Samsung ist: Wenn der Kühlschrank Werbung zeigt und ohne Werbung streikt

Stop - PixabaySamsung punktet bei Technikenthusiasten ja gerne mit ganz coolen Produkten. Kühlschränke mit "Intelligenz" und Displays auf der Vorderseite, die anzeigen, wenn Milch nachgekauft werden muss oder abgelaufen ist, und so weiter. Manche dieser Features sind aber bloß Müll, bei anderen stehen die Leute nach dem Kauf mit langen Gesichtern vor dem Gerät, wenn es nicht (mehr) so funktioniert, wie vorgesehen. Heute was "österliche" Lustiges aus dem Intrigantenstadel der Technikzunft.

Die Boomer und die Technikzunft

Wir Boomer wurden ja noch in einer Zeit sozialisiert, als ein Auto noch ein Auto war, was einfach zum Fahren von a nach b benutzt wurde. Und ein Kühlschrank war noch ein Kühlschrank, der die Lebensmittel einfach nur kühl halten sollte. Wir sind groß geworden, haben unsere Lektionen im Leben gelernt und sind zu etwas geworden, was sich störrisch den neuestens Hypes verweigert und so mache Entwicklung für ausgesuchten Kappes hält. Uns wird dann (als harmlosestes) Innovationsfeindlichkeit vorgeworfen. Ist mit KI so, aber auch mit so manchen anderen Hype-Themen.

Und ja, ich zeige auf meine eigene Nase, ich bin da abschreckendes Beispiel: Waschmaschine und Spülmaschine ohne eigenen WLAN-Anschluss, TV-Gerät ohne Smart, ein Auto, was nur fährt, und ein Kühlschrank, der nur kühlt, und ein Herd mit so lustigen Drehknöpfen, mit dem man kochen und backen kann. Immerhin hat mein Kühlschrank sogar Licht – wobei ich noch nicht nicht herausgefunden habe, ob das immer brennt, denn die Tür ist ja nicht durchsichtig.

Einige meiner jüngeren Ingenieurkollegen sind bei Bosch mal auf die grandiose Idee gekommen, dass man eine Kamera im Kühlschrank verbauen könnte. Dann könntest Du sehen, ob die Innenbeleuchtung beim Schließen der Kühlschranktür auch wirklich ausgeht. Gut, ist jetzt unfaire Dialektik, Zweck war, dass man im Supermarkt per Handy nachschauen kann, was im Kühlschrank fehlt.

Bosch-Kühlschrank

Hielt ich für Schwachsinn, muss aber gestehen, ich kann nicht mit praktischen Erfahrungen, dass ich "das brauchen tät" aufwarten. Denn ich habe "Einkaufs-Mitfahrverbot" von der besseren Hälfte erteilt bekommen. "Du machst mich beim Einkauf nur nervös und kaufst eh nur Unsinniges wie Gummibärchen, Kekse so so Zeugs". Recht hat sie, die Frau, das Zeugs wir bei uns aber auch nicht im Kühlschrank gelagert. Und weil es im Beitrag ein bisschen seriös zugehen soll, habe ich oben den Screenshot von der Bosch Seite eingeblendet, wo begründet wird, dass der smarte Kühlschrank die Temperatureinstellung im Kühlfach per App unterstützt, oder alarmiert, wenn die Tür nicht geschlossen ist. Habe ich persönlich zwar noch nie gebraucht, mein Gefrierschrank gibt einen akustischen Alarm, wenn die Temperatur steigt – und der Kühlschrank läuft immer auf der gleichen Temperatur. Aber egal.

Kühlschrank Zertifikat abgelaufen

Und ja, ich hielt die smarten Kühlschränke schon immer für Schwachsinn – Boomer halt eben. Oder nennt es Altersstarrsinn, oder Altersweisheit, denn bei dem Thema "smarte Geräte" fällt mir neben dem Aspekt Sicherheit sofort mein Blog-Beitrag Abgelaufene Zertifikate kicken IoT-Geräte ins Abseits von Juni 2020 ein. Obiger Screenshot stammt aus dem Artikel und zeigt das Font-Display eines solchen Kühlschranks. Dieses zeigt an, dass das Gerät wegen eines abgelaufenen Zertifikats keine smarten Funktionen mehr unterstützt.

