Kinder-Gesundheit und Bildung durch Social-Media-Konsum gefährdet

Der excessive Konsum von Social-Media zeigt extrem negative Einflüsse auf die Gesundheit von Kindern. Zudem lässt sich inzwischen auch belegen, dass übermäßiger Social-Media-Konsum den Bildungserfolg von Kindern gefährdet, wie eine neue Studie nahe legt.

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführt wurde, warnt vor den weitreichenden negativen Folgen einer übermäßigen Nutzung digitaler Medien. Die Daten zeigen einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen intensiver Social-Media-Nutzung, sinkenden PISA-Werten und einer Zunahme psychischer Belastungen bei Schülern, schreibt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Krisen und digitaler Wandel

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat sich seit der Corona-Pandemie nicht vollständig erholt, stellt die Studie fest. Angstsymptome, Einsamkeit und Sorgen wegen globaler Krisen wie Kriegen (70 Prozent) oder Terrorismus (62 Prozent) prägen den Alltag der nachwachsenden Generation.

Parallel dazu verzeichnet Deutschland seit 2015 einen kontinuierlichen Rückgang der Schülerkompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Gleichzeitig hat sich das Freizeitverhalten massiv digitalisiert:

  • Jungen verbrachten 2022 im Schnitt 1 Stunde und 46 Minuten täglich mit Computerspielen (fast eine Verdopplung gegenüber 2013).
  • Mädchen nutzen soziale Netzwerke und Videotelefonie heute fast dreimal so intensiv wie noch vor zehn Jahren.

Massive Auswirkungen auf die Bildung

Die IW-Analysen auf Basis der PISA-Daten verdeutlichen die negativen Korrelationen: Je mehr Zeit Jugendliche mit sozialen Medien verbringen, desto schlechter fallen ihre Kompetenzwerte aus

  • Eine Erhöhung der Social-Media-Nutzung um eine Indexeinheit führt im Schnitt zu einem Verlust von 21,6 PISA-Punkten im Lesen und 19,5 Punkten in Mathematik.

Diese Ergebnisse helfen, Befragungsergebnisse anderer Publikationen zu interpretieren. So hat eine Befragung der Vodafone-Stiftung ergeben, dass:

  • 65 Prozent der 14- bis 20-Jährigen angeben, dass soziale Medien sie aktiv vom Lernen ablenken.
  • 45 Prozent der Jugendlichen über Konzentrationsschwächen klagen, da sie regelmäßig ihre Accounts checken wollen.

Besonders betroffen seien Kinder aus bildungsfernen Haushalten, die ohnehin geringere Ressourcen haben und gleichzeitig überproportional viel Zeit mit digitalen Medien verbringen, heißt es in der Warnung der Initiative. Ähnliches habe ich die letzten Tage in anderen Artikel gelesen.

Mentale Gesundheit unter Druck

Übermäßiger Medienkonsum wird von Psychotherapeuten als einer der zentralen Belastungsfaktoren für die Psyche eingestuft. Studien belegen, dass eine Sucht-ähnliche Nutzung direkt mit Depressionen, Angstzuständen und Stress korreliert.

Positiv zu bewerten ist jedoch: Reduzieren Nutzer ihren Konsum, steigt die Lebenszufriedenheit messbar an, während depressive Symptome abnehmen.

Handlungsempfehlungen der Experten

Um diese Trends umzukehren, schlägt das Gutachten einen zweigleisigen Weg vor:

1. Regulatorischer Ansatz: Konsequente Umsetzung von Altersbeschränkungen und Schutz vor suchtfördernden Mechanismen (z.B. durch den Digital Services Act der EU).

2. Kompetenzstärkender Ansatz: Systematische Vermittlung von Medienkompetenz in Schulen, Fortbildung für Lehrkräfte sowie eine bessere Aufklärung der Eltern über Kontrollmöglichkeiten und Risiken.

Der in Punkt 1 genannte Ansatz dürfte nicht bei allen Leuten auf Gegenliebe stoßen, wird doch ein Fass in Punkto "Altersverifikation" und damit Erfassung der Identitäten aller Internet-Nutzer von diversen Angeboten aufgemacht. Das geht erkennbar sei Jahren schief – so dass ich ad-hoc nicht weiß, ob mit der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nicht ein anderes Fass aufgemacht und andere Interessen bedient werden sollen. Mir kommt sofort der gerade erst veröffentlichte Beitrag EU-App zur Altersverifikation in 2 Stunden gehackt zur neuen EU-App in den Sinn, wo gezeigt wird, wie das mit der Altersverifikation grandios schief läuft.

