Es "rappelt" bei LibreOffice, aber auch zwischen NextCloud und ONLYOFFICE

Stop - PixabayImmer wenn Du denkst, es kann nicht mehr schlechter werden, wird es schlechter. Es gibt derzeit ein Momentum, dass Europa sich aus der Abhängigkeit von Microsoft mit Office befreien könnte. Und dann beharken sich diverse Entwicklerteams in alternativen Projekten. ONLYOFFICE ist wegen der Euro-Office-Initiative "verschnupft" und lässt die Partnerschaft mit NextCloud "ruhen". Und die Document Foundation, für LibreOffice verantwortlich, setzt ihre eigenen Gründer vor die Tür, heißt es. Ergänzung: Die Document Foundation hat diese Erfordernisse inzwischen, nachvollziehbar, begründet.

Euro-Cloud und ONLYOFFICE-Zwist

Ein Industriekonsortium, unter Führung des Cloud-Anbieters und Hosters IONOS, sowie dem Entwickler der Nextcloud, haben eine Kooperation zur Entwicklung einer europäischen Office-Alternative zu Microsoft Office angekündigt. Im "Sommer" 2026 soll es so weit sein, das eine als "Euro-Office" bezeichnete Open Source-Lösung verfügbar ist. Das Ganze setzt dabei auf bereits vorhandenen Bausteinen auf (siehe meinen alten Beitrag OnlyOffice – ein Office aus Lettland) und forkt ONLYOFFICE. Ein Fork deshalb, weil der Eigentümer bei ONLYOFFICE wohl aus Russland stammt. Ich hatte das Projekt kürzlich im Beitrag Konsortium um IONOS und Nextcloud plant "Euro-Office" erwähnt.

Es gab aus der Leser die Frage, warum man nicht LibreOffice verwendet, und ich hatte einige Antworten aus "dem Munde" des Industriekonsortiums gegeben (veraltet, kein Einfluss auf die Entwicklung etc.). Mit den neuen Informationen (siehe unten) kommt da aber ein weiterer "Spin" auf. Denn es gibt Zoff zwischen diversen Entwicklerteams rund um LibreOffice, Collabora, NextCloud sowie ONLYOFFICE.

Ich hatte die Tage im Artikel ONLYOFFICE: Lizenzverletzungen bei Euro-Office? aber eine Information von ONLYOFFICE berichtet. Das Unternehmen wies in einer Informationen darauf hin, dass ONLYOFFICE zwar Open Source sei und auch geklont werden könne. Aber es gelte die AGPL, und diese sei vom Euro-Office-Konsortium einzuhalten. Ich hatte die Details aufgezeigt und gefragt, ob sich da "juristische Abgründe" auftun – ohne das Ganze final bewerten zu wollen.

Hat einige Leser – und auch Leute von Euro-Office "verschnupft". Hier im Blog kam der Vorwurf einer einseitigen Berichterstattung auf, und das sei doch alles längst geklärt. Ja, dass Konsortium hat vorab eine Stellungnahme der Free Software Foundation (FSF) eingeholt, dass ein Fork möglich sei. Hatte ich auch nicht anders erwartet und im Artikel nicht angezweifelt. Die Kernfrage für mich war eher: Schafft dass Konsortium die AGPL einzuhalten und kann ONLYOFFICE der Initiative Knüppel zwischen die Beine werfen?

Euro-Office AGPL-Statement

In obigem Tweet hat sich ein Mitarbeiter von IONOS über seinen privaten BlueSky-Account gemeldet und schreibt, dass die Vorstellung, dass die AGPL-Interpretation von ONLYOFFICE gelten soll, von NextCloud und IONOS sowie der Free Software Foundation angezweifelt werde. Ich lasse das schlicht im Raum stehen und bin damit fein – wenn die ONLYOFFICE-Sichtweise falsch ist, gut, wenn ONLYOFFICE Recht behält, nicht gut für Euro-Office.

Jedenfalls scheint da ein "Tischtuch zerschnitten", so meine naive Interpretation als außenstehender Beobachter. Zum 1. April 2026 stieß ich bei neowin.net auf den Artikel ONLYOFFICE suspends Nextcloud partnership for forking its project without permission. Basis dieses Artikels ist der ONLYOFFICE-Beitrag ONLYOFFICE flags license violations in "Euro-Office" project by Nextcloud and IONOS. In diesem Artikel stellt ONLYOFFICE "einen offensichtlichen und schwerwiegenden Verstoß gegen die Lizenzbedingungen von ONLYOFFICE sowie gegen etablierte Grundsätze des internationalen Urheberrechts" beim Euro-Office-Projekt fest.

Erst wenn die vollständige Einhaltung sichergestellt ist, sei man bei ONLYOFFICE bereit, die unrichtigen und irreführenden Aussagen über ONLYOFFICE, die im Zusammenhang mit diesem Projekt gemacht wurden, anzusprechen und zu erörtern. Neowin.net schreibt, dass ONLYOFFICE seine achtjährige Partnerschaft mit Nextcloud ausgesetzt habe und  als Grund dabei auf Lizenzverletzungen durch den Fork verweist. Die entsprechende Mitteilung von ONLYOFFICE findet sich hier.

Die Partnerschaft zwischen dem ONLYOFFICE-Entwickler Ascensio System SIA aus Lettland und Nextcloud ermöglichte es Nextcloud-Nutzern, Office-Dokumente direkt in ihrer eigenen Instanz zu bearbeiten und gemeinsam daran zu arbeiten. Das sei für Selbsthoster von großer Bedeutung, schreibt neowin.net. ONLYOFFICE wurde gegenüber LibreOffice/Collabora bevorzugt, da es native Kompatibilität mit Microsoft-Office-Formaten (DOCX, XLSX, PPTX) und eine überlegene Browser-Performance bot. Jetzt hat man diese Partnerschaft ausgesetzt – was zwar gegenwärtige Softwarestände bei Nextcloud-Nutzern nicht tangieren soll, sich aber auf künftige Entwicklungen auswirken könnte. Das hört sich für mich alles nicht nach "Harmonie" an.

Auch LibreOffice am Abgrund?

