Mich hat eine Leseranfrage eines Administrators erreicht, der unter Windows Server 2025 RDS mit bösen Outlook-Problemen seiner Nutzerschaft kämpft. Outlook bleibt regelmäßig beim Start in bestimmten RDS-Konstellationen hängen (es ist ein Zeitproblem). Es stellt sich die Frage, ob es Einzelfall ist oder ob es mehr Beobachtungen diesbezüglich gibt. Und es gibt die Frage nach der Ursache bzw. Lösung.
Eine Lesermeldung zu "hängendem" Outlook
Blog-Leser Werner K. ist als Administrator im Firmenumfeld unterwegs und betreut auch eine RDS-Installation mit FSLogix unter Windows Server 2025 für einen Kunden. Die Anwender dieses Kunden arbeiten mit den Remote-Desktop-Diensten und verwenden dabei auch Microsoft Office.
Outlook 365 hängt beim Starten
Aber es gibt seit einiger Zeit ein böses Problem, weshalb Werner bei mir eingeschlagen ist. In seiner gestrigen Mail merkt er folgendes an: "Als begeisterter Leser deines Blogs, versuche ich es auch mal auf diesem Wege. Vorab, danke für deine tägliche Arbeit. Wir sind echt froh um deinen Blog. Vielleicht hilft das Schwarmwissen der Blog Community weiter."
Er steht beim Kunden vor dem Problem, dass Microsoft Outlook beim Start mit obigem "leeren" Fenster einfach hängen bleibt. Werner schrieb, dass die Mitarbeiter dieses Kunden nun regelmäßig melden, dass das Outlook beim Start hängen bleibt. Entweder mit einem weißen Fenster, wie in obigem Screenshot gezeigt. Oder Outlook hängt bereits beim Outlook Start-Screen.
Weitere Analyse weist auf Timing-Problem hin
Werner hat dann mit seinen IT-Kollegen eine Analyse des Problems versucht und ist auf einen kruden Sachverhalt gestoßen. Die Analyse hat ergeben, dass dieser Hänger "nur passiert", wenn die Benutzer des Kunden nicht warten, bis das Profil fertig geladen ist (ca. 20 Sek.), sondern gleich das Outlook starten.
Wenn ein Nutzer im hängenden weißen Outlook-Fenster hängen bleibt, dann Outlook per Task-Manager "abwürgt", also beendet, lässt sich Outlook erneut und dann erfolgreich starten. Gleichzeitig wird im Event-Log des RDS-Server folgende Meldung angezeigt:
Es wird also eine Reparatur der Statusspeicherorte beim Vorgang SettingsInitialize für den StartMenüExperienceHost von Windows durchgeführt, was aber an dieser Stelle für die IT nicht allzu erhellen ist.
Spezifikationen der Systemumgebung
Werner hat noch einige Spezifikationen zur Systemumgebung des Kunden geliefert, in der der Fehler auftritt.
- HyperV Cluster (Windows Server 2025)
- File-Server (Windows Server 2025)
- DCs, Application Server etc. (Windows Server 2025)
- Mehrere RDS-Server (Windows Server 2025)
- FSLogix Profile Disks (Ablage auf File-Server)
- Auf den RDS-Server aktuelle Version von Office 365
- Duo Single Sign On für Microsoft 365
Auf Nachfrage schrieb mir der Blog-Leser, dass Outlook Classic in der M365-Variante zum Einsatz komme und er hat folgende Builds angegeben.
- Office Version 2602 Build 19725.20190 (aktueller Build)
- FSLogix 26.01 CU1 Build 3.26.126.19110 (aktueller Build)
FSLogix ist mir in der Vergangenheit zwar häufiger als Problem aufgefallen. Aber in Facebook-Administratorengruppen höre ich, dass dieses Paket in letzter Zeit eigentlich zuverlässig läuft.
Was an Tests ergebnislos geblieben ist
Der Leser schrieb, dass sie erfolglos diverse Tests und Versuche in dieser Umgebung ausgeführt haben, um den Fehler zu beheben. Folgende Lösungsansätze haben nichts gebracht:
- Benutzerprofil neu erstellen
- Ausschluss von Outlook -ddins
- Ausschluss von AADBroker etc. aus Fslogix Profil via redirections.xml
Der Leser erwähnte auch noch ein "SSO Warmup-Script", welches von ChatGPT vorgeschlagen worden sei. Ein SSO-Warmup-Skript (Single Sign-On) ist ein automatisierter Mechanismus, der dazu dient, Authentifizierungsdienste, Caching-Ebenen und Sitzungsverwaltungssysteme nach einem Neustart oder in Zeiten mit geringem Datenverkehr vorzuladen, und zu initialisieren. Es gibt so etwas auf GitHub für SharePoint und soll sicherstellen, dass die ersten Benutzer keine hohen Latenzzeiten aufgrund von Kaltstartproblemen erleben.