Sinnvoll erscheint mir aber die Aussage: "Am wichtigsten ist, dass Eltern und Lehrer umfassend und damit besser als bisher über die möglichen Schäden durch digitale Medien aufgeklärt werden" von INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben. Alsleben benennt auch direkt das Problem: "Das wird trotzdem gerade bildungsferne Schichten kaum erreichen, weshalb werden wohl schädliche Soziale Medien für Kinder ähnlich beschränkt werden müssen wie Alkohol." Ich denke aus persönlicher Anschauung, dass auch bildungsaffine Eltern oft in ihrer Rolle als Doppelverdiener alleine aus zeitlichen Gründen oft überfordert sind, die Zeit, die ihre Kinder mit digitalen Medien verbringen, zu überwachen und zu begrenzen.

Alsleben schreibt dazu: "Der massive Anstieg des Social-Media-Konsums ist kein harmloser Zeitvertreib mehr, sondern eine handfeste Gefahr für den Bildungserfolg und die mentale Gesundheit unserer Kinder." Wenn Algorithmen die Konzentrationsfähigkeit zerstörten und die Zeit zum Lernen fräßen, verlören Kinder den Anschluss im internationalen Wettbewerb. "Wir brauchen dringend eine Rückbesinnung auf Bildungsgerechtigkeit, die dort beginnt, wo digitale Ablenkung aufhört."

Wie man dies sinnvoll umsetzen könnte, da habe ich auch keinen Ansatz. Denn die Ansätze müssten aus den Familien und der Gesellschaft kommen. Kürzlich habe ich über das "Detox-Experiment" von Tobias Kroll, sowie von dem 21-Tage-Medienverzicht an  der Schule von Fabian Scheck gelesen, was messbare Ergebnisse aufzeigte. Aber im Artikel werden auch die praktischen Hürden sichtbar, die ein Verzicht auf Smartphones aufwerfen.

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19 Kommentare zu Kinder-Gesundheit und Bildung durch Social-Media-Konsum gefährdet

  1. Bernd Bachmann sagt:

    Es tut mir leid wenn ich hier erzkonservativ rüberkomme, aber eine Gesellschaft, die die Erziehung schon kleinster Kinder an Fremde auslagert; in der keine Eltern bereitstehen, um den berühmten Spruch, oft genug gehört in meiner eigenen Kindheit, „Und wenn der Peter aus dem Fenster springt, springst Du dann auch hinterher?" anzubringen, hat doch schon verloren.

    Das heutige Ganztags-Schulsytem ist denn auch ein wesentlicher Grund, warum ich selbst keine Kinder habe. Obwohl ich nie Probleme hatte, weder mit den Inhalten (1er-Abi) noch mit den Lehrern oder Schülern, habe ich es gehasst, zur Schule zu gehen. Die Vorstellung, auch noch den Nachmittag dort verbringen zu müssen, wäre für mich der absolute Horror gewesen. Das wollte ich eigenen Kindern nicht zumuten.

    Und was das Verbieten angeht: Wer das ernsthaft überlegt, war wohl nie selbst Kind? Der sicherste Weg, ein Kind für etwas zu interessieren, ist doch, es ihm zu verbieten. Ich war nie in meinem Leben so häufig in Spielhallen oder Kneipen wie zu der Zeit, als ich das noch nicht durfte. Als ich dann 18 wurde, hat das Interesse daran schlagartig aufgehört…

    • Luzifer sagt:

      Da bin ich fast voll und ganz bei dir, aber wie sollen denn die Eltern ihre Kinder noch ordentlich erziehen?
      a) Sind sie doch selbst schon die zweite oder dritte geschädigte PISA‑Generation.
      b) Muss eine Familie der „Arbeiterschicht" doch schon beide arbeiten gehen, um über die Runden zu kommen – oftmals macht ein Elternteil sogar noch einen Zweitjob, damit es reicht…
      Da wundert eine mangelhafte Erziehung nicht im Geringsten.

      Was Born da aufführt, kann ich bestätigen – sehe ich an den Azubis… nur dass die hier in der Firma nicht am Smartphone hängen: Aluminiumfassade und strahlenvernetzte EMV‑Verglasung, da kommt nichts rein, nicht mal DCF77. Dafür sind die „Surfstations" im Pausenraum regelrecht belagert – in den Pausenzeiten. Vergleichbar sind da nur noch die Raucher…

      Oder fahr mal Bus/Zug: Da siehst du keinen mehr sich unterhalten, alle glotzen aufs Smartphone.