Am Samstag bin ich von einem Blog-Leser über X auf einen weiteren Brandherd hingewiesen worden (danke dafür). Es gibt die in Berlin ansässige Document Foundation, eine gemeinnützige Stiftung mit Florian Effenberger als Executive Director. Persönlich kann ich nichts negatives über Florian Effenberger sagen. Die Erfahrungen stammen aber auch aus einer Zeit, als ich meine 1.300 Seiten Schwarten über OpenOffice.org geschrieben habe und es Berührungspunkte gab (OpenOffice.org war ja der Vorgänger von LibreOffice, den Fork gab es, als Knatsch mit Oracle aufkam).

Dann gibt es noch Collabora, ein in Großbritannien als Organisation angesiedeltes Entwicklerteam, dass  eine leistungsstarke Online-Suite zur Bearbeitung von Dokumenten bereitstellt. Collabora war im Board der Document Foundation vertreten und hat wohl mit Collabora Productivity, in dem die ursprünglichen LibreOffice-Entwickler angesiedelt sind, die Hauptlast in der Code-Erstellung von LibreOffice getragen. Laut diesem Forenbeitrag stammt die Hälfte des gesamten Programmcodes von Collabora-Mitarbeitern.

Im April 2026 ist es dann wohl zum Eklat zwischen der Stiftung (TDF, The  Document Foundation) und Collabora gekommen. Zitat aus dem Forenbeitrag:

Im April 2026 hat die Document Foundation über 30 der wichtigsten Entwickler und Gründungsmitglieder aus ihren Gremien ausgeschlossen. […] Die Begründung? Neue "Community Bylaws", die im Januar 2026 verabschiedet wurden und besagen, dass niemand mitentscheiden darf, dessen Arbeitgeber in einen Rechtsstreit mit der Stiftung verwickelt ist.

Da die TDF zeitgleich selbst rechtliche Schritte gegen Collabora eingeleitet hat, war die Falle perfekt: Erst verklagt man den Partner, dann schließ man seine Leute mit Verweis auf die Klage aus.

Der Forenbeitrag, sowie die Kopie hier, zeichnen die zeitliche Entwicklung und viele Details auf. Mir ist dabei auch die kürzlich wiederbelebte LibreOffice Online (LOOL) "als totes Pferd" untergekommen (hatte ich im Beitrag LibreOffice 26.2.1 verfügbar mal erwähnt).

Ich kann die Feinheiten dieser Entwicklung nicht werten, da ich in die Details nicht involviert bin. Nebulös wird im oben erwähnten Blogbeitrag etwas von vorgeschobenen steuerrechtlichen Gründen der Document Foundation erwähnt. Ergänzung: In nachfolgenden Kommentaren wird auf den Beitrag Setzen wir der Spekulation ein Ende eines The Document Foundation (TDF) Mitglieds mit deren Sichtweise verlinkt. Ist nachvollziehbar für mich, klingt aber nicht gut für die Zukunft von LibreOffice.

Und wenn wir dann alles erfolgreich zerlegt haben, wenden wir uns wieder Microsoft 365 zu. Darauf ist wenigstens Verlass, und wenn es Bugs, und Gimmicks sind.

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66 Kommentare zu Es "rappelt" bei LibreOffice, aber auch zwischen NextCloud und ONLYOFFICE

  1. Yumper sagt:

    Ist doch typisch
    "Und wenn wir dann alles erfolgreich zerlegt haben, wenden wir uns wieder Microsoft 365 zu. Darauf ist wenigstens Verlass, und wenn es Bugs, und Gimmicks sind."

    Sehe das nicht anders – Limux München ging genau aus diesem Grund den Bach herunter. Das ging teilsweise so weit, dass Mitarbeiter zu Hause unter Windows Ihre PDF Dokumente bearbeitet haben.

    • Thomas sagt:

      Und auch in Schleswig-Holstein wird das passieren. Dort setzt man auch auf Libreoffice. Man weiß aber schon das man Millionen versenkt hat.

      • FriedeFreudeEierkuchen sagt:

        Ich habe sehr, sehr selten User getroffen, die Word oder Excel so weit ausreizen, dass ihnen mit den freien Alternativen etwas fehlt.
        Mir fallen vor allem bei Excel einige Dinge ein, nur bin ich selbst in unserer Firma, in der Excel mit fortgeschrittenen Funktionen genutzt wird, ein Exot mit diesen Features. Und selbst in Gesprächen mit erfahrenen Usern habe ich noch keinen gefunden, der damit gearbeitet hat.
        LibreOffice und Softmaker Office decken alles ab, was normale Menschen brauchen. Textmaker ist mir dabei lieber als Word, da es eine viel bessere Rechtschreibkontrolle enthält.
        Die Verwendung von LibreOffice mit "Scheitern" zu verbinden, zeigt sehr wenig Kenntnis.

      • Chris Thornett sagt:

        PDF support is fine on LibreOffice and Collabora Online / Collabora Office Desktop. The interoperability problems stem from Open XML, Microsofts own so-called open document format which makes compatibility a challenge. Collabora runs continuous crash-test / fuzzing with ten of thousands of problem MS documents to pinpoint and fix issues constantly. With governments beginning to mandate use of OpenDocument Format (ODF) that issue begins to go away. Schleswig-Holstein has already done that.

        Also, the S-H project is being supported by Collabora, and you need professional support and maintenance in place for these big projects, so the idea it's all going to collapse "because it's happened in the past" seems very pessimistic. I work for Collabora and we have huge projects using Collabora Online, including networks of universities, the European Commission, the Austrian Armed Forces, and many more.

    • FriedeFreudeEierkuchen sagt:

      Über die Ursachen des Linux Debakels in München gibt es sehr verschiedene Ansichten. Bisher wurde in erster Linie die Einsparungen bei der IT-Abteilung als Ursache identifiziert. Ein großer Rollout bei begrenzten Ressourcen funktioniert nie.
      Es gibt unter Linux schon lange Tools, um PDFs zu bearbeiten. Wie der genaue Funktionsstand damals war, kannst weder du, noch ich sagen. Wenn Mitarbeiter PDFs daheim bearbeitet haben, heißt das nicht zwingend, dass Linux versagt hat. Entweder wollten Mitarbeiter PDF wie ein Word-Dokument verwenden (was nicht gut funktioniert) oder die IT-Abteilung hat den MA die nötigen Tools nicht erklärt / zur Verfügung gestellt.
      "Ist doch typisch" – na ja…

      • Gänseblümchen sagt:

        Zumindestens seit ein paar Jahren kann man in Word (365) PDFs öffnen und bearbeiten und in beliebigen unterstützten Dateiformaten einschließlich PDF wieder speichern. Bis auf die getätigten Änderungen sieht das erzeugte PDF nicht anders aus als das Original.

