Gerücht: Microsoft will KI-Bloatware (Copilot) sparsamer in Windows 11 einsetzen

WindowsOb die massive Stimmung der Benutzer gegen die Copilot-Zwangsbeglückung in Windows 11 bei Microsoft zum Umdenken führt? Kürzlich als Kehrtwende angekündigt, gibt es nun Gerüchte, dass Redmond tatsächlich minimal am AI-Kurs in Windows 11 drehen könnte. Es soll 2026 angeblich weniger Copilot-Integration als geplant geben.

Die Secure-Boot-Zertifikate laufen ab. Was sollen Admins tun? Kostenloses eBook » (Sponsored by IT Pro)

Es ist ja kein Geheimnis, dass Microsoft KI-Funktionen in Form von Copilot in Microsoft Windows integriert und das weiter ausbauen will. Seit 2023 heißt es, dass das Betriebssystem Copilot-Funktionen erhalten soll (siehe Windows 11 bekommt mit "Windows Copilot" AI-Funktionen). Microsoft hat sich auch nicht durch die harsche Kritik an seiner Recall-Funktion (siehe Copilot+AI: Recall-Sicherheitsdesaster- KI-gestützter Diebstahl) davon abbringen lassen, auf die Copilot-Integration zu verzichten.

Erst die massive Nutzerzurückhaltung bei der Windows 11-Adoption sowie die "Microslop"-Kampagne der Nutzer gegen Microsoft haben Redmond möglicherweise bewogen, die Marschrichtung leicht zu korrigieren und weniger burschikos vorzugehen. Ich hatte dieses "Umdenken" im Beitrag Microsoft will "Vertrauen in Windows 11" zurückgewinnen – Änderungen in der Entwicklung angerissen.

Bericht zu behutsamerer bei Copilot-Integration in Windows

Statt unbedingt mit der Brechstange sein Copilot den Windows 11-Nutzern aufzuzwingen, scheint Microsoft sich nun auf Salamitaktik und "Florett" zu kaprizieren. So interpretiere ich den aktuellen Artikel Microsoft quietly scraps plans to bring Copilot to notifications and Settings on Windows 11 as it moves to reduce AI bloat across the OS von Windows Latest.

Die große Botschaft des Artikels von Zack Bowden in drei Sätzen: Microsoft gibt stillschweigend seine Pläne auf, Copilot in die Benachrichtigungen und Einstellungen von Windows 11 zu integrieren. Der ursprünglich 2024 angekündigte Plan von Microsoft, Copilot in verschiedene Bereiche der Windows-11-Benutzeroberfläche zu integrieren, sei auf Eis gelegt worden. Redmond überdenke seinen Ansatz, KI im Betriebssystem über Copilot einzuführen und bewertet die Strategie neu.

Zack Bowden beruft sich auf seine Quellen und schreibt, dass bei Microsoft der Plan, Copilot als Oberbegriff für KI unter Windows zu verwenden, kurz nach dem Recall-Desaster auf Eis gelegt worden sei. Während Microsoft sich bemühte, die Probleme mit Recall zu beheben, seien eine Reihe weiterer KI-Funktionen, die sich in der Entwicklung befanden, praktisch auf Eis gelegt worden, schreibt Bowden.

Seit dieser Zeit seien KI-Funktionen ohne den Namen Copilot in Windows 11 (z.B. im Explorer) gewandert heißt es. Was bisher nicht eingeführt wurde, war die Möglichkeit, dass Copilot Vorschläge in in Popup-Benachrichtigungen von Apps mit Ein-Klick-Aktionen wie dem Öffnen einer Datei oder dem Beantworten von Nachrichten anzeigt. Bowden schreibt, dass es nach seinen Quellen unwahrscheinlich ist, dass dies jemals als Copilot-Funktion unter Windows erscheinen wird, obwohl das Konzept für die Zukunft  nicht ausgeschlossen werden kann.