Brauche ich definitiv nicht, mit Wurzeln im Handwerk ist meine Devise "keep it simple, keep it running". Dass man den Verkäufern bezüglich den vielen Versprechungen nicht trauen kann, hatte ich im März 2025 im Artikel Liebherr: Kühlschrankkamera Hngrynsite wird zu Elektroschrott ja bereits angedeutet. Zitat aus dem Artikel: "Wenn Du Gaga-Features kaufst, musst Du damit rechnen, dass der Hersteller dich schnell 'in den Schornstein hängt'". Der Hersteller Liebherr hat nach eineinhalb Jahren seine Hngrynsite-Kamera für den Kühlschrank abgeschaltet und die Leute haben die entsprechenden Funktionen in ihrer App verloren. Kann ja mal passieren.

Die Jungs von Bosch bzw. der Hausgerätesparte haben genau ein Jahr länger durchgehalten, aber Ende März 2026 den Exit bezüglich der Kontrollfunktion, ob das Licht im Kühlschrank ausgeht, gewählt. Ich hatte es nicht separat hier im Blog thematisiert, aber Bosch hat die Innenkamera im Kühlschrank deaktiviert. heise hatte es in diesem Beitrag aufgegriffen. So etwas bereitet den Boomern, die große Innovationen einfach nicht erkennen wollen, doch klammheimliche Freude …

Nächster Flop für die Hipster

Ich kann mich mit Sticheln einfach nicht zurück halten, wenn ich etwas für einen ausgemachten Schwachsinn halte – ist sozusagen Alters-DNA (die beiden Herren hier haben ja gut vorgelegt). Im November 2025 hatte ich im Beitrag Fortschritt ist, wenn Auto und Kühlschrank Display-Werbung zeigen berichtet, dass Samsung in den USA smarte Kühlschränke mit Werbung auf dem Display anbieten wird.

Konkret geht es um sogenannte Family-Hub-Kühlschränke von Samsung. Die Geräte kosten wohl um die 2.000 US-Dollar und sind an der Frontseite mit einem größeren Display (21 oder 32 Zoll) ausgestattet. Der Kühlschrank wird per WLAN an das Internet angebunden, um smarte Funktionen nutzen zu können. Ende Oktober 2025 wurde ein Software-Update angekündigt, welches eine einheitlichere Benutzererfahrung auf allen verbundenen Geräten, Verbesserungen an AI Vision Inside™, erweiterte Knox-Sicherheit und vieles mehr umfassen soll.

Gegenüber The Verge bestätigt Samsung, dass man – zunächst nur in den USA – Werbung auf dem Display des Kühlschranks einblenden werde. Die Werbung scheint nur im unteren Bereich des Displays eingeblendet zu werden und lässt sich abschalten. Es gibt in den USA (und nicht nur dort) wohl Hipster, die mit feuchten Augen die neuesten Errungenschaften von "Smart-Kühlschränken" feiern.

Wir feiern ja im westlichen Kulturkreis gerade Ostern, da soll "Freude ins Herz der Leser*innen*schaft" einziehen. Gestern, beim Stöbern auf X, ist mir obiger Tweet untergekommen, den ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Schrieb ich im November 2025 noch, dass man die Werbung auf dem Samsung-Klump deaktivieren könne, wurden die Käufer von der Realität "rechts überholt". Wer die Werbung deaktiviert, verliert smarte Funktionen, heißt es im Tweet – und die Besitzer seien ob der Erkenntnis "schockiert". So was aber auch.

Und gestern hatte ich im Beitrag Nur zum Spaß: Microsofts Bedingungen erlauben Copilot nur für Unterhaltung eine weitere bittere Wahrheit verkündet, die es zu verarbeiten gilt. Es wird ein schlimmes Ende mit uns nehmen, wir werden alle störben. Ach so, eines noch, die 38 Grad auf obigem Foto zeigen keinen kaputten Kühlschrank an. Die Amerikaner verharren auf Temperaturangaben in Fahrenheit, was 3,333 Grad Celsius entspricht. Frohe Ostern (und gekochte Ostereier halten sich auch ohne Kühlschrank, egal ob mit oder ohne smart).