In obigem Scenario hat ein SSO Warump-Script aber nichts am Fehlerbild behoben. Frage in die Runde der Administratoren, die in diesem Bereich tätig sind, ob das Problem und ggf. eine Lösung bekannt ist?
Ein weiterer Blog-Leser schrieb als Kommentar auf Facebook: Ich habe jetzt drei Systeme, wo Outlook Classic ständig neu startet oder weiße Bildschirme zaubert. Die Online-Reparatur hat funktioniert, aber das ist praktisch eine Neu-Insallation. Es geht um Outlook 365.
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MVP: 2013 – 2016





Mit Server 2025 kann ich nicht dienen. Ansonsten haben wir eine vergleichbare Konstellation.
Es gibt noch weitere Fragestellungen:
– Ist Outlook Cached Mode aktiv?
– Exchange OnPremise oder ExO?
– Wie groß sind die VHDs (als Vergleichsgröße)?
Wir nutzen OnPremise und können daher auf dem Terminalserver problemlos den Cached Mode abschalten. Das hält die Profile schlank. Ob das mit ExO auch machbar ist, weiß ich nicht.
Hi Stefan
Danke für deine Fragen.
– Outlook Cached Mode ist aktiv, es passiert aber auch wenn Cached Mode nicht aktiv ist
– Exchange Online
– Die VHDs sind zwischen 10-30GB gross, der Fehler tritt aber auch mit einem neuen Profil auf
"Die VHDs sind zwischen 10-30GB gross"
Ist das nicht ein wenig zu knapp?
Hi Froschkönig
Wie meinst du das? Das Limit ist auf 50GB eingestellt.
Wie sehen denn die OST-Dateien im %appdata% aus? Hatte schon öfters mal erlebt, dass bei einem nicht identifiziertem Fehler neue OST-Dateien gegenüber den alten erstellt werden mit fortlaufender Nummer. Dort mal alle löschen, bzw. die älteste umbenennen und die restlichen Löschen.
Dürfte aber auf einem neuen Profil dann eigentlich nicht auftreten.
Testweise mal einen anderen Mail-Client versucht?
Kann aber auch sein, wenn nur ein User beim ersten Start angegeben hat, dass alle Apps über O365 eingerichtet werden sollen. Wenn Intune nicht verwendet wird, muss dort dann imm "Nur diese App" angeklickt werden. Beim RDS zieht sich das dann bei allen Usern durch.
Hallo Giesama
Danke für dein Feedback. Die OST-Dateien sind sauber.
Dein zweiter Hinweis ist sehr spannend. Da haben wir in der Tat vermutlich mal falsch gedrückt. Du meinst, wenn man das nur einmal falsch gewählt hat, dass es dann auf dem betreffenden RDS-Server für alle falsch ist? Kann man das im Intune oder sonst wo bereinigen?
Am besten den WorkPlaceJoin auf dem RDS deaktivieren, dann kommt auch gar keine Nachfrage bei der MS365-Authentifizierung mehr:
HKLM\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WorkplaceJoin BlockAADWorkplaceJoin = dword:00000001
Danke. Werde ich gerne probieren!
Zukünftige Anmeldungen werden so unterbunden, okay, danke für den Tip, aber rein Interesse halber, funktioniert das auch rückwirkend?
Heyho,
die Fehlermeldung hatten wir öfters mit einer bestehenden RDS-Umgebung zw. WS2016-WS2022 mit Office 365, wo Outlook im Hintergrund beim Öffnen von Dynamics NAV aufgerufen wird.
Die Fehlermeldung schaut für mich eher aus, dass das SSO durch eine fehlende Internetsicherheitseinstellung nicht sauber greift.
Sind die GPOs gesetzt?
Computerkonfiguration bzw. Benutzerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Internet Explorer\Internetsystemsteuerung\Sicherheitsseite:
– Liste der Site zu Zonenzuweisungen:Aktiviert => https://autologon.microsoftazuread-sso.com:1
Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Microsoft Office 2016 (Computer)\Lizenzierungseinstellungen:
– Aktivierung gemeinsam genutzter Computer verwenden:Aktiviert
– Den Speicherort für das Lizenzierungstoken angeben, das von der Aktivierung gemeinsam genutzter Computer verwendet wird:Aktiviert => Ordnerspeicherort:{hier Freigabepfad\Persistenter Ordner angeben}
Grüße
– Jules | xSOU1
Hallo Jules
Danke für die Inputs. Werde ich nochmals prüfen. Bin der Meinung diese GPOs sind gesetzt.
Bitte Mal unter Outlook Optionen AddIns, dann ganz unten Com AddIns los, Teams Eintrag entfernen.