  2. Jonathan sagt:

    Sehr schade. Aber leider irgendwie typisch für die OpenSource-Community… Microsoft hat seine verbuggten, unsichere Software und gibt einen F*** auf Datenschutz – die freien Alternativen dagegen zerlegen sich laufend in abstrusen Grundsatzdiskussionen und persönlichen Animositäten….

  3. Christian Krause sagt:

    Der einzige, der hier noch richtig jubeln kann bei all den Zankereien ist Günter. Dem gehen die Themen so schnell nicht aus.
    Mit einem Zwinkersmiley:
    Frohe Ostern

    • Günter Born sagt:

      Dass mir die Themen ausgehen, glaube ich kaum – zur Not schreibe ich die Finger im Reiseblog wund. Hier mal eine Impression von vorletztem Wochenende aus dem Seniorenblog (Mandelblüte in der Pfalz – Rosa Frühling an der Weinstraße (März 2026)) – Reiseblog habe ich noch nicht geschafft.

      Mandelblüte 2026 in der Pfalz

      Ich arbeite hart am Unruhestand. Und zum IT-Blog: Eher sterben mir hier die Leser weg, da die in den KI-Zusammenfassungen hängen bleiben (sehe das seit Nov. 2025 deutlich an den täglichen Besucherzahlen, nicht an den Seitenabrufen). Mal schauen, wo die Talsohle mit der harten Kernleserschaft, die sich das noch an tut und Texte liest, liegt. Der Plan sieht ja vor, dass ich die Kernleserschaft noch bis mind. Ende 2028 bespaße. Die Prognosen der Experten besagten, dass KI 2027 die kleinen Blogs endgültig killt. We will see …

      • robbi sagt:

        Huch, Marzipan aus der Pfalz?

        Ich glaub ich muss umziehen (ins Paradies 😋👌)

        • Günter Born sagt:

          Wäre überlegenswert, Elsass ist nah. Ich werd es wohl nicht packen, da der Taunus vor der Tür, der Rheingau um die Ecke und die Pfalz eine gute Autostunde entfernt beginnt, aber auch Bergstraße, Odenwald, Spessart, Westerwald etc. in diesem Radius liegen.

      • John sagt:

        Bitte noch nicht aufhören! Mit noch frischen 50 halte ich noch ein bisschen 😉
        Ein Rückgang der Leserzahlen ist aber wirklich traurig. Ich finde die Zusammenstellung der Themen hier sehr gut und vieles läuft mir bei meinen sonstigen Anlaufstellen sonst nicht über den Weg.
        Aber ja, originale Inhalteanbieter haben es schwer. Ein Kollege (30) jammert, dass ihm Chat-GPT keine korrekten Steuertipps für Grenzgänger gibt und meine Mutter (70) folgt vor allem Influenzern auf Tik-Tok die über News "berichten". Da soll ich mir dann immer schlechte Videos anschauen um zu merken, dass ich den Inhalt vor Wochen bereits besser hier, bei Golem oder sonstwo gelesen habe 😐
        Beide weigern sich strikt Mal selbst auf die Suche nach lesenswerten Inhalten zu gehen.

        • Gänseblümchen sagt:

          Das ist in der Tat ein Problem, die Leute recherchieren nicht mehr selbst und verlassen sich immer "auf die eine Quelle" die mal ein Ergebnis geliefert hat, was denen in den Kram passt. Und dann ist das halt eben auch mal die KI deren Trainingsdatenbank nicht tagesaktuell ist und teils auch noch irgendwie gefärbt ist, womit ich z.B. Grok meine, das inhaltlich von Musk geprägt ist. Auch den Blog hier sollte man aber nicht als "single point of information" nutzen, er kann wegen der Personalstärke nicht alle Themen immer tagesaktuell abdecken.

  4. Lalü Lala, die Veganer -Polizei ist da !!! sagt:

    Es rappelt noch wo anders: D-Trust Zertifikate: bis Oszermontag 17:00.

    BSI "Weisheiten" äh Seiten "untrusted" by apple.

    Wenn das "Neuland" zweimal klingelt.

    Ps.: Ein Mecedes Vito mit AHK (ex BSI steht zum Verkauf).

  5. Tobias sagt:

    Naja, in Unternehmen wird das von oben nach unten bestimmten. In FOSS offen Diskutiert. Wie in jeder Familie gibt das Streit. Auch kann es Brüche geben. Das liegt nun mal in der Natur aber keiner wird jetzt erst Mal Familien verteufeln. Dominante Strukturen finden meistens nur die Profiteure gut. ;-)

  6. Tomas Jakobs sagt:

    Ein schöner Zeitpunkt, um auf die Nextcloud-App "Edit Files with Libreoffice" von Allotropia hinzuweisen:

    https://blog.jakobs.systems/micro/20211016-edit-files-with-libreoffice/

    Diese öffnet Office-Dokumente direkt mit einem lokal installierten Libreoffice und nicht mit den Online-Office Versionen, die dauerhafte (und halbwegs stabile und performante) Internetverbindungen zum Server benötigen. Dafür gibt es kein simultanes, gemeinsames Bearbeiten, was bei mir eher selten bei Office-Dokumenten zutrifft. Dann schon eher bei Markdown-Textdateien, wo es bessere Tools zu gibt.

    Insgesamt muss ich sagen, dass ich Office-Dokumente eher selten nutze. Meist dann, wenn ich mit Kunden interagiere. Für mich selbst nutze ich seit vielen Jahren einen Markdown-LaTeX-pandoc-PDF-Workflow. Siehe dazu mehr in meinem eigenen ISMS-Dokumenten-Workflow, den ich daraus abgeleitet habe:

    https://codeberg.org/tomas-jakobs/isms-document-workflow

    • Tom sagt:

      Ja, für kleine und mittlere Unternehmen ist das sicher eine gute Lösung. Dort kann man sicherstellen, dass LibreOffice auf allen Clients installiert ist. Und das ist auch sicher die primäre Zielgruppe.

