Samsung ist: Wenn der Kühlschrank Werbung zeigt und ohne Werbung streikt

Stop - PixabaySamsung punktet bei Technikenthusiasten ja gerne mit ganz coolen Produkten. Kühlschränke mit "Intelligenz" und Displays auf der Vorderseite, die anzeigen, wenn Milch nachgekauft werden muss oder abgelaufen ist, und so weiter. Manche dieser Features sind aber bloß Müll, bei anderen stehen die Leute nach dem Kauf mit langen Gesichtern vor dem Gerät, wenn es nicht (mehr) so funktioniert, wie vorgesehen. Heute was "österliche" Lustiges aus dem Intrigantenstadel der Technikzunft.

Die Boomer und die Technikzunft

Wir Boomer wurden ja noch in einer Zeit sozialisiert, als ein Auto noch ein Auto war, was einfach zum fahren von a nach b benutzt wurde. Und ein Kühlschrank war noch ein Kühlschrank, der die Lebensmittel einfach nur kühl halten sollte. Wir sind groß geworden, haben unsere Lektionen im Leben gelernt und sind zu etwas geworden, was sich störrisch den neuestens Hypes verweigert und so mache Entwicklung für ausgesuchten Kappes hält. Uns wird dann (als harmlosestes) Innovationsfeindlichkeit vorgeworfen. Ist mit KI so, aber auch mit so manchen anderen Hype-Themen.

Und ja, ich zeige auf meine eigene Nase, ich bin da abschreckendes Beispiel: Waschmaschine und Spülmaschine ohne eigenen WLAN-Anschluss, TV-Gerät ohne Smart, ein Auto, was nur fährt, und ein Kühlschrank, der nur kühlt, und ein Herd mit so lustigen Drehknöpfen, mit dem man kochen und backen kann. Immerhin hat mein Kühlschrank sogar Licht – wobei ich noch nicht nicht herausgefunden habe, ob das immer brennt, denn die Tür ist ja nicht durchsichtig.

Einige meiner jüngeren Ingenieurkollegen sind bei Bosch mal auf die grandiose Idee gekommen, dass man eine Kamera im Kühlschrank verbauen könnte. Dann könntest Du sehen, ob die Innenbeleuchtung beim Schließen der Kühlschranktür auch wirklich ausgeht. Gut, ist jetzt unfaire Dialektik, Zweck war, dass man im Supermarkt per Handy nachschauen kann, was im Kühlschrank fehlt.

Bosch-Kühlschrank

Hielt ich für Schwachsinn, muss aber gestehen, ich kann nicht mit praktischen Erfahrungen, dass ich "das brauchen tät" aufwarten. Denn ich habe "Einkaufs-Mitfahrverbot" von der besseren Hälfte erteilt bekommen. "Du machst mich beim Einkauf nur nervös und kaufst eh nur Unsinniges wie Gummibärchen, Kekse so so Zeugs". Recht hat sie, die Frau, das Zeugs wir bei uns aber auch nicht im Kühlschrank gelagert. Und weil es im Beitrag ein bisschen seriös zugehen soll, habe ich oben den Screenshot von der Bosch Seite eingeblendet, wo begründet wird, dass der smarte Kühlschrank die Temperatureinstellung im Kühlfach per App unterstützt, oder alarmiert, wenn die Tür nicht geschlossen ist. Habe ich persönlich zwar noch nie gebraucht, mein Gefrierschrank gibt einen akustischen Alarm, wenn die Temperatur steigt – und der Kühlschrank läuft immer auf der gleichen Temperatur. Aber egal.

Kühlschrank Zertifikat abgelaufen

Und ja, ich hielt die smarten Kühlschränke schon immer für Schwachsinn – Boomer halt eben. Oder nennt es Altersstarrsinn, oder Altersweisheit, denn bei dem Thema "smarte Geräte" fällt mir neben dem Aspekt Sicherheit sofort mein Blog-Beitrag Abgelaufene Zertifikate kicken IoT-Geräte ins Abseits von Juni 2020 ein. Obiger Screenshot stammt aus dem Artikel und zeigt das Font-Display eines solchen Kühlschranks. Dieses zeigt an, dass das Gerät wegen eines abgelaufenen Zertifikats keine smarten Funktionen mehr unterstützt.

Brauche ich definitiv nicht, mit Wurzeln im Handwerk ist meine Devise "keep it simple, keep it running". Dass man den Verkäufern bezüglich den vielen Versprechungen nicht trauen kann, hatte ich im März 2025 im Artikel Liebherr: Kühlschrankkamera Hngrynsite wird zu Elektroschrott ja bereits angedeutet. Zitat aus dem Artikel: "Wenn Du Gaga-Features kaufst, musst Du damit rechnen, dass der Hersteller dich schnell 'in den Schornstein hängt'". Der Hersteller Liebherr hat nach eineinhalb Jahren seine Hngrynsite-Kamera für den Kühlschrank abgeschaltet und die Leute haben die entsprechenden Funktionen in ihrer App verloren. Kann ja mal passieren.

