Microsoft hat ja angekündigt, Windows 11 wieder etwas mehr in Richtung Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit zu trimmen. Eine der Maßnahmen, die jetzt mit Insidern getestet wird, sind verbesserte Möglichkeiten zur Kontrolle der Update-Installation. Man kann Updates per "Kalender" mehrfach verzögern.
Updates in Windows: Ein kurzer Rückblick
Für die Youngster unter den Blog-Lesern (oder die Vergesslichen unter uns) gehe ich mal ins Jahr 2011 zurück. Damals hatte ich im Blog-Beitrag Windows Update-Tipps einige Tipps zur Steuerung der Update-Installation unter Windows gegeben.

In der Systemsteuerung gab es damals die Möglichkeit, die Einstellungen für Windows Update zu konfigurieren. Es ließ sich auch vorgeben, dass Updates nur unter Kontrolle des Administrators erfolgen darf. Es ging damals im Blog-Beitrag noch um Windows 7 SP1, aber Windows 8.x hatte noch die gleichen Mechanismen.
Dann kam Windows 10 und Microsoft beschloss in seiner "Weisheit", diese Update-Kontrolle abzuschaffen. Hintergrund war, dass es einige Windows-Systeme gab, bei denen die Update-Kontrolle vom Benutzer abgeschaltet worden war. Seit Windows 10 fehlt dem erfahrenen Benutzer die Möglichkeit, die Installation von Updates gezielt aufzuschieben oder zu verhindern. Nur in per WSUS etc. verwalteten Unternehmensumgebungen bekommen Administratoren die Kontrolle, wann, welches Updates verteilt und installiert werden.
Der Höhepunkt war, als Microsoft meinte, das alles besser als die Anwender zu wissen. Windows-Nutzer sollten Microsoft die Update-Steuerung überlassen, damit die Systeme diesbezüglich aktuell bleiben. Ich hatte dies 2016 im Blog-Beitrag Anwender: Überlasst Microsoft die Verwaltung der Updates … angesprochen. Über die Jahre sah sich Redmond aber gezwungen, Stückchen für Stückchen zurück zu rudern, weil ein Update-Desaster das Nächste jagte.

In nicht verwalteten Windows 10/11-Umgebungen gab es für erfahrene Benutzer das Hilfstool WUShowHide zum Blockieren von problematischen Updates (siehe Windows 10-Tipp: Updates blocken). Dieses Hilfstool wurde von Microsoft zurückgezogen(siehe z.B. mein Blog-Beitrag Windows 10: Updates mit WuMgr blocken (2021). Nutzer konnten Updates in einigen Windows 10-Versionen (Home und Pro) lediglich einige Tage verzögern (die Option "Defer Updates" war in einer der früheren Windows-Versionen eingeführt worden) oder mussten auf externe Lösungen wie WuMgr ausweichen.

Seit dieser Zeit ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen, in dem Microsoft Windows 11 bezüglich der Nutzergunst erfolgreich "gegen die Wand gefahren hat". Mitte März 2026 gab es dann von Microsoft die Ankündigung, dass man auf die Kritik der Nutzer höre und Windows 11 so weiter entwickeln wolle, dass es stabiler und zuverlässiger funktioniere. Ich hatte das Thema im Beitrag Windows 11: Microsoft verspricht Verbesserungen aufgegriffen. Die nachfolgende Ankündigung sehe ich als einen Baustein in den versprochenen Verbesserungen.
Windows 11 bekommt mehr Update-Kontrolle
Es klang in Bruchstücken schon in diversen Medien-Berichten zu neuen Windows Insider Preview-Builds an: Microsoft experimentiert mit der Update-Kontrolle und stelle ein Kalenderblatt bereit, um die Update-Installation besser zu steuern. Zum 24. April 2026 hat Microsoft dann den Beitrag Your Windows update experience just got updated für Windows Insider veröffentlicht, der kommende Neuerungen anspricht.
OOBE-Updates abwählbar
Basierend auf den Rückmeldungen der Benutzer hat man beschlossen, dass Nutzer währender Ersteinrichtung von Windows 11 (OOBE) die Installation von Updates überspringen können soll.
Updates lassen sich pausieren
Wesentlich relevanter ist aber, dass Windows 11 eine Möglichkeit zur Update-Steuerung bekommen. Nutzer können über ein Kalenderblatt unter Pause updates (siehe nachfolgende Abbildugn) in der Einstellungsseite Windows Update vorgeben, wann Updates installiert werden dürfen.

