Bayern: Kritik an Milliarden-Auftrag für Microsoft, aber Kinderstartgeld gestrichen

Stop - PixabayDerzeit bewegt ja die neue US-Sicherheitspolitik gegen Europa die Gemüter. Und politisch wird über das Thema digitale Souveränität nachgedacht. Kümmert die Staatsregierung in Bayern nicht. Diese will einen Milliarden-Auftrag an Microsoft vergeben und Microsoft 365 für die bayerischen Behörden lizenzieren. Dagegen regt sich massiv Kritik, zumal Bayern in Sozialleistungen spart. Gerade wurde in Bayern das Kinderstartgeld gestrichen.

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In einer Meldung weist Harald Wehnes, Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises "Digitale Souveränität", darauf hin, dass der Freistaat Bayern, trotz knapper Kassen, noch in 2025 die Vergabe eines Milliardenauftrags ohne Ausschreibung an Microsoft plant. Damit werde Bayern zur digitalen US-Kolonie: Geld und Daten fließen ab. Wer die Souveränität über seine Daten verliert, verliert die Grundlage seiner Existenz, ist die Aussage.

Ausgaben hier, Einsparungen da

Wehnes weist darauf hin, dass die Ersten, die jetzt bereits unter diesem Vorhaben leiden müssen, junge Familien sowie die jüngere Generation seien. Bayern hat wohl das Kinderstartgeld gestrichen, Einsparungen in weiteren Bereichen sollen sich abzeichnen. Der Schluss lautet: "Die unlimitierbaren Ausgaben an Microsoft müssen in anderen Bereichen kompensiert werden." Inzwischen gibt es eine Petition gegen diese Streichung.

IT-Unternehmen in Bayern betroffen

Die Experten sehen die Existenz bayerischer IT-Unternehmen durch die einseitige Vergabe des Auftrags an Microsoft besonders betroffen. Als Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises "Digitale Souveränität" hat Harald Wehnes einen Brandbrief (Offener Brief zum Irrweg der Zukunftskommission 5.0) an Herrn Ministerpräsident Dr. Söder sowie Finanzminister Füracker und Digitalminister Dr. Mehring versandt.

Darin heißt es, dass der Freistaat Bayern mit seinem geplanten Milliardenprojekt einen Sonderweg geht – und sich so gegen den bundes- und europaweiten Trend zu digitaler Souveränität stellt. Statt auf vertrauenswürdige und datenschutzkonforme Lösungen aus dem europäischen Wirtschaftsraum zu setzen, sollen künftig erneut Produkte US-amerikanischer Anbieter eingeführt werden. Deren Datenschutzpraxis steht seit Jahren in der Kritik und sie gelangen immer wieder in die Schlagzeilen, weil sie ihre Versprechen zu Datenschutz, Souveränität und Unabhängigkeit nicht einhalten.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollen nahezu eine Milliarde Euro an Lizenzkosten an ein US-Unternehmen fließen – Mittel, die der bayerischen Wirtschaft, insbesondere innovativen Softwareherstellern im Land, entzogen werden. Diese Entscheidung konterkariere die Ziele regionaler Wirtschaftsförderung und digitaler Eigenständigkeit, statt für einen Bruchteil dessen etwas selbst aufzubauen, heißt es. Wirtschaftsförderung und der Aufbau eigener Digitalkompetenz bleiben aus, so der Vorwurf. Über die Motivation lasse sich nur spekulieren. Die Frage, die aufgeworfen wird: Vertraut die bayerische Regierung der bayerischen Wirtschaft nicht?

Am 13. Dezember 2025, 11:00 Uhr, findet eine Demonstration am Messesee in München statt. Eine fachliche Stellungnahme des Fachbereich Sicherheit der Gesellschaft für Informatik e.V. findet sich hier.


Hier noch das Musterschreiben Betreff: Kinderstartgeld gestrichen, Milliardenauftrag für Microsoft – trotz neuer US-Sicherheitsstrategie? als Information an die Abgeordneten des bayerischen Landtags.

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56 Kommentare zu Bayern: Kritik an Milliarden-Auftrag für Microsoft, aber Kinderstartgeld gestrichen

  1. Anonym sagt:

    Die Erklärung findet sich u.a. hier: https://borncity.com/blog/tag/limux/

    • Peter Vorstatt sagt:

      Und welcher der Artikel dort soll jetzt für was genau eine Erklärung liefern?