      Aber hier kommt Nextcloud als Cloud Lösung im Verein zum Einsatz. Damit primär Vorstand und Trainier eine gemeinsame Basis haben. Da kann und will ich nicht vorschreiben, dass alle LibreOffice installiert haben. Hier ist das primäre Ziel, dass alle immer und von überall auf die Daten Zugriff haben und sie auch bearbeiten können. Da ist dann eben eine Web basierte Cloud Lösung von irgendeiner Office Anwendung die ideale Lösung.

    • FriedeFreudeEierkuchen sagt:

      Was ist der Vorteil gegenüber der lokalen Bearbeitung über den NextCloud Filesync? So spontan verstehe ich den Vorteil nicht.

  7. Lantanplan sagt:

    Ich sach einfach mal so, dass auch diese Suppe nicht so heiß gelöffelt wird, wie sie serviert wird. Aber richtig ist auch, dass solche Streitereien weder dem Ansehen noch der Verbreitung helfen. Dass andere dann lieber bei MS 365 bleiben, nachvollziehbar.

  8. M sagt:

    Eine klitzekleine Korrektur nötig: die Ascensio System SIA hat ihren Sitz in Riga, der Hauptstadt von Lettland (und nicht Litauen)

    • Günter Born sagt:

      Danke, Asche auf mein Haupt (stand sogar im verlinkten Erstbeitrag im Titel). Hab es korrigiert. Fight gegen Viren zieht zu viel Ressource, ab. Hoffentlich gibt es keine Spätschäden … obwohl man in unserer Zunft sagt "Virenbefall, alles kompromittiert, kannst Du nur noch wegschmeißen".

  9. Luzifer sagt:

    Ist doch das typische Hauptproblem warum OpenSource und Linux on Desktop unter ferner liefen laufen!

    Würden die Entwickler dieser sich zusammentun, anstatt aus lauter Egomanie sich zu fragmentieren, würden die MS hinwegfegen, schon aufgrund der Manpower… so ist es eben wie es ist seit über 40 Jahren: Dieses Jahr wird das Jahr … ganz bestimmt… hahaha

    Da bleib ich doch bei MS OnPrem Produkten, haben sicher ihre Macken, aber die kann ich sicher handeln, ohne ständig von zänkischen Ergomanen reingekrätscht zu kriegen. Es läuft einfach! OnPrem, kann MS auch nix abziehn, auch die Dienste mit den 3 Buchstaben nicht.

    @die Open Source Community: Ihr verkackt es euch doch immer wieder selbst!
    Dabei wär das Potential tatsächlich vorhanden.

    • Anonym sagt:

      Das ist doch in letzter Zeit ständig und nicht nur bei Open Source so.
      Du machst etwas anders oder bist anderer Meinung als ich?
      Dann will ich mit dir nichts mehr zu tun haben, denn nur ich mache es genau richtig und alles andere ist falsch und gehört verachtet und geächtet!

      • Frank sagt:

        Das allseits bekannte Problem bei Linux, aber eben auch bei diversen Open-Source-Projekten. Sieht man stellenweise ja selbst bei etwaigen Projekten auf Github, Gitlab usw… Da bashen die sich gegenseitig ins unermessliche, bis vielleicht irgendeiner die Segel streicht.

        Linux ist auf dem Desktop zu stark fragmentiert und dadurch scheitert es. Hat man sich heute für ein Linux entschieden, ist es morgen schon wieder besch***en, weil irgendwer sich von XYZ losgelöst hat und jetzt sein eigenes Süppchen kocht und DAS Linux bringt.

        Das erinnert an die TBBT-Folge im Comicbuchladen mit den weiblichen Protagonistinnen.
        F: "Wer ist der beste Comicheld?" A: "Psst, willst Du hier eine Schlägerei anzetteln"

      • noway sagt:

        Ja, besonders schlimm wird es, wenn sie Politik oder Ideologie in ihre Projekte bringen, wo es eigentlich nur um gute Software gehen sollte. Passt von dem einen Typen, der guten Code liefert, die Nase nicht oder hat er irgendwann mal etwas Falsches gesagt, fliegt er raus. Dann macht er vielleicht noch einen Fork, aber das Projekt ist insgesamt geschwächt und fragmentiert. So wird das nichts. Grundsätzlich sind unix-artige /-basierte Systeme überlegen und wie erfolgreich sie sein können, zeigen iOS, Android und MacOS. Man könnte vergleichbar Mainstreamtaugliches auch in frei und Open Source machen, wenn die Befindlichkeiten nicht wären. Und so bleibt es Nische, was für Server und eine Minderheit an Anwendern.

    • R.S. sagt:

      Genau das macht den Umstieg auf Linux auch so schwer.
      Das ist einfach viel zu fragmentiert.
      Schon vor vielen Jahren habe ich mich kurz mit Linux beschäftigt, es dann aber wegen der starken Fragmentierung wieder aufgegeben.
      Was für eine Distro nehme ich?
      Eine der bekannteren wie z.B. Fedora, Ubuntu, Debian, Mint, Suse?
      Oder doch eine etwas unbekanntere Distro wie z.B. Arch, Zorin, Pop!, Kali?

      Nirgendwo gibt z.B. eine Vergleichsmatrix, was welche Distro kann und was nicht, was wie unterstützt wird und was nicht, etc.

      Eine uralte Weisheit, die hier voll zutrifft: Viele Köche verderben den Brei.

      Und das betrifft auch den OpenSource Bereich und auch Officelösungen.

      • FriedeFreudeEierkuchen sagt:

        "Genau das macht den Umstieg auf Linux auch so schwer.
        Das ist einfach viel zu fragmentiert."
        Was genau wird dadurch schwer? Und worin genau liegt deiner Meinung nach die Fragmentierung und worin das Problem? Probleme durch Fragmentierung sind weitgehend obsolet. Flatpak und AppImages haben sich als universelle Paketierungen stark durchgesetzt. Es gibt nur sehr selten Pakete, die nur auf einer Debian-basierten Distro laufen. Und auch dafür gibt es inzwischen mit DistroBox & Co einfache Lösungen.
        Der Wechsel auf Linux ist ziemlich einfach, solange man keine super-spezielle Software oder exotische Hardware braucht. Ich bin professioneller Nutzer. Mein Hauptgerät läuft schon seit zwei Jahren produktiv unter Linux. Für einige restliche Windows Anwendungen nutze ich entweder Wine oder eine kleine VM.
        Mein Nutzungsfeld ist breit: Entwicklung, Mediengestaltung (Web, Layout, Audio, Fotografie) und Computer-/Netzwerk-Administration. Echte Probleme hatte ich noch keine, nur an manchen Stellen keine Zeit, meinen Workflow an andere Software anzupassen. Dafür habe ich dann entweder meine Wine Umgebung oder eben die erwähnte Windows VM.

