Petition "Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz!" bis 21. Mai 2026 zeichnen

ParagraphNoch ein kurzer Hinweis – wäre fast an mir vorbei gegangen (Telepolis hatte es hier thematisiert), wenn Patrick mich nicht erinnert hätte. Derzeit läuft eine Petition "Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz!" von digitalcourage.de, endet aber am 21. Mai 2026. Sollte man vielleicht unterzeichnen.

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Auf der Petitionsseite von digitalcourage.de wird erklärt, um was es geht: "Fahrkartenautomaten verschwinden, Arzt-Termine gibt es nur noch online und die Regierung will „Digital Only". Digitalisierung ohne Alternativen wird zum Zwang und schließt Menschen aus.
Mit unserer Petition fordern wir deswegen, das Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz aufzunehmen. Bis zum Tag des Grundgesetzes, am 23. Mai 2026*, wollen wir 75.000 Unterschriften erreichen und sie Abgeordneten übergeben. Jede Unterschrift zählt!"

Petition Digital-Courage

Derzeit fehlen noch einige Unterschriften, wäre also gut, die obige Information vielleicht auch zu teilen. Denn man sollte Wahlfreiheit haben. Patrick skizzierte, wo wir uns derzeit hin bewegen:

Leider führt der zunehmende App-Zwang und die Blockade grundlegender Internetdienste wie z. B. E-Mail und das einfache Textformat im Austausch mit Office-Dateiformaten, die über eigene Cloud-Dienste ausgetauscht werden sollen, zur eingeschränkten Nutzbarkeit und Interoperabilität.

Er erwähnt, dass man sich zur Kommunikation mit der Bank, der Agentur für Arbeit, dem Finanzamt und vielen weiteren Stellen getrennt bei dem System der jeweiligen Organisation anmelden muss, um Nachrichten austauschen zu können.

Unterschiedliche Layouts und Datenformate machen die Verwaltung kompliziert und lokal und damit auch offline fast unmöglich. Meine Erfahrung ist auch, dass eine verschlüsselte Kommunikation zum Einreichen vertraulicher bzw. persönlicher Dokumente bei Anträgen oft kaum möglich oder unnötig kompliziert ist. Ich habe gestern noch versucht, eine Information beim Landesdatenschutzbeauftragten Hamburgs einzureichen – deren Pressestelle ist aber mit der E-Mail-Adresse nicht durch deren Verschlüsselungszertifikat abgedeckt. Ich hätte im Thunderbird Klimmzüge zum Anlegen eines Alias unternehmen müssen (geht wohl über Konfigurationsdateien). Abseits dessen, dass mein Lebenszweck nicht darin besteht, irgendwelche Workarounds für technische Krücken zu erstellen (beim Landeswohlfahrtsverband ist es mir nicht gelungen, ein S/MIME-Zertifikat zur Verschlüsselung im Thunderbird wirksam einzurichten), ein normaler Nutzer wird das nie handhaben können.

Patrick merkt dazu an: "DIN A4, Post und Ordner zu Hause sind bis heute einfacher und übersichtlicher." Da hat er einfach Recht, die Digitalisierung, wie sie heute genutzt wird, ist ein absoluter Flickenteppich und oft noch fehlerhaft. Zum gestrigen 19. Mai 2026 ist mir der Beitrag E-Auto-Förderung: An einem Strich gescheitert bei heise untergekommen, der den Irrsinn Verwaltungsdigitalisierung 2026 in Deutschland zeigt. Ein Bindestrich bei einer Formulareingabe verhindert die Abgabe eines digitalen Antrags zur E-Auto-Förderung. Die Behörde sitzt an einem Workaround.

Patrick erzählte mir in einer Mail, dass gerade in seinem Wohnbereich die Bargeldzahlung zum 1. Juli 2026 in Bussen des öffentlichen Personennahverkehrs eingestellt wird. Jetzt kann man nur noch bargeldlos, z. B. über Telecash bezahlen. Patrick hat recherchiert, "Telecash" gehört mittlerweile zum US-Unternehmen "Fiserv". Damit hätten die USA möglicherweise Zugriff auf die personenbezogenen Daten der ÖPNV-Nutzer in Stuttgart, merkt er an.

Patrick ergänzte in seiner Mail: "Außerdem kommt es zu teilweise unverständlichen Buchungstexten auf dem eigenen Kontoauszug, was die Übersicht und Kontrolle erschwert." Auch das kann ich nur voll unterschreiben – ich habe nur wenige Buchungen, aber ständig überlegst Du "was hast Du da wohl bezahlt", weil der Text nichts her gibt. Die Leserberichte, die bei mir aufschlagen, weil ein Dienstleister mal hunderte Euro unberechtigt mehrfach über Jahre eingezogen hat und das Opfer es an den Bankauszügen nicht gemerkt hat, kann ich nicht mehr an den Finger meiner Hand abzählen.

Wenn ich an die Diskussion zur digitalen Souveränität denke, Stichwort "die USA schneiden uns von digitalen Diensten ab", wie es mit sanktionierten Richtern des Internationalen Gerichtshofs passiert ist (Keine digitale Souveränität: Französischer Richter Nicolas Guillou gerät nach US-Sanktionen in Digitaler Steinzeit; OVH soll Daten eines Kunden an Kanada liefern), kommt mir vieles zur Digitalisierung in Deutschland wie ein Schildbürgerstreich vor.

Hier in Rhein-Main ist die Situation im Verkehrsverbund ähnlich krude. Für meine wenigen Fahrten versuche ich die RMV-App zu verwenden und dort die Fahrkarten digital zu lösen. Bis heute ist es so, dass die Genies der App-Entwicklung die Android-Elemente zur Formulareingabe verwenden. Solange Du noch unter 20 bist, lässt sich mit "a bisserl wischen" das Geburtsjahr und der Geburtsmonat ja noch einstellen. Mache das aber mal mit Ü70, dann "siehst Du die Pferde vor der Apotheke kotzen", wie einer meiner früheren Chefs zu sagen pflegte. Wie ich beim RMV bei der App bei der Registrierung gescheitert bin und was sonst noch droht, hatte ich vor einem Jahr im Beitrag Deutschland-Ticket von D-Ticket: Plötzlich Schwarzfahrer beschrieben. Als Notlösung kann ich in der App ein Digital-Ticket ohne Registrierung per Paypal-Zahlung lösen. Möchte ich dies nicht, oder habe ich kein Paypal, sehe ich alt aus. Fällt mein Handy bei der Kontrolle aus, bin ich Schwarzfahrer.

Alle Risiken werden auf die Kunden abgewälzt und technisch haben die jeweiligen Stellen die Digitalisierung auch nicht im Griff. Kommt ein Digitalzwang, sehen wir alt aus. Und wenn ich sehe, dass die obige Petition nicht mal die 75.000 Unterschriften erreicht hat, möchte man doch gleich den Kopf an die Wand hauen, bis es blutet. Der "deutsche Michel oder die deutsche Gretel" interessiert sich eher für Walfisch Timmi als für essentielle Fragen, die uns das Leben in einigen Jahren massiv erschweren. Und Fragen zur "digitalen Resilenz" (Stichwort: Cybersicherheit und Ukraine-Konflikt) unserer Verwaltung und Geschäftsvorgänge möchte ich erst gar nicht aufwerfen.

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113 Kommentare zu Petition "Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz!" bis 21. Mai 2026 zeichnen

  1. Daniel A. sagt:

    Danke für den Beitrag, direkt mal mitgemacht. Was die geringe Teilnahme bisher angeht vermute ich mal, dass vermutlich kaum wer was davon mitbekommen hat. Es wurde in den "normalen" Medien nirgends erwähnt, wenn du nicht berichtet hättest wäre das komplett an mir vorbeigegangen.

    • Anonym sagt:

      Ich denke es ist absicht das "normale" Medien nicht darüber berichten weil es "nicht wichtig" ist. Viel wichtiger ist ein Tier das sich verschwommen hat, weil das betrifft uns alle direkt.

      • Matze sagt:

        Weil's den "normalen" Menschen nicht interessiert. Der geilt sich lieber an einem altersschwachen Wal auf. Wenn es keinen interessieren würde und die davon berichtenden Medien meiden würde, wäre schnell Ende mit dem Spuk gewesen.

        • Olli sagt:

          >>> Weil's den "normalen" Menschen nicht interessiert.

          Das würde ich so nicht ausdrücken. Es würde ihn interessieren, wenn er überblicken könnte was das alles bedeutet.

          Alleine die meisten normalen Menschen überblicken das eben nicht.

          Nur wenige Menschen schaffen es mental analoge Dinge Äquivalent ins Digitale zu übersetzen und so wie Software (und Hardware) häufig gestaltet ist hilft das auch nicht dabei.

          Ganz simples Beispiel:

          Download-Fehler 0x80010002

          So eine Meldung ist eine Frechheit von Entwicklern! Da hat zu stehen: Fehler – die Zertifikate konnten nicht geprüft werden.

          Aber auch das hat da nicht zu stehen. Denn eigentlich sollte dort stehen: Die Sicherheit und Authentizität des Updates kann nicht geprüft werden weil ihr System keine Verbindung ins Internet besitzt – Update dennoch installieren? Ja/Nein.

          Die Menschen müssen IT verstehen – solange aber die Branche mit dümmlichen Akronymen um sich schmeißt wird das nix.

  2. Flip sagt:

    Ich kann dir nur zustimmen. Du sprichst mir hier aus der Seele. Das ist genau das grössere, übergeordnete Thema. Ja, es sind Zusammenhänge die man sehen muss. Aber so schwierig ist das nicht. Viel schwieriger ist es, zu akzeptieren, dass man selber handeln muss wenn man solche Erkenntnisse hat. Da ist man schnell zu faul, können ja andere machen. Timmy ist gerade einfacher zu kommentieren.

    Gut geschrieben, danke!

  3. Frank Reibold sagt:

    Diese Petition ist eine gute Idee

  4. Reaper sagt:

    Danke für den Hinweis, unterzeichnet.

  5. Anonym sagt:

    Nette Idee und Danke für den Hinweis.

    Wen Petitionen aber erwas bewirken würden, wären sie wohl verboten…

  6. Mikel Friess sagt:

    Ernsthaft? Wie lange wollen wir denn diese Ausrede noch wie eine Monstranz vor uns her tragen? Bargeld durch digitale Zahlungen ersetzen? Geht nicht wegen den armen Rentnern! Einheitliches digitales Ticketsystem? Geht nicht wegen drölfhunter Verkehrsverbünden und den armen Rentnern! Digitalisierung? Denkt denn keiner an die armen Rentner!
    Was soll der Quatsch? Menschen mit geistiger Behinderung sind ausgeschlossen, Menschem mit Analphetismus sind ausgeschlossen, Blinde sind ausgeschlossen, das Leben ist nicht integrativ! Und was hilft mir denn Papier? Versucht doch mal einen Bürgergeldantrag auszufüllen ohne euch zu verletzen. Das Problem ist nicht die digitale Version, das Problem ist das schwachsinnige Formular. Erstellt eine Petition für ausschliesslich intelligente Digitalisierung und ich unterschreibe. So einen Humbug wie das hier auch noch ins Grundgesetz zu schreiben blockiert Deutschland für weitere 100 Jahre. Denn wenn ich eine analoge Alternative vorhalten MUSS, warum soll ich in Digitalisierung investieren?

    • Günter Born sagt:

      Ich frage mich, ob Du und die +1 Kommentatoren überhaupt den Sinn und die Intention der Petition verstanden haben? Deine Forderung lautet: Digitalzwang überall. Die Petition fordert, dass die Digitalisierung nicht als einzig verpflichtend umgesetzt wird.