      Als wäre es nicht genug, dass einer mit seinem Auftreten als Anonym Zuordnungsprobleme schafft, lässt auch noch der Wortbeitrag jeglichen Zusammenhang fehlen.

  2. TBR sagt:

    Wir übertreiben es so oder so mit Sozialleistungen. Kindergeld langt, warum noch Kinderstartgeld? Deutschland ist die Nummer 1 bei Sozialleistungen (Deutschland hat die höchsten Sozialausgaben in Europa im Verhältnis zum BIP (rund 41 %), gefolgt von Ländern wie Frankreich, Österreich und Dänemark).

    MS365 geht für mich in Ordnung.

    • Felix sagt:

      MS365 geht für mich Ordnung, super ^^. Daten wem sie gehören ist uns egal?? ja geht in Ordnung! Das man den ganzen plumbs auch günstiger bekommen kann, ist egal, geht in Ordnung. Immerhin sitzt die Lobby da ja auch gut. Vlt haust du da noch eine statistik raus wie viel sie im durchschnitt zugeschustert bekommen, eu weit. Mach die Augen auf, wenn dir sozialleistungen zu hoch sind, ok. Aber dumm Geld auszugegeben und sich nicht unabhängig zu machen, das müsste selbst dir doch auffallen, das es keine gute Idee ist.

    • Schnicke sagt:

      Bin mir jetzt gerade nicht sicher, ob das Ironie sein soll…

    • SB sagt:

      .. und nicht zu vergessen die vielen Volksfeste in BY (Stichwort: "Wiesn" – das größte Volksfest der Welt!)
      /sarcasm off

    • Bernd Bachmann sagt:

      Hmm. Ich wäre ja auch sehr dafür, die ausufernden Staatsausgaben, Sozialleistungen, aber insbesondere auch Subventionen und Förderprogramme, mal rigoros auszumisten und zusammenzustreichen. Meine Vorstellung wäre dann allerdings, dass im Gegenzug Steuern und Sozialabgaben deutlich gesenkt werden, so dass den Menschen wieder mehr Netto vom Brutto bleibt, und sie wieder stärker selbst entscheiden könnten, wofür sie ihr Geld ausgeben wollen — und wofür nicht. Stattdessen Milliarden für dysfunktionale amerikanische Spionagesoftware auszugeben, halte ich dann doch für eher fragwürdig.

      • Markus sagt:

        Der deutsche Staat hat selbst keine Überblick mehr über seine Sozialleistungen.
        Das ifo-Institut gab dem Versuch der Erfassung von Sozialleistungen auf Bundesebene bei 502 Stúck auf und hat die Liste aif GitHub veröffentlicht mit der Bitte um Vervollständigung aus der Bevölkerung …. was binnen weniger Wochen 40 neue Einträge zur Folge hatte.
        Hörenswerter Podcast: Daniel Stelter, Beyond the obvious, Folge: Im Dschungel des Sozialstaats.

        Bayern sollte bzgl. der softwareseitigen Behördenausstattung ein wenig mehr Schleswig-Holstein wagen.
        Naja, was willst Du erwarten von einem Ministerpräsidenten, der Essensfotos bloggt anstatt Dialoge mit abwandernden Unternehmern.

        Bin jedenfalls schon gespannt auf den ersten kommunalen Bescheid proudly generated by Copilot.😉

    • Andreas sagt:

      Deutschland liegt im europäischen Vergleich aber auch ziemlich weit hinten bei der Frage, wie viel Netto vom Brutto übrigbleibt. Und der Anteil der Deutschen, die in den eigenen 4 Wänden wohnen, ist im europäischen Vergleich auch sehr niedrig (ca. 40%, in Griechenland z.B. über 70% wenn ich mich recht erinnere).

      Den rein zahlenmäßig recht guten Löhnen und Gehältern in Deutschland (oberes europäisches Mittelfeld) stehen also vergleichsweise hohe Abzüge und Lebenshaltungskosten gegenüber. Da sind ein paar Almosen vom Staat schon willkommen – wenn sie denn nicht gestrichen werden, wie in Bayern.