Die Jungs von Bosch bzw. der Hausgerätesparte haben genau ein Jahr länger durchgehalten, aber Ende März 2026 den Exit bezüglich der Kontrollfunktion, ob das Licht im Kühlschrank ausgeht, gewählt. Ich hatte es nicht separat hier im Blog thematisiert, aber Bosch hat die Innenkamera im Kühlschrank deaktiviert. heise hatte es in diesem Beitrag aufgegriffen. So etwas bereitet den Boomern, die große Innovationen einfach nicht erkennen wollen, doch klammheimliche Freude …

Nächster Flop für die Hipster

Ich kann mich mit Sticheln einfach nicht zurück halten, wenn ich etwas für einen ausgemachten Schwachsinn halte – ist sozusagen Alters-DNA (die beiden Herren hier haben ja gut vorgelegt). Im November 2025 hatte ich im Beitrag Fortschritt ist, wenn Auto und Kühlschrank Display-Werbung zeigen berichtet, dass Samsung in den USA smarte Kühlschränke mit Werbung auf dem Display anbieten wird.

Konkret geht es um sogenannte Family-Hub-Kühlschränke von Samsung. Die Geräte kosten wohl um die 2.000 US-Dollar und sind an der Frontseite mit einem größeren Display (21 oder 32 Zoll) ausgestattet. Der Kühlschrank wird per WLAN an das Internet angebunden, um smarte Funktionen nutzen zu können. Ende Oktober 2025 wurde ein Software-Update angekündigt, welches eine einheitlichere Benutzererfahrung auf allen verbundenen Geräten, Verbesserungen an AI Vision Inside™, erweiterte Knox-Sicherheit und vieles mehr umfassen soll.

Gegenüber The Verge bestätigt Samsung, dass man – zunächst nur in den USA – Werbung auf dem Display des Kühlschranks einblenden werde. Die Werbung scheint nur im unteren Bereich des Displays eingeblendet zu werden und lässt sich abschalten. Es gibt in den USA (und nicht nur dort) wohl Hipster, die mit feuchten Augen die neuesten Errungenschaften von "Smart-Kühlschränken" feiern.

Wir feiern ja im westlichen Kulturkreis gerade Ostern, da soll "Freude ins Herz der Leser*innen*schaft" einziehen. Gestern, beim Stöbern auf X, ist mir obiger Tweet untergekommen, den ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Schrieb ich im November 2025 noch, dass man die Werbung auf dem Samsung-Klump deaktivieren könne, wurden die Käufer von der Realität "rechts überholt". Wer die Werbung deaktiviert, verliert smarte Funktionen, heißt es im Tweet – und die Besitzer seien ob der Erkenntnis "schockiert". So was aber auch.

Und gestern hatte ich im Beitrag Nur zum Spaß: Microsofts Bedingungen erlauben Copilot nur für Unterhaltung eine weitere bittere Wahrheit verkündet, die es zu verarbeiten gilt. Es wird ein schlimmes Ende mit uns nehmen, wir werden alle störben. Ach so, eines noch, die 38 Grad auf obigem Foto zeigen keinen kaputten Kühlschrank an. Die Amerikaner verharren auf Temperaturangaben in Fahrenheit, was 3,333 Grad Celsius entspricht. Frohe Ostern (und gekochte Ostereier halten sich auch ohne Kühlschrank, egal ob mit oder ohne smart).

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3 Kommentare zu Samsung ist: Wenn der Kühlschrank Werbung zeigt und ohne Werbung streikt

  1. Jonathan sagt:

    Danke, jetzt weiß ich wieder, wieso ich Backofen, Herd und Dunstabzugshaube bewusst ohne "smart" beschafft habe – und das ist bei Siemens inzwischen echt schwierig geworden. Gerade bei den hochwertigen Geräten findet man fast nichts mehr ohne Touch und App…

  2. Robert sagt:

    Wunderbar geschrieben! Danke für diesen Beitrag.

    Ich (Jahrgang 1960, technisch durchaus affin) habe auch noch einen alten Kühlschrank. Ohne smart-irgendwas. Er kühlt und das reicht mir.

  3. User007 sagt:

    Jep…
    Bekannte von mir haben so'n Wunderwerk der Technik von LG – is' ja ganz toll, dass das "Display" angeht, wenn man gegen die (Haupt)Tür tippt, aber die haben Katzen, die das i-wie spaßig finden… 😂
    Ich find's auch klasse, wenn ich bei denen zu Besuch bin – besser als jede (HBO/Netflix/orwhatever) Serie je sein könnte. 😝

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