      Und wenn Du ehrlich bist, oder die Augen öffnest, wirst Du erkennen, dass die Forderung nach "ausschließlich intelligenter Digitalisierung" schlicht Humbug ist. Alleine an der Definition wird das doch scheitern. Dass wir bei der Digitalisierung einen Flickenteppich an Lösungen mit extremen Abhängigkeiten von US-Big-Tech geschaffen haben, ist noch nicht erwähnt.

      Biete mir eine funktionierende Fool-proof App zum Erwerb eines digitalen Fahrscheins, die über Wero – ohne weitere Registrierung funktioniert und möglichst Verkehrsverbund-übergreifend funktioniert, und ich wäre dabei.

      Biete mir eine Parking-App, die Europa-weit funktioniert und Fool-proof funktioniert – und ich würde mir das im Hinblick auf eine Nutzung überlegen. Wobei ich dort Fragen des digitalen Bewegungstrackings oder den Punkt "Fehleingabe" immer noch als No-Go betrachte.

      Biete mir eine durchgehend verschlüsselbare Kommunikation mit Behörden an, wo ich den Zugang Fool-proof sichern kann, und ich könnte mir überlegen, ob ich in den "nicht geschennt, ist gelobt genug"-Modus wechsele.

      Ich könnte genügend Beispiele nennen, wo es mit der Digitalisierung (es sind ja nicht nur Zahlungen tangiert) hinten und vorne hakt. Das einfachste Sicherungssystem für digitale Zugänge hat imho noch Elster – Du bekommst ein Zertifikat, mit dem Du deinen Zugang und deine App-Zugänge freischaltest. Solange Du deine Zertifikatsdatei hast, diese gültig ist und Du das Kennwort zum Entschlüsseln kennst, läuft das. Wehe, die E-Mail, mit der Du registriert bist, geht verloren (es wurden ja noch nie Online-Konten von Microsoft, Apple, Google & Co. gesperrt, oder E-Mail-Konten gekapert, den der gemeine Michel ist mit E-Mail-Konten, die er voll im Griff hat, unterwegs), dann bekommst Du den Zertifikatsablauf nicht mit – ok, könnte man sich notieren. Und dann versuche mal ein Zertifikat neu zu beantragen. Gibt hier im Blog ein Beispiel, wie ich mit Elster gefighted habe, um ein Zertifikat erneuern zu können. Dachte, ich bin lediglich zu doof dafür, die deutsche Verwaltungsdigitalisierung zu wuppen. Zugegeben, war noch 2014 und wir sind einige Jährchen weiter – aber die Grundproblematik ist weiterhin da: Kriegt der gemeine Nutzer die saubere Verwaltung des Zugangs auf die Reihe und über Jahrzehnte gehandhabt – ich gebe dir Brief und Siegel, dass das schief geht.

      Könnte man mit dem Personalausweis möglicherweise lösen. Zu diesem Thema hatte ich dieses Jahr was im Blog (ging um Ausweisleser). Erkenntnis: Ich habe drei Dokumente für die PIN von drei Familienangehörigen. Ich kann meine digitalen Renteninformationen bei Deutsche Rentenversicherung Bund abrufen. Bei meiner Frau habe ich die Authentifizierung per PA geschafft, aber keinen Plan, wie ich an die digitalen Renteninformationen heran komme. Genau diese Funktion ist für mich aber ein Testcase, ob Authentifizierung und Digitalisierungsnutzung einfach und zuverlässig funktionieren. Bei der Tochter hat sich der PA nicht per PIN freischalten lassen – Erklärung: Es wurde zwischenzeitlich ein neuer Ausweis beantragt, wo sich die PIN ggf. geändert hat. Die letzten 3 Wochen bei heise gelesen, dass die Funktion zum Zurücksetzen der PIN beim Personalausweis wieder kommen soll (war vom Bund aus Kostengründen abgeschafft worden).

      Es ist doch überall, wo ich mal tiefer hin schaue, so, dass es von Implementierungsfehlern, Versäumnissen, Sicherheitsfehlern und Problemen nur so wimmelt. Und versuche bitte, mir nicht zu erzählen, dass ich als IT-Blogger zu doof oder zu alt bin, das kollateralschädenfrei zu wuppen. Und versuche bitte auch nicht zu erzählen, dass die komplette Bevölkerung, die in Deutschland lebt, das wirklich gewuppt bekommt.

      Gerade gestern noch eine Eingabe an den Hamburger Landesdatenschutzbeauftragten geschickt, weil ein Portal für Schulen und Kitas Credentials im Klartext offen legt (Zugangsdaten für Datenbanken, API-Keys etc.). Die Betreiber bezeichnen sich als "IT-Spezialisten" ….

      Ja, ich kriege meine Digitalisierung hier weitgehend störungsfrei über die Bühne – aber nur, weil ich penible Aufzeichnungen führe, was, wie, wo erforderlich ist, i.d.R. in den jeweiligen Aktenordnern schriftlich vermerkt. Da findest Du das noch, wenn das Smartphone verloren ist, oder der Rechner wegen Problem xyz zurücksetzt oder gelöscht wurde. Ich verwende Digitalisierung, wo sie mir nutzt, sicher und handhabbar ist. Ich bevorzuge aber Analoges, wenn die Digitalform zu komplex, fehlerhaft oder unsicher ist.

      Und nur mal angemerkt: Schweden hat (erinnerungsmäßig seit 2017) eine gesetzliche Regelung, dass die Bargeldzahlung nicht unter 30% fallen soll. Dabei gilt Schweden doch als digitaler Vorreiter.

      Dass jeder der hippen Digitalisierungs-Fans in die Situation kommen kann und wird, das nicht mehr gebacken zu bekommen, mag ich gar nicht erwähnen. Und Ja, ich fülle regelmäßig Anträge zur Grundsicherung nach SGB XII für eine Familienangehörige mit Behinderung aus – glücklicherweise noch als PDF-Formular ausdruckbar. Hab mich noch nie verletzt, würde die PDF auch elektronisch übermitteln, wenn es eine signierte, digital verschlüsselte Transfermöglichkeit gäbe.

      Spätestens wenn es bei deinem Szenario heißt: Wir machen das mit KI, hat Deutschland fertig.

      Wo ich bei dir bin: Es muss nicht ins Grundgesetz (das hätte lediglich den Vorteil, dass es nicht so einfach änderbar ist). Aber eine gesetzliche Regelung wäre gut. Wir IT-ler pflegen das als Fallback zu bezeichnen – analog ist immer gut, wenn es digital hakt.

      Ich habe nichts dagegen, wenn mich digitale Lösungen überzeugen. Aber es hat mit "wir machen das mal so" noch nie funktioniert. In den 90er und Folgejahren haben wir in Europa unsere "Friedensdividende" jubilierend kassiert, und Sirenen, Bunker, Zivilschutzeinrichtungen abgebaut. Gerade nehmen wir viel Geld in die Hand, um das wieder irgendwie aufzubauen. Wie heißt es hier in den Kommentaren immer so schön "kein Backup, kein Mitleid". Würde meinen Kindern und Enkel gerne ersparen, dass die die Kosten einer Rückabwicklung verfehlter Digitalisierung samt den Verwerfungen schultern müssen.

      Mir geht es nicht darum, dass jeder die Petition unterzeichnen soll – das ist persönliche Entscheidung. Aber meine Hoffnung ist, dass Leute ein wenig über den Zaun schauen. Nimmt meine Philippika einfach als Anregung zum Nachdenken, ich erwarte nicht, dass jedem Punkt zugestimmt wird. Aber es hülfe, gelegentlich auch an die zu denken, die das Leben nicht so taff ausgestattet hat, wie man selbst glaubt aufgestellt zu sein. Und wenn das mit einer sinnvollen, foolproof handbaren Digitalisierung klappt, bin ich dabei, möchte aber im Fall der Fälle eine Fallback-Option haben.

      Danke fürs Lesen.

      • Anonym sagt:

        zumindest Elster funktioniert sehr gut mir der eID.

        • Daniel sagt:

          Papierformulare für die Steuer funktionieren mit dem Kugelschreiber ohne Strom und Internetzugang und die liegen im Eingangsbereich des Finanzamts kostenlos aus.

        • Günter Born sagt:

          Dir kommt die eID-Karte abhanden, das Smartphone ruckelt plötzlich, etc. oder Du hast die 10 Jahre Gültigkeitsdauer verpennt? Die eID-Karte gibt es seit 2017 (mein obiges Elster-Beispiel war 2014). Es ist eine Option – bin ich dabei. Aber ich bin ja mal gespannt, wie das 2027 weiter geht. Und mir ist gerade die Aktion mit den im medizinischen Bereich zum Jahreswechsel auszutauschenden Heilberufsausweisen, die einen Fehler aufwiesen, im Hinterkopf.

          Ich weiß, alles Exoten-Fälle. Nimm 1 Millionen Nutzer, dann hast Du mit Sicherheit Tausende, wo es irgendwo knackt. Wenn es eine einfache Fallback-Option gibt, alles paletti. Hab noch nicht eruiert, wie es mit eID bei Elster ausschaut. Aber genau solche Fälle habe ich bei der obigen Thematik auch im Hinterkopf, sehe ich doch, wo es bei uns in der Familie knirscht, wenn man wieder ein neues Smartphone her muss und ich den Umzug gestalten darf, die Daten aber nicht vollständig rüber kommen.

      • Daniel A. sagt:

        Danke fürs Schreiben, ich stimme dir absolut zu.

      • aus dem Rhein-Main Gebiet sagt:

        Hallo Günter,

        sehr schön geschrieben. Stimme ich Dir vollkommen zu.

        100% Digital und 0 % Analog funktionieren genauso wenig wie 100% Analog und 0% Digital. Ich denke beides kann und sollte möglich sein.

        Und man nehme die ePA als Beispiel. Die Idee die Befunde von verschiedenen Ärzten zentral zu sammeln (speichern) finde ich gut.

        Die Umsetzung ist eine Katastrophe. Wie die Verbindung mit dem Datenschutz, wie mangelhafter Schutz mit Pseudonymisierung statt hohe Anonymisierung, Die Daten sind einfache PDF Dokumente, welche unstrukturiert abgelegt werden. Der Patient soll die Berechtigungen verwalten.
        Dann das Thema der berechtigten Interessen. Was geht Google und Konsorten meine und andere Patientenakte an? – NiXX aber auch garniXX!

        Und dann solche fatale Aussagen wie: Die ePA rettet Menschenleben.
        Ich habe selbst ca. 5 Jahre für einen großen privaten Krankenhausbetreiber gearbeitet. Die Notaufnahmen schauen *NICHT * in die ePA. Dafür hat das Personal bei richtigen Notfällen *KEINE* Zeit. Da geht es unter Umständen um Minuten / Sekunden, wo e ntschieden werden muß.
        Ich rede nicht von den zu vielen falschen Besuchen in den Notaufnahmen, die unberechtigt sind und das Personal unnötigerweise binden.

        • Olli sagt:

          Nun ja, ich würde denken für die Notaufnahme könnte es ziemlich nützlich sein zu wissen, ob z.B. jemand allergisch auf bestimmte Medikamente reagiert? Das ist aber auch sicher nichts für die ePA – zumindest nicht in der vorliegenden Form.

          Das wäre eher so was wie: Krankenkassenkarte in den Leser stecken und sofort kritische Informationen per Knopfdruck erhalten wie: Achtung reagiert allergisch auf Narkosemittel XYZ…

          • Günter Born sagt:

            Wir hatten das Thema schon – der Blog-Betreiber schreibt ja zur ePA.

            1. Notfallinformationen könnten auf die eGK geschrieben werden, ganz ohne ePA. (Ich habe den Papierausdruck mit den Daten, Medikamenten und Angaben, von mir ausgefüllt, im Geldbeutel).

