Samsung TV (55 – 75 Zoll) ohne Bild, aber Ton

Stop - PixabayTV-Geräte scheinen ein recht komplexes elektronisches Innenleben zu haben, was zu diversen Störungen führen kann. Kürzlich ist mir auf Facebook ein Video mit dem Titel "75-inch Samsung TV sound not picture" untergekommen. Dort zeigte eine junge Frau, wie das Gerät durch Abkleben eines Flachbandkabels an der Elektronik "repariert" werden konnte. Das Gerät hatte anschließend wieder Ton und Bild, wie das Video suggerierte. Hat mich neugierig gemacht und ich habe mal kurz recherchiert.

Problem: TV ohne Bild, aber mit Ton

Sucht man im Internet nach "75-inch Samsung TV sound not picture" werden einem eine Menge Treffer ausgeworfen. Googles KI benennt drei häufige Gründe für diesen Fehler:

Ein Samsung-Fernseher, der Ton wiedergibt, aber kein Bild anzeigt, leidet häufig unter einer fehlerhaften Softwareverbindung, einem defekten HDMI-Eingang oder einer ausgefallenen internen Hintergrundbeleuchtung.

Eine längere Diskussion zu Samsung Q95T findet sich im Forenthread "Q95T Bild nach aus- und einschalten schwarz/dunkel" – scheint eine sensible Kiste zu sein, wenn Ausschalten zum Bildausfall führt. Im HiFi-Forum gibt es den Thread "75 Q95T Pannelproblem?", wo der Fehler diskutiert wird. 

Fehlerhafte HDMI-Kabel prüfen

heise hatte im März 2026 diesen Beitrag mit allgemeinen Tipps zu diesem Fehlerbild veröffentlicht. Dort geht es u.a. um die Prüfung auf fehlerhafte HDM-Kabel und -Verbindungen, mit dem man Trivialfehler ausschließen kann.

Reset des Geräts durch Trennen vom Strom

Zum Thema Softwareproblem gibt es, modellunabhängig, den Tipp (z.B. hier), eine Art Reset durch Trennen vom Strom zu versuchen. Der allgemeine Ansatz lautet: "Stecker des Stromkabels aus der Steckdose ziehen und dann Einschalttaste am TV-Gerät für 20 Sekunden drücken". Dieses Drücken der Einschalttaste soll sicherstellen, dass alle internen Kondensatoren auf den Elektronikplatinen entladen sind und das Gerät softwaremäßig komplett neu startet (Fluch der Digitaltechnik).

Samsung hat 2017 diese Tipp-Liste veröffentlicht, mit der man schrittweise Trivialfehler wie Kabel ausschließen oder ein Reset des Geräts durchführen kann. In vielen Fällen scheint aber ein Hardware-Defekt (z.B. ausgefallene Bildschirmhintergrundbeleuchtung) die Ursache, so dass der Techniker des Herstellers eingreifen muss.

Was war mit dem Video und dem Abkleben?

Aufhänger für den Beitrag hier war aber das oben kurz erwähnt Video auf Facebook, wo eine asiatische junge Dame zeigt, wie ein 75-Zoll Samsung TV in einer Werkstatt mit einem "Klebeband" repariert wird und anschließend wieder ein Bild zeigt.

Samsung-TV-Repair Facebook

Man kann das Video auch ohne Facebook-Konto abrufen – einfach die Anmeldefragen und Cookie-Meldungen weg klicken. Sieht so einfach aus: Die Technikerin schraubt die Rückwand ab, geht an das Innenleben der Elektronik zur Panelsteuerung, zieht ein Flachbandkabel, klebt einige Anschlüsse ab, steckt das Flachbandkabel wieder in den Connector und das Bild ist wieder da. Alles Fake oder ist da ein Körnchen Wahrheit dran?

Samsung-TV-Repair Youtube

Ich bin dann auf die Suche gegangen und auf YouTube beim Kanal Frugal Repair in obigem Video (Bild zur Wiedergabe auf YouTube anklicken) auf dem Kanal FrugalRepair fündig geworden. Der Kanal hat 231.00 Abonnenten und somit wohl ein gewisses Standing. Im Video erklärt der Betreiber des Kanals, wie er ein 55 Zoll-TV-Gerät mit ausgefallenem Bild durch Abkleben eines Flachbandkabels "reparieren" konnte.

