VMware vSphere Foundation wird in Teilen der EMEA-Region eingestellt

VMwareBroadcom stellt sein Produkt VMware vSphere Foundation in Teilen der EMEA-Region (Europa, naher Osten, Afrika) ein. Kunden, die dieses Produkt lizenziert haben, müssen mit ihren Distributoren prüfen, ob das Angebot weiter erhältlich ist. Notfalls muss auf VMware Cloud Foundation (VCF) oder zu einem anderen Drittanbieter-Produkt gewechselt werden.

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Was ist VMware vSphere Foundation (VVF)?

VMware vSphere Foundation (VVF) ist ein Paket von Broadcom, das Virtualisierung für Rechenleistung, Speicher und Netzwerke sowie eine Plattform zum Ausführen von Containern bietet. Es ist besonders nützlich in hyperkonvergenten Infrastrukturen und Hybrid-Clouds, ist jedoch weniger leistungsfähig als die Private-Cloud-Suite VMware Cloud Foundation (VCF).

Aus für VVF in bestimmten EMEA-Regionen

The Register hat diese Information gerade von Broadcom erhalten und im Artikel VMware kills vSphere Foundation in parts of EMEA publiziert. Ein VMware-Sprecher gab gegenüber The Register folgende Stellungnahme ab:

VVF ist in einigen EMEA-Ländern nicht mehr erhältlich, in den meisten Ländern jedoch weiterhin, Kunden müssen sich an Vertriebsmitarbeiter oder Partner wenden, um die Verfügbarkeit eines bestimmten Produkts in ihrer Region zu erfahren. Diese Änderungen sind erst kürzlich erfolgt.

Dies scheint ein schwerer Schlag für kleinere Kunden zu sein. Diesen bleibt nichts anders übrig, als zur Private-Cloud-SuiteVMware Cloud Foundation (VCF) von Broadcom hochzustufen oder zu einem konkurrierenden Hypervisor zu wechseln. Der erste Informant sagte The Register, dass sein Reseller ihn zu Beginn des neuen VMware Geschäftsjahres im November 2025 auf die bevorstehende Änderung hingewiesen habe.

Dieser anonym bleiben wollende Kunde gibt an, dass seine Virtualisierungsumgebung Tausende von Rechenkernen umfasst. Ohne günstigere Optionen rechnet der Kunde mit einem Anstieg der jährlichen VMware-Ausgaben um das Zehnfache von rund 130.000 US-Dollar auf 1,3 Millionen US-Dollar. "Wir erwägen derzeit einen Wechsel zu Microsoft Hyper-V oder Nutanix, da wir diese Erhöhung nicht verkraften können", sagte der Kunde.

Konsolidierung des VMware-Programms

Yves Sandfort, CEO und Gründer von Comdivision, einem der führenden VMware-Systemintegratoren in EMEA, sagte The Register, dass VMware-Kunden weltweit wahrscheinlich mit weniger, aber teureren Produkten rechnen müssen. Sandfort geht davon aus, dass Broadcoms anstrebt, Kunden auf seine Private-Cloud-Angebote umzustellen.

Das führt zu einer Konsolidierung des Virtualisierungsangebots auf VMware Cloud Foundation. Günstigere Produkte sowie die kleineren Kunden fallen dann bei VMware aus dem Raster für den Vertrieb. Sandfort meint dazu: "Ich verstehe zwar die Bedenken verschiedener Kunden, aber es ist wichtig, sich auf die Kernvision von Broadcom zu konzentrieren, nämlich ein Anbieter von Private-Cloud-Plattformen zu sein und nicht nur ein Hypervisor-Unternehmen."