            2. Notfall-Sanitäter greifen m.W. nicht auf diese elektronischen Notfalldaten zu (das ist nicht vorgesehen – und die ePA kann es derzeit m.W. nicht speichern).

            3. In der Notfall-Ambulanz ist hoffentlich ein Angehöriger dabei, oder der Patient kann antworten, ob Allergien bekannt sind. Ob immer die eGK dabei ist, wenn ein Unfallopfer nicht ansprechbar eintrifft?

            Ich bin kein Arzt, aber tippe mal darauf, dass die strikt nach Leitlinien vorgehen, nach Möglichkeit solche Informationen von den oben genannten Personen abfragen – aber nicht "keine eGK, keine ePA, und nicht mit Notfallinformationen befüllt, sorry, so kann ich nicht arbeiten, mein Lieber" argumentieren und sich dem nächsten Patienten mit "ist hier jemand mit gültigen Notfalldaten" zuwenden.

            PS: Ich werde ja auch von Medizinern befüttert – den Punkt, dass schlicht falsche Daten (Diagnosen) eingespeist werden – möchte ich noch gar nicht ansprechen. Mir würde Angst und Bange, wenn der behandelnde Arzt mich als nicht ansprechbares Unfallopfer nach Informationen von einem Krankenkassenkärtchen (muss nicht mal meines sein), dass zufällig bei der Schwester im Leser steckt, behandelt.

          • R.S. sagt:

            Nützlich wäre es u.U. schon, nur ist das bei der ePA eben NICHT vorgesehen.
            Ein Notfallmedizinier hat keinen Zugriff auf die ePA.
            Und schon vor 50 Jahren gab es genau für Notfälle diese sog. SOS-Anhänger. Die trägt man einfach um den Hals oder am Schlüsselbund oder als Armband, haben den Durchmesser eines 5 Cent Stücks und bestehen aus Metall, sind wasserdicht bis 3 bar, hitzefest bis 600°C und druckfest bis 2 to/cm².
            Da kann also auch ein LKW drüber fahren, ohne das es kaputt geht.
            Drin steckt ein ca. 30 cm langes gefaltetes Stück wasserfestes Papier mit den wichtigsten medizinischen Daten.
            Ausfüllen kann man das Papier in 6 Sprachen.
            In das Ding passt auch noch eine Micro SD-Karte mit rein für weitere Daten, wie z.B. Röntgenbilder etc.
            Und nach dem Teil schauen Rettungsdienste eigentlich immer.
            Und auch im Ausland gibts das Teil.

      • Ben sagt:

        "Dass wir bei der Digitalisierung einen Flickenteppich an Lösungen mit extremen Abhängigkeiten von US-Big-Tech geschaffen haben, ist noch nicht erwähnt. "

        "Ich könnte genügend Beispiele nennen, wo es mit der Digitalisierung (es sind ja nicht nur Zahlungen tangiert) hinten und vorne hakt."

        "Es ist doch überall, wo ich mal tiefer hin schaue, so, dass es von Implementierungsfehlern, Versäumnissen, Sicherheitsfehlern und Problemen nur so wimmelt."

        "Gerade gestern noch eine Eingabe an den Hamburger Landesdatenschutzbeauftragten geschickt, weil ein Portal für Schulen und Kitas Credentials im Klartext offen legt (Zugangsdaten für Datenbanken, API-Keys etc.). Die Betreiber bezeichnen sich als "IT-Spezialisten" …."

        Schön, dass du wie viele andere die Missstände aufzeigst, aber woher kommen die denn?

        Was haben wir die letzten 20 Jahre für Digitalisierung und digitale Unabhängikeit getan?

        Ach ja, wir haben jetzt ein Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung – also noch mehr "Experten" und Gremien – meine Güte, kann man so blind und naiv sein, und glauben, dass sich hier wirklich was tut? Es ist doch gar nicht gewollt!

        Weil wir auch gerade im Staatswesen sehr viele "Experten" haben die keine sind, in der privaten Industrie hast du halt auch immer mehr "Experten", die keine sind – weil halt auch nichts nachkommt – kein Wunder bei dem Bildungssystem, und wer jung ist und was kann, schaut eher, dass er dieses Land verlässt…

        Günter spricht die Missstände an, aber den Elefanten im Raum will keiner sehen – ist genauso wie mit dem Gesundheitssystem ;)

      • Hajo sagt:

        Danke dafür, Günter!

      • Wolf789 sagt:

        Danke fürs Schreiben. Manche lernens nie.
        Und Petition sofort unterschrieben – Vielen Dank für den Hinweis/die Nachricht.

      • Luzifer sagt:

        +1 lebe gerne und gut mit Digitalisierung im Heimbereich, alles smart was geht, aber alles lokal und mit Backupmöglichkeiten im Analogen.
        Licht lässt sich auch noch herkömmlich per Schalter bedienen ;-P)

        Schau ich mir im Umfeld die digital Naiven an sind die doch im Ernstfall nicht mehr überlebensfähig!
        Und unsere Politik und Digitalisierung, da sind doch bisher nur Negativbeispiele dabei rausgekommen! Elster und der eAusweis funktionieren zwar, aber auch nur rudimentär! Wehe du weichst aus welchen Gründen auch immer vom Pfad ab…

        Deutschland hat fertig… ist nur noch nicht in allen Köpfen angekommen!

        unterzeichnet… und die habens auch richtig gemacht: nicht wie andere wo man erstmal 3 Dienste braucht um unterzeichnen zu können und Daten die einem nackig machen!

      • MichaelB sagt:

        Ich stimme ja hier nicht immer allen zu, aber für diesen Beitrag gibt es von mit 100% Sympathie.

        Generell bin ich absolut dagegen, dass alles nur noch digital sein sein soll und dass man für alles mögliche mittlerweile ein Smartphone benötigt. Es geht nicht um "Kann", sondern nur um das "Muß"

        Man sehnt sich mittlerweile doch manchmal schon nach den alten Zeiten ohne all dies zurück inklusive der oft damit verbundenen Regelungswut heute. Erstaunlicherweise hat das alles früher auch gut funktioniert, nur ohne diese Datenschutzrisiken.

      • Klausi sagt:

        Vielen Dank für Deinen sinnvollen Kommentar!

        Als kleine Anmerkung werfe ich jetzt – nur als Stichwort – das Thema "digitaler Nachlass" in den Raum – dieser sollte zusätzlich (!) analog in einem Ordner sein…… klar warum ;-)

      • Erlenbein sagt:

        +1 für Günter, stimme voll und ganz zu.

    • Peter sagt:

      Es gibt gute Gründe für beides, aber ich gebe dir recht, wenn man alles doppelt ermöglichen will, kann man sich die Digitalisierung gleich sparen.

      • User007 sagt:

        Ähm, nein – genau diese sicherlich temporär zu begrenzende "Doppelverfügbarkeit" muß natürlich in einer Transformationsphase ermöglicht bzw. gewährleistet sein! ☝️
        Wie anders sollte sonst eben Transformation mit und für Menschen funktionieren?
        Wir sehen ja, dass diese "Adhoc"-Konstellationen – und ob man die wirklich als "Konzeptionen" benennen kann, sei mal dahingestellt – doch eher NICHT funktionieren! 🤷‍♂️

    • Held der Arbeit sagt:

      +1

    • Patrick sagt:

      Zum Glück fallen digitale Systeme nie aus und werden auch nicht angegriffen. Deswegen gibt es auch keine Ausfälle, die das damit verbundene Leben lahmlegen. Oder?

      Im September 2024 gab es einen Totalausfall eines Zahlungsdienstleisters und am 5. Mai 2026 sind gleich mal alle DE-Domains nicht erreichbar gewesen. Für solche Ausfälle, die durch die umfassende Vernetzung das gesamte Leben betreffen, reichen bereits kleinste Fehler.

      Und ich möchte nicht im Gedränge im Bus oder Geschäft und während unzählige sichtbare und unsichtbare Kameras alles aufzeichnen können meine Bankinformationen an ein Lesegerät halten. Auf dem Sitz in vorderster Reihe bekomme ich schon beim hinschauen immer sehr viel mit. Und ich bin Brillenträger …

      Auf jeden Fall wiederholen sich sicher nicht nur hier die Hinweise vor den Geschäften, dass wegen eines digitalen Ausfalls aktuell nur Barzahlung möglich ist.

      • JanM sagt:

        Zum Glück ist Papier verschlüsselt und verbrennt nie. "Analog" ist noch nie jemand eingebrochen und hat Aktenordner oder Geld geklaut.

        Am 03. März 2009 ist das Kölner Stadtarchiv eingestürzt. Ca. 1,5 Regalkilometer gelten als Totalverlust. Der Rest wird in Spezialwerkstätten aufwendig restauriert.
        (Flutkatastrophe im Ahrtal (Juli 2021), Elbe-Hochwasser (2002 / 2013), Oder-Hochwasser (1997), …)

        Fahrkarte in einer digitalen Wallet / App haben und beim Einstieg scannen / vorzeigen vs. ausgedruckte Fahrkarte aus dem Automaten beim Einstieg zeigen / scannen?

        Ich denke beide Seiten (sollten) wissen, dass es Argumente dafür und auch dagegen gibt. ;)

        • Patrick sagt:

          Von einem Feuer oder einer Unwetterkatastrophe sind analoge und digitale Systeme gleichermaßen betroffen. Und die Folgen technischer Fehler oder von Cyberangriffen zeigen immer wieder, dass digitale Daten gar nicht so sicher gespeichert und plötzlich alle weg sind.

          Das ist aber gar nicht das Thema und auch die Petition richtet sich nicht gegen die Digitalisierung, sondern gegen den Digitalzwang. Digitale Technik und analoge Ausgaben lassen sich sehr gut miteinander verbinden und bieten in umfassenden Konzepten auch einen notwendigen Ausfallschutz.

          Und noch ein Tipp für unterwegs:
          Nimm mal 2 Krücken in die Hand, versuche auf einem Bein das Gleichgewicht zu halten und dabei nur mit Daumen und Zeigefinger dein Smartphone aus der Tasche zu ziehen und zu bedienen. Die Krücken kann man im Gedränge meistens nirgends abstellen und muss sie deswegen in der Hand behalten. (Mit Geldbeutel, Bargeld und Papier schaffe ich das, mit dem Smartphone bekomme ich es nicht hin.)

        • R.S. sagt:

          Um Papier zu klauen, muß jemand tatsächlich vor Ort sein.
          Daten von einem elektronischen Gerät, wie z.B. einem Smartphone zu klauen, kann ich von überall auf der Welt. Dazu muß ich nicht vor Ort sein.
          Und was machst du, wenn z.B. du alles auf deinem Smartphone hast, das dir aber runter fällt und kaputt geht?
          Dann hast du keinen Zugriff mehr auf die Daten, kannst keine Fahrkarte vorzeigen, etc. etc.

          • JanM sagt:

            Nochmal -> Ich denke beide Seiten (sollten) wissen, dass es Argumente dafür und auch dagegen gibt. ;)

            Was machst du wenn deine ausgedruckte Fahrkarte bei der Entnahme aus dem Automaten von einem Windstoß erfasst wird und diese aufgrund tragischster Verwicklungen direkt in den nächsten Gulli segelt?

            • Olli sagt:

              Noch mal 3 Euro in den Automaten stecken. Was machst du mit deinem Handy das in den Gulli gefallen und nun völlig durchnässt und kaputt ist, weil es auch noch zufällig regnet?

              Ehrlich – immer dieser merkwürdigen Konstrukt!

              Ich Zweifel schon am Verstand jener Menschen, die nicht verstehen warum der analoge Weg IMMER zusätzlich möglich sein muss.