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32 Kommentare zu Samsung ist: Wenn der Kühlschrank Werbung zeigt und ohne Werbung streikt

  1. Jonathan sagt:

    Danke, jetzt weiß ich wieder, wieso ich Backofen, Herd und Dunstabzugshaube bewusst ohne "smart" beschafft habe – und das ist bei Siemens inzwischen echt schwierig geworden. Gerade bei den hochwertigen Geräten findet man fast nichts mehr ohne Touch und App…

    • Olli sagt:

      Immerhin funktionieren die noch ohne Smart uns App – man muss das Zeug also nicht nutzen – und wer mehr benötigt als die Grundfunktionen dieser Geräte – selbst Schuld – bin zwar gerade so kein Boomber mehr, halte es aber trotzdem wie Günther:

      "Ich kann mich mit Sticheln einfach nicht zurück halten, wenn ich etwas für einen ausgemachten Schwachsinn halte "

      das blöde ist – ich komme aus dem Sticheln nicht mehr heraus – der "ausgemachte Schwachsinn" wird einfach ständig mehr und mehr…

  2. Robert sagt:

    Wunderbar geschrieben! Danke für diesen Beitrag.

    Ich (Jahrgang 1960, technisch durchaus affin) habe auch noch einen alten Kühlschrank. Ohne smart-irgendwas. Er kühlt und das reicht mir.

  3. User007 sagt:

    Jep…
    Bekannte von mir haben so'n Wunderwerk der Technik von LG – is' ja ganz toll, dass das "Display" angeht, wenn man gegen die (Haupt)Tür tippt, aber die haben Katzen, die das i-wie spaßig finden… 😂
    Ich find's auch klasse, wenn ich bei denen zu Besuch bin – besser als jede (HBO/Netflix/orwhatever) Serie je sein könnte. 😝

    • Luzifer sagt:

      Ich habe Hunde und Katzen… die können das nix aktivieren; verstellen… gute Geräte haben nen Funktion die nennt sich "Bedienersperre"! Die Schütz vor versehenlicher "Fehlbedienung"… Augen auf beim Gerätekauf!
      Gibt sogar Geräte mit Fingerscan… da bleibt die "Öffnungshoheit" bei dir und für "fresssüchtige" mit Zeitsteuerung. Mit smarten Geräten alles machbar.

  4. Luzifer sagt:

    Da geh ich nicht ganz mit… Wir Boomer sind mit der Technik groß geworden und haben die mitgestaltet (ja, manche mehr, manche weniger) und dadurch begreifen wir Technik auch noch! Können uns noch für wirklich gute Technik entscheiden und gehören nicht zu den digital Naiven, die nix verstehen, aber überall ohne Verstand dabei sein müssen!

    Mein Haus ist vollkommen smart, da wandert Licht/Musik mit mir von Raum zu Raum, die Geräte sind smart… Ja, auch Kühlschrank, Herd/Backofen, Spülmaschine, Kaffeemaschine, Waschmaschine usw., allerdings mit Verstand – alles nur Geräte, die auch auf eigenen Servern laufen! Da verlässt kein einziges Bit ungewollt mein Grundstück! KNX-Standard, Aluminiumfassade mit Dreifachverglasung mit strahlenvernetzter EMV-Verglasung… Da beißen sich sogar die Drei-Buchstaben-Dienste die Zähne aus…

    Ja, das geht – ist halt nicht für Geiz-ist-geil-Primaten, denn das kostet eben etwas mehr… Mit Verstand und Planung aber machbar!

    Man muss kein brummeliger Boomer sein, der sich störrisch den neuesten Hypes verweigert und so manche Entwicklung für ausgesuchten Kappes hält. Denn wir verstehen das alles noch und können mit Verstand auswählen!

    • R.S. sagt:

      Ich verweigere mich moderner Technik nicht, sondern nutze sie dort, wo sie sinnvoll ist.
      Und Smart-Funktionen bei Haushaltsgeräten sind nicht sinnvoll!
      Sie erleichtern mir den Umgang mit ihnen nirgendwo.
      Im Gegenteil, oft ist die Bedienung alter Geräte schlicht intuitiver und einfacher als bei Smart-Geräten.
      Bei vielen Smart-Geräten hat man den Eindruck, das da Funktionen eingebaut werden, weil man sie einbauen kann und nicht, weil sie sinnvoll sind.
      So etwas nennt man Featuritis.

