Microsoft Chef warnt vor Platzen der KI-Blase, wenn die Leute nicht endlich spuren

CopilotAuf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat auch Microsofts CEO, Satya Nadella, ein Interview gegeben. Die Aussage auf einen Satz komprimiert: "Der KI-Boom wird ins Stocken geraten, wenn nicht mehr Menschen KI-Software (sprich Microsoft Copilot) kaufen und nutzen". Kleiner Blick in das Microsoft-Universum, verbunden mit der Frage, wo das oberste Microsoft Management lebt.

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Zuerst etwas Kontext zum nachfolgenden Inhalt. Derzeit findet das Weltwirtschaftsforum in Davos statt, wo sich "Top-Manager" ein Stelldich-ein geben. Das diesjährige  Treffen wird durch das Auftreten von Managern der US-Techfirmen geprägt.

Gizmodo beleuchtet beispielsweise in diesem Artikel die Aussagen des CEO von Palantir, Alex Karp. Der CEO von Palantir sagte in einer Diskussion mit dem BlackRock CEO Larry Fink, "dass KI irgendwann so großartig sein wird, dass die Menschen aufhören werden, auszuwandern."

Gizmodo schreibt: "Versuchen Sie gar nicht erst, einen Sinn darin zu erkennen. Wenn man nur einen Hammer hat, sieht alles wie ein Nagel aus. Palantir-CEO Alex Karp hat nur KI, und Mann, ist er bereit, damit einiges festzunageln." Ist so ein bisschen der Tenor, der in Davos herrscht – die Tech-Buddys versuchen ihre Träume an den Manager und die Politik zu bringen.

Die Aussagen von CEO Nadella

Auch Microsoft-Vorstand Satya Nadella hatte einen Auftritt, und seine Aussagen (von der Financial Times in diesem Artikel, leider Paywall, wiedergegeben) schlugen erwartungsgemäß Wellen. Microsoft-Chef Satya Nadella warnt davor, dass KI zu einer Spekulationsblase werden könnte, wenn ihre Nutzung nicht über große Technologieunternehmen und wohlhabende Volkswirtschaften hinausgeht.

Die Botschaft Nadellas lautet, dass der langfristige Erfolg der sich schnell entwickelnden Technologie davon abhänge, dass sie in einer Vielzahl von Branchen sowie außerhalb der Industrieländer eingesetzt werde. Zitat: "Damit es sich nicht um eine Blase im eigentlichen Sinne handelt, müssen die Vorteile viel gleichmäßiger verteilt sein." Nadella merkte an, dass es ein "deutliches Anzeichen für eine Blase" wäre, wenn nur Technologiekonzerne vom Aufstieg der KI profitieren würden und nicht auch Unternehmen aus anderen Branchen.

Nadella zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass KI sich in allen Branchen als transformativ erweisen werde, beispielsweise bei der Entwicklung neuer Medikamente. Zitat: "Ich bin zuversichtlich, dass dies eine Technologie ist, die tatsächlich auf … der Cloud und Mobilgeräten aufbauen, sich schneller verbreiten, die Produktivitätskurve nach oben treiben und weltweit lokale Überschüsse und Wirtschaftswachstum bringen wird."

Das steht "a bisserl" im Kontrast zu dem, was ich gerade im Artikel Sehen wir gerade erste Zeichen, dass die AI-Blase platzt? umrissen habe. Die Nacht sind mir dann einige Posts wie nachfolgender Tweet zu den Aussagen von Satya Nadella unter die Augen gekommen, in denen diese Aussagen des Microsoft-Chefs gespiegelt wurden.

Satya Nadella zu AI und Entwicklung

Der Autor des obigen Posts meint, dass Microsoft langsam so verzweifelt sei, das man nun versucht, die Verbraucher mit Gaslighting als Verkaufstechnik zu manipulieren. "Wenn Sie unser sinnloses [Copilot] Produkt, das niemand will, nicht annehmen … werden Sie die Weltwirtschaft zum Einsturz bringen, und das wird dann Ihre Schuld sein!"

Ed Zitron, der über KI-Entwicklungen bloggt, meint dazu: "Satya Nadella schreit, dass der KI-Boom ins Stocken geraten wird, wenn nicht mehr Menschen KI-Software kaufen, was als CEO eines der größten Softwareunternehmen der Welt ziemlich komisch klingt."

Die Vorstellungen des Microsoft AI-CEO

Der bei Microsoft für KI zuständige Vorstand, Mustafa Suleyman hat wohl kürzlich seine Vorstellungen kund getan, wie er die Welt der Microsoft-Kundschaft in fünf Jahren sieht.

