Dell macht keine Speicherupgrades mehr; DDR5-Speicherpreise fallen erstmals

Der Markt für DDR5-Speicherbausteine scheint erstmals Preisrückgänge zu verzeichnen. Ursache könnten zwei Ereignisse sein: Googles neueste TurboQuant-Fortschritte und OpenAIs Rückzug beim Bau eigener Rechenzentren. Derweil habe ich die Information, dass Dell Kunden aktuell wohl keine Speicheraufrüstungen mehr anbietet.

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DDR5-RAM-Preise geben nach

Ich bin am Wochenende auf X über einige Tweets gestolpert, die Hoffnung machen, dass die astronomischen Preissteigerungen bei RAM-Bausteinen nicht mehr weiter gehen. Nachfolgender Tweet berichtet, dass DDR5-Speicher seit Monaten erstmals im Preis gefallen sei.

Preisverfall bei DDR5-Speichern

WCCFTech beobachtet die Preisentwicklung von Rechnerkomponenten auf dem US-Markt und berichtet in diesem Artikel über einen Rückgang der DDR5-Preise um bis zu 100 US-Dollar pro Kit (z. B. 32-GB-Kits von 490 auf 370 Dollar) im US-Einzelhandel. Es ist das erste Mal seit Monaten, dass die Preise nicht nach oben gehen, sondern fallen.

Die VENGEANCE-DDR5-Modelle mit 32 GB Kapazität und Geschwindigkeiten von bis zu 6400 MHz seien nun bei Amazon für rund 379,99 US-Dollar erhältlich. Der höchste Preis lag noch kürzlich bei rund 490 US-Dollar. Der Preisrückgang erstreckt sich, nach den Angaben von WCCFTech, auch auf 16-GB-Module. Das DDR5-5200-Modell kostet nun 219,99 US-Dollar, was nach den Allzeithochpreisen von rund 260 US-Dollar erneut einen moderaten Preisnachlass darstellt. Das soll sich bei allen US-Einzelhändlern widerspiegeln.

Google TurboQuant als Ursache?

Als Ursache für den Preisverfall vermutet WCCFTech den kürzlich von Google vorgestellten TurboQuant-Algorithmus (heise befasst sich hier mit dem Thema). TurboQuant ist eine neue Kompressionsmethode für den KV-Cache in Large-Language-Modellen, die den Inferenz-Speicherverbrauch ohne Qualitätsverlust reduziert. Das Ganze hat eine Debatte bezüglich des künftigen Speicherbedarfs ausgelöst, und Unternehmen wie Micron und anderen DRAM-Anbietern haben Hunderte Milliarden US-Dollar an Buchverlusten bezüglich des Aktienkurses erlitten.

Allerdings dürfte das eigentlich nicht den Preisverfall erklären, da TurboQuant sich nur auf den KV-Cache auswirkt. Der Key-Value-Cache, in dem Transformer-Modelle bereits berechnete Kontext-Informationen für den schnellen Zugriff zwischenspeichern, erfordert große Mengen Arbeitsspeicher. Aber das Training von LLMs benötigt weiter viel Rechenpower und Speicher, und TurboQuant ist bisher nur als Forschungspapier und im Labor existent. Möglicherweise ist aus der Spekulationsblase etwas Luft rausgelassen worden.

Der geplatzte OpenAI-Deal als weitere Ursache?

Ich bin übrigens über nachfolgenden Tweet auf das obige Thema und den WCCFTech-Artikel aufmerksam geworden. Dort wird eine gänzlich andere These für den Preisverfall entwickelt.

RAM-Preise geben nach

Bekannt ist, dass Sam Altman von OpenAI im Oktober 2025 nach Seoul geflogen ist, um dort gleichzeitig Absichtserklärungen mit Samsung und SK Hynix über die Abnahme von 900.000 DRAM-Wafern pro Monat zu unterzeichnen. Das entspricht 40 % des weltweiten Angebots. Keines der beiden Unternehmen habe gewusst, dass das der Konkurrent eine ähnliche Verpflichtung einging, heißt es im Tweet. Diese hat wohl zu einem extremen Anstieg der DRAM-Preise geführt.

Kürzlich wurde bekannt, dass die Pläne zur Erweiterung des Stargate-KI-Datenzentrums-Campus in Abilene, Texas, durch OpenAI, Oracle und Partner (u. a. Crusoe, SoftBank) abgesagt wurden. Allerdings hat Oracle den Bloomberg-Bericht dementiert und Microsoft will teilweise in die Bresche springen. Daher ist es eine unbewiesene Theorie, dass die Beschneidung der Ausbaupläne den Preisverfall einleiten.

Man muss abwarten, was die nächsten Wochen bringen, denn der Iran-Konflikt hat inzwischen auch Einfluss auf die weltweite Chip-Produktion (da u.a. das im Herstellprozess benötigt Helium knapp wird). Es sind auf jeden Fall "irre Zeiten" – wie irre, wird aus nachfolgender Information ersichtlich.

Dell macht keine Speicherupgrades mehr

Ein anonym bleiben wollender Leser hat mich die Tage per Mail über eine neue Volte "aus der Kategorie KI Irrsinn" informiert. Er hatte letzte Woche einen interessanten Chat mit seinem Systemhaus. Hintergrund war, dass er den im Unternehmen eingesetzten Server bezüglich des Arbeitsspeichers aufrüsten wollte.

Der Beschreibung des Lesers entnehme ist, dass da nichts Großes anstand. Es war wohl geplant, ein "kleines Serverchen für Mailstore mit 12/16 GB RAM aufzusetzen", damit das Unternehmen endlich seine Mails archivieren kann. Leider sei der ESXi aber bezüglich des verfügbaren RAM "am Anschlag".

Also wollte man den Server-Hersteller DELL nach einem Angebot für mehr Speicher anfragen. Aber das Systemhaus des Lesers muss wohl im Chat bereits abgewunken haben. Es sieht so aus, als ob DELL das Speichergeschäft ad acta gelegt hat, meint der Leser, denn er bekommt keine Speichererweiterung für seinen Server.  Wie schrieb der Leser: "Ich würde ja schon zu Mondpreisen RAM kaufen – ist immer noch billiger und (bezogen auf unseren Auslastung) wirtschaftlicher als gleich einen neuen ESX in einer gewissen Ausbaustufe. " Frage an die Leserschaft: Gibt es jemanden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Oder fehlte dem Systemhaus lediglich die Lust, etwas RAM für den DELL Server zu verkaufen?

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Ein Kommentar zu Dell macht keine Speicherupgrades mehr; DDR5-Speicherpreise fallen erstmals

  1. R.S. sagt:

    Naja, man muss den RAM ja nicht bei Dell kaufen.
    Es wäre mir neu, das Dell einen bestimmten Speicher vorschreibt.
    Daher kann man den RAM auch überall kaufen.
    Es sollte nur die gleiche Type (UDIMM, RDIMM, LRDIMM etc. ) sein, die man schon verbaut hat, denn die Typen kann man nicht mischen.
    Und 12/16 GB RAM halte ich für ziemlich knapp.
    32 GB sollten es in einem Server schon mindestens sein.
    Bei Virtualisierung muss man auch bedenken, das der Host auch noch RAM für sich selbst haben will und der daher nicht den VMs zugewiesen werden sollte.

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