Niederländische und französische Behörden haben den für Cyberkriminelle bereitgestellten VPN-Dienst, First VPN, in der Operation SAFRON abgeschaltet und die Server beschlagnahmt. Der Dienst war vorher in Dark-Web-Foren offen an Cyberkriminelle vermarktete worden.
Ist noch ein Nachtrag von dieser Woche, das die Beschlagnahmung und Abschaltung bereits am 19. und 20. Mai 2026 statt fand. Geleitet wurde die Maßnahme vom niederländischen Team High Tech Crime und den französischen Behörden, mit koordinierender Unterstützung von Eurojust und Europol.
Jeder Nutzer erhielt bei der Abschaltung eine Benachrichtigung, dass der Dienst nicht mehr verfügbar ist und er identifiziert wurde. Bevor der Dienst offline genommen wurde, hatte die Polizei vollständigen Einblick in den kriminellen Datenverkehr jedes Nutzers. 33 Server wurden beschlagnahmt. 83 Informationspakete wurden über eine operative Europol-Taskforce an laufende Ermittlungen weitergeleitet.
Europol hat hier noch einige Details veröffentlicht. Jahrelang sei der als "First VPN" bekannte Dienst in russischsprachigen Cyberkriminalitätsforen als zuverlässiges Werkzeug beworben worden, um sich dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden zu entziehen. Er bot den Nutzern anonyme Zahlungsmöglichkeiten, eine versteckte Infrastruktur und Dienste, die speziell für kriminelle Zwecke entwickelt worden waren.
"First VPN" hatte sich tief im Ökosystem der Cyberkriminalität verankert und tauchte in fast allen größeren, von Europol unterstützten Ermittlungen im Bereich der Cyberkriminalität der letzten Jahre auf. Kriminelle nutzten den Dienst, um ihre Identität und Infrastruktur zu verschleiern, während sie Ransomware-Angriffe, groß angelegten Betrug, Datendiebstahl und andere schwere Straftaten verübten.
"First VPN" warb direkt in bekannten Cyberkriminalitätsforen und versprach den Nutzern keine Protokollierung, keine Zusammenarbeit mit der Justiz und keine gerichtliche Zuständigkeit. Kunden nutzten den Dienst für Ransomware-Angriffe, Systemeinbrüche und das Hijacking von Konten.
Die Aktionstage der Operation SAFRON betrafen gleichzeitig die Ukraine, die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Rumänien und Luxemburg. Der Administrator wurde auf Antrag Frankreichs in der Ukraine verhört.




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