      Meine Kaffeemaschine ist 50 Jahre alt und funktioniert immer noch einwandfrei.
      Man kann bei der uralten Maschine sogar einstellen, wie stark man seinen Kaffee haben will und das rein analog ohne Smart!
      Auch bei meinem 50 Jahre alten Toaster kann ich per Schieberegler den gewünschten Bräunungsgrad des Toastes einstellen.
      Kühlschrank und Gefrierschrank haben bei mir eine konstante Temperatur.
      Das einzige mal, das ich am Temperaturegler gedreht habe, war, als ich die neu gekauft habe.
      Und falls ich mal vergesse, die Tür zuzumachen, machen die sich nach ein paar Minuten mit einem lauten Piepton bemerkbar.
      Und so ein Smart-Kram weiß gar nicht, was ich einkaufen will.
      Der sieht nur, was im Kühlschrank ist und was fehlt.
      Aber will ich das nachkaufen oder habe ich Lust auf etwas ganz anderes?
      Oder ist im Kühlschrank deswegen so wenig, weil ich bald in Urlaub fahre und daher möglichst alles, was sich nicht länger hält, verbraucht habe?
      Das kann so eine Smart-Funktion nicht wissen.

      Meine 20 Jahre alte Waschmaschine hat noch einen Drehregler, an dem ich das gewünschte Waschprogramm einstelle.
      Die läuft auch grundsätzlich nur, wenn ich zu Hause bin, obwohl ich da auch eine Uhrzeit programmieren kann, wann die waschen soll.
      Das hat schlicht versicherungstechnische Gründe.
      Läuft z.B. die Maschine aus, während man nicht zu Hause ist, weigert sich i.d.R. die Hausratversicherung, den Schaden zu ersetzen.

      Mein Fernseher ist zwar so ein Smart-Teil, aber nur deswegen, weil ich vor ein paar Jahren einen neuen Fernseher brauchte und es schlicht keine Fernseher ohne diesen Smart-Krams mehr zu kaufen gibt.
      Im Laden habe ich vorher viele TV-Geräte ausprobiert.
      Die Bedienung war bei allen furchtbar, Umschaltzeiten schnarchlangsam, selbst bei sog. HighEnd-Geräten, Fernbedienungen meist ohne 10er Tastatur (wechsel da mal z.B. von einem Sender auf Platz 5 auf einen Sender auf Platz 40! Mit 10er Tastatur sind das 2 Tastendrücke: 4 und 0. Sprachbedienung ist keine Option. Wenn man z.B. den Ton per Kopfhörer hört, dann will man nicht durch Gesabbel ins Gerätemikrofon die anderen Personen stören!).
      Ergo dient die Smart-Büchse nur als dummer Monitor und es kommt ein SAT-Receiver zum Einsatz. Dessen Bedienung, Umschaltzeiten etc. schlagen jeden Smart-TV haushoch. Die Fernbedienung des TVs liegt ohne Batterien in der Schublade, ein- und ausschalten tut sich der TV über HDMI-CEC gesteuert mit dem SAT-Receiver.
      Was will ich mit Smart-Funktion bei einem Herd?
      Für jede Kochzone ein Drehregler, mit der ich die ein/ausschalte und die gewünschte Temperatur wähle, was braucht man bei einem Herd mehr?

    • noway sagt:

      Ich habe halt noch nie verstanden, welche Vorteile Aufwand, Kosten und Anfälligkeit "smarter" Funktionen im Haushalt wettmachen könnten. Was genau macht mir daran mein Leben leichter? Ich sehe nur eine Verkomplizierung, zusätzlicher Kram, um den ich mich kümmern muss. Ein einfaches, robustes Gerät, das genau die eine Sache macht, die es machen soll und das einfach zu bedienen und jahrzehntelang, das ist es, was ich will und habe.

      Die letzte Haushaltsinnovation, die in mein Leben gelassen habe, war das Induktionskochfeld, denn es bietet mir Vorteile. Auch ein Umluftherd ist prima zur gleichmäßigen Garung.

      Beim Kühlschrank interessiert mich aber nur, dass er zuverlässig kühl hält und nicht allzu viel Strom verbraucht und meine Miele-Waschmaschine von 1992 ist dem Kram von heute haushoch überlegen, denn sie läuft keine vier Stunden, sondern unter zwei, verschleißt nicht die Kleidung durch zu wenig Wasser, hat eine Trommel aus Edelstahl und nicht aus Plastik, jedes Teil an ihr kann ersetzt werden (und ist auch noch aufzutreiben). Ich liebe es, wenn mit möglichst wenig Komplikation viel erreicht wird. Ein mechanischer Drehschalter ist alles an Interface, was ich da brauche. Und ich wasche auch nur, wenn ich zuhause bin.