            • M.D. sagt:

              Eine neue ziehen!?

              Wo wir schon bei l(u|i)stigen Konstruktionen sind: Was machst Du eigentlich, wenn Dir jemand irgendwo in der Öffentlichkeit Deine "Monstranz" (jedenfalls tragen die meisten Digital-Junkies den Barren so vor sich her) entreißt und auf den Boden schmettert, nicht weil es einen guten Grund dafür gibt, sondern einfach nur, weil er es kann und die Situation es gerade hergibt? Ist für denjenigen, der es macht, vielleicht nur ein riesen Spaß. Was wird es für Dich sein?

              So, wie Digitalisierung in diesem Land gewünscht/gefordert/gelebt/vorangetrieben wird — von Experten, die diesen Namen oftmals nicht verdient haben — droht in absehbarer Zukunft der Gau für das ganz normale Leben und Zusammenleben. Denn die Kompetenzen der nachfolgenden Generationen hinsichtlich Lesen, Schreiben, Mathe, Physik, etc. verkümmern immer weiter, so dass im Falle eines längeren Stromausfalls maximale Hilflosigkeit beim nicht betreuten Denken (KI) um sich greifen wird. Viele haben heute bereits Probleme, bis zum Rand des Spiegels zu denken, bis zum Ende der Fahne oder gar darüber hinaus, sollte man nicht mehr erwarten.

              Digitalisierung als *zusätzliches* Hilfsmittel, ja. Aber ausschließlich? Niemals!

    • Marco B. sagt:

      Meine Rede!
      Bin auch für mehr Digitalisierung. Sorry, klingt jetzt echt gemein ist aber so: Die "armen Rentner" werden weniger (auf ganz natürliche Art). Dann zieht das Argument "aber meine Oma kann kein Handy" nicht mehr. Aber wir wollen immer noch das Parkticket am Automaten lösen, jedes ÖPNV Ticket als Zettel mit ums rumtragen und jede Flugverspätung erst an der Anzeigetafel sehen?
      Bah nein …

      Und warum ist die Petition jetzt nicht per Stift und Zettel? Denn meine Oma …

      • A. Nym sagt:

        Problematik nicht erkannt

      • Patrick sagt:

        War natürlich auch vorgesehen und möglich:

        "Ausdrucken und weitergeben: Sie können oder wollen unsere Petition nicht online ausfüllen? Unsere Petition kann auch auf Papier unterzeichnet werden. Dafür haben wir ein PDF-Dokument erstellt, das Sie ausdrucken, unterschreiben und an uns zurücksenden können."

        https://digitalcourage.de/digitalzwang/mitmachen-recht-auf-leben-ohne-digitalzwang

        Beim Thema geht es übrigens gar nicht gegen die Digitalisierung, sondern nur um die Beibehaltung einer notwendigen Möglichkeit ohne digitale Technik, die uns beim Ausfall weitaus mehr als 100 Jahre zurückwerfen kann. Und dazu reicht dann ein klitzekleiner Fehler aus.

        Auch Bürgermeister denken heute wieder an eine Schreibmaschine im Keller und Akten in den Schränken – nur zur Sicherheit und ohne die Digitalisierung missen zu wollen. Ein Ausfall, der auch mal Wochen oder Monate dauert, hat in der Stadtverwaltung bereits weitreichende Folgen für alle Menschen in der Stadt.

      • Friedrich sagt:

        Auch Du wirst in ein Alter kommen, wo Deine Augen irgendwelche Displays nicht mehr richtig lesen und Deine Finger irgendwelche Touch Geräte nicht mehr richtig bedienen können. Dann wirst auch Du diese Probleme anders verstehen lernen.

      • Günter Born sagt:

        Lieber Marko B. überlege vielleicht mal mit deiner Argumentation "die 'armen Rentner' werden weniger". Möglicherweise bist Du noch etwas zu jung, um das zu verstehen. Aber ich versichere dir, Du wirst – so Du lange genug lebst – ganz sicher genau in diese Situation kommen. Ob Du dann "arm" (wie auch immer definiert) bist, lasse ich mal offen.

        Ich weiß ja nicht, ob dir die Implikationen deiner Forderung bewusst sind? Heute hast Du doch schon ein Problem, dass Du weder Banking noch ePA per Smartphone-App verwalten kannst, wenn dessen Betriebssystem ein gewisses Alter überschreitet. Es wird sich nicht jeder alle x Jahre ein Smartphone für XXX Euro leisten können. Vor einiger Zeit hat meine Frau mir ein bedrückendes Erlebnis aus dem Hofladen, wo sie einkauft erzählt. Eine junge Mutter mit drei Kindern, leider alleine erziehend, hat dort von einer Angestellten eine elektrische Zahnbürste geschenkt bekommen (die Frau hat im Hofladen gearbeitet). Die Zahnbürste bekam das jüngste Kind, was dann zur Mutter meinte "Jetzt bist Du die Einzige, die keine elektrische Zahnbürste bei uns hat, kauf dir eine". Antwort: "Da muss ich aber einige Monate sparen, Waschmaschine reparieren ist wichtiger". Das ist die Situation, die in manchen Familien herrscht – und die haben nicht den Luxus, bei Flugverspätungen wahlweise auf Anzeigetafel oder Handy schauen zu müssen.

        Verstehe mich nicht falsch – ich möchte nicht als Sozialromantiker auftauchen. Und ja, in jungen Jahren habe ich als Technik-naher Ingenieur mit IT-Bezug auch burschkioser gedacht. Aber der Job und vor allem das Leben hat mich schnell gelehrt, dass ich a) die Menschen mitnehmen und mit IT-Lösungen überzeugen muss, wenn ich Erfolg haben will (ich habe Digitalisierung zu einer Zeit gemacht, als mancher Leser hier noch in Windeln herum lief), und ich hatte Erfolg, der aber von den Nutzern getragen wurde, und b) dass das Leben nicht immer so gerade würfelt, und es Menschen gibt, die "im Schatten leben" oder dahin geraten, die ich aber als Gesellschaft tunlichst mitnehmen sollte.

        Ich habe jetzt bewusst Fragen wie Digitale ID, Altersverifikation und den damit einhergehenden Zwang, bestimmte Apps und Eco-Systeme nutzen zu müssen, oder Fragen der Sicherheit, außen vor gelassen. Ich mag mir auch die Zeitgenossen nicht vorstellen, deren Handy geklaut wird, kaputt geht, oder sonst irgend wie nicht mehr da ist, vorstellen – die sind vom digitalen Leben abgeschnitten.

        Ich werde die Situation "armer Rentner", der durch Digitalisierungszwang gegängelt und gläsern wird, biologisch bedingt, wohl nicht mehr in voller Breitseite "genießen" müssen. Aber die Jüngeren tun mir leid (wobei ich gerade den Frosch im Wasserglas auf dem Herd, sowie den Spruch von Eddi Stoiber zum Metzger und den Kälbern gerade vor Augen habe).

        Allgemein als Anmerkung, weil mein Kommentar schon recht lang ist und ich einen Denkanstoß für die "pro Digitalisierung-what-ever-Fraktion": Ich kann die Positionen jüngerer Blog-Leser ja sogar verstehen (wenn ich sie aus den vielen hier genannten Gründen auch nicht teile), versuche aber für die Sichtweise zu werben, dass eben nicht jeder das kann und will.

        Bei Patrick weiß ich um seine Situation. Mich selbst hat es am 12.3.2015 getroffen, wo mein Leben von einer Sekunde auf die Andere eine drastische Wendung nahm und ich mit ausgerenkter Halswirbelsäule, abgedrücktem Rückenmark und partieller Querschnittsymptomatik in einer Sporthalle lag. Ich hatte riesiges Glück, und mache wieder Sport (keine Salti, Hand- oder Kopfstände mehr). Die Neurochirurgen haben mich erfolgreich so zusammen geflickt, das ich weitgehend normal leben kann. Drei Tage nach der ersten OP konnte ich glücklicherweise wieder drei Schritte laufen. Aber es hat drei Monate gebraucht, bis ich die Arme leer über den Kopf heben konnte. In der Klinik habe ich am Smartphone 2 Stunden gebraucht, um einen Satz mit fünf Wörtern zu tippen, die Finger wollten nicht so, wie mein Gehirn – und dann hat die Autokorrektur alles verbuxelt. Komme mir niemand mit "Android hat ja assistive Funktionen", die kriegst Du in der Situation schlicht nicht gebacken. Das war für mich Alterssimulator, der mich von 60 auf das Alter 90 "kurz vor dem Tod" katapultiert hat, wo Du von der intellektuellen Kapazität nach 6 Wochen in der Reha planst "ok, Du frühstückst jetzt, putzt danach Zähne, und hast dann um 8:30 Uhr einen Termin in Raum 17". Den Tee habe ich mit Strohhalm aus der Tasse getrunken, das Brot hat mein Gegenüber oder eine der Angestellten im Speiseraum freundlicherweise geschmiert, wenn ich nicht konnte (konnte meine Arme ja kaum gebrauchen, geschweige anheben). Und dann signalisiert dein Gehirn "Junge, Du solltest dringend auf's Klo". Der Termin in Raum 17 war plötzlich aus dem Gedächtnis gelöscht und ist mir nach drei Stunden wieder eingefallen. Das ist eine sehr plastische Beschreibung dessen, was mir passiert ist. Ich hatte es nach 18 Monaten Arbeitsunfähigkeit gewuppt, treibe seit dem wieder, wie obigen erwähnt, Sport, wandere und betreibe den Blog hier weiter. Aber denkt an FeFe, dessen Leben durch ein anderes Ereignis um 180 Grad gewendet wurde (Michael Schumacher sei auch am Rande erwähnt).

        Von daher ist die hier in Kommentaren anklingende Vorstellung, wir müssen die Alten nur anleiten, mit dem Handy umzugehen, in meinen Augen sehr "naiv". Wer kann, wird sich mit diesen Geräten beschäftigen. Und ja, von mir gab es eine ganze Buchreihe "… Einstieg für Senioren" – übrigens sehr erfolgreich, hat einige Nachahmer-Titel gegeben. Ich habe vielen Menschen beim Einstieg geholfen, hatte aber auch genügend Feedback, wo die dann plötzlich vor der Wand standen. Es ist gut, wenn es diese Hilfestellungen gibt, für die Menschen, die können und wollen – löst aber nicht das Problem, wenn ein Mensch schlicht nicht in der Lage ist, die betreffende Funktion zu nutzen. Und damit kommen wir zur Frage, wie wir Inklusion gestalten (gibt ja die Verpflichtung Deutschlands zur UN-BRK Artikel 24 etc.).

        Digitalisierung als "Survival of the fittest" wird da eher nicht funktionieren. Ist jetzt noch ein Aspekt von vielen, die ich hier in der Debatte mal einspeise. Wir werfen mit der Digitalisierung schlicht essentielle Probleme auf, die in der analogen Form nicht existieren. Daher sollte und muss es imho beides geben.

      • Mira Bellenbaum sagt:

        Auf dem Weg in den Urlaub!
        Direkt am Flughafen, nach dem Zoll, fiel das Smartphone herunter!
        Sehr unglücklich direkt auf einer Treppe!
        Unten angekommen, war es Schrott.

        Zu meinem Glück hatte ich alle Unterlagen, die ich so benötigte ausgedruckt
        und in Papier bei mir!

        Ja, digitales kann so einiges einfacher machen, aber wehe es funktioniert, warum auch immer nicht mehr.
        Und ja, auch in einer analogen Welt hätte mir mein Handgepäck abhandenkommen können.

        Aber darum geht es gar nicht!
        Es geht nicht um das Eine! Beides muss möglich sein!
        Einen Zwang alles NUR noch digital machen zu können lehne ich ab!