    • Thomas sagt:

      Ah ja… klar… Dann kann MS deine Rente zahlen. Meine Kids tun es dann nämlich nicht. Wofür auch. Kinder haben in DE übrigens eine so schlechte Versorgung wie kaum wo anders in der EU. Und gerade das ist für DE noch peinlicher im Vergleich zum BiP. Aber hey… Besser nem US-Milliardenkonzern Geld hinterherschmeißen und sich abhängig machen, als im eigenen Land was bewegen.

    • prx sagt:

      Ich verstehe ja die Kritik an mancher Sozialleistung. Besonders aber, wenn die Sozialleistung an Microsoft geht. Haben die das so bitter nötig? :)

    • noway sagt:

      Jetzt also auch noch Sozialleistungen für notleidende US-Tech-Konzerne, die das Geld auch sicherlich viel dringender brauchen als Familien oder Steuerzahler, denen vor lauter Abgaben immer weniger bleibt und deren Daten in Bayern gleich mitverschachert werden. Ja, nee, klar.

      Edit@prx: Gleichzeitig derselbe Gedanke ;)

    • Ottilius sagt:

      Sozialleistungen an ein Unternehmen in einem uns nicht mehr freundlich gesonnenen Staates "umleiten".

      Kannste die nicht ausdenken….

      Immerhin weiß jetzt jede/r, wes Geistes Kind du bist.

    • Oliver sagt:

      Die Sozialleistungen sind doch gut. Sorgt für Konsum und Steuereinnahmen ist also ein Gewinn für die Wirtschaft und den Staat.

      Abgesehen davon, dass die größten Sozialausgaben die Rente und die Krankenversicherung sind… Was hauptsächlich an der alternden Gesellschaft liegt und sich mit der Zeit von alleine erledigt.

      Natürlich könnte man auch populistisch an irgendwelchen Reizthemen spaaren, was dann am Ende aber eher für mehr Kosten sorgt als das es Nutzen bringen würde.

    • Björn E. Kevalonen sagt:

      @TBR
      Studie bitte richtig lesen und die Begriffe sauber auseinanderhalten. Ich zitiere:
      "Anteilig am Bruttoinlandsprodukt liegen die nordischen Länder knapp vor Deutschland (jeweils 20 Prozent), dem EU-Durchschnitt (19 Prozent), den Benelux-Ländern (18 Prozent) und Österreich/Schweiz (17 Prozent)." Gemeint ist die soziale Sicherung inklusive der Alterssicherung.
      Die 41 Prozent bezogen sich auf die Staatsausgaben (Ausgaben der öffentlichen Haushalte), was allerdings nicht gleichbedeutend mit dem Anteil am BIP ist.
      (Quelle: IW vom 24.11.2025, Seite 12, Öffentliche Ausgaben im internationalen Vergleich, Wo steht Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarregionen?)

      Und bei der Staatsquote (Verhältnis der Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt) lag Deutschland 2024 mit 49,5 Prozent sogar knapp unter dem EU-Durchschnitt.
      (Quelle: Statista vom 05.12.2025, Europäische Union: Staatsquoten in den Mitgliedstaaten im Jahr 2024)

    • mw sagt:

      Deutschland hat mitnichten Sozialabgaben von 41% des BIP. Bitte erst recherchieren, bevor man solchen Mist postet.
      Sozialausgaben vor Microsofts Gier gehen voll in Ordnung.
      M365 geht gar nicht.

  3. evotexte sagt:

    Ich glaube aber schon, dass heute der 12.12., nicht der 13.12. ist? Im Datum vertan? Ist das vielleicht morgen -Auch wenn Bayerns Uhren oft nachgehen, ist das das jetzt welcher Termin?

  4. Atalanttore sagt:

    Hauptsache anders sein. Auch wenn es kontraproduktiv ist. Mia san mia. Bayern.

  5. noway sagt:

    Die Microsoft-Shareholder werden sich freuen. Die US-Dienste werden sich auch freuen. So viel Freude!

  6. McAlex777 sagt:

    In Schleswig-Holstein sparen sie 15Mio EUR Steuergeld jährlich ein.

  7. Martin B sagt:

    Das ist das MS Bürgergeld. Ich kann verstehen, weswegen man M365 bucht, hier bei uns ist es allerdings tabu (nur Teams erlaubt). Ansonsten landen keine Daten online, darum geht es. Verstehe die Behörden nicht, die müssten mit gutem Beispiel vorangehen und öffentliche Geld verantwortungsvoll einsetzen

  8. Alter Sack sagt:

    Dem ging vor Jahren die Rückentwicklung des Limux-Projekts voraus.
    Habe selbst im Kreisverwaltungsreferat der Stadt München an Linux-Terminals mit LibreOffice, Firefox und Thunderbird gearbeitet.
    Keiner der Kollegen hat sich darüber beschwert.
    Microsoft hat in München mit der Niederlassung sich die Rückkehr zu MS gekauft.
    Schande über Oberbügermeister Reiter!