      Ich bin jetzt nicht der, der sagt „Teufelszeug", das hat man uns früher auch immer gesagt. Erst war es Rockmusik, Groschenromane, dann Videos, dann Computerspiele – und trotzdem ist etwas aus uns geworden…
      Bei Smartphones, gepaart mit Social Media, schlägt das aber voll durch… Da fragt man sich echt: Wie konnte die Menschheit so weit kommen.

      Dein letzter Absatz, naja wo ein Kind kein Smartphone, Zugriff auf Social Media hat… wenn man als Eltern natürlich dem Balg das Handy/Tablet in die Pfoten drückt damit es ruhig ist und man selbst Ruhe hat…

      • Daniel sagt:

        Doch im Bus unterhalten die sich schon noch. Und zwar laut mit Freisprechfunktion und man versteht in seltensten Fällen noch die Sprache. Früher hieß es noch man nimmt Rücksicht auf andere Mitfahrende und wenn man schon telefonieren muss dann kurz und leise. Entweder lernt man das nicht mehr oder es ist in anderen Regionen und Ländern nicht mehr üblich.

      • Kein Prahlhans sagt:

        Aber warum hat das früher besser funktioniert? Ich bin schon etwas älter und es war in meiner Kindheit vollkommen üblich und normal, dass nur ein Elternteil arbeiten gegangen ist.
        Verglichen mit heute natürlich mit einem geringeren Lebensstandard (Wohnsituation, Auto, Urlaub, Konsum,….), aber man hat als Familie mehr Zeit miteinander verbracht.

        Also warum gehen beide Eltern Vollzeit arbeiten? Wirklich nötig oder einfach nur gesellschaftlicher Zwang, weil "es sich so gehört", um den Nachbarn erzählen zu können, dass man dreimal im Jahr Urlaub auf Malle gemacht hat?

        Meine Meinung: Ich denke, die Menschen sollten von ihrem überzogen hohen Lebensstandard runterkommen. Man muss auch lernen, dass man nicht alles haben kann und Verzicht zum Leben dazu gehört.

        • Luzifer sagt:

          Na früher konntest du mit Fleiß noch was erreichen, da war ein Eigenheim durchaus machbar… das Ganze bei einem "Geldverdiener" Heute? Vergiss es, entweder es gehen beide Elternteile malochen , du gehörst eben nicht zur Arbeiterklasse, oder du hast geerbt.
          Zu der Zeit als ich Kind war konnte man ein Eigenheim (nix luxuröses, aber immerhin) für rund 250k DM hinstellen, heute kriegst ja meistens für 125k€ nicht mal das Grundstück dafür!

          Früher hies es mal man sollte ca. 40% seines Lohnens für die Wohnung ausgeben um anständig leben zu können… und heute? Kannst du selbst recherchieren…

          Ich wohn hier auf dem Land 800 Seelen, da legst für nen Eigenheim schon 400k bis 500k € hin… in der Stadt? Gute Lage? Yeah hast du nen Dukatenscheisser?

          Schon mal gesehen was dich alleine der Kindergartenplatz heute kostet?
          Das will alles ertsmal verdient sein… bei wieviel verdient ein Arbeiter? 20k; 30k; 40k/anno ?

          • Luzifer sagt:

            /Edit/

            und wir waren da mal bei ner 35h Woche… es war früher nicht alles besser, aber in der Beziehung schon!

            Da ist man doch glatt froh nicht zur Arbeiterkaste zu gehören.

        • Anonym sagt:

          ein Wort: Schere!

        • Christoph Morrison sagt:

          > Aber warum hat das früher besser funktioniert? Ich bin schon etwas älter und es war in meiner Kindheit vollkommen üblich und normal, dass nur ein Elternteil arbeiten gegangen ist. Also warum gehen beide Eltern Vollzeit arbeiten?

          Das ist eine gute Frage, aber …

          > Wirklich nötig oder einfach nur gesellschaftlicher Zwang, weil "es sich so gehört", um den Nachbarn erzählen zu können, dass man dreimal im Jahr Urlaub auf Malle gemacht hat?

          … das ist keine Frage, sondern eine Behauptung (die du weiter unten ja explizit machst). Und sie ist pauschal einfach falsch. Erstmal blendest du aus, dass es seit Jahrzehnten eine regelrechte Kampagne zur Erwerbstätigkeit von Frauen gibt, zweitens blendest du aus, dass es eine zunehmende und sehr deutliche Spreizung zwischen Lohn- und Kostenentwicklung gibt, ganz ohne "keeping up with the Joneses". Und natürlich gibt es auch einen Teil, der aus dem ständigen Vergleichen mit – unbekannt wahren – Status anderer insbesondere auf Social Media resultiert. Nur: Wir alle kennen die Anteile nicht – du auch nicht.