    • Daniel A. sagt:

      Das Problem ist nicht die Digitalisierung selbst, sondern wie sie hierzulande umgesetzt wird. Zum einen wird, gerade bei Behörden, zu 90% der gleiche analoge Prozess digitalisiert. Dann kommen da so lustige Sachen bei raus, wie PDF-Dokumente die man zwar runterladen, aber nicht digital bearbeiten kann.

      Zum anderen wird gefühlt immer mehr alles auf das Smartphone verschoben, natürlich über eine App für jeden Dienst und nur lauffähig auf genehmen Geräten mit iOS und Google-Android in bestimmten Versionen. Da sind dann Google freie Systeme wie GrapheneOS und co. außen vor.
      Es gibt auch Leute die wollen und brauchen kein Smartphone, denen reicht ein normales Mobiltelefon (gibt es sogar immer noch, nennt sich dann Feature-Phone oder so ähnlich).
      Webservices, die man von beliebigen Endgeräten benutzen kann, sterben immer mehr aus, weil da kann man ja schlechter Daten abschöpfen. Und vom ganzen Thema, den Kram sauber abzusichern sprechen wir hier noch gar nicht. Und irgendwann dreht der Oberboss jenseits des Teichs komplett frei und schaltet uns die Infrastruktur ab. Was dann?
      Wie sagte der Lindner von der FDP so schön: Digitalisierung first, Bedenken second.

    • TheEndIsNear sagt:

      Mal wider nur bis zur eigenen Nasenspitze gedacht –> Was interessieren mich Rentner welche mit der Digitalisierung überfordert sind.

      Du kannst gerne kostenlose Kurse und eine Hotline für ältere und Menschen mit Behinderungen anbieten um dein Vorhaben voranzutreiben…aber das ist dann wohl wieder zu viel des Guten.

      Egoisten sind wir alle!
      Sagte die Katze und frass den Vogel.

    • Anonym sagt:

      Volle Zustimmung!
      Primär wünsche ich mir eine digitale Lösung.

      Zusätzlich DÜRFEN gerne analoge Alternativen bereitgehalten werden, wenn die Nutzer dieser Alternativen die Kosten dafür vollständig selbst tragen.
      Bedeutet dann im Leben: Das bar gezahlte Papierbusticket muss deutlich teurer sein. Der Kontakt mit einem Menschen vor Ort zur KFZ-Zulassung muss deutlich teurer sein, als die Online-Zulassung. Die Barzahlung an der Kasse "Moment, ich hab's passend *klimper*" muss teurer sein.

      Ich erlebe regelmäßig bei jungen Menschen, dass sie lieber den Behördenbesuch in Kauf nehmen als "es online zu versuchen, falls etwas nicht klappt". Dabei klappen die Dinge wie KFZ-Zulassung hervorragend! Daher gerne: Wer den Mitarbeiter (mit allem drumherum!) bezahlt, der das Formular für ihn ausfüllt, soll den Service weiter in Anspruch nehmen können. Er bezahlt dann für eine Dienstleistung und finanziert den Arbeitsplatz. Prima.

      • Fritz sagt:

        Voller Widerspruch. Lies Dir bitte noch mal Günters Kommentar durch.

        Wir sind gerade erst dabei, Menschen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht so können wie die tumbe Masse, überhaupt mitzunehmen und ihnen die gleiche Chance zur Teilhabe zu eröffnen.

        Nennt sich Inklusion oder Barrierefreiheit.

        Ja, es ist viel teurer, einen Aufzug neben eine Treppe zu bauen, trotzdem werden heute alle Bahnhöfe damit ausgestattet, weil es eben Menschen und Lebenssituationen gibt, in denen eine Treppe nichts nützt.

        Ja, es ist teuerer, für einen Blinden oder Gehörlosen eine Begleitperson kostenlos mit zu befördern, aber manchmal nötig.

        Ja, es ist teurer einen Rollstuhl unentgeltlich im Flugzeug mitzunehmen und die ganze Logistik, bist der Nutzer auf seinem Flugzeugsitz platz genommen hat ist auch nicht umsonst, aber niemand würde auf den Gedanken kommen, ein viel teureres "Behindertenticket" zu fordern.

        Wer (unverschuldet, ob jetzt aufgrund von Alter, Armut oder körperlichen Einschränkungen) digitale Wege nicht nutzen kann sollte m.E. keinesfalls dafür bestraft werden.

    • Ömmes sagt:

      Was für eine dämliche Polemik….

      • Günter Born sagt:

        Es ist mir klar, dass das Thema triggert und separiert – sehe ich an den Kommentaren. Von daher wäre es mir lieb, sprachlich abzurüsten (mein Humbug in Punkto "intelligente Digitalisierung" ist die einzige Spitze, die ich mir bewusst gegönnt habe).

        • Ömmes sagt:

          Danke für den langen Erklärtext an anderer Stelle. Mir war das leider zu müßig, auf den Erstposters näher einzugehen.

          Leider scheinen sich hier wenige mit der Petition, dem Blohbeitrag und dem Kommentar des Erstposters beschäftigt zu haben und schicken lieber ein stumpfes "+1".

          Das könnte man fast zum Lehrstück über Populismus ausarbeiten.

    • Anonym sagt:

      Also das einheitliche Ticketsystem scheitert wirklich nur an den Anbietern.
      Man kann das gerne digital machen. Aber eben nicht nur. Auch Papier oder zur Not Chipkarten kann man vereinheitlichen.
      Die analoge Welt funktioniert erstmal für jeden gleich.
      Wenn man neben die Treppe eine Rollstuhlrampe bauen kann bzw muss, kann das doch bei einem Ticketsystem nicht plötzlich so schwierig sein?
      Jede Regel hat immer Ausnahmen. Das wird sich auch nicht ändern.

      Das einheitliche Bezahlsystem gibt es schon länger, als uns alle hier, nämlich Bargeld. Schön, wenn es auch digitale Systeme gibt. Warum da eigentlich so viele? Reicht da nicht auch ein einheitliches? Liegt das Problem da nicht eher im System an sich, als in der Unterscheidung digital/analog?

      Die heutzutage übliche Moralisierung spare ich mir. Menschen haben unterschiedliche Ansichten. Das ist auch gut so. Es hat aber schon auch einen Grund, warum nicht nur eine Gruppe die Realitäten bestimmen sollte. Eine Gemeinschaft muss zusammen klar kommen, nicht gespalten werden.

    • Jona sagt:

      @ Mikel:
      Die grundsätzliche Problematik hast du hier wohl nicht verstanden, oder…?

    • Thomas sagt:

      Hmmm… was ist denn "Analphetismus"? Anal verstehe ich, aber "phetismus"?

  7. Olli sagt:

    Schlimm das es dafür überhaupt eine Petition braucht!

  8. Anonym sagt:

    Daß für viele die Rente gering ausfällt und PCs und Smartphones immer teurer werden, scheint viele nicht zu stören. Digitalisierung in einem Land ohne eigene CPU-Produktion und ohne eigene Smartphone-Hard- und Software ist offenbar eine tolle Idee. Kann ja nix passieren…

    • Anonym sagt:

      Das Problem ist dass "Mobil first" eigentlich "Mobil only" ist.
      Ich war Langzeitarbeitslos und hatte weder Geld für ein Computer noch den Bus.
      Am Ende habe ich nur durch Klinkenputzen wieder eine Arbeit gefunden.
      Ohne Geld für XY einen Beruf finden ist sehr schwer.

  9. Anonym sagt:

    Nicht vergessen sollte man, Digitalisierung in Deutschland bedeutet (viel zu) oft "Wir machen mal ne App dafür".
    Die funktioniert dann natürlich nur auf Google oder Apple zertifizierten Geräten, weil nur die sind ja sicher.

    Und selbst wenn es denn mal die Möglichkeit gibt etwas über einen PC zu erledigen, gibt es oftmals irgendwo zwischendrin den Zwang eine App einzusetzen.

    Die "Digitalisierung" in Deutschland wird immer mehr der Zwang zum halbwegs modernen Smartphone und steht am Ende unter der Kontrolle von Google und Apple.

    • Anonym sagt:

      Ein Smartphone mit aktueller Android oder iOS Version, mit gelocktem Bootloader und durch Safety Net oder dem Apple Equivalent gesichert, ist mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit nicht durch Malware kompromittiert als ein Windows oder Linux PC. Mir gefällt es auch nicht, aber ein Sicherheitskonzept ist auf dem PC quasi nicht existent.

      • Daniel A. sagt:

        Äh, nein. Sowohl im Appstore von Google als auch von Apple tummeln sich nicht wenige Apps, die Malware sind oder verbreiten. Mag bei Apple noch etwas weniger sein als bei Google, aber die Aussage, dass ein Smartphone sicherer ist als ein PC, wage ich sehr zu bezweifeln. Der einzige Grund, warum alles eine App wird ist, weil man dann nebenbei noch Daten vom Gerät abziehen kann, die es beim PC nicht oder nur schwierig gibt.

      • R.S. sagt:

        Nein.
        Für Android z.B. gibt es jeden Monat Sicherheitspatches!
        Aktualisierten die Smartphonehersteller ihre Geräte jeden Monat?
        Nein, tun die nicht!
        Oft machen die das nur alle paar Monate, einige Hersteller sogar nur alle 1-2 Jahre!
        D.h. man ist lange mit einem ungepatchten Gerät unterwegs.
        Beispielsweise mein Gerät:
        Hersteller verspricht 6 Jahre Updates.
        Das letzte Update, das es für das Gerät gab, stammt aus dem Januar.
        Das nächste Update ist für Juni angekündigt, d.h. das Gerät ist dann 5 Monate ungepatcht gewesen!

        Das ist ein Designfehler bei Smartphones, das die OS-Updates von den Geräteherstellern ausgerollt werden und nicht, wie bei Linux, Windows, etc. vom OS-Hersteller.

        • Anonym sagt:

          Stimmt, das ist ein wirklich großes Problem speziell bei Android. Aber dennoch bleibe ich bei meiner Aussage dass Smartphones zur Zeit sicherer sind als PCs, einfach weil es dort eine Isolierung zwischen den einzelnen Programmen bzw. Apps gibt, so dass ein Malware Entwickler erstmal einen Exploit braucht um z.B. beim Onlinebanking das Geld auf sein eigenes Konto zu überweisen oder Session Cookies aus dem Browser abzugreifen.

          Beim PC hingegen gibt es nix dergleichen, jedes Program darf auf alles zugreifen wo auch der Benutzer zugreifen kann, kein Exploit nötig. Und Malware gibt es auch hier reichlich, ich möchte nur einmal an Jdownloader, Daemon Tools und Cpu-z erinnern wo es auf den offiziellen Downloadseiten auf einmal Malware gab, oder Cemu wenn man eher unter Linux unterwegs ist, und es gibt keine Anzeichen dass sich die Situation in absehbarer Zeit verbessert.

          Vielleicht wird es sich dank Claude Mythos und anderen KIs bald umkehren, wenn es für die Bösewichte einfacher wird einen Exploit zu entwickeln bevor die Updates ausgerollt wird, dann wird sich zeigen ob die Hersteller die Updatefrequenz erhöhen oder Google dann selbst Sicherheitsupdates an den Herstellern vorbei ausrollt.

      • Anonym sagt:

        Ursprungsanonym hier.

        Meine letzten Samsunggeräte (nebenbei so ziemlich der größte Hersteller von Mobilgeräten) hat für mein letztes Gerät die Updates ab einem gewissen Zeitpunkt seiner Lebenszeit nur noch quartalsweise rausgeschoben.
        Bei anderen Geräten und Herstellern habe ich auch schon halbjährlich gesehen.

