Das klingt alles nicht gut: Seit vorigen Freitag, den 14. August 2026, sind zwei Verwaltungen des Berliner Senats vom Landesnetz getrennt und faktisch arbeitsunfähig. Hintergrund ist, dass sich "im Zuge forensischer Untersuchungen eine Inkriminierung des Landesnetzes Berlin ergeben hat" – auf Deutsch: Es wird ein Hack vermutet.
Eine dürre Mitteilung der Senatskanzlei
Die Senatskanzlei des regierenden Bürgermeisters von Berlin hat zum 17. August 2026 eine kurze Pressemitteilung veröffentlicht, in der ein Problem eingestanden wird.
Dort wird bestätigt, dass die eingangs erwähnte "Inkriminierung des Landesnetzes Berlin" im Zuge forensischer Untersuchungen aufgedeckt wurde. Entdrexelt heißt dies, dass jemand einen Verdacht auf einen Hack bzw. Kompromittierung des Landesnetzes Berlin hatte. Also ließ man mal genauer nachschauen und hat dann eine Bestätigung für einen Hack bzw. Kompromittierung im IKT-Landesnetzes Berlin gefunden.
Senatsverwaltungen vom Landesnetz getrennt
Dann wurden die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung des Landesnetzes, wohl gemäß Notfall-Plan, aktiviert. Die Folge war bzw. ist, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt als betroffene Verwaltungen aus Sicherheitsgründen seit vergangenem Freitag (also 14. August 2026) vom Landesnetz isoliert worden sind. In diesen beiden Verwaltungen ist man, laut in Presseberichten zitierten Mitarbeitern der Verwaltungen "Nicht mehr arbeitsfähig".
Umfang des Problems unklar
Was das für Bürger bedeutet, geht aus der Pressemitteilung des regierenden Bürgermeisters nicht hervor. Was genau passiert ist, ob Daten abgeflossen sind, und wie lange diese "Störung" dauert, bleibt im Dunkeln. Die Berliner Zeitung vor Ort wurde gemäß diesem Artikel ebenfalls mit Floskeln abgespeist. Immerhin wurde dort bestätigt, dass man von "einem Hackerangriff" ausgeht.
Die "Kümmerer" sind aus dem Wochende zurück
Was man erfährt, ist, dass alle beteiligten Stellen mit Hochdruck in die Absicherung des Landesnetzes eingebunden sind, auch das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das klingt schon mal beruhigend – "da sind Kümmerer eingebunden".
Es heißt zudem, dass der IKT-Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigen für Informationssicherheit des Landes Berlin "mit heutigem Tag", also am 17. August 2026 (drei Tage noch dem Aufdecken des Vorfalls), eingerichtet wurde – Wochenende ist ja glücklicherweise vorbei. Dieser koordiniert die weiteren Absicherungsmaßnahmen und laufenden forensischen Untersuchungen.
Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen
Die Sicherheit des Landesnetzes habe dabei oberste Priorität heißt es. Dann folgt der Joke, dass man "aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit keine weiteren konkreten Informationen zu Ausmaß und Hintergründen geben" könne.
Background ITK-Berlin
Als ich erste Berichte zu obigem Vorfall und die oben zitierten Floskeln las, fiel mir sofort mein Blog-Beitrag Berlin: IT-Ausfall legt Justiz lahm (13.7.2026) ein. Der ist noch keinen Monat alt, enthielt aber in meinen Augen "Zündstoff". Ein "Lizenzproblem" für eine Software, die zum Zugriff auf die Justizakten erforderlich ist, hatte seinerzeit für eine "geerdete" Justiz in Berlin gesorgt.
Das war dann der Punkt, an dem ich kurz mal recherchiert habe und damals auf die im Beitrag offen gelegten Hintergrundinformationen gestoßen bin. Das Berliner E-Government-Gesetz hat zur Entwicklung des IKT geführt. Laut ITDZ stellt man als zentraler IT-Dienstleister sicher, dass alle Behörden einheitlich ausgestattete IKT-Arbeitsplätze besitzen und nutzen. Die IKT-Arbeitsplätze bestehen aus aufeinander abgestimmten Elementen "BerlinPC" , "Telefonie", "Drucker" und "Netzwerk". Alle Anwendungen laufen dann im ITDZ-Rechenzentrum. Details lassen sich dem verlinkten Beitrag entnehmen.
Der Knackpunkt an der Konstruktion ist die ITDZ Berlin als zentraler IT-Dienstleister, der geschönt "stark unterfinanziert ist". Ende 2025 hätten ohne zwei Notkredite weder Gehälter für Mitarbeiter noch Lieferanten bezahlt werden können. Die Linke hat im Juni 2026 die Misere hier beschrieben. Was das bedeutet, kann sich jeder aus der IT an zehn Fingern selbst ausrechnen. Das wirft alles kein positives Bild auf die Situation in Berlin und den obigen Vorfall in der IT-Infrastruktur dieses Bundeslands.




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