Vor der Übernahme durch Broadcom (2023) war VMware ein Gemischtwarenladen, bei dem Kunden Produkte bekamen, die sie zum Aufbau ihrer eigenen Cloud benötigten. Jetzt verkauft VMware eine echte Private-Cloud-Lösung, die viel einfacher zu implementieren ist. Daher hält Sandfort diese Entscheidung Broadcoms für sinnvoll, geht aber davon aus, dass wahrscheinlich einige Kunden verloren gehen. Die bewährte Strategie, sich auf die größten Kunden zu konzentrieren, dürfte dazu führen, dass diese Kunden einen größeren Teil ihrer Virtualisierung auf die verbleibenden Produkte von VMware verlagern. Das bedeutet: Es kommen mehr VCF-Kerne zum Einsatz, und das führt bei Broadcom zu mehr Umsatz.

Sandfort wird von The Register so zitiert: "Wenn wir nur die Anzahl der Kunden betrachten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es zu einem Rückgang kommen wird. Wenn wir jedoch die Anzahl der VCF-Kerne betrachten, würde ich ein Wachstum erwarten, da die Kunden die Plattform nutzen und ihre Dienste darauf verlagern werden. Insbesondere mit den neuen fortschrittlichen Optionen für private KI und Netzwerksicherheit gibt es mehr Nachfrage denn je, verbunden mit dem Bedarf an einer souveränen Cloud."

Ein Sprecher von Broadcom sagte The Register: "Wir haben keine Änderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit von vSphere Standard in EMEA oder das Ende des Supports für vSphere Standard angekündigt. Das Produkt ist derzeit in EMEA weiterhin vollständig verfügbar. Die Verfügbarkeit von Broadcom-Produkten kann jedoch je nach Region variieren, um den lokalen Marktanforderungen, der Kundennachfrage und anderen Faktoren Rechnung zu tragen." Tangiert das jemanden aus der Leserschaft?

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13 Kommentare zu VMware vSphere Foundation wird in Teilen der EMEA-Region eingestellt

  1. rpr sagt:

    Ok, wer das bis jetzt noch begriffen hatte wird auch jetzt nicht reagieren oder es sich leisten können/ wollen.

  2. McAlex777 sagt:

    Für "kleine" Virtualisierungs-Umgebungen < 10 Server tuts Oracle's KVM Server ganz gut. (Basiert auf Redhat-Enterprises)

    Für kleine/mittlere Firmen können Proxmox oder oVirt (z.B. Oracle Linux Virtualization Manager) Lösungen sein.

    oVirt ist kostenfrei, und zudem Enterprise-fähig .. hat aber zwei Nachteile:
    1. Die initale Lernkurve, und der initiale Installations-Aufwand sind recht hoch
    2. oVirt wurde maßgeblich von Redhat entwickelt. Diese Engagement scheint seit der IBM-Übernahme eingefroren. Die Weiterentwicklung ist nicht final geklärt. Nichts desto trotz ist der IST-Zustand zuverlässig – und wenn man will kann man bei Oracle "optional" auch kostenpflichtigen Support dazubuchen.

    Proxmox/oVirt basieren letztlich auf KVM:
    Disk-Images und Treiber etc, können zwischen den Welten migriert werden.

    Klar hat man bei all solchen Lösungen mit gewissen Nachteilen/Manuellen Nachjustierungen zu kämpfen, aber .. man spart sich dafür zichtausende EURs an Lizenzkosten.

    • Daniel A. sagt:

      Sofern man VMWare bisher nur als reinen Hypervisor verwendet hat gebe ich dir recht, da gibt es Alternativen. Problematisch bei uns ist, dass wir auch eine VDI Umgebung (mit vGPU von Nvidia) auf Basis Horizon haben und die ist zumindest bisher trotz Verkauf an Omnissa nur mit VMware kompatibel.
      Und dann kommen noch fertige Appliances dazu, die vom Hersteller nur für ESXi und Hyper-V bereit gestellt werden. Das ist dann auch so ein Showstopper.

      Alles in allem hätte der Verkauf von den Kartellbehörden niemals genehmigt werden dürfen.