Microsofts AI-Pläne

Der Mann glaubt, so Windows Central, dass jeder innerhalb der nächsten fünf Jahre einen KI-Begleiter (KI-Bot oder -Agenten) haben werde. Suleiman wies darauf hin, dass Menschen eine persönliche und enge Beziehung zu ihrem Begleiter aufbauen werden, sodass es sich anfühlt, als würde dieser mit ihnen zusammenleben. Klingt für mich erstens nach einer arg dystopischen Vorstellung und zweitens arg abgehoben. Denn im Hintergrund schwingt immer "und das läuft als Microsoft Copilot" mit, eine Vorstellung, die bei vielen Zeitgenossen eher Krätze als Wollust auslöst.

Es sieht bei Microsoft nicht gut wirklich aus

Schaut man sich die letzten Wochen an, versucht das Microsoft Management immer heftiger seine AI-Produkte, in die man viel Geld gesteckt hat, verzweifelt an Kunden zu bringen. Zum 9. Januar 2026 hatte Windows Latest im Beitrag Is Microsoft losing the AI race? Copilot (web) is still stuck at 1% market share. We don't know how popular it is on Windows 11 die Frage aufgeworfen, ob Microsoft das KI-Rennen gerade verliert.

Nutzung von AI-Lösungen
Nutzung von AI-Lösungen 2025-2026

Im Artikel wurde obige Tabelle gezeigt, die die Marktanteile von AI-Lösungen wie ChatGPT, Germini, Deepseek, Grok, Perplexity, Cloud und Copilot widerspiegelt. Die Zahlen stammen von Similarweb – eine Seite, die den Traffic von Webseiten vergleicht. Aus der Tabelle ist erkennbar, dass ChatGPT in den letzten 12 Monaten in der Nutzergunst zurück geht, Googles Gemini konnte massiv an Boden gut machen.

Es ist aber auch erkennbar, dass andere AI-Lösungen wie Grok, Perplexity, Deepseek oder Cloud faktisch keine Rolle spielen. Und die letzte Spalte der Tabelle zeigt die Nutzung von Microsofts Copilot über den Zeitraum des letzten Jahres. Obwohl Microsoft früh dran war, ist die Nutzung von Microsofts Copilot per Web auf 1,1 % gefallen. Die große Unbekannte ist die Frage, wie es mit der Copilot-Nutzung in Microsoft 365 und in Windows ausschaut – dort liegen keine Zahlen vor.

Aber ich hatte im Artikel Gerät Microsoft mit seinem AI-Kurs in Trouble? angedeutet, dass Microsofts Vertrieb arge Probleme hat, seine Cloud- und KI-Produkte an die Kunden zu bringen. Die Verkaufsziele mussten laut Insidern Ende 2025 kräftig nach unten korrigiert werden. Unter dieser Prämisse sind die oben zitierten Auftritte von Suleyman und Nadella nachvollziehbar. Es bleibt spannend, zu verfolgen, wie die Entwicklung weiter geht. Aber Microsoft verdient sich momentan an anderen Stellen eine "goldene Nase". Sorgen müssen wir uns adhoc keine machen, auch wenn die Microsoft-Aktie die letzten Monate etwas im Kurs nachgelassen hat.

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15 Antworten zu Microsoft Chef warnt vor Platzen der KI-Blase, wenn die Leute nicht endlich spuren

  1. Mingus sagt:

    > "Damit es sich nicht um eine Blase im eigentlichen Sinne handelt, müssen die Vorteile viel gleichmäßiger verteilt sein."

    Gleicht man das mit der Datenlage des letzten Blogposts ab würde ich behaupten Herr Nadella hat zugegeben, dass es sich hier um eine Blase handelt.

  2. Martin S. sagt:

    Der Appell von Microsoft wirkt verzweifelt.

  3. ARC4 sagt:

    Das beschreibt den Zeitgeist von Microsoft ganz gut. Seit über einem Jahrzehnt wird am Kunden vorbei entwickelt, schlicht nicht gefragt sondern Features, die keiner will einfach hineinpressen. Damals taten die Investionen schon weh, aber noch überschaubar, das was da aktuell abgeht ist jenseits von erreichbarem ROI.

    UND kein Kunde wollte den Memory Squeeze, KEINER (ja, ja Ausnahme sind natürlich die Memory Hersteller und dessen Aktionäre). Memory und GPUs sind so unerträglich teuer geworden und die Weltwirtschaft wird darunter leiden. Am meisten ärgert mich dabei, wenn dann in den Interviews erklärt wird (ua. v. Nadella), dass die auf einem Berg von Chips sitzen, die aktuell niemand nutzen kann, weil der Strom fehlt – und in 2 Jahren sind die Chips schon wieder technologisch veraltet und müssen ersetzt werden.