Im Gegensatz zu obigem Facebook-Video geht FrugalRepair aber schrittweise vor und prüft zuerst mit einem "Wärmebild", aufgenommen von einem Handy, sowie durch Messungen, ob Komponenten kaputt sein können. Dann kommt er irgendwann zum bewussten Flachbandkabel und kann durch Manipulation der Anschlüsse das TV-Bild wirklich wiederbeleben.

In diesem Video zeigt FrugalRepair aber eine mutmaßliche Ursache: Auf der Steuerplatine für das TV-Panel finden sich bis zu 8 Clock-Kanäle, die für eine  Art Synchronisation der Bildausgabe sorgen. Fällt ein Kanal aus, blockiert die Software wohl die Anzeige des TV-Bilds, so meine Erklärung. Im Video sieht man dann auch, dass das dumpfe Abkleben von acht Signalanschlüssen am Flachbandkabel mittels Tesafilm nicht immer wirklich hilft. Es gibt vielleicht ein Bild, aber mit Streifen.

FrugalRepair bricht das Fehlerbild am betreffenden Gerät dann so weit durch Abkleben herunter, bis er einen der Clock-Kanäle als kaputt identifiziert hat. Dann wird dieser Kanal abgeklebt, um das "Beste Ergebnis" in der Anzeige zu bekommen. Ist aber wohl nur dann zu empfehlen, wenn das TV-Gerät alt ist und ein Austausch der Komponenten durch einen Techniker nicht mehr lohnt.

Aus dem Video habe ich mir mitgenommen, dass die modernen TV-Geräte arg komplex sind und ggf. unter Serienfehlern oder Software-Bugs leiden. Bei Smart TV-Geräten kommt noch das Problem der verseuchten Apps und des Trackings hinzu (siehe folgende Links). Bleibt mir nur zu hoffen, dass meine alte Möhre (kein Samsung) noch lange durch hält.

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30 Kommentare zu Samsung TV (55 – 75 Zoll) ohne Bild, aber Ton

  1. JG sagt:

    " … dass die modernen TV-Geräte arg komplex sind und ggf. unter Serienfehlern oder Software-Bugs leiden."

    Mein erster Flach-TV war einer von TCL 24 Zoll. Sehr gutes Bild. Display matt. Selbst wenn die Sonne ins Zimmer schien war das Bild klasse. Software allerdings total für die Tonne. Der Fernseher löschte eigenständig die Ziffern. Diese fehlten dann. Abschalten konnte man das nicht. Auch Einschicken (Reparatur) hat nicht geholfen. Ein externer Receiver wurde dann angeschafft.

    Meinen aktuellen LG 32 Zoll aus 2020 hätte ich ohne die Software "ChanSort" nicht mal benutzen können. Nach der Ziffer 20 wurden die Sender dreistellig.

    Dafür bekommt man ein TV-Gerät für unter 100€. Früher zu DM-Zeiten kostete jede Kleinigkeit sei es der Kopfhöreranschluss, Stereo oder Videotext einen satten Aufpreis.

  2. harfes sagt:

    Wer eine Satellitenschüssel hat, ist fein raus: einfach einen externen Sat-Tuner kaufen (ja, die gibt es noch ohne Android!) und Netzwerkkabel am TV entfernen – und schon macht das Fernsehen wieder Spass!
    Ansonsten ist mir kein Hersteller mehr bekannt, der nicht den verseuchten Android-Mist verbaut hat und bei vielen den Benutzer sogar unaufgefordert mit Werbung "beglückt" und ganz abgesehen von der dann eingebauten Datenkrake…

    • R.S. sagt:

      Volle Zustimmung!
      Die Bedienung moderner Smart-TVs ist grausam.
      Leider bekommt man ja gar nichts anderes mehr.
      Den Zugang meines Smart-TVs habe ich im Router gesperrt.
      Die einzige Funktion, die ich bei dem Ding ab und an einmal nutze ist das Spiegeln des Laptopbildschirms auf den TV, um Besuch etwas zu präsentieren.
      Ansonsten nutze ich einen SAT-Receiver.

      • Luzifer sagt:

        Also mein TV ist nen dumber Monitor / Beamer mit nem HTPC und Sat-over-IP Kopfstation.
        Beamer (Laser native 4k) fürs Filmvergnügen auf ner 5m CrystalClear Bildwand; 34" Monitor für Nachrichten und Nebenherberieselung.

