Microsofts CEO Nadella sagt "30% des Codes sind KI-generiert"

Copilot[English]In einem Interview, welches Meta-Chef Mark Zuckerberg mit dem CEO von Microsoft, Satya Nadella, geführt hat, wurden auch Aussagen zum Einsatz von AI genannt. Laut Satya Nadella seien bei Microsoft ca. 30% des Codes von Windows und anderer Produkte durch KI erzeugt worden.

Ich bin vorige Woche bereits über einen Post von Kevin Beaumont auf das Thema gestoßen. Die Botschaft von Beaumont im Post lautet "Microsoft sagt, dass 30% ihres Codes jetzt KI-Müll ist, und kann es kaum erwarten, dass die Auswirkungen auf die Kunden eintreten".

Zuckerberg interview with Microsoft's Nadella

Beaumont verlinkt auf den Beitrag Microsoft CEO says up to 30% of the company's code was written by AI bei Techcrunch. Der Beitrag gibt ein "Kamingespräch" von Meta-CEO Mark Zuckerberg mit dem Microsoft-CEO Satya Nadella wieder. Das Gespräch fand auf der LlamaCon-Konferenz von Meta am Dienstag, den 29. April 2025 statt.

Zahlen zu AI-generiertem Code

Dort kam von Microsoft-Chef Satya Nadella die Aussage, dass 20 bis 30 % des Codes in den Repositories des Unternehmens "von Software geschrieben" sei – also von KI.

Die Zahl wurde von Nadella auf die Frage von Zuckerberg genannt, wie viel von Microsofts Code heute von KI generiert wird. Der Microsoft-CEO sagte, das Unternehmen sehe gemischte Ergebnisse bei KI-generiertem Code in verschiedenen Sprachen, mit mehr Fortschritt in Python und weniger in C++.

Kevin Scott, CTO von Microsoft, wird mit der Aussage zitiert, dass er davon ausgeht, dass bis 2030 ca. 95 % des gesamten Codes durch KI generiert werde. Als Nadella die Frage an Zuckerberg zurück gab, sagte dieser, dass er nicht wisse, wie viel von Metas Code durch KI generiert wird. Zuckerberg gibt an, dass Meta sich auf die Entwicklung eines KI-Modells konzentriert, das wiederum die Hälfte aller anderen KI-Modelle innerhalb des nächsten Jahres aufbauen kann.

Auf der Bilanzpressekonferenz des Microsoft-Rivalen Google letzte Woche sagte CEO Sundar Pichai, dass mehr als 30 % des Codes des Unternehmens durch KI generiert werden. Soweit die im oben Gespräch und den verlinkten Artikeln veröffentlichten Zahlen.

Vorsicht bei der Interpretation

Man kann dem Reflex von Kevion Beaumont folgen, und das Ganze als "KI-Müll" bezeichnen – war auch mein erster Gedanke im Hinterkopf. Und bei Techcrunch heißt es, dass unklar bleibe, wie genau Microsoft und Google messen, was KI-generiert ist und was nicht. Daher seien diese Zahlen am besten mit Vorsicht zu genießen. Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass alles, was von Nadella kommt, Marketing-Sprech ist.

Unter diesem Aspekt sollte man die obigen Aussagen sehr differenziert betrachten. Nimmt man die Gleichung: "Ich sage der KI, was ich will, und diese schreibt mir automatisch den Code für ein Programm, welches ich nicht mehr anfasse", würde ich die Aussage "KI-generierter Müll" wohl unterschreiben.

Ich hatte ja hier im Blog diverse Negativ-Beispiele für diesen Ansatz genannt. Es gibt beispielsweise den Artikel ChatGPT: Scam Crypto-API in Quellcode-Vorschlag schädigt Opfer um 2.500 US-Dollar, wo jemand mit einem von ChatGPT generierten Code auf die Nase gefallen ist. Und auch die Beiträge Kann eine AI wie DeepSeek Malware und Keylogger erstellen? und Malware-Analysen mit ChatGPT: Wissen, aber kein Verständnis zeigen deutlich die Grenzen von AI-Ansätzen auf.