        "Nirgendwo gibt z.B. eine Vergleichsmatrix, was welche Distro kann und was nicht, was wie unterstützt wird und was nicht, etc."
        Die c't hat vor ca 2-3 Jahren einen grafischen "Linux Fahrplan" erstellt.
        Dei meisten Distros bieten Live-ISOs zum problemlosen Ausprobieren an. Liegt mir mehr Gnome, KDE, Cinnamon, …? Einfach ausprobieren.
        Einsteiger fangen am besten mit Ubuntu an. Nicht weil das so wahnsinnig toll ist, sondern weil man dort mit Anleitungen tot geworfen wird. Wenn einem dann Canonical aus dem Hals raus hängt, ist der Umstieg nicht wirklich schwierig.

        "Eine uralte Weisheit, die hier voll zutrifft: Viele Köche verderben den Brei."
        Nein: Linux ist nicht vorgekauter Standard wie Windows und MacOS. Sondern jeder kann nach seiner eigenen Vorstellung glücklich werden. Da es inzwischen viele Standardisierungen gibt, haben wir auch nicht mehr das alte Fragmentierungsproblem. Nach Jahrzehnten in der Microsoft Welt, mit kurzem Ausflug in die Apple Welt, war der Umstieg nicht schwierig. Und viele Dinge gehen jetzt auf einmal deutlich einfacher wie vorher.

        "Und das betrifft auch den OpenSource Bereich und auch Officelösungen."
        Für mich eine seltsame Vorstellungwelt. Es gibt doch auf allen System eine Vielfalt an Programmen. Die Welt besteht nicht nur aus Word, Excel, Photoshop. Ich suche mir gerne das genau für mich passende Programm aus und freue mich über Alternativen.

      • Ottilius sagt:

        Ich sehe da eher eine gewisse Bequemlichkeit, um nicht zu sagen Faulheit ausgehen.

        Ist schon komisch: bei Windows ist stundenlangen Frickeln, Fehlersuche und was weiß ich alles, völlig normal.

        10min Recherche, welche Distribution was sein könnte, ist dagegen viel zu viel.

        Nimm einfach Linux Mint, das würde hier im Blog schon mehrfach erwähnt und dank mir später.

  10. TO sagt:

    Verstehe gar nicht, warum den .docx kompatiblen Editoren so viel Aufmerksamkeit beigemessen wird. Ja, für juristisch valide Dokumente braucht es sowas, damit am Ende .PDF-Papier erzeugt werden kann. Aber im Alltag, wenn es um Inhalt geht, werden sich Block-Editoren durchsetzen. Gewinnen wird das System, das beides beherrscht. Ist das irgendwo zu sehen?

    • Tom sagt:

      DOCX und Co. war und ist es praktisch auch heute noch der De-facto-Standard in Enterprise Umgebungen. Da gibt es einfach vor allem im Excel Umfeld viele historisch gewachsenen ultra komplexe Dokumente, dazu tiefe Integrationen in andere Systeme wie SAP usw. Beides macht es den Alternativen so schon schwierig, Nutzer im Enterprise Umfeld aus dem MS Office Lager abzuwerben. Wenn du dann eine schlechte Kompatibilität zu DOCX und Co hast, ist das fast schon ein Totschlag Argument.

      • Thomas D sagt:

        Jein. Es ist der defacto Standard, aber wir sind gerade mit einem ganzen Konzern auf Google Apps umgestiegen. MS Office ist schon besser, aber im Wesentlichen hat es funktioniert.
        Ist nicht für alle was, aber die meisten kämen auch ohne 100% Kompatibilität zurecht.

        • Lantanplan sagt:

          Ist das nicht vom Regen in die Traufe? Zumindest beim aktuellen Zustand der USA. Wenn Trumpie-Boy richtig Druck macht, und die US-Konzerne ihre Dienste "einschränken, müsste auch Google sein Büro "schließen.

  11. mw sagt:

    Bei allen diesen Office Projekten sind handfeste komerzielle Interessen im Spiel. Das ist nicht die Community, die sich selbst zerlegt, das sind die Unternehmen, die dort mitspielen und Entwicklungskapazität bereitstellen, Stiftung hin oder her. Dann kommt noch die Verbohrtheit der Entwickler hinzu, die glauben, das Maß der Dinge zu sein und jeder User hätte alles genauso zu sehen, wie sie selbst. Das fällt bei GNU/Linux besonders auf, wo die embedded Systeme von den Entwicklern oft nicht verstanden werden, geschweige denn überhaupt in die Diskussion einfließen. Die goldenen Zeiten (nicht finanziell, sondern glänzend gemeint) sind vorbei. Dabei täte es so sehr Not eine europäische Alternative zu MS Office zu haben. Aber allein der Russenhass bewirkt, daß eine Zusammenarbeit auf Sachebene nicht möglich ist. Ich habe mit russischen Entwicklern ausnehmend gute Erfahrungen gemacht und arbeite noch heute mit ihnen zusammen, auch wenn mir das die EU maximal schwer macht. Sie können wirklich nichts dafür, wenn Staatenlenker nicht in willens oder nicht fähig sind, Konflikte durch Diplomatie zu lösen

  12. Markus sagt:

    Vermutlich fällt es den Entwicklern von solchen OpenSource-Projekten oft schwer mit anzusehen, wie ein neuer Dritter die Sache monetarisiert. Alle Arbeitsplätze der Verwaltung von Deutschland und vielleicht auch Europa als Zielgruppe – klingt doch nach einem guten Deal ;-)

  13. Matze sagt:

    „TDA mit Sitz in Berlin"
    Erinnert mich irgendwie an die Berliner Politik: von Nichts eine Ahnung, aber überall mitreden wollen.
    Wenn Bürokraten entscheiden…

  14. Anonym sagt:

    https://listarchives.libreoffice.org/de/discuss/2026/msg00023.html ist lesenswert, die Sache ist wohl etwas anders als vermutet

  15. Grimeton sagt:

    Systemd war der erste Angriff auf Open Source und sein Modell und der wurde erfolgreich durchgezogen. Ganz besonders wie man Gnome mit SystemD verwoben hatte, hat letztlich dazu geführt das viele Distributionen quasi plötzlich und über Nacht umgestiegen sind.

