HPE bietet VMware-Kunden 1 Jahr VM Essentials-Lizenzen ein Jahr Gratis an

VMwareHewlett Packard Enterprise (HPE) offeriert VMware-Kunden, die wechseln wollen, eine einjährige Gratislizenz von VM Essentials an. Zudem wird die Data Protection-Lösung Zerto für 1 $ angeboten – alles, um eine Migration zu erleichtern. Derweil sieht VMware by Broadcom einen Trend, dass die Kosten und Anforderungen die "KI-Workloads" aus der öffentlichen Cloud in die private Cloud (die man anbietet) treibt.

HPE lockt "VMware-Flüchtlinge"

Ich hatte hier im Blog ja ausführlich über die Irrungen und Wirrungen in Sachen VMware, nach der Übernahme durch Broadcom, berichtet (siehe Links am Artikelende). Gekündigte Partnerverträge, eingestellte On-Premises Virtualisierungslösungen (ESXi) und satte Preiserhöhungen bei VMware Cloud Foundation (VCF) Verträgen haben zu sehr großem Verdruss bei VMware-Nutzern geführt. Der Ärger um die kräftig steigenden Lizenzkosten für die VMware by Broadcom VCF-Abonnements sorgen für eine Abwanderung von Kunden, die sich nach alternativen Virtualisierungslösungen umsehen.

VM Essentials-Lizenz ein Jahr gratis

Hewlett Packard Enterprise (HPE) versucht die Gunst der Stunde zu nutzen, und offeriert wechselwilligen VMware-Kunden spezielle Angebote. So gibt es eine einjährige Gratislizenz von VM Essentials für VMware-Wechsler, wie The Register in diesem Artikel berichtet.

HPE hat auf dem parallel zur HPE Discover-Veranstaltung in Las Vegas stattfindenden Partner Growth Summit ein entsprechendes Angebot öffentlich gemacht. Man will bei HPE seine Channel-Partner unterstützen, die ihren Kunden bei der Migration weg von VMware bei Broadcom helfen möchten. Durch die einjährige Gratislizenz soll das finanzielle Risiko bei der Migration von Virtualisierungsplattformen verringert werden.

EVP und CTO Fidelma Russo von HPE wird bei The Register mit folgender Aussage zitiert: "Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass Kunden während dieser Umstellung ihres Betriebsmodells mit doppelten Kosten konfrontiert sind. Daher freuen wir uns sehr, das Programm rund um Morpheus und die Plattformmigration ankündigen zu können." Dazu heißt es:

"We are announcing that as a customer goes through this transformation with HPE Morpheus VM Essentials, you don't pay for the first year of licenses. You will get Zerto migration licenses during that period to help you move, and so what this does is it helps mitigate the double-bubble cost problem that customers see as they are looking to migrate from one platform to another."

Der obige Text ist die von The Register zitierte Originalaussage, die von HPE getätigt wurde. Dort wird VMware zwar mit keinem Wort erwähnt, aber laut The Register sei die Stoßrichtung klar (wird auch durch die nachfolgenden Informationen zu VM Essentials deutlich). Und die Zerto-Migrationslizenz wird für symbolischen Preis von 1 $ abgegeben.

Was sind VM Essentials und Zerto?

VM Essentials (eigentlich HPE Morpheus VM Essentials) kombiniert HVM (KVM-basierter Hypervisor) mit einem Cluster-Management und soll die Bereitstellung über Wizard oder API erleichtern. Es soll sich um eine Virtualisierungsplattform für Koexistenz, Migrationsfreiheit und kalkulierbare Kosten, inklusive KVM-basiertem HVM-Hypervisor, handeln. Die concat AG beschreibt als HPE-Partner diese Lösung samt den Highlights auf dieser Webseite.