      Kaffeemaschine ist auch so ein Thema, das ich nie verstanden habe. Ich habe eine Kaffeemühle, für normalen Kaffee eine French Press-Kanne und für Espresso-artiges eine Bialetti Moka. Und fürs Wasser einen Wasserkocher. Billig, simpel und gut, geht genauso schnell – und ist vor allem sehr schnell und gut zu reinigen. Klar, man kann aus Kaffee eine Wissenschaft und ein Hobby machen, aber dafür bin ich wohl zu pragmatisch.

      • Luzifer sagt:

        @R.S & noway
        ist ja auch kein muss, muss jeder selber wissen… nur wenn er es den wünscht sollte er halt auch auf ordentliche Ware setzen und nicht auf Geiz-ist-geil, dann klappts auch mit dem Smart Home.

        Die Probleme sind nämlich ausschließlich darauf zurückzuführen!
        Haben wollen aber nix löhnen dafür. Luxus hat schon immer Geld gekostet!

        • noway sagt:

          Da hast Du natürlich absolut recht.

          Wenn ich da Bock drauf habe, mir selbst etwas zusammenstellen und dafür auch einen Server betreiben möchte, kann das schon Spaß machen. Sachen zu bauen, macht Spaß, keine Frage. Mache ich auch, aber halt auf anderen Gebieten, mit anderem Spielzeug.

          Aber, wie immer – es gibt nichts ohne Preis. Will ich ein automatisiertes Heim, dann muss ich mich kümmern. Wenn ich mich nicht kümmere, werde ich zum Spielball der Hersteller. Das Problem, dass Leute blind Technik vertrauen, die sie nicht verstehen, ist ja eins der Gründübel des modernen Zeitalters.

          Und die Kunden dieses Zeugs wollen es ja bequem, da geht es nicht darum, es zu verstehen und selbst zu gestalten, es geht um Konsum.

          Und da passt dann doch Werbung auf dem Kühlschrank bestens.

          • Martin F. sagt:

            Eigenes Smarthome ist toll, so lange nichts kaputt geht. Letztens ist bei mir der RAID-Controller im Heimserver gestorben. Konnte Host und VMs mit einem anderen Controller zum Glück wieder starten, damit unter anderem Home Assistant wieder läuft. Weil ohne Licht ist doof.

            Licht ist bei mir teilweise "smart" nachgerüstet (also Zigbee-Lampen und -Schalter), aber zusätzlich kann ich per physischem Schalter aus-/einschalten, wo dann eine vordefinierte Einschalthelligkeit leuchtet.

            "Smart" nachgerüstet ist die Waschmaschine mit dem Leck-Sensor von Ikea darunter und die schaltbare Steckdose – wenn der Sensor anschlägt, wird sofort der Strom ausgeschaltet und es gibt eine Meldung aufs Mobiltelefon. Und die Meldung, dass die Waschmaschine fertig ist (nach 5 Minuten ohne Stromverbrauch).

            Digital sind Kaffeemaschine und Toaster, also mit Knöpfen und Segmentanzeige. Bei der Kaffeemaschine ist dadurch als Zusatzfunktion die Zeitvorwahl fürs Einschalten möglich. Befüllen muss ich die natürlich noch selbst.

            • R.S. sagt:

              Zeitvorwahl fürs Ein- und Ausschalten geht mit einer stinknormalen Zeitschaltuhr als Zwischenstecker.
              Kostet im Baumarkt keine 10,- € und ist viel flexibler.
              Die Dinger kann man für jeden Wochentag anders und minutengenau programmieren.

        • Anonym sagt:

          Preiswerte Geräte zu kaufen hat nicht zwingend etwas mit Geiz zu tun, sondern ist oft die einzige Möglichkeit, an Geräte ohne Nippes Zusatzfunktionen zu kommen. Hochwertig und ohne Smartshit gibt es kaum noch.