        Je nachdem welche Sicherheitslücken in dem Zeitraum geschlossen wurden steht das Ding offen wie ein Scheunentor.
        Dagegen sehe ich eher selten, dass ein Windows auch nur mehrere Wochen hinterher ist. Insbesondere im Consumerbereich. Den Betrieb von nicht mehr unterstützen Versionen von Windows lassen wir mal außen vor. Das passiert bei Mobilgeräten aber auch oft genug. Und genug nicht mehr mit Updates versorgte Mobilgeräte dürften noch als sicher anerkannt werden.

        Der springende Punkt ist, dass für die "Sicherheitsdomänen" auf diesen Mobilgeräten, die Geräte auch dann noch als sicher gelten, wenn sie Monate in der Aktuallität hinterher hinken.
        Ein Google und Apple freies Smartphone auf dem neuesten Stand ist unsicher, ein 6 Monate hinterher hinkendes mit Google verdongeltes Phone ist aber (ganz doll viel) sicher(er).
        Und mein Einhorn kann fliegen.

        Da würde man auf dem PC die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

        Und nebenbei muss insbesondere Google immer und immer wieder den Playstore ordentlich aufräumen, weil das mit der Prüfung, insbesondere von neuen Versionen von Apps, wohl doch nicht so weit her ist.
        Das passiert aber auch immer nur, wenn da wieder ein Sicherheitsforscher drauf gestoßen ist und dazu etwas veröffentlicht. Dann fliegen mal wieder ein paar hundert bis tausend Apps mit Nutzern bis in die Millionen, das Geschrei ist kurz groß und dann ist wieder gut.
        Google heuchelt nicht mal mehr sich da verbessern zu wollen.

        Auf dem Smartphone ist das Einfangen ist genau so einfach oder schwer möglich wie auf dem PC.
        Hier eine falsche App installiert, da einen falschen (Werbe)Link angeklickt, dort einen schlechten Anhang einer Mail geöffnet.

        Aber nur auf dem Smartphone sind bekannte Lücken mit bekannten Exploits mehrere Monate lang offen.

        Auf dem PC gibt es möglichkeiten für gewisse Sicherheit, wie Kartenleser mit eigenem Ziffernblock.

        Was die Sicherheit betrifft ist das Problem einfach, dass der PC aktuell komplett außen vor gelassen wird, auch wenn man es sicher machen kann. Einfach auf Basis der gleichen Behauptung die Sie aufstellen, dass der PC an sich unsicher ist.
        Aber das Mobilgerät wird als absolut sicher angesehen. Und das ist kompletter Blödsinn.
        Eigentlich muss sogar das Gegenteil gelten. Ein Mobilgerät ist von Grund auf als Unsicher einzustufen.
        Egal wie viele Verrenkungen ich veranstalte um irgendwelche sichereren Bereiche darauf zu errichten.

        Und wenn dann die alles sichererer machenden 2. Faktoren einfach über das gleiche Gerät laufen und im Zweifel nur über eine andere App.
        Ja, dadurch wird dann alles ganz doll viel sicherer.

        Außerdem lenkt es vom 2. und nicht weniger wichtigen Punkt ab.
        Es wird immer wieder von digitaler Unabhängigkeit gefaselt. Aber offensichtlich soll unsere ganze Digitalisierung von Apple und Google zertifiziert werden.
        In dem Vertrauen auf Apple und Google, dass das mit deren Sicherheitsbereichen auf dem Mobilgeräten schon klar geht.
        Und wenn doch mal was kaputt geht oder mein spezielles Gerät auf einmal als unsicher gillt, wie lange sitze ich dann dran meine ganzen Apps auf dem neuen Phone wieder zu verbinden?

        Ohne jetzt den Aluhut aufsetzen zu wollen. US Unternehmen können mit Urteilen von geheimen US Gerichten zu Dingen gezwungen werden, über die sie kein Wort verlieren dürfen.
        Ohne jetzt der USA etwas unterstellen zu wollen, wenn sie wollten, dann wären die ganzen schönen extra in der Sicherheitsdomäne abgelegten Daten gleich mal auf US Servern gespiegelt.
        Wobei für die Justiz ja eh der Leitsatz gilt, es ist egal wo die Daten liegen, so lange das Unternehmen in den USA geschäfte machen will.

        Aber, lasst uns mal das ganze Ökosystem im Vertrauen auf Google und Apple aufbauen.
        Was kann da schon schief gehen.

        • Anonym sagt:

          Ja, der PC könnte sicherer gemacht werden, mit verschiedenen Bereichen und Sicherheitsdomänen, aber nicht wirklich vom einzelnen Benutzer und ich sehe keine Initiative oder Gruppe die das ernsthaft angeht.

          Ich wüsste z.B. nicht, wie man als Normalnutzer einem PC eine mit Android oder gar iOS vergleichbare Sicherheit verpassen könnte, die einzige Möglichkeit die mir hier einfällt ist evtl Qubes OS aber das ist wohl kaum Normalbenutzer kompatibel und ist auch sonst mit vielen Einschränkungen verbunden und nicht wirklich als daily driver benutzbar selbst wenn man die Installation irgendwie hinkriegt.

  10. Bolko sagt:

    Zitat:
    "Ich habe gestern noch versucht, eine Information beim Landesdatenschutzbeauftragten Hamburgs einzureichen – deren Pressestelle ist aber mit der E-Mail-Adresse nicht durch deren Verschlüsselungszertifikat abgedeckt. Ich hätte im Thunderbird Klimmzüge zum Anlegen eines Alias unternehmen müssen (geht wohl über Konfigurationsdateien). "

    Der GPG-Schlüssel bezieht sich auf:
    mailbox(at)datenschutz.hamburg.de

    aber er bezieht sich nicht auf:
    presse(at)datenschutz.hamburg.de

    Also eine verschlüsselte email an die erste email-Adresse schicken und nicht an die zweite.
    Die erste Adresse steht auch in den Kontaktformularen drin.

    Da sollte man also keinen Aliasnamen reinfummeln, sondern einfach nur die richtige Adresse nehmen, die dafür vorgesehen ist.

    • Günter Born sagt:

      Bolko, danke für deinen Einwurf – sei dir versichert, dass mir das schon technisch klar war. Nimm es aber mal als gegeben an, dass ich als Blogger die Presseabteilung und nicht deren Hinweis-Portal bezüglich des Sachverhalts kontaktiere. Ich habe meine Gründe – und hatte Erfolg – es gibt ein Prüfverfahren, was andernfalls vermutlich nicht erfolgt wäre (über die Hintergründe informiere ich möglicherweise, wenn ich den Fall offen legen kann – bin da Anonymisierungs-Proxy).

      Das Beispiel sollte im Übrigen aufzeigen, wo es bei der Digitalisierung hakt: Ich hatte einen Fall außerhalb des Standards. Gäbe es nur das Meldeformular, einzig mit vordefinierten Pflichtangaben, und passt dein Problem nicht, fällst Du durch das Raster.

      • peter0815 sagt:

        Das geht an kein Hinweisportal, sondern die Poststelle der Behörde.

        Da muss ein Eingangstempel drauf. Würde mich nicht wundern, wenn dort zum Abstempeln und zur Beweissicherung jede E-Mail auf Papier ausgedruckt werden muss.

        Solange eine Funktion und keine einzelne Person als explizierter Empfänger genannt wird geht das seinen geordneten Dienstweg über die Poststelle.

        Ob datenschutzbeauftrager@, pressestelle@, poststelle@, mailbox@ oder wc@ dabeisteht macht dabei keinerlei Unterschied.

        Bei GPG ist der Schlüssel auch anders als bei S MIME weder fest an einen Benutzernamen noch eine E-Mail-Adresse gekoppelt.

        Man muss den Hash des öffentlichen Schlüssels prüfen, damit man sicher auch an die gewünschte Empfängerfunktion verschickt.

        Ob der Empfänger es als automatische entschlüsselnde Transportverschlüsselung oder persönliche Empfängerentschlüsselung verwendet ist bei GPG auch nicht verbindlich geregelt.

        Kann der Empfänger also so machen wie und wo er es gerade will.

  11. Martin S. sagt:

    Wichtiger wäre ein Leben ohne Smartphonezwang. Also ohne Herstellerökosystem-Zwang.

    • Anonym sagt:

      Ob wichtiger, will ich ad-hoc nicht beurteilen. Aber grundsätzlich empfinde ich das auch als sehr wichtig, dass Digitalisierung nicht nur auf Smartphone setzt.

  12. Erwin Wecker sagt:

    Ich bin dabei und habs weitergeleitet! Danke für die Info! Und danke für diesen Blog! Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind ;-)

  13. TBR aka Anonym2 sagt:

    Meine Mutter ist 83, hat ein Smartphone und erledigt "online Banking". Jeder sollte es seine Familie beibringen, soweit das möglich ist.

    • Daniel A. sagt:

      Und sobald deine Mutter ein neues Handy braucht (weil kaputt, zu alt für die vorgeschriebene App, usw.), dann geht die Rennerei los, das neue Handy für das Online Banking wieder frei schalten zu lassen. Was je nach Bank dauern kann. Im Zweifel musst du das dann machen, je nachdem wie kompliziert der Vorgang bei der betreffenden Bank ist. Und in der Zwischenzeit kann man nur hoffen, dass ihre Bank noch so was wie "Filialen" betreibt, wo man für die Bankgeschäfte hingehen kann.

    • robbi sagt:

      Und ihr (schonend) beibringen, dass das Konto leergeräumt wurde.
      Mit etwas Glück sogar stabil überzogen.
      Das Geld liegt jetzt auf der Stadtsparkasse Krasnogorsk.
      Onlinebanking ohne Chip-Tan: Komplett irre.
      Aber bequem….

      • TBR aka Anonym2 sagt:

        Es sind nicht alle ältere Menschen so naiv. Wenn jemand von älteren menschen Geld abziehen will, geht da sauch mit einem alten Telefon "Enkelkind-Tick".

        • Anonym sagt:

          Macht es ja nicht besser.

          Schon Mal zwei gebrochene Arme gehabt? Ein seltener Fall, frag meine Mutter. Die kann jetzt mehrere Wochen mit der Nase das Smartphone bedienen…

  14. McAlex777 sagt:

    Vielen Dank für die Info.

    ===============================

    Digitalisierung hat noch auf ganz andern ebenen Pferdefüße:

    Wenn Du Deine Geräte verlierst, oder nach einer Hausdurchsuchung bist du aufgeschmissen. Erst recht Spassig ist das alles, wenn da auch noch 2FA dran gekoppelt ist.

  15. Twinker sagt:

    Danke, gerade gezeichnet!

    Das Leben ist und bleibt analog. Darum darf es keinen Digitalzwang geben.

  16. Bernhard Diener sagt:

    Eine Petition, die digital abläuft, gegen Digitalzwang. Klingt absurd.

    • Günter Born sagt:

      Du hast dir aber schon die Kommentare durchgelesen – speziell von Patrick, der auf die Möglichkeit, das analog einzuspeisen, hinweist? Frag ja nur für einen Freund ;-).

      • Bernhard Diener sagt:

        Es geht nicht darum, was hier steht, sondern, was dort steht. Dort, hinter deinem Link und dem dort weiterführenden Link steht davon eben nichts. Vermutet, dass es analog geht, habe ich schon. Aber man sieht sofort die Schwächen des analogen: "bitte schnell unterschreiben, bevor die Frist abläuft" – kann ich das noch schnell und analog? Oder geht schnell nur digital? Ich bin selbst längst kein ausgesprochener Digitalfreund, keine Sorge, aber diese Petition reiht sich (ausdrücklich) oberflächlich betrachtet ein in undurchdachte Petitionen, die sich gegen undurchdachte Ideen richten.