HPE VM Essentials

Bei dem von HPE angebotenen Zerto handelt es sich um eine Softwareplattform für Disaster Recovery, Datenschutz/-sicherung (CDP – Continuous Data Protection) und Workload-Mobilität. Die Lösung ist hypervisor-unabhängig und schützt virtuelle Maschinen (VMs) in On-Premises-, Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen, einschließlich AWS, Azure, Google Cloud und IBM Cloud. Wie tauglich die beiden genannten Lösungen sind, kann ich nicht beurteilen – aber HPE will nach dem Gratis-Jahr ja auch ein kostenpflichtiges Abo.

Broadcom Private Cloud Outlook 2026 zu KI-Workloads

Broadcom hat die Tage auch seinen Bericht Private Cloud Outlook 2026 – The AI Tipping Point vorgelegt. Broadcom konstatiert, dass Unternehmen die KI-Pilotphase im Jahr 2026 hinter sich gelassen hätten und diese nun in der Produktion einführen. Während die ersten KI-Experimente noch in der "Public Cloud" erfolgten, verändere die KI-Einführung in der Produktion den Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Cloud.

Die "Public Cloud" ermöglichte den Teams schnellen Zugriff auf Tools, Kapazitäten und Dienste. Für Tests von KI-Anwendungsfällen sei dies in Ordnung, aber für den produktiven KI-Einsatz gelten andere Kriterien. Anhaltender Bedarf an KI-Rechenleistung, sensible Datenströme, neue Governance-Anforderungen, geopolitische Fragestellungen und Leistungserwartungen würden schnell die Grenzen eines rein auf die "Public Cloud" ausgerichteten Ansatzes aufzeigen, heißt es.

Im Jahr 2026 sei die "Private Cloud" die bevorzugte Plattform für den produktiven Einsatz von KI. heise hat in diesem Artikel die Erkenntnisse aus dem Broadcom-Bericht aufbereitet. Der Broadcom-Report muss allerdings auch als "Werbung" gesehen werden, bietet man mit VCF doch eine passende "Private Cloud" für willige Kunden an.

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16 Kommentare zu HPE bietet VMware-Kunden 1 Jahr VM Essentials-Lizenzen ein Jahr Gratis an

  1. Fritz sagt:

    An dieser Stelle hat sich HPE gewaltig in die Sackgasse manövriert.

    Plan war es, die Kunden mit Green Lake in eine HPE-kontrollierte Cloud zu bewegen, die wahlweise on premise, private oder public sein konnte.
    Schön pay-as-you-go mit initial niedrigen Kosten zum Anfüttern.

    Zentraler Bestandteil dieser Lösung war VMware als Hypervisor, das restliche Ökosystem (Hardware, Storage, Vernetzung, Backup) sollte von HPE kommen.

    Mit dem Broadcom-Move ist das ganze leider zusammengefallen.

    VM Essentials (die Namensähnlichkeit zu einem ehemaligen VMware-Produkt ist vermutlich beabsichtigt) aka Morpheus soll es nun retten.

    Allerdings sagen mir selbst eingefleischte Vertriebler, was sie davon halten.
    Man nimmt das Werbebudget zwar gerne mit und lädt die Kunden zu lecker Essen ein, aber die Marktfähigkeit von Morpheus ist wohl noch nicht gegeben (coming soon…) und die Kompetenz in der Breite der Niederlassungen auch nicht.

    Derweil schaut man den Kunden fast hilflos beim Abwandern zu.

    • Günter Born sagt:

      Spannend, ist an mir vorbei gegangen.

    • Olli sagt:

      Geht Dell mit VXRail nicht anders. Nur das Dell schon vor dem Desaster mit Nutanix "rumgemacht" hat. Daher konnte Dell recht schnell auf Nutanix umschwenken, was es nicht besser macht.

      Meine ganzen VMWare Sachen wandern zu Promox, die ganzen VMWare Verträge fallen aber erst Ende 2027 oder gar erst 2028 aus der Wartung. Ist also noch Zeit für die Migrationen.

      Meine Befürchtung ist, dass Proxmox dem Ansturm nicht standhält und sich irgendwann auch von einer amerikanischen Krake kaufen lässt.

      • Berke sagt:

        Proxmox ist einfach genial. Viel besser als VMware und co..