          • Luzifer sagt:

            Geht aber am Thema komplett vorbei… Wenn du Smarthome Geiz-ist-Geil kaufst, dann ist das Geiz-ist-Geil und hat nix mit billig kaufen weil es hochwertig ohne smartshit kaum noch gibt! Du willst da ja smart, bist aber eben nicht bereit den Preis dafür zu latzen!

  5. Nobody Private sagt:

    @Luzifer: gegen gute Technik meckert keiner und wenn die dann noch wirklich gut ist (so was gibt es?) dann ist sie willkommen.

  6. Benutzer mit ohne Erfahrung sagt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die sogenannte Benutzerfahrung immer eine eher schlechte Erfahrung ist.

    • R.S. sagt:

      Stimmt.
      Wenn irgendein Hersteller sagt, das er die "Benutzererfahrung" verbessert hat, dann heißt das in Wahrheit, das es bzgl. Bedienbarkeit nur schlechter geworden ist.

      • User007 sagt:

        Jo, meist deswegen, weil ein sog. Produkt-Manager eine benutzerfreundliche Funktionalität zwecks Monetarisierung herausoptimiert hat – i-wie muß der ja seinen Jobanspruch rechtfertigen. 😉

  7. noway sagt:

    Mein Kühlschrank hat in der Zarge einen Schalter, der recht weit heraussteht, so dass er von der Tür nach menschlichem Ermessen hineingedrückt werden muss. Und drückt man ihn bei geöffneter Kühlschranktür, geht das Licht aus (beim Auto ist es andersrum, da ist unten in der Türöffnung ein sehr ähnlicher Schalter, der die Innenbeleuchtung anschaltet, wenn er nicht von der Tür reingedrückt wird). Nachvollziehbare Technik, die begeistert, braucht kein Internet, ein einfacher Stromkreis genügt. Er ist von Siemens, also Bosch – offenbar wussten sie also mal, wie es ohne Kamera geht und haben sich dessen nun erinnert und die Kamera stillgelegt?!

    Aber ganz bestimmt arbeiten auch die deutschen Hersteller an der übernachten Generation von Kühlschränken, wo die Tür dann eine riesige Screen ist auf der man den Inhalt sehen kann, wenn man die Werbung wegklickt.

    • noway sagt:

      "übernächsten" hätte das heißen sollen, "übernachten" ist aber auch fast gut, sprachlich auf dem halben Weg zu "umnachtet" ;)

    • Günter Born sagt:

      Das mit dem Licht war ein 'gesprungener Witz' eines Boomers. Versteht nur, wer mit Ilja Richter was anfangen kann, und auch noch die Zeit erlebt hat, als erste Kühlschränke in normalen Küchen Einzug hielten. Ich kann mich noch an Erdkeller und Bierkeller mit Eisblöcken auf Sägespänen erinnern.

      Und zu Luzifers Thesen schmunzle ich nur. Als Stift habe ich ab 1969 Elektroinstallationen aus den 30er Jahren mit stoffumantelten Aludrähten ersetzt, da nicht mehr VDE gemäß. Funktioniert hat das Zeug noch. Aus dem 'Lehrgeld', was ich mir da erarbeitet habe, stammt das 'keep it simple, keep it running'. Hab noch Waschmaschinen, Kaffeemühlen, Bügeleisen, Elektoherde etc. repariert. Wenn die Amis mit ihren Apollo Computern samt Fädelkernspeichern, und ein Ingenieur mit Porsche, feinem Zwirn und Lackschuhen dem Azubi nicht Flausen ins Hirn gesetzt hätten 'Raketen bauen und mit Rechenschieber, wie Wernher von Braun, umgehen, kannst du auch. Irgendwas mit Computer machen, isch cool man, liegt ganz nah an Elektrik dran, und als Ingenieur musst du kein Kabel über dem Brennofen einer Ziegelei mehr installieren, sondern holst dir nen Porsche und sagst dem Meister, was er machen soll', wäre ich sogar ein anständiges Mitglied der Gesellschaft mit Meistertitel geworden. Als junge Boomer waren wir naiv. Konnte ja keiner ahnen, in welche Abgründe uns die Informatik und Elektronikentwicklung hin führen würden. Gut, die Ziegelei gibt es nicht mehr, den Porsche hab ich mir auch nicht geholt, zum Mond geflogen bin ich auch nicht, man erkannt mein Genie einfach nicht, und ich hab nach 1 3/4 Jahr gekündigt, um mehr was mit Computern zu machen. 'Verkorkstes' Leben ;-). Und so treibt mich die essentielle Frage aller Fragen um: Ob du heute noch die 500 Mark für den Meisterkurs einfordern könntest, die die Kammer mir 1974 zugesagt hatte. Ist wie im Sport: Mich zog es zu neuen Ufern, obwohl der Ex-Cheffe die Auszeichnungen des ehemaligen Azubis noch Jahrzehnte später stolz wie Bolle in Geschäfte hängen hatte. Aber diese Wurzeln kann man nicht verleugnen, die haben mich geprägt.