    Das war der Türöffner, die Vorlage die man benötigte um zu sehen wie man die Nerds angreifen, ausspielen und so manches Projekt von innen übernehmen konnte. Egal ob Mozilla nur noch nebensächlich Browser herstellt [1], man Xorg einfach versucht abzuwürgen bei der FDF/RedHat und sogar soweit geht das sie die letzten merge requests löschen [2][3], bis hin zu diesem Drama.

    Viele der Projekte sind mittlerweile mit Ideolog:*,;-$#aussen besetzt und von komischen Regeln durchzogen die nach und nach alle Mitglieder vertrieben haben. Die Vorstandswahl bei OpenSuSe war auch so eine Lachnummer. Hat sich einfach niemand mehr gemeldet.

    Es ist so traurig das die Nerds das mit sich machen lassen, mal abwarten wohin es noch führt.

    [1] – https://blog.mozilla.org/en/mozilla/mozilla-brand-next-era-of-tech/

    [2] – https://www.theregister.com/2025/06/20/new_version_of_xorg_x11/

    [3] – https://www.phoronix.com/news/X.Org-Server-Lots-Of-Reverts

  16. Markus sagt:

    Lizenzrecht ist ein Punkt, Uneinigkeit zwischen Entwicklern ein anderer.
    Den ersten Punkt möchte ich nicht kommentieren, da ich zu wenig Einblick habe.
    Die Uneinigkeit gehört nach meinem Verständnis zu einem demokratischen Entwicklungsprozess. Das ist nun mal keine Firma in der ein Chef entscheidet was entwickelt werden soll.
    Ich habe bisher Slackware, Susu, Debian, Ubuntu, Fedora, Redhat und MX Linux genutzt. Alle haben funktioniert und waren deutlich schneller und stabiler als Windows. Für die Steuersoftware und die in der Regel besseren Scanprogramme verwende ich immer noch Windows. Darüber hinaus benötige ich Windows für zugesandte MS Office Dokumente, da die Konvertierung fast nie exakt funktioniert.
    Eine Fragmentierung sehe ich bei Linux nicht. Bei fast jeder Distribution kann ich mir die Wunschoberfläche heraussuchen. Das kann z.B. auch ein Nachbau von Windows XP sein. Die technischen Details im Unterbau und wo genau die Konfiguration liegt ist für die Anwendung unwichtig.

  17. noway sagt:

    Für mich privat ist es egal, ich nutze nach wie vor am liebsten Office-Lösungen von vor 20 Jahren. Für Unternehmen ist es halt sehr schade, dass sie so weiterhin im Würgegriff von Microsoft bleiben und jede Zumutung von denen mitmachen müssen, weil deren Mist tatsächlich trotz aller täglichen Überraschungen aus Redmond immer noch die berechenbarste Option ist.

  18. xx sagt:

    Bei Libreoffice geht es nur um den Steuerstatus, das ist relativ simple im Vergleich zu Lizenz Problemen.

  19. Froschkönig sagt:

    Es ist offensichtlich noch komplizierter, wie sich die Freunde der gepflegten quelloffenen Textverarbeitungssoftware gegenseitig Steine in die Schuhe stecken, Stöcke zwischen die Beine und T-Träger gegen den Kopf werfen,

    Onlyoffice hat scheinbar eine fiese Falle in die AGPL-Lizenz eingenbaut, da gibts offensicht 2 Sonderregeln drin:

    – the obligation to retain the original product logo (Section 7(b));
    – the denial of any rights to use the copyright holder's trademarks (Section 7(e)).

    Beides schließt sich gegenseitig aus, damit wäre ein Fork garnicht mehr möglich. Da muss wohl erstmal geklärt werden, ob diese Regeln in der AGPL so überhaupt drin stehen dürfen.

    Siehe https://forum.golem.de/kommentare/opensource/microsoft-alternative-onlyoffice-wirft-euro-office-lizenzverstoss-vor/grob-falsche-darstellung-des-problems-golem/189043,7225671,7225671,read.html

    • Marc Senn sagt:

      Kann alles kaputt gehen LibreOffice, OpenOffice ist schon tot.
      Auch Linux kann auf 0.1% zurück, mir egal.
      Den nerven Linux user nicht mehr.
      Wo immer seehr lustig ist, wenn die win User am System runbasteln bis es passt, Ohh den sofort kommt zu Linux.aber unter Linux wird stundelang gebastel bis alles passt aber dort ist es egal.
      Da sind auch 50-60 foren einträge bei einem Problem ist egal, aber hat Windows ein Problemchen, was ist das nur für ein Doofes System,
      komm zu Linux da hat man kein probleme

      Also bei mir nur noch Windows und MS365. 😊😊😊Tja und wenn der Laptop nicht mehr will mit Win 13 tja den wird der Laptop verkauft an ein Linux user und ich kauf ein neuer Laptop weil bei mir immer die Regel 1 gerät also ein Handy ein tablet und ein Laptop fertig

    • robbi sagt:

      Kein Oxymoron.
      Dialektische Interpretation ist hier obligatorisch:

      ————————————————————————————
      Here is how you can practically comply with the ONLYOFFICE AGPLv3 Section 7 terms:

      1. Retain Original Branding in the Software:

      You must keep the original ONLYOFFICE logo and copyright notices visible within the software's user interface. Removing these is considered a breach of the license that automatically terminates your rights to use the code.

      2. Avoid Using the Brand for Your Own Marketing:

      While the software itself must show the logo, you cannot use the "ONLYOFFICE" name or logo to market your own version, service, or company.
      You should clearly state that your product is "Powered by ONLYOFFICE" or "Based on ONLYOFFICE technology" rather than calling it an ONLYOFFICE product.