        • Olli sagt:

          Sorry – schon mal versucht etwas wie Omnissa Horizon mit Proxmox zu machen? Und damit meine ich genau mit den gleichen Möglichkeiten die Horizon bietet. Insbesondere mit mindestens dergleichen Leistungsfähigkeit des BLAST Protokolls?

          Proxmox ist da nicht genial, es kann es schlicht nicht! Also würde ich da nicht von genial reden. Man kann über VMWare sagen was man will. Aber ein vergleichbares Ökosystem dazu existiert nicht. Und damit meine ich nicht alleine ob etwas gar nicht erst technisch vorhanden ist, sondern auch wie gut und einfach sich VMWare. bzw Horizon bedienen lässt und wie verzahnt es untereinander ist. Meines Wissens ist so etwas wie ein automatisierter Instant Clone-Desktop-Pools samt automatischem Domain Join nach wie vor mit Proxmox nicht möglich. Alleine das ist ein ko Kriterium für eine VDI Umgebung.

          Wenn künftige Installationen bei mir also Proxmox anstelle VMWare benutzen bedeutet das nichts anderes als eine massiven Qualitäts- und Funktionsverlust.

          Genial ist da wirklich nicht das richtige Wort für.

          • Berke sagt:

            Das ist deine Ansicht, ist ja völlig in Ordnung. Es kommt auch auf den Usecase an. Wenn du eine Firma hast die vorher VMware genutzt hat und nun auf eine andere Lösung springen möchte, einfach aus dem Grund, dass es bei VMware nicht mehr so rosig läuft (unter anderem die wucherpreise der Lizenzen), dann ist Proxmox schon klasse. Du zahlst nichts in der Freeversion. Möchtest du aber support dazubuchen, dann ist das allemal deutlich günstiger als das was VMware bietet. Und sorry, hab noch nie von Omnissa Horizon gehört.
            Gruß

          • Fritz sagt:

            Das muß man differenzierter sehen.

            Du meinst vermutlich Proxmox VE. Das ist zunächst mal nur ein Hypervisor (vergleichbar mit VMware ESXi).

            Einige Funktionen des weiteren Ökosystems werden mit abgebildet, z.B. die Weboberfläche, die im Gegensatz zu VMware vCenter keine separate VM benötigt, sondern auf dem Host mit läuft (aber das konnte VMware ab der 7 eingeschränkt auch) oder Grundfunktionalitäten von NSX (Firewall, SDN), die ebenfalls mit Linux-Bordmitteln realisiert sind.

            Wenn Du Dich auf VMware View / Horizon und Linked Clones beziehst, dann gibt es im Moment nichts Vergleichbares und Du steckst im Vendor-Lockin, wobei Du da bei Omnissa m.E. noch besser bedient bist als direkt bei Broadcom.

            • Olli sagt:

              Schon klar. Ich wollte nur verdeutlichen das die pauschale Aussage "Proxmox ist genial" vielleicht technisch stimmt, aber im realen Leben nicht haltbar ist.

      • Andreas Haerter (foundata) sagt:

        > Meine Befürchtung ist, dass Proxmox dem Ansturm nicht standhält und sich irgendwann auch von einer amerikanischen Krake kaufen lässt.

        Es wäre kurzfristig Unruhe drin, aber dann würde es halt geforkt oder eine Alternative mit ähnlichen Kerntechnolgien käme auf (und daher easy zu mirgieren) und weiter geht's.

        Es ist Open Source, siehe u.a. https://github.com/orgs/proxmox/repositories?type=all. Die Kerntechnologien abseits der (großartigen!) Integrationsleistung des PVE-Teams (Debian, KVM, QEMU, ZFS/Ceph, virtio, corosync, …) sowieso. Es gibt genug Interessenten und fähige Leute, die das könnten, aber gerade sicher nicht machen. Einen "feindlichen" Fork wird es nicht geben bzw. diesen niemand nutzen, solange Proxmox sich selbst treu bleibt.

