Beim Anbieter Vodafone gibt es seit ca. 3. oder 4. Mai 2026 eine massive Störung des E-Mail-Systems. Mails verschwinden im Client bei Abrufen per IMAP, sind aber noch auf dem Server vorhanden. Angeblich soll Vodafone seine E-Mail-Infrastruktur umbauen, obwohl ich nach wie vor auf widersprüchliche Informationen des Supports gestoßen bin.
Rückblick auf die Vodafone IMAP-Mail-Störung
Ein Leser hatte mich am 7. Mai 2026 per Mail kontaktiert und auf arge Probleme mit dem Vodafone IMAP-Server hingewiesen, die mindestens seit dem 4. Mai anhalten. Es hieß vom Leser, dass im Client bei einer IMAP-Anbindung "scheinbar" Ordnerinhalte gelöscht würden. Bei der Kontrolle im Webmailer sind die Mails aber noch auf dem IMAP-Server vorhanden. Lediglich die IMAP-Anbindung ist gestört und arbeitet wohl fehlerhaft.

Obige Abbildung, die der Leser mir zukommen ließ, zeigt das Dilemma. Der Mail-Client (hier der Thunderbird) behauptet beim Synchronisieren des E-Mail-Kontos per IMAP-Anbindung, dass jede Menge Nachrichten in den Ordnern des Servers gelöscht worden seien. Schaut man im Vodafon Webmailer im Postfach nach, sind die Mails alle noch vorhanden.
Das Fehlerbild ist dabei unabhängig vom Client, und der Leser schrieb mir, dass zeitweise auch das POP3 u. SMTP-E-Mail-System für alle Vodafone-Geschäftsbereiche (Unitymedia etc. pp.) massiv gestört sei.
Ich hatte die Details vor einigen Tagen im Beitrag Vodafone: IMAP-System seit Tagen dysfunktional? hier im Blog eingestellt. Inzwischen haben sich viele Betroffene in Kommentaren zum Artikel gemeldet und die massiven Probleme bestätigt. Eine Client-Anbindung an Postfächer, die bei Vodafone (arcor.de, vodafone.de etc.) auf E-Mail-Servern liegen, ist faktisch nicht nutzbar. Der Webclient ist, zumindest drücken es die Leser so aus, schlicht unbrauchbar. Und als Störungsbeginn kristallisiert sich der 3. Mai 2026 heraus.
Schlechte Informationspolitik von Vodafone
Als problematisch empfinde ich die mangelnden Informationen von Vodafone. Es gibt einen Vodafone-Community-Sammel-Thread [Sammelthread] IMAP-Problem mit Vodafone E-Mail Konto, der inzwischen sagenhafte 92 Seiten zu diesem Thema umfasst.

Ich habe beim Überfliegen des Threads keine zeitnahe Stellungnahme von Vodafone gesehen.
Eine nebulöse Eilmeldung
Allerdings wird inzwischen (ist mit am 14.5.2026 beim Besuch des Threads aufgefallen) eine "Eilmeldung" im Kopfbereich eingeblendet. Es heißt, dass es bei Vodafone E-Mail & Cloud Vorübergehende Einschränkungen beim IMAP-Abruf gebe. Vodafone sagt dazu:
Seit Montag kann es bei einigen Nutzer:innen von Vodafone E-Mail & Cloud zu Einschränkungen beim Abruf von E-Mails über IMAP kommen.
Der Empfang und Versand von E-Mails funktioniert weiterhin. Auch der Zugriff über das Webmail-Portal sowie über die Vodafone E-Mail & Cloud App ist uneingeschränkt möglich. Es gehen keine E-Mails oder Daten verloren.
Wir arbeiten bereits an einer Lösung und bitten die betroffenen Nutzer:innen um etwas Geduld.
Das ist absolutes Schönsprech. Ich schreibe hier jetzt nicht, dass das "lustige Vögel bei Vodafone" sein müssen und vorzüglich gendern können. Aber ich hätte von einer stichhaltigen Störungsmeldung eigentlich erwartet, dass neben "Montag" schlicht ein Datum (muss der 4. Mai 2026 gewesen sein) angegeben wird. Es wird noch mitgeteilt, dass man an einer Lösung arbeite. Weiterhin empfiehlt Vodafone die Verwendung des Webmailers (zu diesem Teil hatte ich oben ja was geschrieben).
Versuch einer technische Erklärung von Vodafone
In der Eilmeldung verweist Vodafone auf seine Statusseite, die ich vorige Woche im Beitrag Vodafone: IMAP-System seit Tagen dysfunktional? hier im Blog als Screenshot eingestellt hatte. Dort fand sich mit Stand 6. Mai 2026 folgende Aussage:
Man bestätigt, dass E-Mail-Dienste beeinträchtigt seien und man das untersuche. Zum 11. Mai 2026 hat sich Vodafone immerhin bequemt, eine weitere Erklärung nachzuschieben, die ich in nachfolgendem Screenshot dokumentiere.