Bowden erwähnt sogar, dass die Windows Copilot Runtime schließlich in "Windows AI APIs" umbenannt worden sei. Derzeit ist "Copilot" derzeit in Windows größtenteils mit Microsoft 365-Funktionen verknüpft. Und der derzeitige Fokus läge weniger darauf, dass Copilot ein allgegenwärtiger KI-Assistent in Windows ist, wie das ursprünglich in 2024 als Plan dargestellt wurde.

Bowden hat dann offiziell bei Microsoft angefragt und zitiert die Antwort eines Microsoft-Sprechers:

Unser Ansatz bei der Produktentwicklung besteht darin, Funktionen zunächst mit Kunden zu testen und sie anhand des Feedbacks weiterzuentwickeln. Manche Funktionen stellen wir möglicherweise zunächst intern vor und aktualisieren sie, bevor wir sie breiter einführen, während wir andere öffentlich vorstellen und anhand des Feedbacks von Windows Insidern weiterentwickeln. In beiden Fällen können sich Funktionen im Laufe der Zeit ändern, entfernt oder ersetzt werden, während wir Rückmeldungen von Kunden sammeln.

Die Quelle haben Zack Bowden gesteckt, dass Microsofts Entwickler daran arbeiten, den Grade des "AI-Slop" in Windows 11 zu reduzieren. Man bemühe sich, Copilot und AI-Funktionen in der Benutzeroberfläche und in System-Apps zurückhaltender zu integrieren. All dies sei Teil der oben erwähnten, umfassenderen Initiative, mit der Microsoft auf die die erhebliche Kritik und die Bedenken von Nutzern einzugehen versucht. Die Hoffnung ist, dass dies die Akzeptanz von Windows 11 bei den Nutzern hebt.

Man kann es auf den Punkt "nichts neues im Westen" bringen – KI-Funktionen bleiben in Windows 11 und es wird weiter KI-Zeugs in Windows eingebaut. Man versucht, dass etwas dezenter zu machen, aber am ursprünglichen Ansatz ändert das nichts. Eine Art Opt-in, bei der Copilot und KI-Funktionen explizit als Features installiert werden, oder Copilot per Option global im Betriebssystem deaktiviert werden kann, wird es auch zukünftig nicht geben. Mir fällt da irgendwie sofort "weiße Salbe" zum Sachverhalt ein. Oder wie wird das von euch so gesehen?

Ich habe hier Windows 11 nur in VMs auf Laufen, tue mich aber arg schwer. Wenn ich (von Windows 10 2019 Enterprise LTSC oder 22H2 gewohnt) auf irgendwelche Funktionen zugreifen möchte, geht die Sucherei und Klickerei los, um herauszufinden, in welchem Menü oder in welcher Ecke die Optionen versteckt sind.

Ähnliche Artikel:
Windows 11 bekommt mit "Windows Copilot" AI-Funktionen
Copilot+AI: Recall-Sicherheitsdesaster- KI-gestützter Diebstahl
Microsoft Recall erfasst weiterhin (Juli 2025) Kreditkartendaten und Passwörter
Windows 11 24H2/25H2; Windows Server 2025: (Recall-)Schwachstelle CVE-2025-60710 (Nov. 2025)
Microsofts KI-Durchmarsch, oder Microslop-Gängelei?
Microslop: Microsoft in der selbst gestellten AI-Falle
Microsoft will "Vertrauen in Windows 11" zurückgewinnen – Änderungen in der Entwicklung
AI-Funktionen wie Copilot aus Windows 11 entfernen
Bekommt Windows 11 eine GPO zur Copilot-Deinstallation?
Varonis legt Reprompt-Angriff auf Microsofts Copilot offen
Bug in Copilot Chat legt vertrauliche E-Mails und Daten in Antworten offen
Microsoft fixt Bug in Copilot, der vertrauliche E-Mails und Daten in Antworten offenlegt
Microsoft 365 E7 (The Frontier Suite) ab 1. Mai 2026 für 99 US-$ pro Nutzer
Microsoft, die Milliarden AI-Investitionen und die 3% Copilot-Zahlkundschaft

Dieser Beitrag wurde unter AI, Windows abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Kommentare zu Gerücht: Microsoft will KI-Bloatware (Copilot) sparsamer in Windows 11 einsetzen

  1. Luzifer sagt:

    Naja das ist doch nur ne Nebelkerze! Ob das nun wie früher geplant alles zentral unter Copilot läuft oder jetzt eben dezenter auf die einzelnen Apps als KI Funktionen verteilt, macht nicht wirklich ein Unterschied. Ob das jetzt Copilot oder Window AI API heist… der gleich Scheiß in neuen Schläuchen.