      • noway sagt:

        Ich bin aus der Folgegeneration, die mit "X" bezeichnet wird – aber grundsätzlich war es auch zu meiner Zeit noch recht ähnlich, Technik war verständlich und begreifbar, nichts war vernetzt und ständig erreichbar. Meine Oma hatte ihren ersten Kühlschrank noch, als sie starb. Was es heute gibt, war nicht vorstellbar in einem normalen kleinen Leben auf dem Land.

        Und wo andere meines Alters schon mit zehn oder zwölf in den 80ern ihren ersten Heimcomputer hatten, war ich über 20, als ich überhaupt das erste Mal an einem saß. Es war vorher einfach nicht notwendig gewesen, dass ich mich damit auseinandersetze, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Die ersten Arbeiten an der Uni hatte ich noch auf einer mechanischen Schreibmaschine geschrieben.

        Auch heute ist es noch so, wenn es etwas Neues gibt, schaue ich, ob ich das brauche, ob es einen Nutzen für mich hat (und sei es nur Spaß an der Freude, das kann ja auch ein Motivator sein). Und ich möchte immer noch wissen, wie das funktioniert, was das macht. Mode- und Prestigekonsum wurde mir von meinen Eltern nicht vorgelebt, das Bedürfnis, irgendwo als erster dabei zu sein, hatte ich auch nie. Aber diese abwartende Haltung hat sich bewährt. Und wenn mir etwas nicht mehr passt, kann ich auch ganz gut damit aufhören.

        Als Anfang/Mitte der 2000er Jahre die ersten Vorläufer von social media aufkamen, habe ich mich allerdings auch anstecken lassen und mit naiver Freude daraufgestürzt, es war lustig und unschuldig. Spätestens mit dem Aufkommen von Facebook wurde mir dann aber klar, in welche Richtung das geht und ich bin raus.

        Mit dem Smartphone habe ich dann sehr, sehr lange gewartet und ich sehe es auch immer noch mehr als einen Fremdkörper. Wer damit aufgewachsen ist, kann sich vermutlich nicht vorstellen, wie man vorher ohne überhaupt leben konnte. Wir alten Säcke hingegen können vergleichen und eine informierte Entscheidung treffen. Mir egal, ob das andere komisch finden, ich finde es auch komisch, wenn sie ihr Telefon voller Vertrauen zum Bezahlen irgendwo vorhalten.

  8. Froschkönig sagt:

    Also, unsere Siemens-Spülmaschine hat WLAN und App, und wenn ich die beladen morgens vor der Arbeit einstelle, dass sie starten soll, wenn die Solaranlage genug Strom liefert, dann meldet sich dann kurz nach Mittagessen in der Kantine die App, dass die Spülmaschine fertig ist. Das heißt, ich kann mich im Büro bis Feierabend darauf seeligmoralisch drauf einstellen, dass wenn ich abends heimim komme, dass ich die Spülmaschine dann ausräumen kann.

    Finde das voll gut, was soll da denn schief gehen?

    Immerhin, unser Samsung Trockner kann nur eine einstellbare Melodie abspielen, wenn er fertig ist. Der steht nur im Keller, hört niemand. Deswegen als weitere Evolutionsstufe App.

    Boomer bin ich übrigens auch, gerade so noch.

    • R.S. sagt:

      Was soll da schief gehen?
      Tja, es könnte ja ein Schlauch platzen oder Dreck in der Türdichtung hängen, wodurch die Maschine Wasser verliert.
      Und den dadurch entstandenen Schaden ersetzt die Hausratversicherung nicht, wenn du nicht zu Hause bist, während die Maschine das Geschirr spült.