Hi Suat.
Danke für den Tipp. Haben wir schon gemacht, als die Teams Problematik aufkam. Hat nichts gebracht.
Hi,
ich habe eine Frage zu deiner redirections.xml
1. Weshalb ist
AppData\Local\Packages hier enthalten? Wollte hier der komplette Pfad ausgenommen werden? Wenn ja, fehlt hier ein *
Dann wären aber auch die ersten beiden Excludes überflüssig.
2. Includes kann entfernt werden, wenn nicht benötigt. FSLogix ist hier manchmal etwas "zickig" ^^
Ich habe eine ähnliche Konstellation mit RDS-Farm Server 2025 und FSLogix. Meine Excludes sehen so aus:
AppData\Local\Packages\Microsoft.AAD.BrokerPlugin_cw5n1h2txyewy
AppData\Local\Packages\Microsoft.Windows.CloudExperienceHost_cw5n1h2txyewy
AppData\Local\Microsoft\TokenBroker
AppData\Local\Microsoft\IdentityCache
AppData\Roaming\Microsoft\Credentials
Läuft bei mir ohne Probleme – evtl. hilft es dem Einsender.
Viele Grüße
Thomas
Hi Thomas
Danke für den Input. Da werde ich definitiv die redirections.xml nochmals anpassen. Du hast aber bei der FSLogix GPO "Roam Identity" auch ausgeschaltet, richtig? Die bringt ja dann nichts meines Wissens.
Hi Werner,
nein, Roam Identity ist bei mir "enabled"
Gruß Thomas
Wenn die Sessionhosts hybrid joined sind, dann sollte man auch laut Microsoft das RoamIdentity auf deaktiviert belassen und die WAM Credentials vom Profil ausschließen. Auf den hybrid joined Sessionhosts wird dann mit PRTs gearbeitet.
Meine Damen und Herren
die Küche freut sich, Ihnen heute ein besonders raffiniertes Gericht präsentieren zu dürfen. Es ist das Ergebnis jahrelanger Forschung, unzähliger Patchdays und einer Unternehmensphilosophie, die das Warten zur Kunstform erhoben hat.
Denn wer – in einem Anfall von gefährlichem Optimismus – Outlook startet, bevor das Profil vollständig geladen ist, wird mit einem weissen, leeren Fenster belohnt. Einem Fenster, das so leer ist wie die Hoffnung auf einen schnellen Microsoft-Fix. So weiss wie das Blatt Papier, auf dem die Dokumentation stehen sollte.
Microsoft hat es erneut geschafft, ein Ökosystem zu erschaffen, in dem die eigenen Produkte – Server 2025, Outlook 365, Teams, AAD – sich gegenseitig so zuverlässig blockieren wie Konkurrenzprodukte von Erzfeinden.
Die Lösung? Warten Sie 20 Sekunden. Und wenn das nicht hilft: Warten Sie auf den nächsten Patch. Der erscheint voraussichtlich dienstags – und führt drei neue Timing-Probleme ein.
Wir haben deswegen nach einer Migration auf Office365 Fslogix beim Kunden abgeschafft.
Darf man sich während einer Migration noch um solche unnötigen Bugs kümmern.
Zum Glück war das kein großes Thema weil die ohnehin grundsätzlich auf Netz Laufwerke speichern.
Danke MS
Sind die Worker Entra Id hybrid joined bzgl. "PRT" (Primary Refresh Token).
Hi JanM
Das verstehe ich nicht ganz. Kannst du mir mehr Details geben?
Die Server müssen im Entra hybrid joined sein, registered könnte auch zu Problemen führen.
https://entra.microsoft.com -> Entra ID -> Geräte -> euer Server vorhanden?
Ja -> Verknüpfungstyp / Join type = Microsoft Hybrid joined (=OK)
Ja -> Verknüpfungstyp / Join type = Microsoft Entra registered (=Schlecht)
Im Endeffekt wie Thomas es beschreibt. Ich würde immer per Entra Connect Sync oder Entra Cloud Sync die User aus dem Active Directory zu Entra Id synchronisieren und ebenfalls die Geräte Entra hybrid joinen.
Bei Connect sync müssen dafür nur die Devices im Sync Scope sein und der Hybrid Entra Id join konfiguriert sein. Beim Cloud sync geht das vorerst nur per Entra Kerberos Hybrid join, was zurzeit noch in preview ist (https://learn.microsoft.com/en-us/entra/identity/devices/how-to-hybrid-join-using-microsoft-entra-kerberos).
Hi JanM
Danke fürs präzisieren. Ich werde das testen.
Ein Ansatz könnte sein je nachdem seit wann das Problem besteht mit dem Semi Annual Channel von O365 statt dem aktuellen