    PS: seit 1 Monat bin ich auf Gemini gewechselt und bis auf manchmal fehlende Code Syntax ist es um ein vielfaches besser als ChatGPT und CoPilot.

    • Phadda sagt:

      Gemini kann ich nur zustimmen. Die Qualität ist um längen besser, im Vergleich zu ChatGPT, bei dem gleichen Prompt :-) Da hat Code Red damals bei ABC einiges bewirkt. Bei OpenAI sehe trotz Code Red keine Verbesserung hmmm

  4. mw sagt:

    Platzt dann auch Microsoft? Dann weigere ich mich weiterhin strikt diesen Quatsch zu benutzen. Daher wird auch die massive Zwangsbeglückung damit erklärbar. Offenbar steckt zuviel Geld drin, das dann wohl abgeschrieben werden muß.

  5. McAlex777 sagt:

    Microsofts AI erinnert mich immer gleich an:
    https://borncity.com/blog/2024/06/01/copilotai-recall-funktion-ki-gesttzter-diebstahl/

    Das Video offenbart wie Microsoft intern tickt.
    Nein, Danke.

  6. aus dem Rhein-Main Gebiet sagt:

    Seit wann bestimmt M$, respektiver dieser Herr N… was und wie ich etwas (indem Falle den Computer, die Suchmaschinen, bzw. LLMs) zu nutzen habe?
    Waas erlaube sich N…

    Und außerdem sieht er nicht aus, wie dieser Infantile der Fifa?
    Und ich habe mal einen schönen Satz gelesen:
    LLMs sind keine KI, sondern haben die gesammelten Informationen nur auswendig gelernt. Also niXX mit Künstlicher Intelligenz.

    • Günter Born sagt:

      Bzgl. Aussehen: Tut nichts zur Sache, sollten wir hier heraushalten. Zum Begriff "KI": Möchte ich weiter in dem Kontext "artificial intelligence" verwenden, weil das allgemein als Begriff anerkannt wird. Das ein LLM mathematisch eine riesige Matrix ist, die mit Inhalten gefüllt wird, und die Anfragen dann diese Inhalte über Wahrscheinlichkeiten aus diesen Matrix-Inhalten generieren, ist auch kein Geheimnis. Faszinierend ist diese Technologie schon – wobei das Problem ist, dass die Forschung (was ich bisher gelesen habe) bisher nicht weiß, wie die jeweiligen Antworten der LLMs genau zusammen gestellt werden.

    • ARC4 sagt:

      LLMs = simuliertes Wissen

    • Martin S. sagt:

      Waas erlauben sich Nadella?
      Nadella hatte gesprochen wie Flasche Leer!

  7. janil sagt:

    Die Ki-Software hat keinen akzeptablen Nutzen für die allgemeinen User. Die Kids machen einen Großteil auf ihren Smartphones und und koppeln diese, bei Samsung mit DEX, mit Monitor und Tastatur und brauchen keinen PC oder Notebook, und darauf basiert MS nun mal.
    Meiner Meinung nach wird diese Blase platzen, weil sie nur für Spionage und persönliche Daten abgreifen konzipiert ist und die Masse das eben nicht mit Datengold bezahlen möchte. Die Welt ist halt mal wieder im Umbruch, die nächsten Monate werden zeigen, wohin es gehen wird.

    • Ritschie sagt:

      Also das mit der Masse halte ich für eine gewagte These. Die Masse giert danach, mit Daten zu bezahlen, sonst wären die Lidl, Aldi, Rewe und so weiter Apps nicht fast überall drauf. Und das ist nur eine Baustelle.

  8. Thorsten M. sagt:

    Ja wenn das so ist… super!

    Ich habe vorhin (aus Gründen) unsere Copilot-Abos bei GitHub gekündigt.
    Soeben habe ich die Komponente "GitHub Copilot" aus Visual Studio entfernt. Ich will den Scheiß nicht mehr sehen.

  9. Ritschie sagt:

    "Suleiman wies darauf hin, dass Menschen eine persönliche und enge Beziehung zu ihrem Begleiter aufbauen werden, sodass es sich anfühlt, als würde dieser mit ihnen zusammenleben. Klingt für mich erstens nach einer arg dystopischen Vorstellung und zweitens arg abgehoben."

    Ist es denn nicht mit dem Smartphone auch so geworden. Hat mehr als 5 Jahre gebraucht aber die Welt dreht sich mittlerweile schneller. Wenn die Blase nicht platzt, wird der Mann Recht behalten.

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