Dort erfährt der staunende Interessent, dass der Hintergrund der Störung eine außergewöhnlich hohe Belastung der IMAP-Server-Systeme durch umfangreiche Synchronisierungsvorgänge vieler E-Mail-Programme sei. Dadurch würden derzeit große Mengen bereits vorhandener Nachrichten erneut abgeglichen. Dass dadurch die IMAP-Aufrufe fehlerhaft werden, wäre aber ein äußerst schwaches Bild, was Vodafone da abgibt.
Immerhin hält der Vodafone-Support ein Bonbon für die genervten Nutzer und Nutzerinnen bereit und wirft ein "Wir haben bereits mehrere technische Maßnahmen umgesetzt und den Zugriff für einen großen Teil der Nutzer wiederhergestellt. Das System stabilisiert sich weiter. Die Nutzerwahrnehmung verbessert sich erkennbar." in die Debatte. Man ergänzt noch "Wir beobachten die Entwicklung engmaschig, optimieren die Systeme fortlaufend und schalten weitere Zugriffe schrittweise wieder frei, sobald die Last- und Stabilitätswerte dies zulassen." Spannend werden diese Ausführungen im Licht der nachfolgenden Informationen.
Wundersame Antwort gegenüber heise
Voll zur Nebelkerze werden die Vodafone-Ausführungen, zumindest in meinen Augen, wenn man den heise-Beitrag Vodafone empfiehlt Webmail gegen IMAP-Störungen durchliest. Der Redaktion waren die Probleme auch aufgefallen. heise schreibt, dass eine Anfrage bei Vodafone am Mittwoch (13. Mai 2026) Klarheit gebracht habe. Ich ziehe mal die Passage mit der Antwort aus dem heise-Beitrag als Wort-Zitat heraus:
Das Unternehmen, so Vodafone, baut derzeit seine Mail-Infrastruktur um. Betroffen sein können Adressen, die auf @arcor.de, @vodafone.de, @vodafonemail.de, @unity-mail.de und @kabelmail.de enden. Die Arbeiten laufen seit dem 3. Mai 2026 und sollen am 17. Mai 2026 abgeschlossen sein.
Der 3. Mai 2026 korrespondiert mit einer Reihe Kommentaren, die dieses Störungsdatum hier im Blog bestätigen. Aber man sollte sich das Ganze mal auf der Zunge zergehen lassen, und nochmals die Vodafone-Verlautbarung vom 11. Mai 2026, die ich oben dokumentiert habe, ansehen. Als Vodafone-Kunde käme ich mir echt verschaukelt vor, wenn das Unternehmen wirklich seine E-Mail-Infrastruktur umbaut und es nicht mal für notwendig erachtet, das vorab und technisch erklärt mitzuteilen. Was machen die denn, wenn es mal eine echte technische Störung gibt?




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