  20. Nordnavigator sagt:

    Bzgl. des letzten Satzes des Artikels meine 2 Cent:

    Mein persönlicher DID/DUT vollzog sich ein bisschen anders als geplant, denn nach dem Ersetzen von M365 durch Libre Office musste ich feststellen, dass Calc in div. Tabellen "Gedenkpausen" beim Zellwechsel einlegt. Da ich jene Tabellen fast täglich brauche, war das schon nervig. Nicht unbenutzbar, aber nervig.
    Sicher besteht beim Abstellen von Abhängikeiten der "Königsweg" daraus, komplett auf Open Source zu gehen. Aber ganz generell darf es mMn durchaus auch proprietäre Software sein, nur dann halt nicht aus den USA… Ich nahm jedenfalls den aktuellen Fall zum Anlass, mir eine Vollversion von Softmaker Office zu gönnen und muss sagen: Man merkt beim Look&Feel, vor allem aber der Performance dann doch, dass manche kommezielle Lösungen ihren OpenSource-Pendants ein bisschen was voraus haben.
    Vielleicht als kleine Anregung. Statt "entweder MS oder Open Source" ggf. auch einen Mittelweg erwägen. :)

  21. McAlex777 sagt:

    Warum kommt es eigentlich so oft vor das solch *wirklich offensichtliche* UI-Bugs in OpenSource-Produkten vorkommen?

    https://i.ibb.co/RL93689/Bildschirmfoto-2026-04-05-um-22-42-04.png
    (schwarzer Hintergrund beim Overhovern von Menü-Icons unter MacOS)

    Hätte jemand das einfach nur mal 5min getestet, ich meine 5 … wie hätte das übersehen werden können? Das spricht Bände über Qualitätsicherungs-Prozesse …

    Aber nein .. solch ein Bug wird über Monate mitgeschleppt, über x weitere Versionen, und landet Monate Verzögert dann sogar im AppStore wo es bei zichtausenden Anwendern automatisch ausgerollt wird. Und wenn man sich als Anwender beschwert, wird die Frage in den Raum gestellt warum man noch keinen Bugreport geschrieben habe …

    • robbi sagt:

      Libreoffice is ja eher "oh gugge ma wir ham auch son Ding" Software.
      Wirklich professionell arbeiten tut damit eh keiner.
      Ausser ein paar knauserige Masochisten…

    • xx sagt:

      OpenSource funktioniert am besten wenn die Leute die es erstellen, es auch selbst nutzen. Denn OpenSource wird fast immer _nicht_ für User gemacht.
      Ausser eben diese klassische Kombination Firma+Community-Edition.

      Solche Bugs zeigen nur, wie schwach manche Code Zweige Verwendung finden, bzw. wie wenig Entwickler aktiv daran arbeiten. Würde es einen Entwickler geben der LibreOffice selbst unter MacOS verwendet und von dem Bug betroffen, wäre das Problem schnell gefixt.

      Die Codebasis von LibreOffice ist soweit ich weiß, schrecklich. Oracle hatte nachdem sie das Projekt übernahmen nichts besseres zu tun, als den Code mit Java kräftig zu mischen. Und das Projekt hat aktuell einfach deutlich zu wenige Entwickler.

      Also anstatt jammern, dass etwas nicht funktioniert, würden die Projekte mehr Unterstützung brauchen.

    • G.P.Burth sagt:

      wir haben dafür bei Microsoft Office 2024 das Problem, dass bei manchen Mitarbeitern und manchen Dateien manchmal (=wunderbar nicht-reproduzierbar) die Menüleiste inklusive Ribbons einfach nicht gerendert wird. Da ist sie, man bekommt bei Drücken der Alt-Taste auch die Tastenkombinationen angezeigt und sie belegt Bildschirmplatz, ist aber "leer".
      Drückt man Strg+N wird eine neue Datei geöffnet, bei der alles OK ist. Schließt man dann die "defekte" und öffnet sie erneut tut wieder alles.

      geht also nicht nur bei OpenSource…

    • Anonym sagt:

      Dem kann ich nur zustimmen. Es geht nämlich noch schlimmer: Nach der Installation von Linux Mint mit Cinnamon-Desktop werden die Icons in den Symbolleisten von Libre Office stets fehlerhaft dargestellt, und dass über mehrere Versionen von Mint hinweg. Da fehlen irgendwie die schwarzen Bestandteile sämtlicher Icons, so dass man quasi nix richtig erkennen kann. Da muss man erstmal in den Optionen von LO (welches unter Mint bei Version 24.2 feststeckt) eine funktionierende Konfiguration finden (Lösung: Symbolthema von Automatisch auf Colibre umstellen). Ein solch offenkundiger Bug ist extrem peinlich und absolute Negativwerbung.

  22. ere sagt:

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Nutzungsstatistiken für Office Suiten:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77226/umfrage/internetnutzer-verbreitung-von-office-software-in-deutschland/

    LibreOffice mit 2%, ONLYOFFICE, SoftMaker und andere bleiben Nischenprodukte, die noch nicht mal erwähnt werden.

    Die Streitereien führen zu nichts. Den Leuten (egal ob privat der Unternehmer) fehlt einfach die Akzeptanz, genau wegen solcher Streitigkeiten. Aber auch wegen fehlender Tools und Funktionsvielfalt.

    Ich habe selbst vor vielen Jahren ein kleines Tool geschrieben, das AGPL Code als Unterlage hatte. Und genau wegen dieser Lizenz musste ich die Veröffentlichung wieder einstellen. Wir werden also sehen, was die Gerichte entscheiden und wie das weitergeht.

    Meine persönliche Einschätzung: IONOS/NextCloud werden was halbherziges bauen, dass dann von der AGPL und ONLYOFFICE abgekoppelt sein wird. Sie werden aus meiner Sicht eigenen Code schreiben müssen um das Problem zum umschiffen. Und das kann Jahre dauern.

    Also abwarten, was aus den vollmundigen Vorhersagen wird, dass wir uns im Sommer 2026 auf ein erstes Release von Euro-Office freuen dürfen. Und bei LibreOffice? Von StarWriter->StarOffice->OpenOffice->LibreOffice-> ??? Mal sehen was dann kommt.

    Microsoft und Google gehen dann mal mit den großen CEOs in Europa eine Runde Golf spielen, dann ist das Ganze wieder geklärt…

  23. Andre sagt:

    Ich muss beruflich mit 365 arbeiten und kann nur sagen, das ist nicht mehr die alte gute Microsoft-Welt. Für mich sind Alternativen jetzt viel produktiver. Ich meine, schauen Sie sich nur den neuen Filedialog mit der schrecklichen Onenote Integration an. Du findest Deine Dateien nicht mehr. Und Microsoft Projekt als 365 Version war eine mit der Desktopversion inkompatible Projektmanagementsoftware, die nicht praktisch zu gebrauchen war. Microsoft Excel verstehe ich nicht mehr.