    Aber ich gehe jede Wette ein das genug drauf reinfallen!
    Wenn etwas "verbrannt" ist muss man es eben auf anderem Wege und mit neuem Namen wieder reindrücken… da kennt sich MS ja aus, siehe TCPA/TCG Palladium NGSCB —>TPM!

  2. McAlex777 sagt:

    >> KI-Funktionen bleiben in Windows 11 und es wird weiter KI-Zeugs in Windows eingebaut.

    Das mittelfristige Ziel ist ziemlich sicher ein "agentisches Betriebssystem" in dem ich 1-n Agenten mit Aufgaben beauftragen kann. Mit andern Worten wird AI so tief als möglich ins OS integriert, und via API für Thirdparty beliebig ansprechbar sein. Darum wird man das auch nicht mehr abstellen können.

    Vermutlich kann der Werkstudent dann in wenigen Jahren am Windows-Server sagen, installiere mit nach best Practices einen AD, und der Agent fragt nur noch nach einer Handvoll Parametern und einem Excel-Sheet mit den Mitarbeitern und legt dann los.

    Als nächstes kann der Student dann vermutlich genauso einfach einen O365 Exchange Server einrichten lassen.


    Und dann werden eines Tages die Behörden Zugriff von aussen auf diese AI bekommen.

    >> Ich habe hier Windows 11 nur in VMs auf Laufen, tue mich aber arg schwer.
    Das ist primär nervige Umgewöhnung.

  3. Becks sagt:

    Wo ist eigentlich das Problem? 99% der Nutzer interessiert die (ewige) Kritik an Windows 11 nicht. Lasst doch die Menschen ihre eigenen Erfahrungen machen und Wege finden? Ich bin seit >25 Jahren professionell im Windows Umfeld tätig und kann das (ewige) Bashing nicht nachvollziehen. Ist es die Überheblichkeit der Mac oder Linux-Jünger, die sich für etwas besseres halten? Ist es die (typisch deutsche) Angst vor Neuerungen?

    • Carl Breen sagt:

      Wenn jemand von "typisch Deutsch" redet, dann weiß ich, man darf sich direkt ausklinken. Da kommt nichts außer Stereotypen, zumal Klischees.

      Umgekehrt ist es korrekt, denn eine akute Verwechslungsgefahr besteht: Wer auf Bevormundung abfährt sollte das in Romanen wie "50 Shades" gefahrlos und rein privat erkunden und seine Prädilektion bitte nicht auf ein Betriebssystem ausweiten.

      Auf Linux gibt es keine Bevormundung, dort darf man mit der Hand in den heißen Kohlegrill greifen und sehen wie es ausgeht. Wer daraus schließt, dass Linuxer "elitär" sind, der verwechselt das mit Schadenfreude. Es ist durchaus unterhaltsam, wenn man sieht das auch nach 200x mal Schild aufstellen "Frish gestrichen" noch immer einer mit den Händen in die nasse Farbe reinbatscht.

      In dem Sinne vielleicht doch mit dem "Leben und leben lassen" bei sich selbst anfagen. Ich hoffe der Feuilletonbeitrag von mir wird jetzt nicht als Selbsterfüllende Prophezeiung als Polemik missverstanden.

    • Anonym sagt:

      Das ist gerechtfertigte Frustration, wenn man sich mal Anschaut, dass Windows innerhalb von 10, 15 Jahren von einem ernstzunehmenden Arbeitswerkzeug zu einem Werbe- und Überwachungstool verkümmert ist, das nebenbei ein bisschen Betriebssystem ist. Und jetzt wird es noch dazu missbraucht um den Nutzern das zwangsweise zuzufüttern, was Silicon Valley "KI" nennt. Wenn man die Wahl hätte, wär das ja alles kein Problem, aber statt ein Produkt anzubieten und Nutzer durch Qualität des selbigen zu überzeugen, ist der MO von Microsoft inzwischen immer mehr "friss oder stirb". Darüber darf, und sollte man sich beschweren.

