Digital Independence Day: Souveräne Cloud; Scaleway in Ausschreibungen dabei, was ist mit SUSE?

EU-FlaggeHeute noch ein paar Sätze in Sachen "Souveräne Cloud"-Angebote. Der Anbieter Scaleway kommt wohl langsam "ans rollen" und teilte die Tage mit, dass er unter die "vier" Unternehmen der EU-Kommissionsausschreibung für "Souveräne Cloud"-Angebote gekommen sei. Zudem wird der Anbieter Frankreichs Cloud-Anbieter für den Health Data Hub. Und mal einen Blick auf SUSE als "souveräner Anbieter" geworfen.

Cloud-Anbieter Scaleway im Aufwind

Mir sind die letzten Tage einige Meldungen rund um Scaleway untergekommen, die eigentlich schon in einen Beitrag zum "Digital Independence Day" passen, denn es scheint langsam was mit einem europäischen Cloud-Angebot zu werden.

Wer ist Scaleway?

Scaleway (ehemals Online SAS oder Online.net) ist ein französisches Cloud-Computing- und Webhosting-Unternehmen, das 1999 von Xavier Niel gegründet wurde und mehrheitlich zur Iliad-Gruppe gehört. Das Unternehmen bietet dedizierte physische Server und Cloud-Computing-Architekturen an. Scaleway ist seit 2015 das zweitgrößte Hosting-Unternehmen in Frankreich.

Mir ist Scaleway vor wenigen Wochen aufgefallen, weil den erstes Rechenzentrum in Mailand in Betrieb genommen haben, aber weitere Rechenzentren in Deutschland und weiteren europäischen Standorten planen. Ich im April 2026 hatte im Blog-Beitrag Digital Independence Day: 1. Scaleway-Rechenzentrum in Mailand eröffnet über diesen Sachverhalt berichtet.

Scaleway bei EU-Kommissionssusschreibung beteiligt

Die EU-Kommission hat wohl eine Ausschreibung für souveräne europäische Cloud-Angebote gestartet, an der vier Anbieter zugelassen wurden. Während der Begriff "digitale Souveränität" als Konzept immer unschärfer wird (europäischer Anbieter, US-Cloud-Anbieter drunter), galten im Auswahlverfahren wohl strenge Anforderungen in strategischer, rechtlicher, operativer und technologischer Hinsicht.

Scaleway wurde im Rahmen der Ausschreibung "Sovereign Cloud" der Europäischen Kommission als einer von vier Cloud-Anbietern ausgewählt. Dieses Beschaffungsprogramm im Umfang von 180 Millionen Euro ermöglicht den EU-Institutionen über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren den Zugang zu souveränen Cloud-Diensten. Mehr Details lassen sich in dieser Scaleway-Meldung nachlesen.

Scaleway als Cloud-Anbieter für Frankreichs Health Data Hub

Für mich war es nur logisch, dass ein französischer Cloud-Anbieter den Zuschlag erhalten hat, die Infrastruktur für Frankreichs Health Data Hub bereitzustellen. Auch dies ist Ende April 2026 bekannt geworden – die Details lassen sich in diesem Artikel nachlesen.

Es sieht so aus, als ob Scaleway derzeit einen ganz guten Lauf hat. Und die aktuellen politischen Entwicklungen mit den USA (Stichwort Zoll von 25 % auf EU-Fahrzeuge) dürften die Absetzbewegung von US-Cloud-Anbietern weiter befördern.

Was ist mit SUSE und digitaler Souveränität?

Abschließend noch ein Thema, was mir die Wochen zufällig mehrfach vor die Füße gefallen ist. Es geht um die in Nürnburg gegründete Linux-Firma SUSE.

SUSE in Souveräne Cloud-Initiative

Zum 15. April 2026 haben die Kollegen bei Dr. Windows den Beitrag Souveräne Cloud: SUSE und weitere EU-Unternehmen schließen sich zu neuer Initiative zusammen veröffentlicht. Ein zweiter Beitrag findet sich bei heise. Die Botschaft: SUSE und weitere EU-Unternehmen haben auf dem European Data Summit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin eine Initiative gestartet, um eine "Souveräne Cloud" anbieten zu können.

Neben SUSE aus Deutschland sind zudem Cubbit, Elemento Cloud und StorPool Storage beteiligt, schreiben die Kollegen. Das Angebot soll sich am Euro-Stack-Konzept orientieren und Open Source sein. Details sind in dieser Cubbit-Meldung oder bei den Kollegen in den oben verlinkten Artikeln nachlesbar.

Und wenn SUSE an US-Investor verkauft wird?

Bei SUSE schlägt mein "Aufmerksamkeitsdetector" sofort an (ist historisch bedingt, da ein SUSE CTO, Dirk Hohndel, einige Zeit, bis zum ersten Verkauf 2001, mein Hausnachbar und 'heißer Diskutant am Gartenzaun' war). SUSE ist derzeit im Besitz der schwedischen Private-Equity-Firma EQT AB. Die Tage ist mir dann die Information untergekommen, das EQT AB einen Verkauf der SUSE auslotet und bis zu 6 Milliarden US-Dollar erwartet. Ich habe bei der Suche diesen reddit.com-Post mit einigen Informationen gefunden.

Wäre dann ein Witz, wenn ein US-Investor die SUSE-Anteile von EQT AB übernimmt, und SUSE als Anbieter für souveräne europäische Cloud-Lösungen auftritt. Ist zwar noch Spekulation, da nichts entschieden und bekannt ist. Dieses Konstrukt zeigt, wie diffizil die gesamte Branche zu betrachten ist.

PS: Bei der Recherche gerade gefunden, die Kollegen haben zum langen Mai-Wochenende diesen Artikel zu europäischen Entwicklungen in diesem Bereich mit Kurzhinweisen, was so läuft, veröffentlicht.

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3 Kommentare zu Digital Independence Day: Souveräne Cloud; Scaleway in Ausschreibungen dabei, was ist mit SUSE?

  1. R.S. sagt:

    Bei der souveränen Cloud ist dann die EU gefragt.
    Die müsste verhindern, das Anbieter der souveränen Cloud an US-Firmen verkauft werden.
    Denn sobald ein Unternehmen an eine US-Firma verkauft wird, greift der Cloud Act und die Angebote dieses Unternehmens sind damit nicht mehr souverän.
    Da müsste dann eine EU-Verordnung her, die den Verkauf von Anbietern der souveränen Cloud an Firmen außerhalb der EU und nicht nur an US-Firmen schlicht verbietet.
    Denn wenn eine Firma von außerhalb der EU eine EU-Firma kauft, dann hat die EU keine Kontrolle mehr darüber, ob nicht die kaufende Firma dann an eine US-Firma verkauft wird und damit das Verkaufsverbot an US-Firmen ausgehebelt wird.

    Sollte also SUSE an eine US-Firma verkauft werden, wäre SUSE raus aus der souveränen Cloud.

    • Anonym2 sagt:

      Nicht durchführbar und schon gar nicht sinnvoll. Was ist mit Hardware? Zu kurz gedacht?

      • R.S. sagt:

        Es geht hier nicht um Software und Hardware, sondern das US-Firmen keinen Zugriff nach Cloud Act auf die Cloud-Rechenzentren haben.

        Souveränität bzgl. Hardware etc. lässt sich in der Praxis überhaupt nicht realisieren, in keinem Land der Welt.
        Das fängt schon bei den Rohstoffen an (Silizium, Stahl, Öl für die Kunststoffe, seltene Erden, Gold, etc. etc.

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