        • Patrick sagt:

          a) https://borncity.com/blog/2026/05/20/petition-leben-ohne-digitalzwang-ins-grundgesetz-bis-21-mai-2026-zeichnen/#comment-255924

          und

          b) Man kann wohl davon ausgehen, dass hier nicht ganz uninformierte IT-Nutzer lesen.

          Ob ein Recht auf Leben ohne Digitalzwang dann so ins Grundgesetz kommen muss oder auf anderem Wege gelöst wird, lässt sich immer noch in Ruhe besprechen. Mit Blick auf die Übermacht von genau 3 US-Anbietern, die mittlerweile alle einen Anmeldezwang für Nutzer erforderlich machen, werden wir alle um das Thema gerade jetzt nicht mehr herumkommen. Das gilt für Deutschland und die ganze EU!

          • User007 sagt:

            Hi…

            zu b):
            Warum – weil dieser Blog so überhaupt gar keine Berücksichtigung bei der Ergebnispräsentation von Suchanfragen bei den Suchdiensten erhält?
            Ich halte das für eine geradezu eindimensional blasenbasierte Zuweisung – m. E. n. nutzen insbesondere Unbedarfte solche Communities für ihre jeweilige Informationsrecherche, weil sie sich fundierte Einschätzungen, Erfahrungsberichte sowie Unterstützung von fachlich Arrivierten erhoffen. 🤷‍♂️

  17. robbi sagt:

    Ich brauche keinen digitalen Kühlschrank.
    Ich brauche keine digitalen Türklinken.
    Ich brauche keinen digitalen Schlüsselbund.
    Ich brauche auch kein digitales Fahrrad.

    Die Digitalisierung ist zum Selbstzweck geworden.
    Und leider nicht mehr wirklich beherrschbar.

  18. Das K sagt:

    Sehr sinnvolle Petition. Signed!

    • TBR aka Anonym2 sagt:

      Ins Grundgesetz? Was für ein Schwachsinn.

      • Das K sagt:

        Ja, genau, ins Grundgesetz. Wegen zunehmender Diskriminierung all jener, die dem inzwischen in vielen für das tägliche und öffentliche Leben relevanten Bereichen auftretenden Digitalisierungs-Irrsinn nicht folgen können oder möchten.

        Digitalisierung hat absolut ihre Berechtigung, aber nicht überall und ausschließlich. In vielen Bereichen macht sie überhaupt keinen Sinn, wird aber dennoch und oft alternativlos durchgedrückt (mit einem entsprechend sinnfreien und schlechten Ergebnis), Stichwort Digitalzwang.

        Der nachhaltige Nutzen und die Auswirkungen von Digitalisierung, ökonomisch und gesellschaftlich, wird sehr häufig vor der Einführung überhaupt nicht oder unzureichend berücksichtigt und bemessen bzw. überprüft. Es wird einfach nur digitalisiert um der Digitalisierung willen. Wie der einzelne Bürger, vor allem nicht Technik-affine, damit dann klar kommt, interessiert dabei nicht. Der Staat verhält sich hier leider zunehmend nicht anders und verantwortungsvoller als einschlägige Unternehmen, die ihre Geschäfte damit machen wollen. Dem sollte ein für alle geltender gesetzlicher Rahmen gesetzt werden, der die barriere- und diskriminierungsfreie Teilhabe aller Bürger am täglichen und öffentlichen Leben garantiert und regelt. Digital und/oder analog.

        • TBR aka Anonym2 sagt:

          Es stimmt, manchmal können Veränderungen schmerzhaft sein, und man fragt sich, wie bestimmte Länder, wie zum Beispiel Estland, solch weitreichende Neuerungen umgesetzt haben. Die Frage, ob sich manche Herausforderungen mit der Zeit von selbst lösen, ist sicherlich spannend – insbesondere, wenn man bedenkt, dass wir alle früher oder später selbst zu den „Alten" gehören werden.

          • Mira Bellenbaum sagt:

            Estland! Estland ist gut!!
            Estland hat Prozesse neu gedacht und nicht schwachsinnige Prozesse aus dem Analogen einfach ins Digital portiert!!

            Und überhaupt, hat man "berechtigte" Interessen so einiger Lobbyisten einfach ignoriert und nahe zu nur an das wohl der Bürger gedacht!
            Also so ganz anders als hier z.B. bei der ePA!!

          • User007 sagt:

            Na ja, Estland ist allein von der Bewohnermenge nicht mit D vergleichbar – und ja, auch die kulturelle sowie moral-ethisch-humanistische Mentalität ist nicht bei allen Nationen/Völkern überall gleich, obwohl wir – zumind. wohl zumeist 😉 – alle zur gleichen Spezies gehören. 🤷‍♂️

  19. Thomas sagt:

    Ich danke für den Hinweis dieser Petition, von welcher ich nicht wusste.
    Selbstverständlich habe ich unterzeichnet und darüber hinaus nach meinen Möglichkeiten verbreitet.

    Ich bin erschüttert und erstaunt zugleich über die Kurzsichtigkeit so manch geneigtem Leser.

  20. Essiess sagt:

    Herrlich – leider geht mir das Popcorn aus.
    Selbstverständlich muss gewährleistet sein, dass Menschen ohne Smartphone/PC (aus welchem Grund auch immer) am öffentlichen Leben ohne Einschränkungen teilhaben können. Danke für den Hinweis, Günni. Angesichts der zum Teil eingeschränken Horizonte ist hier wohl noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

  21. Herr IngoW sagt:

    👍👍👍

  22. GüntherW sagt:

    Im Grunde geht es um durchdachte, gute und einfache Lösungen. Ich stehe da voll dahinter und bin auch der Meinung, dass eine analoge Lösung da zwangsläufig dazugehört, weil man auch mit Havarien/Problemen rechnen MUSS. Egal ob beim Anbieter oder beim Kunden oder irgendwo bei den X Akteuren die da noch eine Rolle spielen.

    Da einfach was reinschreiben, nur damit es dann drinnen steht finde ich aber auch dumm bzw. das ist genau das Problem was es mit digitalen Lösungen gibt, die sind oft nicht zu Ende gedacht oder einfach "schlecht".

    Ich finde man braucht analoge Lösungen, aber GENAU wie die Digitalen müssen die halt durchdacht sein (Spoiler: Analoge Lösungen sind oft allein schon deshalb besser, weil man da flexibler ist). Die Digitalen knallen halt dann teilweise durch stark reduzierten Zeitaufwand rein. Wobei es nicht reicht Beides allein gut zu machen, man brauch ja dann auch Parallelbetrieb. Das sollte man NICHT vergessen. Dann ist man wieder bei durchdachten, guten und einfachen Lösungen. Bringt ja auch nichts ein teures analoges System vorzuhalten, was Keiner nutzt oder ein teures digitales System, was schlechter ist. Auch der Wechsel von Analog und Digital sollte dann einfach sein. Wenn man erst wieder was beantragen muss, weil das Smartphone mit diesen XY Banking Apps kaputt gegangen ist. Was bringt das Ganze dann?

    Für die gesamte Zeiterfassung, Abrechnung ODER auch Kassensysteme gibt es aus meiner Sicht keine guten Lösungen, obwohl das praktisch alle betrifft.

    • User007 sagt:

      "[…] bzw. das ist genau das Problem was es mit digitalen Lösungen gibt, die sind oft nicht zu Ende gedacht oder einfach "schlecht"."
      Doch sind sie bzw. sind sie durchaus "gut" und nützlich, nur nicht interessenpriorisiert für den Nutzer! 🤷‍♂️

  23. C.Waldt sagt:

    Danke für die Info!
    Hätte ich sonst verpennt.

    Es sollte zu allen Vorgängen eine analoge Alternative geben!
    Für den Fall der Fälle und in jeder Lebenslage.
    Deshalb verschließt sich ja niemand einer Digitalisierung an sich 😉 .

    —Grüße—

  24. Andreas sagt:

    Vielen Dank für den Artikel, habe die Petition gleich mal unterzeichnet.

    Hier mal mein jüngstes Erlebnis mit der Digitalisierung:

    Ich wohne in einem Mietshaus, mein Vermieter wohnt mit in diesem Haus. Da die Wohnungen mit winzigen Küchen und Bädern ausgestattet sind, gibt es im Keller eine Gemeinschaftswaschmaschine. Bis vor ein paar Wochen musste man dafür beim Vermieter Waschmarken kaufen (Stückpreis 20 Cent, 7 Stück für einmal "Pflegeleicht 40°"-waschen) und diese in einen Automaten einwerfen, der pro Münze die Spezialsteckdosen (kein Schuko) für Waschmaschine und Trockner für 12 Minuten mit Strom versorgt.

    Jetzt hat der Vermieter sich ein System der Firma WeWash zugelegt. Die Münzautomaten wurden durch zwei Boxen ersetzt, die über eine weitere Box (möglicherweise ein Router mit SIM-Karte?) mit dem Internet verbunden sind. Über diese Boxen kann WeWash den Strom für die Steckdosen freischalten. Wir haben jetzt also eine Cloud-Lösung fürs Wäschewaschen, voll modern, ey!

    Zum Waschen muss man sich als erstes einen Account bei WeWash anlegen. Dann muss man eine Waschraumsuche starten, um den in der Nähe befindlichen Waschraum seinem Account zuzuordnen. Hier schon die erste Hürde für mich: Ich besitze kein Smartphone und der Vollpfosten von Webentwickler, der die Webseite von WeWash programmiert hat, hat wohl nicht bedacht, dass man die Waschraumsuche auch auf einem Desktoprechner ausführen könnte, so wie ich. Die Browser-API zur Positionsbestimmung funktioniert auf einem Smartphone mit GPS-Empfänger bestimmt sehr gut, auf einem Desktop-Rechner ohne GPS halt eben nicht – es wurde kein Waschraum gefunden. Es gibt aber tatsächlich eine Support-Telefonnummer, wo man sogar sofort mit einem Menschen sprechen kann. Der Mitarbeiter konnte den Waschraum unter Angabe meiner Postadresse dann manuell meinem Account zuordnen.

    Bezahlen muss man das Waschen und Trocknen ja auch noch – das kostet jetzt 3,20 Euro, also fast 2,5-Mal soviel wie vorher mit den Waschmarken. Neben einem Haufen Zahlungsdienstleister wie Google Pay, Apple Pay, PayPal und anderen sowie Kreditkarte und Direktüberweisung wird auch die SEPA-Lastschrift angeboten. Für mich sind Lastschrift und Direktüberweisung die einzig möglichen Zahlmethoden, alles andere habe ich nicht. Haken: WeWash möchte keinen Papierkram, das Lastschriftmandat wird erteilt, indem man per Direktüberweisung den Betrag von 1,- Euro an WeWash (bzw. deren Zahlungsdienstleister) überweist. Danach kann WeWash (bzw. der Zahlungsdienstleister) die Kosten fürs Waschen und Trocknen vom Konto abbuchen und zahlt den 1,- Euro auch zurück.

    Für die Direktüberweisung des 1,- Euro wird man direkt auf die Banking-Seite seiner Bank weitergeleitet, wo die Zahlung autorisiert werden muss (ich nutze QR-TAN mit externem TAN-Generator). Dumm nur, dass meine Bank gerade einen Bug auf ihrer Webseite hatte. Nach der Eingabe der TAN und dem Klick auf "Weiter" kam die Fehlermeldung "Bitte geben Sie eine ${Tan.MaxLength}-stellige PIN ein" – erinnert mich an einen Variablenbezeichner der Programmiersprache Kotlin.

    Mein Bankberater gab meine Fehlermeldung weiter. Die Fachabteilung bestätigte den Fehler und versprach, ihn innerhalb von 10 Tagen zu beheben. War dann auch so. Vorher konnte ich aber nicht waschen :-(.