        Alles Smarte macht der HTPC (prä2000er Definition, nicht diese Mediaböxchen), garantiert werbefrei & trackingfrei &
        unabhängig von irgendeinem übergriffigen Hersteller; jederzeit technologisch anpassbar, da Komponenten ja getauscht werden können … also tatsächlich smart ;-P nicht nur auf dem Papier ;-P

    • Daniel sagt:

      Wer Kabelfernsehen hat ist auch fein raus. Einfach kein Netzwerkkabel ranstecken und gut ist. Wenn man Internet haben will einfach einen kleinen Raspberry Pi per HDMI anschließen und der macht das eben dann.

    • Phadda sagt:

      Bringt halt nichts wenn das Mainboard betroffen ist, an dem die Input und Output zusammen laufen und das ganze getaktet ist.

  3. Steter Tropfen sagt:

    „dass die modernen TV-Geräte arg komplex sind" – naja. Ich erinnere mich mit Grausen an den Blaupunkt-Röhrenfernseher meiner Kindheit. Was der alles für Macken hatte, der pendelte ständig zwischen Wohnzimmer und Werkstatt hin und her. Die Sendereinstellung war schon eine Wissenschaft mit grauen Rädchen und verborgenen blassroten Schiebern (für drei Frequenzbereiche). Mitunter fuhr das Bild Paternoster, irgendwann schaltete er sich einfach in kürzer werdenden Zeitabständen ab (mit einem pathetisch nachglimmenden Elektrodenstrahl-Streifen in der Bildmitte). Später fing er plötzlich an, von einem Programm zum nächsten zu schalten (damals hatten wir aber nur 3, in besten Zeiten 5), und ich lieferte mir mit ihm Duelle mit der Fernbedienung, indem ich die Programmwechsel sofort zurückschaltete, bis er aufgab und sich – poff – mal wieder ausschaltete.
    Wir haben es zehn Jahre damit ausgehalten, er lief ja auch nur an Wochenenden und Feiertagen. Unkompliziert war daran nur die Fernbedienung mit ihren vier Auf-/Ab-Schiebern.
    Aufschrauben und selbst irgendwas dran basteln? Undenkbar angesichts der Vakuum-Röhre und der zigtausend Volt Hochspannungs-Kathode!

    • R.S. sagt:

      Da scheint ihr aber ein Montagsgerät gehabt zu haben.
      Wir hatten zu Hause in den 1970ern einen Grundig Röhrenfernseher, der noch eine Ultraschallfernbedienung hatte!
      Das Ding lief sicher 15 Jahre fehlerfrei.
      Und ich habe hier noch eine alte Sony Röhre, gekauft 1991.
      Die wird zwar nur noch ein paar mal im Jahr angeschaltet, aber die hatte noch nie einen Defekt.

  4. Froschkönig sagt:

    Hier im Ferienhaus hängt auch so ein 75er Samsung an der Wand, der nach 1 Abend kein Bild mehr über HDMI liefert, sondern nur noch über den eigenen Empfänger und die Smart-TV-Funktionen mit den Onlinediensten. Das mit dem Stromlos schalten probiere ich heute Abend mal aus, jetzt aber zum Strand…

  5. User007 sagt:

    Sorry, aber Samsung ist eh völlig überbewertet und leider auch "überkonsumiert"!
    Allerdings dürften solche "Vorkomnisse" auch nicht exklusiv bei diesem Hersteller auftreten. 🤷‍♂️

  6. Alzheimer sagt:

    Wozu braucht ein TV überhaupt eine Internet-Connection?
    Wem ein Koaxialkabel and der TV- oder besser SAT-Buchse nicht genug ist, der schliesst einfach nen Raspberry Pi, Mini PC o.ä. an und hat alles was das Herz begehrt – ohne irgendwelche "Smarten" Überraschungen vom TV befürchten zu müssen.

    • R.S. sagt:

      Die meisten Leute wollen aber ein All-In-One und nicht mehrere Geräte da stehen haben.
      Das die sich dann mit allerlei Sachen wie Werbung, mieser Benutzerführung, etc. etc. herumschlagen müssen, ist denen meist egal oder die wissen schlicht nicht, das es deutlich besser geht.

      • Alzheimer sagt:

        Ja, echt erschreckend, dass sich die meisten Leute aus Faulheit oder was auch immer zum Opfer für Hersteller machen und sich als "Schlachtvieh" missbrauchen lassen – nur deshalb gibt es ja überhaupt diesen ganzen Schrott auf dem Markt…

    • M.D. sagt:

      | Wozu braucht ein TV überhaupt eine Internet-Connection?