  9. Alter Sack sagt:

    Dem ging vor Jahren die Rückentwicklung des Limux-Projekts voraus.
    Habe selbst im Kreisverwaltungsreferat der Stadt München an Linux-Terminals mit LibreOffice, Firefox und Thunderbird gearbeitet.
    Keiner der Kollegen hat sich darüber beschwert.
    Microsoft hat in München mit der Niederlassung sich die Rückkehr zu MS gekauft.
    Schande über Oberbügermeister Reiter!

  10. FlowRyan sagt:

    Und Office 2024 LTSC hätte es nicht getan? Wozu braucht man die ganzen zusätzlichen M365-Schrottapps?

    • TBR sagt:

      Intune Schrott? Defender XDR Schrott? Da hast du dich damit nie beschäftigt. Das ist ein Teil den du beim Premium Abo ebenso erhältst. Du musst es ja nicht nutzen. Für kleines Geld erhältst du noch E5 Security dazu.

      • Charlie sagt:

        Wieviel Geld bringen denn Empfehlungen in Blog-Kommentaren?

      • Mark Heitbrink sagt:

        > Intune Schrott? Defender XDR Schrott?

        in vielen Firmen und Situationen ein klares Ja. Unnötig, da schon Lösungen vorhanden und integriert sind.

        im Vergleich mit alternativen Produkten und Verfügbarkeit von Bandbreite keine interessante Option.

        somit ganz klar eine Leistung, die zuviel bezahlt wird und nicht benötigt wird

        zudem ist die Integration von eigener Software, Scripte etc in intunes mehr als schlecht gelöst. applocker als XML Import, das nicht im Web editiert werden kann usw. das kann man keinen Kunden anbieten, der schon Mal mit "erwachsener " Software gearbeitet hat.

        Kleinigkeiten wie LAPS, bitlocker sind gut gemacht, es ist immer noch eine Großbaustelle. da nehme ich lieber ein Produkt aus dem Markt, das das schon alles kann

      • Ottilius sagt:

        Wird das hier ne Werbeveranstaltung für den Kernschrott?

        • TBR sagt:

          Wie viele 100 Mio User gibt es bei MS365? Die arbeiten also alle mit Kernschrott? Lächerliche Behauptung. Hast du alle Produkte die das umfasst eigentlich selbst mal benutzt? Oder trollst du hier nur rum?

  11. Froschkönig sagt:

    45 Leser-Beiträge, keiner davon auch nur ein bisschen hilfreich. Herr Born, warum tuen Sie sich das an?

    • Günter Born sagt:

      wo liegt das Problem? Ich tue mir nichts an. Es ist ein Informationsangebot, was man lesen kann oder auch nicht. Gut, die Kommentare mäandern …

      aber momentan bin ich nach einem herrlichen Frühstück und einigen Saunagängen tiefenentspannt. Wird wohl ein neuer Beitrag im Reiseblog. Und nächste Woche wuppen wir borncity auf den neuen Server, so dass ich 2026 weiter wie gewohnt hier bloggen kann. Derweil sorge ich mit Sport, Wellness und Tiefenentspannung dafür, das mein begnadigter Körper noch a bisserl an der Blogger-Front durchhält. Eine verstorbene Kollegin aus Schweden hat es bis 109 geschafft, solange schaffe ich es nicht. Aber nun ist Wochenende…

    • Leon sagt:

      als ob deine Kommentare unter den anderen Beiträgen sinnvoller sind ;)

      Wenn's Ihnen nicht passt, müssen Sie es ja nicht lesen…

    • User007 sagt:

      Sorry, aber soll denn "hilfreich" bedeuten – verwechselt Du zufällig diesen Informations-Blog mit einem "Hilfe"-Forum?

  12. ThBock sagt:

    Inzwischen wehrt sich sogar die Bayerische IT Wirtschaft gegen den Plan:
    https://gnulinux.ch/bayerische-it-wirtschaft-wehrt-sich

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