      • Hansi Meier sagt:

        Das ist nicht so richtig ein kartellrechtliches Problem sondern eher sowas wie ein "grundlegendes" IT-Produkt wo es gewisse Richtlinien geben müsste. In finanzieller als auch funktioneller Hinsicht sowie den eigentlich Zugang zur Technologie ohne die Betriebswirtschaftsfreiheit zu arg zu strapazieren. Und dann noch in einem fremden Land. Schwierig.

      • Hansi Meier sagt:

        Horizon könntest übrigens auch mit HP (ehemals Teradic) ersetzen. Leider einfach nicht mit dem vollständigen Komfort. :/

        Ich denke nicht, dass Omnissa so schnell auf HyperV oder einem anderne Hypervisor verfügbar sein wird. Man setzt es ja hauptsächlich wegen der Automatisierung ein. Aktuell haben sie ja noch Verträge mit VmWare. Solange man also nicht das Add-On Produkt benötigt, dürfte man den HyperVisor immer noch von Omnissa bekommen können. Wie lange die gelten, weiss ich aber nicht.

        • Olli sagt:

          Ab Januar 2026 soll Horizon für Nutanix freigegeben werden. Gut Broadcom vs. Nutanix ist wie Pest vs. Cholera. Aber immerhin ist es eine erste Alternative für Horizon.

        • Daniel A. sagt:

          HP kann aber (zumindest laut Doku von NVIDIA) keine Grid-Karten in die VMs durchreichen. Da wir auch CAD Arbeitsplätze auf der Horizon haben brauchen wir die aber.

    • JanM sagt:

      Sofern (überwiegend) Windows Workloads virtualisiert werden, nimmt man einfach Windows Server mit Hyper-V Rolle.

    • xx sagt:

      Und bekommt ein System, vollkommen ohne Zusicherung.
      Nicht mal der Betrieb von Linux in VMs ist zertifiziert.
      Vom Host System redet man besser nicht.

      Ansonsten ist ja proxmox schon sehr cool, nur ganz ohne Zertifizierung ist halt jedes Update, selbst auf bisher funktionierender Hardware ein Glücksspiel.

      ZFS ohne Raid Controller ist ja nett, wenn man nur 2-3 Disks hat. Aber wenn es mal 20-100 Disks sind, und eine Disk ausfällt.. dann weiss man nicht mal welche das physisch ist.. ausser man hat vorher alle Seriennummern der Disks rausgeschrieben.

      • Peter sagt:

        Tatsächlich halte ich die Updates bei Proxmox auch für das größte Problem. Wir sind sehr Linux-Lastig im Unternehmen und haben auch ein Proxmox-Testsystem, aber letztendlich merkt man, dass es viele viele Komponenten sind, die die Proxmox-Leute nicht selbst im Griff haben und auch nicht wirklich rundum supporten können. Da wartet man halt bis die eigentlich Entwickler der Komponente einen Fix raushauen.
        Wir werden letztendlich wohl auch produktiv bei Proxmox landen aber derzeit ist es das noch nicht wert. Mal davon abgesehen, dass ich es auch nicht so günstig finde, wenn man nicht gerade community-edition betreibt.

  3. Christian W sagt:

    Zum letzten Absatz:
    Hat jemand eine vSphere Standard in Version 9 gesehen?
    Hat jemand Standard Lizenzen mit einer Laufzeit bis 2028 oder länger bekommen ?

    Ich vermute es wird keine Standard in Version 9 mehr geben. Dies ist vermutlich auch der Grund warum man Standard Subscription nur für 1 Jahr kaufen kann. (Supportende von Version 8 ist im Oktober 2027)

  4. Chris_ sagt:

    Exakt die gleiche Frage kam mir auch in den Sinn.
    Solange es keine Zukunft für die Standard-Edition in Version 9 gibt, müssen wir auf Vmware by Broadcom in Zukunft aus Kostengründen leider verzichten.

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