      Die Entwicklung wird dahin gehen, dass die TV-Geräte nur noch eine LAN-Buchse und keine DVB-S und DVB-C Empfangsteile mehr haben. Politik, (Werbe)Industrie und Provider wollen das so, weil sie dann Dinge frei Haus geliefert bekommen, die sie jetzt nur umständlich oder gar nicht bekommen.

      Dem Großteil der Nutzer ist das schlicht egal bzw. sie verstehen nicht den entscheidenden Unterschied zwischen DVB-C/S auf der einen und IP-TV auf der anderen Seite.

      • Christian sagt:

        "Die Entwicklung wird dahin gehen, dass die TV-Geräte nur noch eine LAN-Buchse und keine DVB-S und DVB-C Empfangsteile mehr haben."

        Mit DVB-I beschreitet man diesen Weg bereits: erst alle DVB-Empfangswege unter einen Hut bringen und die gängigen IP-Streaming-Standards (HLS, DASH) mit einbeziehen, dann die legacy-Wege austrocknen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/DVB-I

        "Vorteil" für die Content-Anbieter: Nutzungsverhalten präzise trackbar. Das kann, wenns politisch eskaliert, auch gefährlich werden.

  7. M. Eisner sagt:

    Mein Samsung (sicher über 10 Jahre alt) lebt noch immer, was sicher daran liegt, dass der nur Qualitätsfernsehen und weder Privatsender noch Werbung anzeigen muss ;)

    RTL und ähnlicher Dreck wird gleich aus der Senderliste entfernt.

  8. Micha sagt:

    Die Qualität von Anzeigen, ist allgemein rückläufig. Egal ob TV Gerät oder PC Monitor.

    Anfang des Jahres einen Samsung Smart TV in einem Hotel bedient. Das Teil hatte nicht mal eine Taste, um den EPG direkt zu öffnen. Teletext konnte der auch nicht. Im Handbuch wurde eine Smart Fernbedienung beschrieben. Mit Sprachsteuerung. Blöd nur, das im Hotelzimmer nur eine Konventionelle mit IR Sendediode rum lag.

    – Bei einem Panasonic TX32-FSX609 fehlen unten links mehrere Pixel. Sie sind einfach schwarz.

    – Ein LG IPS 225V entwickelte nach wenigen Jahren einschalt Probleme. Teilweise gab's nur Backligt ohne Bild. Das war 2016.

    – Moderne Frameless PC Monitore, haben eine schlechte Ausleuchtung. Die Ecken sind häufig zu dunkel. Oder es gibt rosa Rahmen am Rand.
    ———–

    – Ein Sony Bravia 32KDL709 von 2010 funktioniert noch. Er gibt sogar AAC von der ARD problemlos wieder.

    – Mein Fujitsu Siemens P19-1A ist mittlerweile 22 Jahre alt. Er funktioniert noch. Wurde nie Repariert.

    – Der Fujitsu P24W-7LED läuft seit 2016.

    Er ist mir beim umstellen in das Nebenzimmer, anfang des Jahres vom Tisch gefallen. Den Einschlag hat er unbeschadet überstanden. Eine handgetöpferte Keramik Glocke, die ich im dritten Lehrjahr geschenkt bekommen habe, leider nicht. Die wurde vom Monitor erschlagen. Sie war oben mittig über Fujitsu Logo festgeklebt. Sie wurde mittlerweile erfolgreich repariert. Durch meine damalige Betreuerin vom Internat. Ich hatte die Glocke, bereits mit Uhu plus Endfest geklebt. Das neu gestalten mit Goldlack war ihre Idea. Ich wollte eigentlich nur eine Anleitung haben, wie man eine neue Töpfern kann. Nach 15 Jahren ohne Kontakt zu ihr, hat mich das Angebot zur Reparatur völlig überrascht.

    • Christopher sagt:

      Habe auch vor kurzem einen Samsung-Design-TV-Monitor T27A950 entsorgt, weil das Bild einfach blass und irgendwie seltsam war. Es war aber auch noch nie gut, ich benötigte damals eben eine Kombi aus TV und Monitor.

      Mein Sony KDL-55w905A aus 2013 hingegen hat immer noch traumhafte Farben und ein tolles, wenn auch nur HD-aufgelöstes, Bild. Den lahmen Smart-TV-Teil ersetzt bei mir ein Apple TV. Ich bin mit der Kombination sehr zufrieden. Eigentlich hätte ich gerne 4k, tue mich aber wegen dem "Alten" schwer, einen neuen TV zu kaufen.