          • Richard sagt:

            "Erstmal blendest du aus, dass es seit Jahrzehnten eine regelrechte Kampagne zur Erwerbstätigkeit von Frauen gibt,

            Und, was ist der Grund dahinter?

            Female Empowerment, die starke, unabhängige Frau usw.
            Was es für die Familien bdeutet, sieht man ja…

  2. janil sagt:

    In der momentanen Zeit in der wir leben, stimmt leider Einiges nicht. Ob das nun Politik, Erziehung, Technik oder oder betrifft. Durch die Gier ist so ziemlich alles aus dem Lot. Die immer wieder vorausgesagten Folgen fangen langsam an ihre Wirkung zu entfalten (Hätte es nie für möglich gehalten, das "The Day after Tomorrow" wahr werden könnte.). Als ganz persönliche Maßnahme für mich, habe ich den Nachrichtenkonsum stark eingeschränkt und lebe dadurch wesentlich ruhiger. Trotzdem bekomme ich schon die Auswirkung von Ki, Politik, Social Media und fragwürdiger Schulbildung mit. Bekomme es aber so wenigstens nicht alle 5min um die Ohren gehauen.
    Allen einen schönen Sonntag

  3. Richard sagt:

    Ein schöner Beitrag für den Tunnelblick fernab der Realität so mancher Leute :)

    "Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat sich seit der Corona-Pandemie nicht vollständig erholt, stellt die Studie fest. Angstsymptome, Einsamkeit und Sorgen wegen globaler Krisen wie Kriegen (70 Prozent) oder Terrorismus (62 Prozent) prägen den Alltag der nachwachsenden Generation."

    Die "Corona-Pandemie" war doch das perfekte Beispiel wie Angst- und Panikmacherei funktioniert – den Schaden haben wir nun, nicht nur bei den Kindern!

    "Parallel dazu verzeichnet Deutschland seit 2015 einen kontinuierlichen Rückgang der Schülerkompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Gleichzeitig hat sich das Freizeitverhalten massiv digitalisiert"

    Ein kluger Mensch würde hier hinterfragen und auf mögliche Zusammenhänge stoßen ;)

    "Handlungsempfehlungen der Experten" – "Experte" – der normale Mensch wird hier in Deutschland hellhörig mittlerweile hellhörig, wenn man ihm "Experten" vorsetzt, nicht so der Michl, der alles unkritisch "frisst".

    "1. Regulatorischer Ansatz: Konsequente Umsetzung von Altersbeschränkungen und Schutz vor suchtfördernden Mechanismen (z.B. durch den Digital Services Act der EU).

    2. Kompetenzstärkender Ansatz: Systematische Vermittlung von Medienkompetenz in Schulen, Fortbildung für Lehrkräfte sowie eine bessere Aufklärung der Eltern über Kontrollmöglichkeiten und Risiken."

    1. Regularien haben selten was gebracht, außer noch mehr Büorkratie – es kann nur mit Hilfe von Erziehung und richtiger Aufklärung funktionieren – Verbote haben die Dinge, schon zu meiner Jugend nur noch interessanter gemacht!

    2. Sorry, hier ist der Zug abgefahren, die allermeisten Eltern haben gar keine Zeit sich Medienkomptentenz anzueignen, da wie oben geschrieben oft beide berufstätig oder halt gar nicht willens dazu – siehe Corona, dies war auch nur eine Frage von Medienkompetenz.

    Zu den Lehrkräften, sorry, da bringt auch keine Vermittlung von Medienkompetenz was, bzw. es ist gar nicht gewollt – als Lehrer musst du heute die richtige Haltung haben, Fachkompetenz zählt hier nicht mehr wirklich – Ausnahmen bestätigen die Regel;)

    • Christoph Morrison sagt:

      Paar interessante Gedanken drin, leider aber sehr viele Themen ohne tiefere Argumentation gestreift.

      • Richard sagt:

        Dies war bewusst nur "angeschnitten", da dies hier kein Politikblog ist (Regeln) und die Argumente einigen vermutlich unangenehm wären – ergo es würde das eigene Weltbild zerstören und nicht hier her passen ;)

  4. Christoph Morrison sagt:

    Grundsätzlich schwierig, aus Korrelationen Handlungsanweisungen ableiten zu wollen. Es kann nämlich auch gut andersrum sein: Wenn das RL zu unattraktiv wird, werden "digitale Medien" attraktiver. Günthers Einschub zum Thema Detox sehe ich als eine, leider weit verbreitete, Binse: Dass die Art von Medienkonsum problematisch ist, merkt – glaube ich – jeder. So wär es auch, wenn jemand fünf Tüten Chips am Tag isst und das mit fünf Flaschen Cola garniert – und das dann mal für ein paar Tage lässt. Die Frage ist halt nicht, ob es schädlich ist, sondern was die Ursachen dafür sind, warum Leute (nicht nur Kinder!) lieber Doomscrolling bei Social Media machen, als z.B. sich mit anderen Leuten zu treffen oder ein Buch zu lesen.