Wenn ich nun schaue, wie Microsoft sein ChatGPT sowie CoPilot überall anklatscht und auch GitHub mit CoPilot versieht, bin ich bei Kevin Beaumont, der von KI-Müll spricht. Andererseits sehe ich aber auch gewisse Chancen durch AI-gestützte Entwicklung von Software, wenn sie clever durchgeführt wird.

Es ist bekannt, dass Microsoft Teile des Kernels und von Bibliotheken von Windows schrittweise auf Rust umstellen möchte, um die Sicherheit zu erhöhen (siehe diesen Beitrag aus 2023). Wenn dort AI-Lösungen verwendet werden, um bestehenden Code von C und C++ in Rust zu überführen und dieser Roh-Code dann vom Entwickler entsprechend angepasst wird, wäre dies eine gut nachvollziehbare Sache. Die Gefahr ist halt, dass die Entwickler den Code nicht mehr durchdringen und die AI-Ergebnisse 1:1 übernehmen.

Gelänge es Microsoft, den Code der Entwickler mittels AI-Agenten auf die Durchsetzung eigener Programmierrichtlinien einzusetzen (also Sachen, die man aus Sicherheitsgründen im Code nicht macht, wie z.B. DLLs mit Windows-Defaults zu laden, auszumerzen), könnte das eine Super Sache sein. Auch das Planen von Testabdeckungen des Codes durch AI könnte hilfreich sein. Unter diesem Aspekt ist mir aktuell unklar, was ich von den initialen Aussagen Nadellas halten soll. Es kann absoluter Bullshit sein bzw. herauskommen. Es kann aber auch zur Verbesserung der Produkte führen. Erfahrung aus der Vergangenheit: Leider ist es selten besser, sondern eher schlechter geworden, egal, welche Buzzwords jeweils in die Debatten geworfen wurden.

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10 Kommentare zu Microsofts CEO Nadella sagt "30% des Codes sind KI-generiert"

  1. GüntherW sagt:

    Wie läuft KI im Programmier-Alltag ab?

    Sobald ich irgendeiner KI eine relativ komplexe Aufgabe geben, wo es auf Genauigkeit ankommt scheitert die regelmäßig. Kann mir Niemand sagen, dass man hier wirklich KI nutzt um zu programmieren? Man muss ja noch immer selber verstehen und nachvollziehen können was passiert. An dem Punkt ist aber die KI aus meiner Sicht relativ "wertlos" was den intellektuellen Part angeht, weil dann könnte man es selber machen.

    Was ich mir vorstellen kann, der KI irgenbwelche repetitive Scheiße geben (GUI), Tests, KI die auf Templates….. Das die KI einfach mal eine 0815 Funktion schreibt, aber selbst das muss man ja noch mal prüfen.

    Entweder der Code ist KI generiert, dann ist er wirklich KI generiert oder es ist nur Hilfsmittel und ein erweitertes "Copy Paste"-Werkzeug. Dann ist es für mich nicht mehr KI "generiert", weil es noch ein Mensch abgenommen hat bzw. nach dessen Vorgaben erstellt wurde.

    • Mera sagt:

      Für Programmierungsarbeit verwendet man spezialisierte "KI"-Produkte, nicht die Klassiker wie ChatGPT.

      • GüntherW sagt:

        Klar, aber funktioniert die spezialisierte KI so gut, dass man die "alleine loslassen" kann? Wie weit geht das?

        Die Grundprobleme der KI bestehen doch weiterhin? Ich weiß aber nicht was man an der speziellen KI "tunen" kann. Der 0815-Kram wie ChatGPT hat ja allein schon das Problem, dass er sich nicht mal auf "Fakten" beruft. Wenn man in irgendeinem vorherigen Prompt was geschrieben hat, dann wird das teilweise "vergessen" oder "anders interpretiert" oder neue "Fakten generiert". Selbst wenn es klare Anweisungen dazu gab. Bei Programmcode darf das auf keinen Fall passieren.