      Es wird auf jeden Fall wieder Sony. Die waren schon bei den Triniton-Röhrenfernsehern top und sind es zumindest bis zuletzt gewesen. Ich hoffe, dass die Übernahme durch TCL keine Nachteile bringt.

    • Christian sagt:

      "Ein Sony Bravia 32KDL709 von 2010 funktioniert noch. Er gibt sogar AAC von der ARD problemlos wieder. "

      Geht auch mit anderen, teils sogar älteren Fabrikaten, z.B. LG von 2007 oder Panasonic von 2009. Das liegt daran, dass viele TV-Geräte mit jeweils pro Gerätefamilie dem gleichen Chassis in ganz Europa verkauft wurden, also auch in Skandinavien, wo in Norwegen DVB-T 2007 gleich mit AAC als Audiocodec gestartet wurde. Die NorDig als skandinavische DVB-Allianz hat AAC und das absurde Multichannel-Handling von AAC (der Empfänger muss Multichannel-AAC deocdieren und danach nach AC-3 oder dts encodieren und so weitergeben an den AV-Receiver) sehr zeitig in ihre Anforderungen aufgenommen.

      https://nordig.org/wp-content/uploads/2018/10/NorDig-Unified-Requirements-ver.-3.1.pdf

      Im deutschsprachigen Raum war AAC für DVB-S/S2/C nie direkt angekündigt worden. Das einzige Dokument, das prinzipiell für HDTV-Receiver (also z.B. nicht für reine DVB-Radios, die es ja vor allem für DVB-C gibt und auch nicht für Sat-UKW-Kopfstellenumsetzer) die Anwendung von AAC in Aussicht stellt, ist die EBU TECH 3333, die sich aufgrund mancher Formulierungen nicht wie eine Verpflichtung liest:

      https://tech.ebu.ch/docs/tech/tech3333.pdf

      Auch kam dieses Dokument im März 2009 mindestens ein Jahr zu spät. Und so sind z.B. die teuren Premium-Receiver von TechniSat der ersten Generationen bei AAC stumm, während sie für MP2-Radio optimiert worden waren (Direktaufnahme des demuxten MP2-Audiodatenstromes, RDS-Radiotextanzeige im Gerätedisplay). Bis ca. 2015 konnte man von TechniSat noch AAC-untaugliche Geräte kaufen, während AAC-taugliche Geräte mehrerer Fabrikate teils bei den ARD-Radioprogrammen ein obskures Eigenleben haben (eigenmächtige Dynamikmanipulation).

      Die ARD hat grob geschätzt mit der Umstellung der Radioprogramme auf LC-AAC einen mittleren einstelligen Millionenschaden bei den Beitragszahlenden angerichtet und sich selbst in vielen kleineren Kabelnetzen auf UKW abgeschaltet.

      Noch genialer ists beim ORF-Radio: das wurde im September 2024 auf AAC umgestellt, anfangs alle Programme außer Ö1 (die hatten dann 192 kBit/s LC-AAC) auf 128 kBit/s HE-AACv1, was nochmals deutlich höhere Anforderungen an die Empfangsgeräte stellt als LC-AAC (Abtastratenwandlung 24 -> 48 kHz nebst Tiefpassfilterung, Generierung und spektrale Formung der nicht übertragenen Höhen im Empfangsgerät mittels Spektralbandreplikation). Außerdem hatte man keine PCR-Timecodes im Datenstrom. Im Ergebnis spielten selbst viele Geräte, die ARD-Radio in LC-AAC konnten oder nach kostenpflichtigem Upgrade konnten, ORF-Radio nicht oder fehlerhaft.

      Nach kurzem Intervenieren wurden auch die 128er Programme auf LC-AAC umgestellt (das geht bei 128 kBit/s klanglich unfallfrei bzw. wird sogar besser als HE-AACv1) und PCR-Timecodes in den Datenstrom gemacht. Dann spielte das auch auf weiteren Geräten, aber bis heute (!!!) sind die AAC-Datenströme vom ORF fehlerhaft. Je nach Decoder / Empfangsgerät gibt es mehr oder weniger stark hörbare Aussetzer, Klicks und obskure Störgeräusche beim ORF-Radio. Von einem Samsung-TV las ich in einem Forum, dass er beim ORF-Radio offenbar beim ersten Auftreten eins AAC-Datenfehlers stumm wird und man das Programm wechseln muss, damit wieder Ton kommt. Dann wiederholt sich das ganze, denn die Fehler kommen beim OF-Radio spätestens nach ca. 5 Minuten.