    Mein "Lieblingsick" sind ja so Videos bei YT, wo Leute zeigen wie sie arbeiten, egal ob es nur die allseits bekannten "Pressure Washer ASMR" oder irgendwas mit Holzbearbeitung ist: Anstatt selbst etwas zu machen, schaut man Videos und kommentiert dann, wie toll es ist, dass "jemand was macht". Da frage ich mich auch immer instinktiv: Warum schnappt ihr euch dann nicht selbst ein Besen und fangt an, die Dreckecken eurer Stadt aufzuräumen? Aber das ist nur ein Instinkt und rational muss es bessere Erklärungen geben als "die sind nur faul". Diesen Gedanken vermisse ich in der Diskussion!

    In der Eigenbeobachtung: Wenn's mir schlechter geht, dann sumpfe ich mehr bei YT Shorts ab, wenn's mir besser geht, bin ich "real life" aktiver. In der Eigenbeobachtung!

    Die in der Studie erwähnte Bildungsmisere kann auch gut an anderen Faktoren liegen: Zunehmend ethnische Heterogenisierung der Schülerschaft; "inklusiver Unterricht"; "moderne" Lernmethoden (hier gerne ein Hinweis auf Prof. Dr. Bernhard Krötz); weniger Zeit der Eltern für ihre Kinder durch zunehmende Vollberufstätigkeit der Eltern; etc. pp. Damit behaupte ich explizit nicht, dass einer oder mehrere Faktoren hier kausal sind – ich bin ja kein unseriöses "Forschungsinstitut"- aber ich schließe sie auch nicht zu Ungunsten Social Medias aus.

    Ich sehe hier auch durchaus Parallelen in den Reaktionen zu den diversen Abstinenzlerkampagnen, die es immer mal wieder im Laufe der Geschichte gab, egal ob Prohibition oder das gezielte Emigrieren von norwegischen Suchtkranken in die "neue Welt". Wer erinnert sich noch an den "Gewaltspiele"-Scare damals, nach dem Amoklauf in Erfurt?

  5. Korri T. sagt:

    Bildung wird nicht mehr benötigt, fragt man halt die KI und außerdem werden die ja alle Influencer und scheffeln damit Millionen.

  6. Anonym sagt:

    Ich sehe es selbst mehrmals die Woche.
    Manche jetzt nicht mehr Kinder die wärend Corona von Schule zu betroffen waren, haben sie nicht mehr alle.
    Die haben zu viel Müll im Internet gesehen und die "Eltern" waren froh sich nicht mit der Brut beschäftigen zu müssen.
    Ein anderer den ich kenne denkt darüber genau so.
    Wenn das Kind die Eltern nervt, gibt es ein Smartphone in die Hand.
    Bei mir gab es noch eine Brezel damit meine Eltern in Ruhe einkaufen konnten und wenn das nicht half, wurde der doch nicht so wichtige Einkauf verschoben oder es waren beide Eltern dabei oder es gab ein Blatt und Stifte. Falls es mal gar nicht anderst ging hat der Nachbar aufgepasst.
    Das Babyphone war nur ein offenes Fenster und gute Ohren.

  7. Anonym sagt:

    Ein Schelm, wer denkt, man braucht momentan solche Studien in den Medien, um eine digitale ID Altersverifikation jedes Nutzers überall leichter begründen zu können?

  8. Andy sagt:

    Mal kurz eingeworfen.. Wohin sollen die jungen Leute denn heutzutage noch gehen?

    – Bolzplätze gibts nicht mehr, werden aufgekauft und kommt ein Asylantenheim drauf
    – Jugendclub? Da hängen schon die notgeilen Nafris rum und warten nur darauf, das ein naives deutschen Mädel reinkommt
    – Spielplätze? siehe oben
    – Jumphalle oder anderes Indoorzeugs.. zu teuer
    – Disco? siehe zweitens
    – Schwimmbad.. Muss ich nicht erwähnen, was da los ist oder?

    Na wem fällt was dazu sein, was könnte ein Problem sein?

    Keine Frage, das Social Media verlockend ist, aber welche Wahl haben die Kinder denn?

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