-basiertes Betriebssystem. Es basiert auf dem Android Open Source Project, fokussiert aber auf Datenschutz und Sicherheit. Entwickelt wird es von der GrapheneOS Foundation, einer kanadischen gemeinnützigen Organisation. Das Betriebssystem wurde bisher nur für Google Pixel bereitgestellt (siehe die Supported-Devices-Seite des Projekts).

Kooperation auf dem Mobile World Congress bekannt gegeben

Ich hatte es nicht mitbekommen – der X-Kanal von GrapheneOS hatte bereits zum 2. März 2026, wohl im Umfeld des Mobile World Congress, folgende Tweets veröffentlicht.

Motorola und GrapheneOS

Dort wird eine langjährige Partnerschaft mit dem Smartphone-Anbieter Motorola angekündigt. Es heißt, dass es das gleiche GrapheneOS sei, was Motorola-Geräte erhalten, wie es auch für Google Pixel-Smarthones verfügbar ist. Auf die Frage eines Nutzers heißt es, dass die Geräte keine Bloatware (unerwünschte Apps) mit GrapheneOS erhalten.

In Folge-Tweets stellen die GrapheneOS-Entwickler aber klar, dass das keine Pläne existieren, das Betriebssystem auf ältere Motorola-Geräte zu portieren. Hintergrund ist, dass diese Geräte die Hardwareanforderungen für GrapheneOS nicht erfüllen. Daher soll GrapheneOS nur für neue High-End-Motorola-Geräte, die wohl 2027 auf den Markt kommen, verfügbar gemacht werden.

Wer aktuell GrapheneOS nutzen möchte, ist weiterhin auf Google Pixel-Smartphones angewiesen. In diversen Tweets üben Nutzer Kritik, dass die GrapheneOS Foundation mit einem in China angesiedelten Unternehmen kooperiert.

Von Motorola gibt es diese offizielle Ankündigung der Partnerschaft mit der GrapheneOS Foundation. Laut Motorola ist geplant, dass die beiden Unternehmen "an der Verbesserung der Smartphone-Sicherheit arbeiten und bei zukünftigen Geräten, die mit GrapheneOS kompatibel sind, kooperieren", was immer das heißt.

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28 Kommentare zu Motorola arbeitet künftig mit GrapheneOS zusammen, erste Geräte ab 2027?

  1. Türkenrudi sagt:

    Hoffentlich kommt das, wird nur leider ein Nischenprodukt bleiben. Die meisten Kunden haben sich in eine große Abhängigkeit von Google bewegt (manche wissen das nichtmal) und werden sich schwer tun, davon loszukommen.

    Erst recht, wenn eher hochpreisige Smartphones mit GrapheneOS kommen oder ein Aufpreis fürs Google-freie OS bezahlt werden muss.

    • Günter Born sagt:

      Der Preis wird das Problem sein – zumindest in meinen Augen. Wo siehst Du die "Abhängigkeit von Google"?

      • MS6800 sagt:

        Abwarten und Tee trinken, bis Preise veröffentlicht werden.
        Für mich das Highlight des Jahres, bin echt gespannt was kommt.
        GrapheneOS hat mich definitiv abgeholt.

      • KK sagt:

        zum einen siehe Kommentar von FLip weiter unten bzgl. Banking-Apps

        zum anderen funktionieren vielel Apps nicht ohne PLay Services beim Login oder alleine bei der Anzeige der Benachrichtigungen. Ein Otto-Normal-User interessiert sich nicht dafür, dass es davon kommt, dass er Google nicht mehr nutzt und wird die jeweilige App oder auch GrapheneOS dafür verantwortlich machen.

        Und dass er die gewohnten Apps nicht mehr einfach so bekommt, sondern z.B. den PlayStore verwenden muss. Alternative wäre Aurora, da gehen aber keine Bezahl-Apps.