Mit der neuen "Pause"-Funktion für Windows Update sollen Anwender nun mehr Kontrolle über die Update-Installation bekommen. Die Nutzer und Nutzerinnen können in der Kalenderansicht einen bestimmten Tag im Monat auswählen, bis zu dem die Updates zu pausieren sind. Der Zeitraum zum Pausieren reicht bis zu 35 Tage. Reichen diese 35 Tage nicht, besteht die Möglichkeit, dieses Intervall mehrfach (es soll keine Begrenzung der Anzahl geben) zu verlängern. Das erfordert aber jeweils einen manuellen Eingriff des Benutzers.
Aber eine Option, um gezielt einzelne problematische Updates (oder sogar interne Fixes) zu blockieren, gibt es nach wie vor nicht.
Herunterfahren und Neustarten unter Kontrolle
Weiterhin will Microsoft das Neustarten oder Herunterfahren transparenter gestalten. Das Neustarten oder Herunterfahren soll vorhersehbar und nach den Vorstellungen der Anwender erfolgen.

Microsoft hat obigen Screenshot mit zusätzlichen Befehlen für den Neustart und das Herunterfahren gezeigt. Der Benutzer kann nun wählen, ob er Befehle zum Neustarten und das Herunterfahren mit oder ohne Update-Installation verwenden möchte.
Im Blog-Beitrag werden noch mehr Transparenz bezüglich anstehender Updates sowie weniger Unterbrechungen des Betriebs durch Updates versprochen. Updates würden im Hintergrund geladen und warten dann auf eine koordinierte Installation und einen Neustart. Diese Installation und der Neustart erfolgen zeitgleich mit dem nächsten Windows-Qualitätsupdate oder einem anderen Update, das die Anwender manuell genehmigen.
Benutzer sollen alle oder bestimmte Updates jederzeit vorzeitig installieren können, indem sie den Download, die Installation und gegebenenfalls den Neustart für verfügbare Updates manuell auslösen, heißt es. Ergreift der Nutzer keine dieser Maßnahmen ergriffen wird, werden die Updates im Hintergrund heruntergeladen und zusammen mit dem nächsten geplanten Windows-Qualitätsupdate installiert.
Das Ganze soll ab sofort für Windows Insider in den Windows 11 Previews ausgerollt werden, kommt dann aber irgendwann (vielleicht mit Windows 11 26H2) für alle Windows 11-Nutzer. Da scheint der Druck der Nutzerschaft schon arg gewesen zu sein, dass man jetzt solche Zugeständnisse – quasi in homöpatischen Dosen macht.
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MVP: 2013 – 2016





Und wieder mal mit heißer Nadel: Im Screenshot heißt es zum einen "shut down" zum anderen "Shutdown". Wie wäre es mit einer einheitlichen Schreibung bzw. Bedeutung: als Verb (Aktion) getrennt, als Nomen (Vorgang) zusammen geschrieben!
Warum? Weil die Updates wieder immer öfter massive Probleme bereiten.
Einfach mal die Updates ordentlich testen, dann muss man die auch nicht wegen Problemen verschieben.
Mit dieser Vorgehensweise bleiben wieder nur massig angreifbare Geräte online :-(
In diesem Zuge wäre auch mal sinnvoll sich über die Bitlockerpausierung gedanken zu machen. In letzter Zeit sind 3-4 Reboots nötig.
Wenn man dann den Bitlocker manuell für 2 Reboot pausiert hat, ist es mit dem Neustart Essig.
Wäre schön wenn MS den Bitlocker wieder selbständig aktivieren würde nachdem alle Reboots für das Update durch sind, egal wieviele es sind.
Ich hab' volle Update-Kontrolle. Nennt sich Linux. (Sorry, couldn't resist… :-)
Ich verstehe nicht, was an diesem hochkomplexen Feature da noch getestet werden muss, und durch wieviele Ebenen von Insider-Ringen das noch durchgeprügelt werden muss, um produktiv freigeschaltet werden zu müssen. Jeder, der OpenShell als Startmenü-Ersatz nutzt, hat diese Optionen schon immer und sie waren nie weg und funktionieren sogar.
Das ist einfach nur ein Flag im Startmenü, ob diese beiden "neuen" Optionen angezeigt werden sollen, oder nicht. Verstehe nicht, was das "Getue" da soll, das ist echt kein großes Ding, Microsoft hat schön öfters "größeres" geändert, ohne dabei ein großes Brimborium zu machen.