    Libreoffice finde ich dagegen prima. Es sollte jetzt viel öffentliches Geld drauf gekloppt werden, damit wir alle Office-Software benutzen können ohne US Abhängigkeiten. Gemeinnützigkeitsrecht muss für Open Source angepasst werden. Nextcloud ist so viel besser als Onenote und wer Nextcloud nicht mag, kann Opencloud nutzen, ungefähr das gleiche von einem anderen Berliner Unternehmen. Für mich ist Office-Software digitale Daseinsvorsorge.

  24. Bolko sagt:

    Das kostenlose "Collabora Office Desktop" gibt es derzeit nur im Microsoft Store-Installer oder als flatpak für Linux.

    Der Microsoft-Store-Installer funktioniert natürlich nicht mit "Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021", mangels Store.

    Nachteil der Microsoft-Store-Version:
    "Holen Sie sich diese App, während Sie in Ihrem Microsoft-Konto angemeldet sind, und installieren Sie sie auf bis zu 10 Windows-Geräten."

    Microsoft-Konto mag ich aber nicht und die Einschränkung auf 10 Geräte mag ich auch nicht.

    Hier ist eine Anleitung, um es dennoch auch ohne Microsoft-Store und ohne Microsoft-Konto zu installieren:
    Aus dem ursprünglichen Link des Microsoft-Store-Web-Installers:
    *ttps://apps.microsoft.com/detail/9p9mrbxjjg0m?hl=de-DE&gl=DE

    extrahiert man die "Product ID":
    9p9mrbxjjg0m

    Diese Product-ID gibt man auf folgender Seite in das mittlere Suchfeld ein:
    *ttps://store.rg-adguard.net/
    Links von diesem Suchfeld in der Drop-Down-Liste muss man auf "ProductID" umschalten.

    Dann klickt man recht von dem Suchfeld auf das Häckchen und findet unter anderem folgenden Treffer:

    CollaboraProductivityLtd.CollaboraOfficeDesktop_2504.9.2.0_x64__frt0z6hxcwkqg.appx

    Dateigröße: 387.905.382 Bytes

    Es ist aktuell die Version 25.04.9.2

    Diese Datei lädt man herunter.

    Trotz Dateierweiterung ".appx" handelt es sich um ein ZIP.
    Dieses kann man ganz normal mit 7-Zip auspacken.

    Ausgepackt hat der Ordner eine Größe von 1.198.886.008 Bytes

    Den ausgepackten Ordner kopiert man einfach in den Ordner "C:\Program Files".
    Die Datei
    "C:\Program Files\Collabora Office Desktop\program\Collabora%20Office.exe""
    kann man normal starten und ist im "Collabora Office Desktop" drin.

    Mittels "Rechtsklick" auf diese exe und "Senden an Desktop" hat man auch ein Icon auf dem Desktop, um Collabora von dort aus zu starten.

    Wenn man nach dem ersten Start eine Datei auswählt kommt noch etwas Werbung für die anderen Collabora Office Produkte, die man mit "Weiter" durchklicken kann.
    Beim folgenden Start kommt diese Werbung nicht mehr.

    Collabora schrieb auf Reddit vor 4 Monaten, dass sie auf ihrer Webseite auch einen normalen Installer anbieten wollen, der unabhängig vom Microsoft Store funktioniert. Das haben sie bis heute nicht gemacht, es sei denn die meinen damit diesen 1 MB großen Web-Installer auf der Microsoft-Store-Webseite, der bei mir nicht funktioniert.
    Mit obiger Anleitung funktioniert es aber.
    Ich verstehe nicht, warum sie es nicht einfach als ZIP anbieten.
    Auspacken, fertig.

    Alle anderen Dateien in der Trefferliste bei rg-adguard kann man soweit ich das bisher sehe ignorieren.
    Eventuell wäre noch folgende Datei hilfreich, falls etwas nicht funktionieren sollte:
    Microsoft.VCLibs.140.00.UWPDesktop_14.0.33728.0_x64__8wekyb3d8bbwe.appx

    Bei mir geht es aber bisher auch ohne diese Datei.

    2.
    Im Gegensatz zu LibreOffice fehlt bei "Collabora Office Desktop" die Datenbank "Base".
    Es gibt nur ein Schreibprogramm, Tabellenkalkulation und Präsentation.

    Die GUI von "Collabora Office Desktop" sieht funktional und modern aus.

    3.
    Die Alternative "Collabora Office Classic" ist nicht kostenlos, sondern kostet 14,99 Euro im Microsoft-Store.
    Dafür ist auch die Datenbank Base enthalten.
    "Collabora Office Online" ist ebenfalls nicht kostenlos und für privaten Eigenbedarf auch nicht nötig.

    • Bolko sagt:

      kleine Ergänzung zu Punkt 1:
      Der ausgepackte Ordner heißt ursprünglich genauso wie die appx-Datei (ohne deren Dateierweiterung):
      "CollaboraProductivityLtd.CollaboraOfficeDesktop_2504.9.2.0_x64__frt0z6hxcwkqg"

      Diesen Ordner sollte man zwecks besserer Optik umbennen zu "Collabora Office Desktop", wenn man ihn in den Ordner "C:\Program Files" kopiert.

    • Bolko sagt:

      noch eine Ergänzung:
      Die Windows-Firewall meckert, wenn man die Datei "Collabora%20Office.exe" sperren möchte.
      Offenbar stört sich die Firewall an dem "%20" im Pfad statt eines Leerzeichens.
      Wenn man dieses "%20" durch ein anderes Zeichen (zB "_" ) ersetzt, dann kann die Windows-Firewall wieder normal den ausgehenden Verkehr sperren.

      Warum hat die Windows-Firewall ein Problem mit der Zeichenkette "%20"?

    • Bolko sagt:

      Noch eine Ergänzung zu Collabora Office Desktop:
      Es muss WebView2 installiert sein, sonst bleibt das Collabora-Fenster einfach weiß.

      WebView2 Evergreeen Standalone x64:
      *ttps://developer.microsoft.com/de-de/microsoft-edge/webview2/?form=MA13LH

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