        Wie du siehst, ist die abhängigkeit sehr groß und es muss viel kommuniziert werden

      • Anonym sagt:

        Ich bin privat sehr abhängig von Google Maps. Auf alles andere könnte ich jedoch verzichten.

        • User007 sagt:

          Hmm… wie stellt sich diese "Abhängigkeit" genau dar – ist keine andere Navi-App alternativ nutzbar?

          • Anonym sagt:

            Viele nutzen Google Maps als Suchmaschine für alles im aktuellen Umfeld. Nicht nur als Navi.

            • Rolf sagt:

              Google maps läuft doch problemlos auf grapheneos. Einfach ein extra profil machen mit play services die nur in dem profil sandboxed laufen. Meiner Frau hab ich auch ein Grapheneos Handy gekauft. sie nutzt es mit den play Diensten. Damit läuft dann alles, immernoch tausend mal besser als ein standard phon.

  2. IT-Opa sagt:

    Wie ist eigentlich ein Handytausch unter GrapheneOS möglich? Gibt es Apps, die alles was auf dem "alten" Handy abgelegt und gespeichert wurde portieren, inkl. aller angelegten Nutzer? Dazu habe ich bisher noch nirgends etwas gelesen.

    • bertel sagt:

      Das fehlt mir auch noch, das macht apple perfekt. Irgendeinen Vorteil muss der goldene Käfig ja haben!

    • No Name sagt:

      Eventuell einmal MyPhoneExplorer (https://fjsoft.at/) ausprobieren?

      Ich habe das bis jetzt immer nur für die Kontakte, und SMS verwendet, da hat es wunderbar funktioniert.

      Liebe Grüße

      PS: Für Linuxer vielleicht von Interesse: https://www.movetolinux.de/anwendungen/dienstprogramme/32-myphoneexplorer

    • Roli sagt:

      Ich kann hier nur meine Erfahrung von ca. mitte 2025 geben.
      Ich habe damals mit einem alten Pixel 6 Pro ein bisschen mit Custom-Roms experimentiert. Dabei waren GrapheneOS, CalyxOS und IodeOS.
      Alle drei haben das Sicherungstool "Seedvault" integriert. Mit diesem kannst du automatische (verschlüsselte) Backups machen lassen, welche auf einen Webdav deiner Wahl sichern.
      Ich konnte die Backups von GrapheneOS bei CalyxOS einlesen (und umgekehrt, bzw. bei allen drei OS untereinander). Anschliessend waren die Apps und Settings nahezu wieder hergestellt. Mit Ausnahme von Logindaten bei z.B. Bankingapps.

      Um hier noch etwas Kontext zu geben:
      Ich bin seit Anfang Oktober 2025 auf meinem alten Fairphone 3 mit IodeOS unterwegs und nutze sowohl Bankingapps, Android-Auto etc. als Daylie-Driver.
      Ich nutze kein einziges Google-App und habe auch keinen Google-Account mehr. Für meinen Usecase habe ich keine Einschränkungen, bzw. ich konnte für alles Alternativen finden. Als Store wird primär F-Droid genutzt. Für Spezialfälle den Aurora-Store als Anonym.
      IodeOS wurde es aus dem Grund, dass es das einzige Custom-Rom ist, welches mein altes Fairphone 3 noch offiziel supported. :)

  3. Martin Wildi sagt:

    Ich brauche eigentlich schon länger ein neues Smartphone, aber die Verfügbarkeit von GrapheneOS nur auf Pixel-Geräten hat mich bisher davon abgehalten.
    Somit ist das auch für mich die News des Jahres. Ich werde definitiv zwei kaufen (eines für meine bessere Hälfte). Go Motorola!