        Als Unterstützung kann ich mir das super vorstellen, weil du hast halt auch viel extrem stupide Aufgaben.

    • Marius K. sagt:

      Es ist wirklich 'KI generiert' aber menschlich geprüft(nicht nachvollzogen), die meisten benutzen hier spezielle 'reasoning' modellen; (DE: denken, aka. eigenständige learning/teaching-models können sich selbst 'prompten', was halt als denken bezeichnet wird, dieses pseudo denken führt zu 'IQs' im 150 bereich, nicht wirklicher IQ aber close enough, realer IQ war glaube ich im hochen 1 bzw. nidrigen 2 stelligen)
      Und das menschliche(im idealfall) ist der funktionstest + menschlicher review des test ergebniss, aber as wird oft auch von KI's gemacht, sodass am ende nur wer die test ergenisse sieht in einem "klicki-bunti" Dashboard….

  2. michael sagt:

    Er sagt damit: 30% des Codes von MS sind Müll, den die KI dann ausbessert.

    Btw. fand ich programmieren immer recht stupide wie langweilig. Im Kontext der Mathematik zur schnelleren Lösungsfindung ist das ok. Dass das nun eine KI übernimmt, wundert mich nicht – sinst es meist eh nur copy&paste Programme und eingebundene Bibliotheken etc.

    Die ganze Komplexität meanwhile der Abermillionen Codezeilen – kann man ohne maschinelle Hilfsmittel nicht mehr überblicken. Featuregeilheit und Heilsversprechen statt KISS. haben "uns" in diese Sackgasse manöfriert.

    • Anonym sagt:

      Check, aber das werden wir noch merken… wenn nix mehr geht^^
      VibeCoding = ShitCoding^^, je komplexer es wird, desto mehr Fehler finden sich^^
      und sei das nicht genug, verdummen wir dabei auch noch^^ und am Ende, weiß niemand mehr, was da überhaupt im Detail passiert und warum es gerade crashed.

  3. Thomas sagt:

    Wenn ich mir Windows 11 24H2 so anschaue, dann glaube ich das sofort.
    Sowohl beruflich, als auch privat sehe ich so seltsame Sachen, die allesamt auf 24H2 zurückzuführen sind, wie "Profil funktioniert nur als lokaler Admin" oder "alle 1-2 Wochen muss man die Netzwerkkarte deaktivieren und wieder aktivieren".
    Plus die Liste, die hier im Blog monatlich erweitert wird.

    • frage_für_einen_freund sagt:

      Das mit Netzwerkkarte deaktivieren und reaktivieren sehe ich speziell (nur) bei Realtek-WLAN, das scheint dort ein Problem zu sein, wenn man ein Notebook aufweckt, gelegentlich dann gelbes "(!)" im Gerätemanager für realtek-WLAN, deaktivieren und wieder reaktivieren, dann klappts. Das würde ich nicht MS anlasten, sondern Realtek. Bei manchen Notebooks ist es schon eine Challenge, überhaupt einen Realtek-WLAN-Treiber zu finden, der wenigstens zu 98% funktioniert.

    • Martin B sagt:

      hier läuft 24H2 nicht nur sauber, sondern rein. Entmüllt, entschlackt und per GPO vernagelt. O2024 drauf und gut ist es.

      Macht keine Probleme, unterschiedliche HW ist im Einsatz.

  4. Luzifer sagt:

    na dann haben wir jetzt wenigstens eine Erklärung für die ganzen Bugs ;-P
    Glaube aber kaum das die "echte Intelligenz" sprich Mensch da bei MS besser ist… die blicken es auch nicht mehr. Passiert halt wenn man nen einfaches OS zu ner eierlegenden Wollmilchsau aufbläht… Bloatware war mal verpönt, MS hat es salonfähig gemacht.

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