Geht der "Move" von Google nach hinten los? Seit Google begonnen hat, die KI immer stärker in die Suche zu integrieren, nehmen die Klagen über eine schlechter werdende Suche zu. Und plötzlich stimmen Nutzer mit den Füßen ab. Anbieter DuckDuckGo kann einen sprunghaften Anstieg der Nutzerzahlen vermelden.
Die Google AI-Suche ist kaputt
Ich habe ja viele Jahre die Google-Suche bevorzugt, weil diese mir bei Recherchen die besten Treffer präsentieren konnte. Die letzten 12 Monate war aber die Erfahrung, dass die Suchergebnisse wenig bis keine relevanten Treffer und viel Müll aufweisen. Das Gefühl, dass die Google Suche wesentlich schlechter geworden ist, hat nicht nur mich beschäftigt. Vor einigen Tagen bin ich bei The Register auf nachfolgenden Tweet und den Artikel AI + ML; Google is cannibalizing the web to feed AI gestoßen.
Es ist zwar ein Meinungsartikel bzw. Kommentar der Redaktion. Aber beim Querlesen bin ich dann auf Stimmen mit dem Tenor "geht es nur mir so, oder ist die Google Suche merkbar schlechter geworden?" gestoßen.
Hintergrund war, dass Liz Reid, Vice President für den Bereich Suche bei Google, auf der Google I/O 2026-Entwicklerkonferenz kürzlich die rasante Zunahme des AI-Modus als sein durchgängiges KI-Such-Erlebnis bezeichnete. "Wir verzeichnen ein phänomenales Wachstum: Die Suchanfragen im AI-Modus haben sich seit der Einführung jedes Quartal mehr als verdoppelt", zitiert The Register Liz Reid. Diese wies darauf hin, dass der AI-Modus mittlerweile mehr als eine Milliarde Nutzer pro Monat habe.
Externe Beobachter bezeichnen dies, laut The Register, aber schlicht als das Ende der Suche. Liz Reid schwärmte auf der Google I/O laut The Register davon: "Aber was noch bemerkenswerter ist: Ihr stellt eure echten Fragen in all ihrer hochspezifischen und detaillierten Pracht, weil ihr wisst, dass die Suche sie wirklich bewältigen kann."
The Register hat dann die Probe gemacht und den AI-Modus gefragt: "Warum ist die Google-Suche mittlerweile so schlecht?". Bei The Register liest sich die Antwort so:
Nutzer, Technologiekritiker und Forscher haben einen messbaren Rückgang der Qualität der Google-Suche dokumentiert. Das Kernproblem besteht darin, dass die Suchmaschine sich nicht mehr wie ein Werkzeug anfühlt, das darauf ausgelegt ist, die besten Inhalte im Internet zu finden; stattdessen wirkt sie wie ein Mittel, das darauf abzielt, Sie auf Google-eigenen Seiten zu halten oder dazu zu bringen, auf monetarisierte Links zu klicken.
Die Verschlechterung der Google-Suche sei auf eine Mischung aus aggressiver Monetarisierung, einem anhaltenden Wettrüsten mit Web-Spammern und der disruptiven Einführung von KI-Funktionen zurückzuführen, heißt es. Ich habe ein KI-Modell mit der gleichen Frage konfrontiert und bekam ähnliche Antworten.
Google hat irgendwann intern entschieden, die Qualität der Ergebnisse bewusst etwas zu senken. Das Ziel: Nutzer sollen länger suchen, mehr Queries machen und dadurch mehr Werbung sehen. Das kam bei US-Antitrust-Verfahren sogar ans Licht (interne Mails von Führungskräften). Statt das beste Ergebnis ganz oben zu zeigen, wird der Nutzer länger auf der Plattform gehalten.
Es wurde das klassisches Cory Doctorow-Phänomen zitiert: Erst ein super Produkt bauen, Nutzer locken, dann langsam ruinieren, um mehr Geld rauszuholen. Weiterhin kam noch
der Hinweis, dass das Web voll mit AI-generierten, dünnen Texten (von Content-Farmen), die nur für Google optimiert sind, sei. Affiliate-Seiten mit oberflächlichen Produktvergleichen dominieren bei vielen Suchen (besonders Reviews, "beste X 2026" etc.). Studienhätten gezeigt, dass auf der ersten Seite oft 40–66 % minderwertige Inhalte landen.
Ein Teil der Nutzer stimmt mit den Füßen ab
Die letzten Stunden habe ich dann auf X einige Tweets gesehen, die eine interessante Beobachtung reflektieren. Nachfolgender Tweet bringt das Ganze ziemlich kompakt auf den Punkt.
Da Google die KI immer stärker in die Suche integriert, würden immer mehr Nutzer nach einfacheren, traditionelleren Alternativen suchen. DuckDuckGo berichtete gerade, dass die Zugriffe auf seine KI-freie Suchseite in der vergangenen Woche um durchschnittlich 22,7 % gestiegen sind und einen Höchststand von 27,7 % erreichten. Das Unternehmen verzeichnete zudem einen Anstieg der Installationen seiner mobilen App in den USA um 18 %.
Der Tweet interpretiert es so, dass nicht alle Nutzer KI-generierte Antworten wünschen und viele Nutzer nach wie vor übersichtliche Ergebnisse und mehr Kontrolle über das Surfen bevorzugen. Allerdings weist der Tweet auch darauf hin, dass Google mit einem Marktanteil von rund 85 % in den USA die Suchmaschinenlandschaft weiterhin dominiert, während DuckDuckGo nur 2 % erreicht.
Techcrunch hat es in obigem Tweet und im Artikel DuckDuckGo installs are up 30% as users reject being 'force-fed' Google's AI Search aufgegriffen. Die Installationen der DuckDuckGo-App seien um 30 % nach oben geschossen, weil die Leute sich nicht durch die Google AI-Suche gängeln lassen. Bleibt spannend, wie sich das Ganze entwickelt.






MVP: 2013 – 2016





Wundert mich nicht, denn die KI-Suche bei Google produziert viel Müll.
Schon letztes Jahr erlebt:
KI-Fenster sagt: "Gibt es nicht", darunter bei den regulären Suchergebnissen aber jede Menge Treffer.
Oder kürzlich habe ich nach Komponenten von Drittherstellern in Windows gefragt.
Wieder behauptete die KI, das es keine Komponenten von Drittherstellern in Windows gibt, was aber falsch ist, wie z.. die 7z.dll oder curl zeigen. Auch sehr viele Fonts stammen nicht von Microsoft.
Oder letztens nach einer GPO gefragt.
Die Google KI nannte einen Pfad in der GPO, der aber gar nicht existiert und noch nie existiert hat.
Oder bei einer anderen Frage nach einer GPO wurde zwar der richtige Pfad genannt, aber verschwiegen, dass die passende .admx/.adml bei Windows standardmäßig nicht dabei ist, sondern bei Microsoft heruntergeladen und installiert werden muss.
Was will man mit solchen Ergebnissen?
Da wechselt man zu einer anderen Suchmaschine, die nicht so viel Müll produziert.
Gibt es in uBlock Origin kein KI-Filter der diese Treffer ausblendet?
Das KI-Fenster kann man ausblenden, indem man nach dem Suchbegriff ein -ai anhängt.