      Die bekommen das seit beinahe 2 Jahren nicht hin, das muss man sich mal reinziehen. Offenbar hat der ORF gegenüber seinem technischen Dienstleister ORS, der sich inzwischen "Big Blue Marble" nennt, keine Handhabe.

      Das Geilste daran: die ORS zertifiziert auch Receiver für den Austria-Markt. Im entsprechenden Dokument

      https://www.bigbluemarble.com/content/uploads/2025/10/HDTV_IRD_GUIDELINES_AUSTRIA_V41_01072020_final.pdf

      gibt es MPEG 1 Layer I und II und AC-3 als Pflicht sowie AC-4 und MPEG-H als Kür. AAC steht nicht drin, aber sie encodieren das ORF-Radio in AAC und können es nichtmal korrekt.

  9. Held der Arbeit sagt:

    Die Dinger sollen ja nicht mehr ewig (=10 Jahre oder länger) halten!
    Also wir das so konstruiert, daß zB. Kondesatoren Hitze abbekommen und irgendwann den Geist aufgeben.

    Ja, so eine Röhre mit Ultraschall-Remote hab ich 1979 auch von meiner Oma geerbt. Lief noch ein par Jahre, dann mußte es ein Sony sein mit externen Boxen (plus Subwoofer oben drauf) und dieser nur wenig gebogenen Röhre. Geiler Klang!

    Bei den heutigen Flat-Monitoren ist es halt ein Spagat. Kauft man billig (300Eu), schon mit der Absicht nicht zuviel Geld versenkt zu haben, wenn der nach 2 Jahren schwarz bleibt, oder kauft man teuer (1000Eu), und hofft auf bessere Qualität, sprich längere Haltbarkeit…

    • Visitator sagt:

      Mein Samsung TV Modelljahr 2011 lebt immer noch, entgegen allen Unkenrufen :-)
      Der Nächste wird ein einfacher Monitor mit externem Zuspieler.

      • Christian sagt:

        "Der Nächste wird ein einfacher Monitor mit externem Zuspieler."

        Kann man eigentlich jeden Monitor mit HDMI als Ausgabegerät für z.B. einen Satreceiver nehmen? Sind da also Formate wie 720p50, 1080i25, 1080p50 etc. unterstützt und es gibt keinen Ärger mit HDCP, egal in welche Richtung (Quelle unterstützt HDCP, Quelle unterstützt HDCP nicht)

        • Micha sagt:

          Kann mit dem Zeilensprung Probleme geben. Sofern ich an meinem Sky Q Receiver 1080i wähle, zittert das Bild in der Höhe auf meinem Fujitsu P24W7-LED. Sofern ich auf 1080p umschalte, hört das zittern auf.

      • R.S. sagt:

        Tja, so war auch mein Plan.
        Aber entsprechend große reine Monitore sind sogar teurer als TVs.
        Deshalb habe ich mir schlussendlich doch einen TV gekauft, nutze den aber nur wie einen Monitor.

  10. Dirk sagt:

    warum nicht auch ein deutscher YT Kanal:
    youtube.com/@CCTV-Repair4You erklärt das mit dem Abkleben auch sehr verständlich.

    • Günter Born sagt:

      Ich setze mich nicht hin, und suche Stunden, ob ich einen deutschen Kanal finde – zumal der Blog durch die Übersetzungsfunktion inzwischen die internationale Leserschaft anspricht (die Auto-Translate-Funktion habe ich übrigens eingefügt, nachdem ich gesehen habe, dass durchaus signifikante Benutzerzahlen außerhalb DACH im IT-Blog unterwegs sind).

      • Gustav sagt:

        Zumal mittlerweile jeder, sogar Oettinger, Englisch versteht und spricht ;-)

      • Dirk sagt:

        Bitte nicht falsch verstehen, das war nun nicht als Vorwurf gedacht.
        Wenn es so rüber kam, bitte ich um Verzeihung.

        Ich hatte den Kanal auch zufällig gefunden, allerdings empfand ich die Art und Weise wie das erklärt wird, als sehr sympathisch. Ich wollte deswegen nur darauf hinweisen.

  11. jup sagt:

    Wenn mein LG OLED VLAN Packete übers (Intra-)Netzwerk bekommt friert das Sattelitenbild ein …

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