        Dennoch: Dank OSS ist Proxmox VE *per-se* ein sichererer Hafen als es z.B. VMware je war oder Nutanix wäre.

        • Olli sagt:

          Wenn man IT als persönliche Lebensaufgabe auffasst, kann man sich so was hingeben. Wenn es einfach ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck ist, ist das komplett falsch. Da muss das Zeug einfach Jahrelang möglichst reibungsfrei und ohne ständigen Migrations- oder Upgradezwang laufen.

        • Fritz sagt:

          Forks zersplittern die Landschaft und verzehren sinnlos Entwicklungs- und Implementationsaufwand.

          Meine persönliche "Leidensgeschichte" umfaßt da z.B Nagios/Icinga/Check_MK oder auch Owncloud/Nextcloud.

          Auch für linux-basierte Virtualisierung gab es vor und neben Proxmox genügend andere GUIs für XEN und KVM.

  2. Tomas Jakobs sagt:

    Kopfschütteln… Gratis ist nichts.

    Von Pontius zu Pilatus… von einem propritären Anbieter, der es übertrieben hat zum nächsten, der es (noch) nicht hat. Keine Lösung des grundlegenden Problems sondern maximal etwas Zeitgewinn. Und das eigentlich auch nicht wirklich, da eine weitere Migration dann notwendig wäre.

    Für depperte Entscheider mit einer Auffassungsgabe von einem Jahresbonus zum nächsten oder befristeten 2 oder 5 Jahres-Verträgen möglicherweise attraktiv. Für ein Unternehmen, das langfristig denkt… naja..

    Ich kann nur das Beispiel Anexia anführen, die es innerhalb kürzester Zeit geschafft haben 12.000 VMs komplett von vmware zu Proxmox zu wechseln, inkl. der ganzen periphären Dienste und Abhängigkeiten.

    https://www.heise.de/news/Schluss-mit-VMware-Cloud-Dienst-Anexia-hostet-12-000-virtuelle-Maschinen-selbst-10242251.html

    • ausnahmsweise anonym sagt:

      > Ich kann nur das Beispiel Anexia anführen, die es innerhalb kürzester Zeit geschafft haben 12.000 VMs komplett von vmware zu Proxmox zu wechseln

      Ich habe zufällig Insider-Informationen und bin an Umbauten und Optimierungen und Beseitigungen von durchaus vorhandenen Performance-Regressions beteiligt; wo Du das Proxmox bei heise herausliest weißt nur Du. Es ist aber KVM/QEMU. Dennoch wird da erheblich Eigenentwicklung geleistet und nicht einfach ein bissichen Proxmox VE ausgerollt.

  3. Flo sagt:

    Der Zug ist bei uns abgefahren, und wenn ich sehe wie gut Proxmox bin ich froh drum. HP ist ebenfalls raus, bei denen passt für mich einfach garnichts mehr.

  4. Totty sagt:

    Ich wollte mal eine Teststellung im Homelab, das bietet HP expressis verbis an auf https://developer.hpe.com/blog/hpe-morpheus-enterprise-software-community-edition-available-now/
    aber da kam bis jetzt kein Key an und kein download link,
    wobei die "community edition" andere codebasis haben soll als die Kommerz-Edition, kein Ahnung.

  5. KonsolentieR sagt:

    Ich möchte noch auf XCP-NG als Alternative hinweisen. Ist ein Fork von Citrix XEN Server und wird ebenfalls kommerziell unterstützt (Vates, franz. Firma, daher europäisch wie Proxmox). https://xcp-ng.org

    Ich bin nach dem Vmware/Broadcom Fuckup der Meinung, 2-3 Hypervisors parallel zu betreiben:
    1) Erfahrung mit anderen Hypervisors zu sammeln und
    2) zukünftig (z.B. Kosten, Abhängigkeiten, …) auf ein anderes System migrieren zu können

    HPE reitet da m. E. ein totes Pferd. Vielleicht gibts den einen oder anderen Kunden der das "mitnimmt", aber was kommt danach… Langfristig ist das nicht.

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