  4. Flip sagt:

    Also ich nutze GrapheneOS nun schon seit circa 2.5 Jahren. Es funktioniert so gut; man merkt eigentlich keinen Unterschied. Das einzige, was ist, ist dass die Wallets und Banking Apps mehr und mehr eine Anti-Root detection einführen. Das an sich ist nicht zu kritisieren. Dazu gibt es aber (soweit mir bekannt) zwei Möglichkeiten: Googles "Play integrity API" und "Device Attestation". Wird Googles Variante genutzt, kann die App auf GrapheneOS nicht ausgeführt werden, da Google GrapheneOS wohl kaum als zulässig markiert. Wird allerdings Device Attestation genutzt, kann der App Entwickler selber festlegen, welche OS ID's er als zulässig erachten möchte.

    Ich habe in meinen 2.5 Jahren bereits mehrere Banking Apps dazu bewegt (Natürlich mit anderen Nutzern zusammen), von Googles API auf Device Attestation zu wechseln.

    Ebenso nehme ich vorab Einfluss auf die App für die E-ID, welche bei uns in der Schweiz stand jetzt im Dezember an den Start gehen soll. Damit die dann später nicht auf die Idee kommen Googles Lösung zu nutzen und so einen Vendor LockIn zu befeuern.

    Das ist so unglaublich toll festzustellen, dass wohl die Marktmacht von GrapheneOS-Nutzern genügend gross ist, um in den PlayStore Reviews regelmässig genug Gewicht aufzubauen.

    Man muss nur resolut und bereit sein, bei Nichteinlenken auch die Konsequenzen zu ziehen. Aber keine Bank verliert gerne Nutzer..

    Nur bei Microsofts neuster Ankündigung, den Root Detector bei seiner Authenticator App auszurollen gebe ich meine Hoffnung direkt auf. Ich gehe davon aus, dass hier einfach Googles API genutzt werden wird. Hier wäre meiner Ansicht nach jeder Versuch hoffnungslos.

    Ich kann es wirklich nur allen empfehlen.

  5. Hans van Aken sagt:

    Endlich tut sich ja etwas, um grapheneOS unters Volk zu bringen.
    War doch eh eine Schande, daß dieses
    hervorragende System in eine hochpreisige Nische verbannt wurde.
    Es muß für alle da sein, die Social Media Freaks können von mir aus in
    ihrer Nische unter sich bleiben bis sie
    schwarz werden. Daß Lenovo diesen
    Schritt macht ist doch folgerichtig, es
    scheint doch, daß deren Hauptvertriebsweg hier der über die
    Lebensmittelketten wie Aldi oder Lidl
    ist. Da Aldi ja seit einigen Jahren selbst
    ein Filialnetz in China hat und selber
    dort einkauft liegt sowas doch nahe.
    Die Hochpreisigkeit dürfte sich damit
    ja wohl auch erledigt haben.
    Ich sehe das also durchaus positiv,
    gut daß die Zeiten der Werbeverseuchung und des Trackings
    endlich ihrem Ende entgegen gehen
    und die Gängelei durch Kapitalinteressen.

  6. KK sagt:

    Die Akzeptanz von GrapheneOS hängt meiner Meinung nach auch davon ab, dass die Teile die GrapheneOS integriert, bisher nicht übersetzt sind. Das ist leider auch nicht von GrapheneOS so gewünscht.

  7. Anonym sagt:

    Wann kommt die Altersverifikation und damit die persönliche digitale ID in GrapheneOS?

  8. Stefan sagt:

    Warum denn ausgerechnet Motorola?

    Motorola ist der einzige Hersteller, der sich nicht an die EU Vorgaben von 5 Jahren Sicherheitsupdates halten will.

    "Nach Ansicht von Motorolas Anwälten widerspreche das nicht den Vorgaben der Ökodesignverordnung. Denn diese schreibe den Anwälten zufolge lediglich vor, dass Updates kostenlos zur Verfügung gestellt werden müssen, sie enthalte aber „keine garantierte Verpflichtung", Updates zu veröffentlichen. Daher will der Hersteller weiterhin je nach Gerät entscheiden, wie lange es Updates erhalten soll."
    https://www.heise.de/news/5-Jahre-Updates-Welche-Smartphone-Hersteller-sich-daran-halten-11162620.html

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