    Fazit: Zum Wäschewaschen benötige ich jetzt folgendes:

    a) Einen Desktop-Rechner, besser ist aber ein Smartphone, damit es auch mit der Waschraumsuche klappt.
    b) Online Banking; das habe ich tatsächlich erst seit kurzem, nachdem ich zu meiner jetzigen Bank gewechselt bin. Die Postbank, meine alte Bank, bietet nur BestPay an und das kann man ohne Smartphone nicht sicher nutzen, weil der dann erforderliche TAN-Generator per USB mit dem Rechner verbunden werden muss. m(
    c) Die Firma WeWash muss existieren um die Reservierung, Freischaltung und Bezahlung meiner Waschgänge abzuwickeln.
    d) Die Internetverbindung der WeWash-Boxen muss funktionieren.

    Ist die Digitalisierung nicht toll?

    Wenn man sich dann noch die Nutzungs- und Datenschutzbedingungen von WeWash durchließt, erkennt man

    a) dass die Firma mit gefühlt fünf-und-drölfzig Datenkraken zusammenarbeitet um die Nutzer ihrer Webseite auszuspionieren.
    b) dass die ganze Firma lediglich eine organisatorische Hülle ohne ein Tagesgeschäft ist, da sämtliche Firmentätigkeiten an externe Dienstleister ausgelagert sind. Arbeiten wird dort nur eine handvoll Personen und die Geschäftsführer beschäftigen sich wahrscheinlich nur mit Geld zählen.

    Wegen b) nutze ich jetzt lieber doch keine SEPA-Lastschrift sondern bezahle jeden Waschgang per Direktüberweisung. Falls der Zahlungsdienstleister mal gehackt wird, sind meine Bankdaten dort zumindest nicht gespeichert.

    • Anonym sagt:

      Und We-Wash bindet auf deren Webseite bereits externe Google Scripts ein _bevor_ man irgendetwas zugestimmt hat. Profis am Werk da.

    • User007 sagt:

      Hmm…
      Ich weiß, ist nicht so einfach, aber das "schreit" geradezu nach einem Wohnungswechsel! 🤷‍♂️
      Btw.:
      Für Online-Bezahlvorgänge erweist sich durchaus auch mitunter eine Prepaid-Kreditkarte als nützlich, insbesondere hinsichtlich etwaiger "Datenverluste".

  25. Anton sagt:

    Na, ich meine, der analoge Zug ist abgefahren. Just heute, am 20.5., hat das Bundeskabinett den Entwurf für das Digitale-Identitäten-Gesetz verabschiedet, mit dem Ziel der EUDI-Wallet. Alles, wirklich alles soll dann in eine App:

    Zitate aus der Pressemitteilung von Herrn Wildberger https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/kabinett-beschliesst-gesetz-fuer-digitale-identitaeten :
    "Die Bundesregierung hat heute den Entwurf für das Digitale-Identitäten-Gesetz (DIdG) beschlossen. Ziel ist die Einführung der europäischen EUDI-Wallet, mit der Bürgerinnen und Bürger ihre Identität künftig sicher per Smartphone nachweisen und digitale Dokumente nutzen können. Das erleichtert zahlreiche Alltagsprozesse – von Behördengängen bis zu Vertragsabschlüssen – und funktioniert europaweit.

    Bundesminister Dr. Karsten Wildberger:
    „Mit dem Gesetz für digitale Identitäten machen wir das Leben für die Menschen in Deutschland einfacher. Dieses Gesetz ist die Voraussetzung für die EUDI-Wallet, mit der sich Bürgerinnen und Bürger künftig europaweit digital ausweisen und Nachweise nutzen können – etwa bei Behördengängen, der Eröffnung eines Bankkontos oder sicheren Anmeldung bei Online-Diensten. Die Nutzung ist freiwillig und erfüllt hohe Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz. (…)

    Das Gesetz für digitale Identitäten ermöglicht die europarechtlich vorgegebene Bereitstellung der Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität, der sogenannten EUDI-Wallet. Die freiwillig nutzbare EUDI-Wallet bringt Bürgerinnen und Bürgern grundlegende Vorteile im elektronischen Rechts- und Wirtschaftsverkehr: Neben einer europaweit verwendbaren digitalen Identität zählen hierzu elektronische Signatur- und Siegelfunktionen sowie der Einsatz von elektronischen Nachweisen. Die EUDI-Wallet erlaubt so den Zugang zu privaten und öffentlichen Diensten mit wesentlichen Vereinfachungen auf hohem Sicherheitsniveau. Das bietet einen echten Mehrwert für den Wirtschaftsstandort Deutschland und für den Binnenmarkt in Europa. Hierfür trifft das Gesetz für digitale Identitäten die zwingend notwendigen Ergänzungsregelungen zum unmittelbar geltenden Unionsrecht und schafft so die Grundlage für die EUDI-Wallet in der Bundesrepublik Deutschland.

    Die EUDI-Wallet wird als zentrale Schnittstelle fungieren, mit der sich Bürgerinnen und Bürger gegenüber Behörden und privaten Unternehmen identifizieren können. Neben der digitalen Ausweisfunktion sollen künftig auch Entscheidungen und sonstige Dokumente von Bundesbehörden in die Wallet geladen werden können. Die Einführung der EUDI-Wallet bringt Erleichterungen in vielfältigen Lebens- und Wirtschaftsbereichen, beispielsweise im Banken- und Zahlungswesen und im Bereich Social Media sowohl allgemein als auch gegebenenfalls bei einer Alterskontrolle."

    Also: alles wird viel einfacher und ist (vorerst) vollkommen freiwillig. Nicht mehr bei jedem Amt ein neues Formular ausfüllen. Ist alles einer App.

    • Anonym sagt:

      Das ist eigentlich interessierten Zeitgenossen seit Jahr und Tag klar.

      EUid wird mittelfristig alternativlose Voraussetzung für gesamte Nutzung des Internets, aller Cloud-Dienste, Social Media usw. und auch vielen weiteren Alltagsthemen wie Eintritts-/Fahrtickets, Gesundheitsversorgung, sozialen Leistungen usw. im echten Leben draussen werden.

      Wenn man das bisher angemerkt hat, wurde es stets verharmlost, vernebelt, verlacht.

      Das jüngst global ausgerollte Thema "Alterskontrolle" mit der vorgestellten EU-App zur Altersprüfung im April war der Startschuss.

      Der voll identifizierbare gläserne und von EUid voll abhängige Bürger ist seit langem geplant, nicht nur in der EU.

  26. Thomas sagt:

    Stichwort "Registermodernisierung" (Google ist dein Freund) weist leider auch einen gewissen Kurs auf, welcher vielleicht gut gemeint ist, viele Dinge ggf. angenehmer gestalten könnte und sollte. Jedoch sehe ich solche Geschichten auch immer mit Bauchschmerzen.

    Sicher, einerseits sollen Verfahren so bequem, als auch nur möglich gestaltet sein und schnell über die Bühne gehen, wenn diese dann aber bei einer Störung jeglicher Art brach liegen, dann herzlichen Glückwunsch und schnell wünscht man sich das Papier zurück und fragt sich, "wo wird denn da angekommen sind", wenn bei Störungen sich nichts mehr bewegt. Dann bekommt der Spruch "sich den Ast absägen" einen ganz neuen Twist. Analoge Redundanz hat der digitalen Welt bisher noch nie geschadet und mal ehrlich: Wer ist nicht froh, wenn er weiß, dass es im Fall der Fälle eine Fallbacklösung gibt – selbst wenn (optional) analog (in diesem Fall nun mal Papier)?

    Klar ist leider jedoch auch hier, dass später die "volldigitale Schiene" gefahren wird.
    Was den "transparenten Datenaustausch" angeht – naja, Das sehen wir ja inzwischen bereits zu einigen Schlagzeilen der ePa. Ich kann am Ende ja nur das sehen, was man mir zu sehen gibt.

    Übrigens: gleiches Beispiel könnt ihr auch bei Bargeld nehmen.
    Klar ist das digitale Bezahlen bequem – ich nutze es gelegentlich ebenso.

    Ja, wie ernüchternd es doch dann aber ist, wenn der Vordermann an der Kasse seine Karte/Handy zückt und die Kassiererin bekannt gibt "wir haben technische Probleme – nur Barzahlung". Fragt diese Person wie sehr er in diesem Moment das Digitale lobt und wie gerne er in diesem Augenblick gerne das "olle" Papier-/Münzgeld in seiner Tasche hätte. Jetzt lasst das Ganze mal bundesweit passieren.

    "Das wird nie passieren" – so könnten Gegenargumente lauten, doch da wäre ich mir gar nicht so sicher. Ein Ausfall kann technisch bedingt sein durch eine Störung – Betonung auf "KANN".

    Es gibt Dinge, die funktionieren bedingungslos und ohne große Voraussetzungen – andere eben nicht.

  27. Michael sagt:

    Leider das Petitionsziel von 75.000 Stimmen knapp verfehlt :-(
    Vielleicht sollten sie das Zeitfenster noch etwas erhöhen.

  28. Thomas sagt:

    Ich denke, das Problem bei der Petition war einfach die mangelnde Bekanntheit.

  29. Martin S. sagt:

    "Ukraine-Konflikt"
    Es ist kein Konflikt, sondern ein echter Krieg, kein Scharmützel wie Afghanistan, Iran, Gaza, …

    Ich habe die Petition jetzt auch unterschrieben. Denn man kann die Offline Leute meist auch anders gut anbinden, z.B. mit KI-Telefonansagen. Die sind meiner Meinung besser als ihr Ruf ist. Und werden es sicherlich immer mehr.

  30. Patrick sagt:

    Update: Bis heute sind über 70000 Unterzeichner aktiv geworden und auf digitalcourage.de kann man die Petition weiter unterschreiben!

  31. Froschkönig sagt:

    Schade, da ist man mal nen Tag NICHT digital online, und dann verpasst man das. Hätte ich auch unterzeichnet. Mir geht die Digitalisierung auch zu weit, für jeden Shice braucht man heute ne App, wenn nicht gar drei verschiedene, und das Smartphone ist so wichtig geworden, dass wenn es mal nicht verfügbar ist, dass man in die Steinzeit geworfen wird. Und schlimmer wirds ja mit dem Alter, ich habs bei meinen Eltern beobachten können, irgendwann kommt jeder im Leben mal an den Punkt, wo das mit dem auf dem Touchscreen rumwischen nicht mehr geht, wo der PC auf einmal soooo kompliziert wird und man hilflos vor dem Bankautomat steht. Und dann gibts vor Ort keine Filiale mehr, Ärzte haben keine offene Sprechstunde mehr, am Bahnhof gibts schon lange keine Schalter mehr, der Busfahrer verkauft keine Fahrkarten mehr, Parkuhren haben keinen Münzschlitz mehr, alles am Bildschirm per App. Aber genau da geht momentan der Trend hin und wer da nicht mithalten kann, ist ausgegrenzt. Ich habe mittlerweile drei verschiedene Parkplatz-Apps auf dem Phone.

    • Anonym sagt:

      RL!? WTF? Link? xD

      Problem an Digitalisierung ist m.E. das Durcheinander und das fehlende Ziel bei u.A. maximaler Beachtung und Durchsetzung von Datenschutz.

      Könnte man als jetzt schon und in viel unkomplizierter haben.

  32. Charlie sagt:

    Ich habe nicht unterschrieben.
    Weil es in meinen Augen die Mehrheit nicht interessiert und weil ich Repressalien durch "die Obrigkeit" befürchte.

    Ja, es ist traurig so zu denken.

    Doch meine Erfahrungen in der jüngeren Vergangenheit sind da sehr eindeutig.

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