      • Froschkönig sagt:

        Das passiert auch bei einer Spülmaschine ohne App. Unsere letzte Spülmaschine "starb" an einem verschlissenen Schließmechanismus für die Klappe, nach über 15 Jahren.

      • Anonym sagt:

        Natürlich bezahlt sie. Nur ein aus dem Haus sein ist keine grobe Fahrlässigkeit.

      • Luzifer sagt:

        also jede moderne Waschmaschine/Spülmaschine hat heute nen Wasserstopventil das sowas erkennt und den Hahn absperrt… und für ältere die das nicht haben gibt es entsprechende Austauschschläuche zu kaufen (eine Empfehlung wert)… hier steht im übrigen die Waschmaschine in der Waschküche, die ist vollgefliesst und hat nen Bodenablauf… ist praktisch wenn du von der Jagd kommst und das Wild ausweitest, hinterher einfach mit dem Schlauch abspritzen…

        Außerdem Smarthome… Feuchtesensoren und Regelventile; stellen das Wasser ab bevor es zum größeren Schaden kommen kann, Alarm geht auch automatisch aufs Handy… alles beherrschbar. Kann ja auch mal das Wasserrohr in der Wand platzen ;-P

        Das Szenario was du da skizzierst sollte heute üblicherweise nicht mehr vorkommen!

  9. Alzheimer sagt:

    "Denn ich habe "Einkaufs-Mitfahrverbot" von der besseren Hälfte erteilt bekommen."
    Off-Topic:
    @Günter: Oh Du Glücklicher!!
    Bei uns ist es genau umgekehrt: Ich versuche im Supermarkt immer optimiert, also ohne Umwege und möglichst schnell zur Kasse zu kommen und die Waren schon geordnet und mit System auf das Fliessband zu legen.

    (Leider muss ich bei Aldi immer einen Umweg in Kauf nehmen, weil die "klugen Köpfe" bei Aldi die schweren Getränke erst ganz am Ende der logischen Einkaufsstrecke platziert haben, also so, dass man sie im Einkaufswagen auf die Eier und andere druckempfindliche Waren packen müsste.)

    Meine Frau rennt im Supermarkt aber wie ein aufgeschrecktes Huhn kreuz und quer hin und her, vor und zurück, schmeisst z.B. TK-Waren so auf das Fliessband, dass jeder TK-Artikel in einem anderen Beutel landet.
    Und sie wundert sich trotzdem immer noch, dass sie zu Hause den ganzen Einkauf alleine einräumen muss ;)

    • Froschkönig sagt:

      "Einkaufs-Mitfahrverbot" – stimmt, das wollte ich auch fragen. Wie schafft man das?

      Vorteil: Mehr Zeit, beim Born gegen die Linuxbeschöniger zu kommentieren!

  10. Anonym sagt:

    Ich habe über ein Jahr lang versucht einen Fernseher ohne Smartzeug und nicht in XXL zu bekommen.
    Gibt es sogar aber dann nur in HD Ready und nicht in Full HD! Das war 2024 und 2025.
    Manche Verkäufer haben es nicht mal verstanden warum es nicht Smart sein soll und die haben es wirklich nicht verstanden und es war nicht nur so eine Taktik um ihr Zeug los zu werden.

    • noway sagt:

      Weil es doch ALLE wollen (und somit ihre Interessen, Sehgewohnheiten und – wenn Kamera und Mikrofon verbaut sind – vermutlich noch viel mehr an den Hersteller und seine 143 Werbepartner offenlegen). Ja, die Verkäufer verstehen das nicht, weil sie die Produkte, die sie verkaufen, nicht verstehen. Frag mal einen Autoverkäufer, welche Daten der featureüberladene Neuwagen an wen so durch die Gegend sendet. Der schaut Dich dann auch an wie ein Auto.

      Beim Fernseher ist es eigentlich einfach, woanders ausrangierten Fernseher schenken lassen, kleinen (auch woanders ausrangierten, da nicht Win 11 fähig) Linuxrechner dahinter für Streamingzeugs, kabellose Tastatur und Maus dran, fertig ist das private Smart-TV für fast umme. Jaa, Netflix und Co. geben Dir dann keine 4K-Auflösung… aber erstens habe ich die nicht abonniert und bei der Bildqualität bin ich nicht wählerisch, die Augen waren eh schon besser.

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