      • Beat sagt:

        Streng genommen hast mit Windows (noch) bei fast allem die Wahl. Alles was Du brauchst ist Zeit, Testwillen und eine gewisse Schmerztoleranz. Mit Dism bekommst alles aus dem System raus. Nur wieder rein ist ein Problem. Wenn dann Funktionen fehlen, die eine Software benötigt fängt die Suche an.
        Server 2022 bzw. IoT LTSC 22H2 LTSC als Basis nehmen. Beide sind noch lange im Support. AI frei. Ich vermute aber selbst AI bekommt man in W11 raus. Nur blöd wens tief verzahnt ist und an den (gewünschten) Komfort geht.

    • Bernd Bachmann sagt:

      >> Ich bin seit >25 Jahren professionell im Windows Umfeld tätig

      Das erklärt es doch, oder? Du verdienst Dein Geld damit, Dich mit Windows zu beschäftigen. Schön.

      Für viele Nutzer ist das aber einfach nur ein Werkzeug, dass unauffällig so wie immer schon funktionieren soll. Die wollen sich nicht ständig damit auseinandersetzen müssen. Ungewünschte Updates und Änderungen verwirren da, kosten Zeit und nerven einfach nur.

  4. Tomas Jakobs sagt:

    Ei, ham'mer scho' 1. April?

    Da Microsoft vom Wahrheitsgehalt kaum noch von dem Gebrabbel eines LLM zu unterscheiden ist, würde ich dem mal keine Relevanz beimessen.

  5. R.S. sagt:

    Was das Menü von Windows 11 angeht:
    Open Shell oder ein ähnliches Tool installieren und man hat wieder die klassische Systemsteuerung und ein Startmenü, mit dem man auch arbeiten kann.

    Und was Copilot angeht:
    Das wird sicher trotzdem eingebaut, aber totgeschwiegen.
    Die Aussage von Microsoft kann man interpretieren als "Wir bauen das ein, aber machen keine Werbung mehr für Copilot oder KI."

    • Anonym sagt:

      Mein Arbeitgeber lässt mich nichts installieren. Finde ich auch gut, dann dürfen das anderen Schnarchnasen nämlich auch nicht, die auf alles Klicken, was unterstrichen ist… ;)

      Im Konzern werden wir wohl nicht globalgalaktisch Copilot bekommen, denn das soll >400 Euro pro Platz und Jahr kosten. Und seien wir ehrlich, nicht jeder wird mit einem LMM umgehen können, egal, wie hilfreich es sein könnte

  6. Hanseat sagt:

    Bloadware ist es nur, wenn man damit nicht sinnvoll umgehen kann.

    • Seita sagt:

      Was ist Bloatware ?!

      Der Begriff Bloatware bezeichnet aufgeblähte oder unnütze Software, welche die Leistung von Rechnern und mobilen Endgeräten schmälert/reduziert.

      Und das passiert mittlerweile bei fast jedem neuen Featureupdate von Windows. (über die Qualität dieser braucht man gar nicht erst zu sprechen )

      ( ach nee, wie glücklich und zufrieden war ich mit dem alten funktionierendem Windows ohne diesem ganzen Mist)

    • R.S. sagt:

      Bloatware = unerwünschte, vorinstallierte Software auf Computern oder Mobilgeräten, die Speicherplatz belegt, Systemressourcen verbraucht und die Leistung verlangsamt.
      Und es gibt bei Windows sehr viel vorinstallierte Software, die viele Leute schlicht nicht brauchen und/oder nicht wollen.
      Z.B., weil es bessere Alternativen gibt.

Antworte auf den Kommentar von Seita Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros. Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion. Kommentare, die gegen die Regeln verstoßen, werden rigoros gelöscht.

Du findest den Blog gut, hast aber Werbung geblockt? Du kannst diesen Blog auch durch eine Spende unterstützen.